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"Bewusst Träumen" bei Scobel

Luzides Träumen; Klarträume aus buddhistischer Sicht

"Bewusst Träumen" bei Scobel

Beitragvon Sherab Yönten » 23. März 2016 23:07

Morgen um 21.00 Uhr behandelt Scobel das Thema "Bewusst Träumen" (3 SAT).
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Re: "Bewusst Träumen" bei Scobel

Beitragvon voom » 24. März 2016 04:10

Danke, (somit auch online verfügbar in der Mediathek zumindest für eine Woche) :)

Im Einzelnen online bei 3sat:
Bewusst träumen
Träume haben eine entscheidende Funktion
bei der Verarbeitung des Tagesgeschehens
Der Schlaf dient der Erhaltung der körperlichen und psychischen Gesundheit. Eng verbunden mit dem Schlaf ist der Traum. Spätestens seit Sigmund Freud ist klar, dass Träumen kein passiver Zustand, sondern ein aktives Geschehen ist, das bei Freud vom Unterbewusstsein gesteuert wird.
In Träumen wird die im Wachzustand aufgenommene und nicht verarbeitete Information des Bewusstseins kanalisiert. Auf diese Weise kann sich das Bewusstsein vor der immensen Flut von Reizen schützen.

Selbst Regie beim Träumen führen
Das Unbewusste, Träume und unsere Fähigkeit, das Bewusstsein durch Denken zu verändern: Forscher der Max-Planck-Institute für Bildungsforschung in Berlin und für Psychiatrie in München haben nun entdeckt, dass sogenannte Klarträumer wie ein Regisseur im eigenen Film ihre Erlebnisse lenken können. Menschen, die zum Klarträumen fähig sind, können sich ihre eigenen Träume bewusst machen und sogar aktiv beeinflussen. Klarträumer wissen, wann sie träumen. Es gelingt ihnen dabei, belastende Träume zu verändern. Dieses sogenannte luzide Träumen, auch Klarträumen genannt, scheint mit der Fähigkeit zusammen zu hängen, über das eigene Denken nachdenken zu können. http://www.3sat.de/page/?source=/scobel ... index.html


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Re: "Bewusst Träumen" bei Scobel

Beitragvon Samten » 24. März 2016 23:48

naaja..... :roll:
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Re: "Bewusst Träumen" bei Scobel

Beitragvon voom » 25. März 2016 01:14

Wer es mir auf jeden Fall mal ansehen in der Mediathek irgendwann, aber ich glaube so richtig intensiv geht es bei dem Themenspektrum dann nicht um das luzide Träumen, was ja in unseren Zusammenhang hier am interessantesten wäre...
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Re: "Bewusst Träumen" bei Scobel

Beitragvon Sherab Yönten » 25. März 2016 11:01

Ich fand es jetzt auch nicht so dolle.
Bei den luziden Träumen wurde gesagt, dass man es am Tage trainieren kann, wenn man denn möchte. Also, bei den Tagträumen. Man soll sich dessen bewusst sein, dass man am Tag träumt, dann könnte man dieses Bewusstsein früher oder später auch in die Nacht hineintragen. Ich halte es für sinnvoll wenn man von Alpträumen geplagt wird oder wenn man traumatische Erlebnisse hatte.Wie man luzide Träume für buddhistische Zwecke nutzen mag, habe ich aber noch nie verstanden, gerade weil beim Traum in der REM Phase ja sogar eine verstärkte Gehirnaktivität messbar ist (der emotionale Bereich des Gehirns).
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Re: "Bewusst Träumen" bei Scobel

Beitragvon voom » 25. März 2016 13:55

Die sog. "Reality Checks" sind die Kernmethode des Luziden Träumens. Da das Gehirn in den Träumen Gewohnheiten aus dem Alltag übernimmt, kann man die Gewohnheit am Tag aufbauen, regelmäßig zu checken ob man träumt. Das erkennt man z.B. daran, dass man im Traum Farben, Gegenstände oder Personen usw. nach eigenem Willen verändern kann. Am Tag änder sich nix, aber irgendwann fängt man an, die Gewohnheit in Träumen zu übernehmen und dann hat man ein klares Indiz: jetzt träume ich und ich kann im Prinzip alles verändern, was passiert.

