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Angst ein Geistesgift ?

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Re: Angst ein Geistesgift ?

Beitragvon Sherab Yönten » 15. September 2015 18:38

Ayu hat geschrieben:Nur gewisse Formen sind nah dran am Hass und gehen daher in Richtung Geistesgift. Z.B. dort wo Angst Ausdruck von unnötiger Ablehnung ist.


Diese Angst spielt sich ja auf emotionaler Ebene auf. Rational ist sie nicht begründet. Diese Angstemotionen verursachen Vorurteile und verschleiern mögliche sachliche Hintergründe. Das Fremde versursacht erst Unsicherheit und dann eine irrationale Angst ("ich kann meine Kinder bei den vielen Ausländern nicht mehr auf dem Spielplatz spielen lassen"), von daher eine Emotion des "nicht haben wollen" und von daher ist diese "Angstemotion" aus meiner Sicht wirklich ein (separates) Geistesgift.

Der Hass entsteht dann wenn der Eindruck entsteht: "Früher war alles besser" und eine Gruppe einer Gesellschaft verantwortlich dafür gemacht wird, dass subjektiv "jetzt alles schlechter sei wie früher!".

Ayu hat geschrieben:Angst vor Fremden, vor dem Altwerden, vor Krankheit, vor dem Alleinsein. Das sind beispielhaft lauter Sachen, wo man mit Annehmen besser klarkommen würde.


Shantideva hatte ja sinngemäß mal geschrieben: "Warum soll man sich über die Dinge ärgern, wenn man sie ändern kann. Und wenn man sie ändern kann braucht man sich auch nicht über die Dinge zu ärgern".

Das Zitat passt auch für die Angst: "Warum soll man ängstlich sein vor Dingen, die man ändern kann. Wenn man die Dinge ändern kann, was bringt es dann eigentlich noch, ängstlich zu sein" ?
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Re: Angst ein Geistesgift ?

Beitragvon Samten » 16. September 2015 07:19

"Hoffnung und Furcht" sind ja die zwei (Lebens-)Pole, die den Tibetern sehr wohl bekannt sind..um nochmals auf die Frage zurückzukommen, ob der Begriff der Angst dort ne Rolle spielt.dann werden se auch Worte dafür haben.....
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Re: Angst ein Geistesgift ?

Beitragvon voom » 16. September 2015 12:55

Worte dafür auf jeden Fall, die Frage ist ja, ob es als Geistesgift klassifiziert wird, weil es im System der 5 Störgefühle nicht offensichtlich enthalten ist.

Aber "Hoffnung und Furcht" ist ein guter Hinweis. Im Christentum ist ja Hoffnung sogar ein hochgeschätztes Prinzip, im Buddhismus für mein Gefühl eher nicht, da Hoffnung letztlich auch einen Aspekt von Angst enthält und auf die Zukunft gerichtet ist, nicht im Jetzt verweilt.
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Re: Angst ein Geistesgift ?

Beitragvon om.a » 16. September 2015 14:50

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Re: Angst ein Geistesgift ?

Beitragvon voom » 16. September 2015 14:58

Die Hoffnung, die keine Angst enthält, ist eher ein Vertrauen...

Wenn jemand landläufig sagt: "Ich hoffe das wird mal besser" steckt darin die Angst, dass es das nicht wird, sonst würde man das wohl gar nicht so sagen...

Aber das Alltagsverständnis von Begriffen ist ja nicht immer spirituell / religiös eindeutig.
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Re: Angst ein Geistesgift ?

Beitragvon Klara » 17. September 2015 10:59


Mir kommt die Volksweisheit in den Sinn:
Angst ist ein schlechter Ratgeber


Letztens hatte ich eine arge Kreislaufschwäche,
konnte sogar nur erhöht liegen. Alles drehte sich. :shock:

Mir ging der Arsch auf Grundeis - ich dachte,
mein letztes Stündlein schlägt. . .

Wie sehr hängt doch der Mensch am Leben !
Mir wurde DAS plötzlich klar.

In der Theorie gebe ich des öfteren Schwachheiten von mir,
wie stark ich doch im Angesicht des Todes wäre.
Alles Banane .
stilleschweigen und bescheiden, sich über jeden Augenblick freuen,
den ich atmen darf und kann.
Das ist mein Resümee.


:rose:
Es kursiert das Gerücht, ich hätte Gott gefunden. Ich denke, das ist unwahrscheinlich, weil ich genug Schwierigkeiten habe, meine Schlüssel zu finden; und es gibt empirische Beweise, dass diese existieren."
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