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Buddhistisches Tattoo

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Re: Buddhistisches Tattoo

Beitragvon Ayu » 30. August 2014 10:18

Doch letztens sah ich irgendwo im Lifestream einen tätowierten Novizen des tibetischen Buddhismus. Und in Thailand gibt es ja den Brauch der buddhistischen Tätowierungen. Wo hab ich das noch verlinkt hier?
Wenigstens weiß auch wikipedia was darüber:
http://de.wikipedia.org/wiki/Yantra-T%E4towierung
Aber die sehen eben anders aus, mehr so lauter Pünktchen und Ornamente mit segnendem, schützendem Inhalt. Die im Westen üblichen Buddha-Tatoos werden als schwere Respektlosigkeit empfunden.

Letztens musste doch auch eine tätowierte Touristin ausreisen, sonst wäre sie wegen Buddhabeleidigung im Knast gelandet. Das war doch auch in Thailand, nicht?

Ah nein, gefunden: http://www.welt.de/reise/Fern/article12 ... ommen.html
Es war eine Britin auf Sri Lanka - aber laut Artikel werden auch in Thailand solche Tatoos nicht verstanden.
Zuletzt geändert von Ayu am 30. August 2014 10:31, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Buddhistisches Tattoo

Beitragvon Turmalin » 30. August 2014 10:21

na, hoffentlich wird es hier auch bald so, dass man jemanden wegen Buddhabeleidigung rausschmeißen kann. :mrgreen:
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Re: Buddhistisches Tattoo

Beitragvon Ayu » 30. August 2014 10:28

Turmalin hat geschrieben:na, hoffentlich wird es hier auch bald so, dass man jemanden wegen Buddhabeleidigung rausschmeißen kann. :mrgreen:


Naja, aber sie hat es ja gar nicht als Beleidigung gemeint sondern als Verehrung.

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Re: Buddhistisches Tattoo

Beitragvon Ayu » 30. August 2014 11:06

Hier, diese Bildergalerie mit buddhistischen Tattoos finde ich interessant:
http://www.benefind.de/image.php?q=Budd ... he+Tattoos
Da sind einige tätowierte Thai-Mönche bei.

In buddhistischen Ländern scheint man also Schwierigkeiten zu haben, die Darstellung von Heiligen und Göttern auf der Haut eines "Weltlings" akzeptieren zu können.
Wenn ich versuche, mich in diese Denkweise zu versetzen, fällt mir der Wunsch/Impuls ein, sich vor Buddhastatuen und -bildern zu verneigen. Das könnte bei manchem eine unerträgliche Diskrepanz ergeben, sich vor dem Buddhabild verneigen zu wollen, vor dem ignoranten Westler aber nicht. Ein schmerzhaftes Paradoxon mag das vielleicht für die Leute sein.

(Vielleicht vergleichbar, wenn bei uns jemand einreisen möchte mit einem eintätowierten buddhistischen Hakenkreuz-Motiv. Das würde hier auch niemand verstehen.)

Voom, überleg es Dir lieber nochmal genau. :eh:

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Re: Buddhistisches Tattoo

Beitragvon Ipek » 30. August 2014 14:59

Die Mönche auf den Fotos scheinen Schutz-Talismanne oder wie das heisst... magische Amulette eintätowiert zu haben. Das ist eine kulturelle Eigenart und hat was mit der "Naturreligion" zu tun. Die anderen Bilder sind von "Privatpersonen";ich habe an der Wand ein Foto von einem Yakuza hängen,der einen großen Buddha auf Bauch und Brust eintätowiert hat. Nun sind die Yakuza dafür bekannt,dass sie gerne die üblichen Gepflogenheiten der Gesellschaft durchbrechen, darum mag ich auch so Bilder..bischen martialisch,wild...Aber ich glaube, dass kein traditioneller Zen Buddhist sich mit buddhistischen Darstellungen tätowieren würde, es sei denn es handelt sich um eine Art Jugendsünde. Glaub ich.


Liebe Grüße
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Re: Buddhistisches Tattoo

Beitragvon raterZ » 30. August 2014 16:46

wie gut, dass wir unseren eigenen budhdismus haben ;)
- meine Aussagen bezüglich des Vajrayanas beziehen sich größtenteils auf eigene Erfahrung -
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Re: Buddhistisches Tattoo

Beitragvon Ipek » 30. August 2014 22:22

raterZ hat geschrieben:wie gut, dass wir unseren eigenen budhdismus haben ;)


meinst wir haben ( besitzen ) was -was eigenes (meins) ?

für mir sind so "sachen" wie darstellungen, sutren, symbole -anussati- / die eine... also diese kraft unterstützen, wecken, erhalten können; zen sagt: tariki ( das ganz andere/die ganz andere kraft )
steht in verbindung mit jiriki ( die eigene kraft, fähigkeit )

nachlässiger umgang scheint mir genauso verqueer wie "ergötzen" ( ein ausdruck des buddha )

aber es ist bei mir noch nicht aller tage abend; sollte ich mal ne verrückte wolke sein, aber eine buddha !, wer weiss...verbrenn ich sutren, kipp statuen um und nehm mir nen ordinierten liebhaber :P - dann beeinflussen mich ja `fehler` nicht mehr; es gibt denn schlicht keine aufziehenden wolken vor der sonne mehr, die diese verdüstern könnten...sozusagen .