Der Nutzen für die Praxis ist vielseitig, z.B. weil man diese Fähigkeit, Kontrolle zu übernehmen, auch auf den Nachtodes-Bardo übertragen kann. Die Grenzen zwischen den verschiedenen Bardos werden aufgeweicht. (Schlaf, Tod, Wachbewusstsein usw. sind alles Bardos) Noch wichtiger sind aber andere Übungen des Traumyoga wie "Klares Licht", wo man im traumlosen Tiefschlaf bewusst wird und die Übung, am Punkt zwischen Wachsein und Schlafen bewusst zu bleiben. Es wird gesagt, dass wenn einem das gelingt, man sofort erleuchtet ist.
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Re: "Bewusst Träumen" bei Scobel

Beitragvon Tobias » 25. März 2016 14:21

Wie man luzide Träume für buddhistische Zwecke nutzen mag, habe ich aber noch nie verstanden, gerade weil beim Traum in der REM Phase ja sogar eine verstärkte Gehirnaktivität messbar ist


Hallo,
was luzide Träume und Buddhismus angeht, ist es denke ich eine Wissenlücke von dir. Luzides Träume sind im Rahmen des Traumyoga Bestandteil der höchsten Tantra-Übungen(6 yogas von Naropa) Dies gilt für alle großen tibetischen Schulen.

Der Zweck von Traumyoga ist kurz gesagt
1. Vorbereitung auf den Bardo des Werdens(da dieser ähnlich ist wie der Traum) Wenn man im Traum bewusst wäre, könnte man diese Bewusstheit auch auf den Bardo des Werdens übertragen. Wer im Bardo des Werdens Bewusstheit erlangt, kann recht leicht erleuchtung erlangen indem er sich nur an eine einzige belehrung erinnert(z.b ein Mantra reziiert)
2. Die Bardos sind in ihrer Essenz identisch, das Bardo des sterbens ist z.b. in der Essenz identisch mit dem Bardo des Lebens. Traumyoga dient dazu den Traum als Verbindungsglied zwischen Leben und Tod, es ist in seiner Komplexität sehr gut dazu geeignet die verschiedenen Bardos zu trainieren.

Zur Scobel-Sendung habe ich hier im Beitrag 13 eine Rezension geschrieben.
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Re: "Bewusst Träumen" bei Scobel

Beitragvon Tobias » 25. März 2016 14:31

voom hat geschrieben:Die sog. "Reality Checks" sind die Kernmethode des Luziden Träumens. Da das Gehirn in den Träumen Gewohnheiten aus dem Alltag übernimmt, kann man die Gewohnheit am Tag aufbauen, regelmäßig zu checken ob man träumt. Das erkennt man z.B. daran, dass man im Traum Farben, Gegenstände oder Personen usw. nach eigenem Willen verändern kann. Am Tag änder sich nix, aber irgendwann fängt man an, die Gewohnheit in Träumen zu übernehmen und dann hat man ein klares Indiz: jetzt träume ich und ich kann im Prinzip alles verändern, was passiert.



Dass die RCs eine Kermethode des luziden Träumens sind sehe ich nicht so. In den Traumyoga-Methoden der verschiedenen Schulen werden alle wichtigen Methoden des Klarträumens erwähnt(Wachheitsinduzierte luzide Träume und Trauminduzierte Klarträume) Jedoch gibt es das Konzept des Reality-Checks nicht. Ich persönlich wende diese Methoden auch nicht an. Viel mehr ist es wesentlich effektiver die Gemeinsamkeiten zwischen dem Traum und dem Wachleben herzustellen. Z.B. kann man in der Meditation Vipassana feststellen dass sich einzelne Körperteile einen Tick leichter anfühlen als sonst. Im Traum wiederrum ist der Körper auch einen Tick leichter als im Alltag. Über diese Gemeinsamkeit kann man luzidität herstellen.

Liebe Grüße
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Re: "Bewusst Träumen" bei Scobel

Beitragvon voom » 25. März 2016 14:46

Ich meinte das in Bezug auf das "westliche" Luzide Träumen, wie im scobel-Beitrag angesprochen, das war natürlich nicht klar erkennbar.
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Re: "Bewusst Träumen" bei Scobel

Beitragvon Sherab Yönten » 25. März 2016 16:08

Tobias hat geschrieben: Luzides Träume sind im Rahmen des Traumyoga Bestandteil der höchsten Tantra-Übungen(6 yogas von Naropa) Dies gilt für alle großen tibetischen Schulen.


Ah, danke für die Schließung meiner Wissenslücke :)
Es gibt aber sicher auch Annaturayoga Techniken, die ohne Traumyoga auskommen, oder ?

Tobias hat geschrieben:Der Zweck von Traumyoga ist kurz gesagt
1. Vorbereitung auf den Bardo des Werdens(da dieser ähnlich ist wie der Traum) Wenn man im Traum bewusst wäre, könnte man diese Bewusstheit auch auf den Bardo des Werdens übertragen. Wer im Bardo des Werdens Bewusstheit erlangt, kann recht leicht erleuchtung erlangen indem er sich nur an eine einzige belehrung erinnert(z.b ein Mantra reziiert)
2. Die Bardos sind in ihrer Essenz identisch, das Bardo des sterbens ist z.b. in der Essenz identisch mit dem Bardo des Lebens. Traumyoga dient dazu den Traum als Verbindungsglied zwischen Leben und Tod, es ist in seiner Komplexität sehr gut dazu geeignet die verschiedenen Bardos zu trainieren.


Das klingt interessant !
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Re: "Bewusst Träumen" bei Scobel

Beitragvon voom » 25. März 2016 16:34

Es gibt aber sicher auch Annaturayoga Techniken, die ohne Traumyoga auskommen, oder ?

Alle Hunde sind Tiere aber nicht alle Tiere sind deswegen Hunde ;)
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Re: "Bewusst Träumen" bei Scobel

Beitragvon Tobias » 25. März 2016 16:45

Es gibt aber sicher auch Annaturayoga Techniken, die ohne Traumyoga auskommen, oder?


Ich kann ehrlich gesagt mit dem Begriff Annatuarayoga im Konkreten nicht viel anfagen, obwohl ich darüber schon mehrfach gelesen habe.

Traumyoga ist z.B. bei den Sakyas Bestandteil des Lamdre-Lobshed. Dieser Lamdre-Teil("der Pfad, der die Frucht enthält") ist für besondere Praktizierende gedacht und wurde als größere Veranstaltung soweit ich weiß nur 1x innerhalb von 60 Jahren gelehrt. Im Kamalashila Institut sind die 6 Yogas von Naropa auch Bestandteil des 3 Jahres-Retreats, wobei sie hier denke ich aufgrund des Zeitmangels nur relativ oberflächlich praktiziert werden können, kann ich mir vorstellen.

die sechs yogas von Naropa sind sicher Teil des Anutara-Yoga-Tantras aber das bedeutet ja nicht, dass es die einzigen Techniken aus dieser Tantra-Klasse sind. Da es auch nicht so einfach ist Belehrungen dazu zu bekommen, wäre es auch logisch dass viele auch hauptsächlich andere Praktiken aus dieser Tantra-Klasse üben.