"Als Unreinheit gilt der mit Abnahme verbundene Zustand,
als Reinheit der mit Fortschritt verbundene Zustand".

Getrübtsein (sankilesa)
Reinheit (vodāna)

umgemodelt von mir:
"Als Unreinheit gilt der mit Abnahme ( der heilsamen `Kraft`) verbundene Zustand,
als Reinheit der mit Fortschritt ( in der heilsamen ´Kraft`)verbundene Zustand".

Das letztemal als ich große Freude empfand schlich sich bei Fuss ganz unmerklich der Stolz ein. Die Kraft nahm gleichermaßen ab.Ich glaube wir müssen alle da durch, durch diesen Gewinn,durch diesen Verlust.Dann wissen wir: auch dies ist nicht "Mein".



Liebe Grüße
Ipek :smilestill:
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Re: Buddhistisches Tattoo

Beitragvon voom » 13. September 2014 16:07

Als Laien-Bodhisattva muss man sich bisweilen ganz anders in die eigene Kultur einleben und einfinden, um in den Kreisen wo man wirken will optimal wirken zu können...
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Re: Buddhistisches Tattoo

Beitragvon Turmalin » 13. September 2014 17:27

Vooooomiiiii :hug:
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Re: Buddhistisches Tattoo

Beitragvon Lung » 13. September 2014 17:30

Vooooooooooooooooooooooomiiiiiiiiiiiiiiiii! :rainbow: :hug: :wave:
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Re: Buddhistisches Tattoo

Beitragvon Ayu » 13. September 2014 19:21

Nun ist mir eingefallen, wenn man tatsächlich eines Tages in so ein Land reist, wo so ein Tatoo nicht gern gesehen ist, dann zieht man halt ein Hemd drüber. Ist auch am Strand sowieso gesünder für die Haut.
No Problem.

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Re: Buddhistisches Tattoo

Beitragvon voom » 7. Oktober 2014 14:42

In dem Fall wäre meine Auswahl auch wieder so speziell und abstrahiert, dass es vermutlich auch kein Problem wäre. Ob z.B. in Thailand das abstrahierte Gesicht eines tibetischen Schützers überhaupt als Buddha erkannt würde, ist fraglich...
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Re: Buddhistisches Tattoo

Beitragvon Ayu » 8. Oktober 2014 12:53

Fraglich, ja, aber ich hätt keine Lust, es auszuprobieren.
Außerdem kennen die sich in Thailand nicht nur mit dem Shakiamunibuddha aus, sondern es werden vielfältig auch hinduistische Götter verehrt. Erlaubt ist, was hilft, scheint mir. Von daher kann ich mir sehr gut vorstellen, dass die mit Schutzgottheiten, egal welcher Couleur, bestens vertraut sind.

Schön, dassde wieder da bist. :namaste:

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Re: Buddhistisches Tattoo

Beitragvon asoka » 6. September 2015 20:28

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Re: Buddhistisches Tattoo

Beitragvon Ayu » 11. September 2015 10:03

Ah, super, die Sendung von Quarks & Co zum Thema ist auf youtube verfügbar:


Video direkt über Youtube aufrufen

Verblüffende Informationen, die zusammengefasst ein ziemliches Minus gegen die Tattoo-Mode ergeben. Ich kann, ehrlich gesagt, keinen tätowierten Menschen mehr betrachten, ohne dass sich mir gleichzeitig das Bild von seinen farbig schillernden Lymphknoten vor's innere Auge schiebt.

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Re: Buddhistisches Tattoo

Beitragvon voom » 11. September 2015 12:01

Vermutlich sind die vermeintlich "schmutzigen" Tattoos der Naturvölker mit irgendwelchen natürlichen Farbstoffen wie Asche wesentlich verträglicher. Müsste man mal untersuchen, ich vermute die chemischen Farben sind das Problem. (Vielleicht kommt das im Video vor, habe es noch nicht gesehen...)
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Re: Buddhistisches Tattoo

Beitragvon Ayu » 11. September 2015 20:29

voom hat geschrieben:Vermutlich sind die vermeintlich "schmutzigen" Tattoos der Naturvölker mit irgendwelchen natürlichen Farbstoffen wie Asche wesentlich verträglicher. Müsste man mal untersuchen, ich vermute die chemischen Farben sind das Problem. (Vielleicht kommt das im Video vor, habe es noch nicht gesehen...)

Ja, das kommt im Video genau vor. Die heutigen Farben sind eigentlich nur für Hautoberflächen als verträglich getestet, und da Studien fehlen, werden sie einfach auch für Tattoos zugelassen.

Ich schließe mich Deiner Vermutung bezüglich der Naturfarben an.

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