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Re: "Bewusst Träumen" bei Scobel

Beitragvon Sherab Yönten » 25. März 2016 16:50

Tobias hat geschrieben:Ich kann ehrlich gesagt mit dem Begriff Annatuarayoga im Konkreten nicht viel anfagen, obwohl ich darüber schon mehrfach gelesen habe.


Das ist die höchste Tantra Klasse bei den Gelugpa.

Du hattest ja geschrieben:

Luzides Träume sind im Rahmen des Traumyoga Bestandteil der höchsten Tantra-Übungen(6 yogas von Naropa) Dies gilt für alle großen tibetischen Schulen.


Ich bin mir nicht sicher ob Traumyoga auch Bestandteil bei den Gelugpa ist.
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Re: "Bewusst Träumen" bei Scobel

Beitragvon Tobias » 25. März 2016 17:31

Sherab Yönten hat geschrieben:
Ich bin mir nicht sicher ob Traumyoga auch Bestandteil bei den Gelugpa ist.


Ich habe mal kurz recherchiert. Also ich nehme an, dass alles was Tsongkapa geschrieben hat, der Gelug-Tradition zuzuschreiben ist?


Wenn dem so ist, dann habe ich eben einen im Internet verfügbares Buch von Tsongkapa über die Sechs Yogas von Naropa gefunen(Hab es glaube ich auch irgendwo auf der Festplaate.) Leider sind fast alle Kommentare der Sechs Yogas von Naropa nicht in Deutsch verfügbar. Der Abschnitt zum Traumyoga enthält 7 Seiten

In diesem Text gibt es vollgende Überschriften


Ich nenne hier nur mal die Zwischenüberschriften aus Tsongkapas Kommentar (mit Übersetzung)

Learning to retain [conscious presence during] dreams
(Lernen Bewusstheit während des Traums zu erhalten)

Controlling and increasing dreams
(Träume kontrollieren und Dinge im Traum vervielfältigen- diese Übersetzung geht aus dem Inhalt des Abschnitts hervor)

Overcoming fear and training in the illusory nature of dreams
(Angst überwinden und sich mit der illusionären Natur der Träume vertraut machen)


Meditating upon suchness in dreams
(Meditation über Soheit im Traum)

Buchquelle


Diese Themen sind nahezu deckungsgleich mit den Traumyoga lehren von Tenzin Wangyal Rinpoche wobei sein Text ausführlicher ist als der von Tskongapa

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Re: "Bewusst Träumen" bei Scobel

Beitragvon Sherab Yönten » 25. März 2016 17:45

Tobias hat geschrieben:Also ich nehme an, dass alles was Tsongkapa geschrieben hat, der Gelug-Tradition zuzuschreiben ist?


Ja, das ist richtig ! Und danke für die Recherche ! Vielleicht bietet ja das Tibethaus in der nächsten Zeit auch mal etwas zum Thema Traumyoga bzw. über die 6 Yogas von Naropa an ! Die buddhistischen Begründungen für eine solche Praxis erscheinen mir jetzt jedenfalls plausibel. Schade, dass darauf bei Scobel so gar nicht darauf eingegangen wurde. Ohne Vorkenntnisse könnte ich ja trotzdem damit anfangen, bewusst die Tagträume wahrzunehmen. Sozusagen als erster Schritt. Und dann schauen welche Unterweisungen mir dazu begegnen. Hast Du noch weitere Empfehlungen wie man mit der Traumyoga Praxis anfangen könnte ohne formale Unterweisungen ?
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Re: "Bewusst Träumen" bei Scobel

Beitragvon Tobias » 25. März 2016 18:20

Hallo Sherab,
Und danke für die Recherche ! Vielleicht bietet ja das Tibethaus in der nächsten Zeit auch mal etwas zum Thema Traumyoga bzw. über die 6 Yogas von Naropa an !


das würde mich wundern immerhin sind diese Unterweisungen sehr selten, wenn das so wäre informiere mich mal:) dann gehe ich zu dieser Unterweisung.

Ohne Vorkenntnisse könnte ich ja trotzdem damit anfangen, bewusst die Tagträume wahrzunehmen. Sozusagen als erster Schritt


also der Begriff Tagtraum ist mir bisher im Traumyoga nicht begegnet.

Hast Du noch weitere Empfehlungen wie man mit der Traumyoga Praxis anfangen könnte ohne formale Unterweisungen ?


Wenn du möglichst nahe an Tsongkapas übungen bleiben willst(soweit ich sie grob überblicke) wäre Übung der Nacht von Tenzin Wangyal Rinpoche ein sehr gutes Buch dafür. Denn hier werden genau diese Ziele behandelt, die Tsongkapa knapp beschreibt. Ich bin auch der Meinung, dass man dafür kein Lung/Wang braucht, denn Tenzin Wangyal hat es nie erteilt und ich habe auch in keinem anderen Text einer anderen Tradition über die Notwendigkeit einer Ermächtigung gelesen. Im Buch von Tenzin Wangyal k<nn man dann alle übungen machen, die Tsongkapa beschreibt, diese werden dort sehr ausführlich erläutert.

Aber wenn dir das zu formal ist dann hier mal etwas essenzieller

Grundsätzlich teilt sich Traumyoga in Übungen des Tages(die enorm wichtig sind und ohne die die Praxis nicht funktioniert) und Übungen der Nacht(hierbei geht es wie ich von Geshe Nyima lernte v.a. darum im letzten Moment des Wachbewusstseins einen möglichst klaren meditativen Bewusstseinzustand zu erhalten) beide Übungskomplexe führen letzlich zu einem luziden Traum.

Wenn du fähig bist luzid zu Träumen kannst du dich auch an die groben überschriften von Tsongkapa halten grundlegende ziele im Klartraum wären:

-Angst überwinden
- sich selbt groß werden lassen bzw. sich schrumpfen
- seinen Körper vervielfältigen
-Meditation über die Natur des Geistes

generell geht ist das ziel all dieser Übungen möglcihst im Traum die Freiheit des Geistes zu erfahren indem man Konzepte überwindet. Wenn man dann noch sich darin übt zu erkennen dass es keinen Unterschied zwischen Traum und Wachleben gibt, dann nimmt man diese Freiheit auch mit ins Wachleben.

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Re: "Bewusst Träumen" bei Scobel

Beitragvon Sherab Yönten » 26. März 2016 12:26

Hallo Tobias,

schade, dass Soyal Rinpoche in seinem Buch "Das Tibetische Buch vom Leben und Sterben" das Thema "Traumyoga" nur ganz am Rande berührt.

Tobias hat geschrieben: Im Buch von Tenzin Wangyal kann man dann alle übungen machen, die Tsongkapa beschreibt, diese werden dort sehr ausführlich erläutert.


Das klingt sehr interessant.

Ich habe mal die Meinung gehört, dass man nicht mehr richtig durchschlafen könne, wenn man die Übungen zum Traumyoga machen würde. Kannst Du das aus Deiner Erfahrung bestätigen ?
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Re: "Bewusst Träumen" bei Scobel

Beitragvon Tobias » 26. März 2016 12:52

Naja erstmal finde ich sogyal rinpoches Kommentar nicht den besten. Im totenbuchkommentar von dzogchen ponlop gibt es z.b einen sehr guten traumyogateil.

Zum durchschlafen beim Traumyoga:
Erstmal gibt es die Anweisung des Wecker stellens bei padmasambhava nicht: ich habe den Text von tsonkapa nicht gut gründlich genug gelesen, als dass ich sagen könnte ob er dieses mehrfache aufwachen empfiehlt oder nicht.
Ich habe mit geshe nyima auch über dieses mehrfache aufwachen gesprochen. Er meinte,das ganze hat einfach nur den Zweck, möglichst viele träume pro Nacht zu haben damit man eben möglichst viele Chancen auf einen luziden Traum hat. Wenn man eine stabile klartraumquote hat braucht man das nicht mehr so zu machen.
ich persönlich stelle mir keinen Wecker. Für mich war es eher die Aufgabe die lehren zum traumyoga zu analysieren um die für mich persönlich effektivste klartraummethode zu finden. Dieser Prozess hat recht lange gedauert. Heute verwende ich eine Methode die in den Belehrungen die ich erhalten habe nur in 1 bis 2 Sätzen erwähnt wird. Sie ist dort eine der vielen vorbereitungstechniken. Ich habe diese Technik trainiert und erweitert sodass eine Anwendung herauskommt, die so in den lehren nicht enthalten ist. Geshe nyima machte mir aber klar, dass traumyoga ohne luzide träume wenig Sinn macht. Darum ist das erste ziel überhaupt regelmäßig luzide träume zu haben.
jetzt da das erreicht ist kann ich mich wieder mehr um die Traum Übungen im traumyoga kümmern
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Re: "Bewusst Träumen" bei Scobel

Beitragvon voom » 26. März 2016 16:31

Ich glaube Wecker waren im alten Tibet auch nicht so verbreitet. Da müsste man einen Helfer oder Diener haben, der die ganze Nacht wach bleibt um zum passenden Zeitpunkt zu wecken ;)
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Re: "Bewusst Träumen" bei Scobel

Beitragvon Sherab Yönten » 30. März 2016 08:17

Hm. Ich habe nun hier:

http://www.amazon.de/%C3%9Cbung-Nacht-T ... 3720527565

gelesen, dass Tenzin Wangyal seine Lehren aus dem Bön vermittelt:

Tenzin Wangyal Rinpoche ist ein Tulku, ein bewusst wiedergeborener Lama. Er wurde 1961 in Tibet geboren und floh mit seinen Eltern nach Indien, wo er später zum Meditationsmeister ausgebildet wurde und den Titel eines Geshe erhielt, den höchsten akademischen Titel in der tibetischen Tradition. 1991 ging er in die USA und gründete dort das Ligmincha-Institut. Er war einer der ersten Lamas, die die Lehren der Bön-Schule im Westen bekannt machten und wurde 1986 vom Dalai Lama zum offiziellen Repräsentanten der Bön-Tradition in der Abgeordnetenversammlung der Exiltibeter ernannt. Er lehrt seit Jahren auch regelmäßig im deutschsprachigen Raum.


Tobias hat geschrieben:Wenn du möglichst nahe an Tsongkapas übungen bleiben willst(soweit ich sie grob überblicke) wäre Übung der Nacht von Tenzin Wangyal Rinpoche ein sehr gutes Buch dafür.


Meinst Du, dass Tsongkapas Übungen sich in diesem Punkt mit Bön überschneiden ?
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Re: "Bewusst Träumen" bei Scobel

Beitragvon Tobias » 30. März 2016 11:11

Mir ist klar dass tenzin wangyal Bönmeister ist. Aber wie ich versucht habe herauszustellen gibt es was das Traunyoga angeht zwischen tsongkapa und tenzin wangzal viel mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede.

tenzin wangyal stellt in seinem Buch sehr ausführlich dar, was Tsongkapa nur angedeutet hat. natürlich ist der Text von Tsongkapa zum Traumyoga korrekt er ist aber nicht so ausführlich wie der von Tenzin wangyal. Das liegt denke ich daran, dass die klassischen Texte zum Traumyoga wie eben von Tsongkapa oder von Verupa einfach nicht so lang sind.

das einzige wo ich einen möglicherweise problematischen unterschied sehe zwischen Tenzin wangyal(Bön) und Tsongkapa(Gelug) sind die VorbereitungsÜbungen zum Traumyoga. Tsongkapa erwähnt keine Form von Guruyoga zu beginn der NachtÜbungen. tenzin wangyal erwähnt guruyoga als eine vorbereitungsmethode. Dieses Guruyoga bezieht sich natürlich auf Bön. Nun sehe ich 2 Möglichkeiten damit umzugehen. 1. man lässt das Guruyoga weg. Damit wäre man sehr nahe an Tsongkapa. Oder man sagt sich dass Guruyoga bzw eine Gottheiten Praxis wichtig ist vor einer visualiserungspraxis. in diesem fall könnte man das entsprechende Guruyoga der Gelugtradition machen oder eben eine andere Praxis zur Reinigung/schutz wie varjasattva chenresig usw.

liebe Grüße
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Re: "Bewusst Träumen" bei Scobel

Beitragvon Sherab Yönten » 5. April 2016 07:25

Habe ein Zitat von tenzin wangyal aus dem BL gefunden:

Wir sehen den Traum gern als »unwirklich« gegenüber dem »wirklichen« Leben im Wachzustand. Aber es gibt nichts Wirklicheres als den Traum. Diese Aussage wird uns erst einleuchten, wenn wir verstanden haben, dass das normale Leben im Wachzustand so unwirklich ist wie der Traum – und in genau dem gleichen Sinne unwirklich. Dann wird klar, dass der Traum-Yoga für alle Arten der Erfahrung gültig ist, für die Träume des Tages ebenso wie für die der Nacht.


Tobias hat geschrieben:also der Begriff Tagtraum ist mir bisher im Traumyoga nicht begegnet.


Dann nenne es "Träume des Tages" ;)
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Re: "Bewusst Träumen" bei Scobel

Beitragvon Samten » 5. April 2016 09:40

tagträume sind doch eher Fantasiegebilde, die man sich (mehr oder weniger) willentlich zusammenschustert, hat nix mit "echtem Träumen" zu tun,
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Re: "Bewusst Träumen" bei Scobel

Beitragvon voom » 5. April 2016 10:02

Mit "Traum des Tages" ist m.E. unser normales Wachbewusstsein gemeint. Ein "Tagtraum" dagegen ist in der deutschen Sprache schon sehr festgelegt als "vor sich hin träumen" im Sinne einer Wirklichkeits- und Jetzt-Flucht. Abe auch positiv belegt als "ich stelle mir eine schönere Zukunft vor, die ich geplant habe".
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Re: "Bewusst Träumen" bei Scobel

Beitragvon Claudia » 5. April 2016 11:02

Sherab Yönten hat geschrieben:Habe ein Zitat von tenzin wangyal aus dem BL gefunden:

Wir sehen den Traum gern als »unwirklich« gegenüber dem »wirklichen« Leben im Wachzustand. Aber es gibt nichts Wirklicheres als den Traum. Diese Aussage wird uns erst einleuchten, wenn wir verstanden haben, dass das normale Leben im Wachzustand so unwirklich ist wie der Traum – und in genau dem gleichen Sinne unwirklich. Dann wird klar, dass der Traum-Yoga für alle Arten der Erfahrung gültig ist, für die Träume des Tages ebenso wie für die der Nacht.


Tobias hat geschrieben:also der Begriff Tagtraum ist mir bisher im Traumyoga nicht begegnet.


Dann nenne es "Träume des Tages" ;)


Hallo zusammen,

sehr interessant, das passt auch mit dem Maya-Konzept im Yoga. Und was, wenn die "Träume des Tages" nicht willentlich erscheinen, sondern plötzlich, und ganz real, und das bei vollem Wachbewusstsein?

Mit Telepathie und Energieanstieg in einzelnen Chakren? Obwohl man eben mit anderem beschäftigt war, was man deswegen unterbrechen muss - ist das ein Tagtraum / ein Phantasiegebilde oder gibt es aus buddhistischer Sicht eine andere Erklärungsmöglichkeit?

LG, Claudia
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