Andere buddhistische Foren in Deutschland,
in denen wir aktiv sind:
Tibet. Zentrum Hamburg forum.tibet.de
Buddhaland - Ein Portal für Buddhismus

Chöd - "Praxis des Abschneidens" - Umgang mit Angst

Einfache Fragen und Antworten (nicht nur) für Buddhismus-Neulinge

Re: Chöd - "Praxis des Abschneidens" - Umgang mit Angst

Beitragvon voom » 29. Dezember 2014 22:50

Wie ist den der genaue Buchtitel?


"Den Dämonen Nahrung geben" von Tsültrim Allione
"Die tägliche Praxis des Dzogchen ist einfach das tägliche Leben selbst.
Wir sind aus uns selbst heraus erleuchtet und es fehlt uns nichts."

(Dilgo Khyentse Rinpoche)
Benutzeravatar
voom
Schreibt sehr viel
Schreibt sehr viel
Beiträge: 4879
 
Buddh. Richtung: Vajrayana
Mystiker

Re: Chöd - "Praxis des Abschneidens" - Umgang mit Angst

Beitragvon take care » 4. Juni 2015 15:51

Inzwischen habe ich auch eine chöd Einweihung genommen. Das ruht erst mal noch ... Es war aber sehr zu merken, wie kraftvoll die Einweihung und die Praxis waren! Durch die Erklärungen und die Übertragung.
Ayu, hattest du die Einweihung genommen?
Liebste Grüße und take care ...
Benutzeravatar
take care
Inaktiv
Inaktiv
Beiträge: 277
 
Buddh. Richtung: Kagyü und Nyingma

Re: Chöd - "Praxis des Abschneidens" - Umgang mit Angst

Beitragvon Ayu » 4. Juni 2015 16:28

take care hat geschrieben:Inzwischen habe ich auch eine chöd Einweihung genommen. Das ruht erst mal noch ... Es war aber sehr zu merken, wie kraftvoll die Einweihung und die Praxis waren! Durch die Erklärungen und die Übertragung.
Ayu, hattest du die Einweihung genommen?

Nein, ich war verhindert.
Und dann sind mir vielfältige Zweifel gekommen, die ich hier nicht ausdrücken kann. (Wird zu kompliziert, zu lang und dann auch unverständlich.)
Die nächste Einweihung kommt bei uns im Oktober, tja, und ich sitze nun davor und kontempliere darüber, ob meine Hindernisse nur zum Überwinden da sind, oder ob es eher Hinweise sind.
Im Augenblick tendiere ich dazu, es als Hinweis zu nehmen.
Ich glaube, mit so einer zusätzlichen Chöd-Verpflichtung würde ich mich im Augenblick übernehmen. :shrug:

Mögen alle Wesen die Ursachen des Glücks realisieren.
Benutzeravatar
Ayu
Themenstarter
Schreibt viel
Schreibt viel
Beiträge: 1022
 

Re: Chöd - "Praxis des Abschneidens" - Umgang mit Angst

Beitragvon raterZ » 4. Juni 2015 21:39

also wer gezielt an seiner psyche und spezieller an seinen emotionen arbeiten will, dem empfehle ich dringlichst das dämonen füttern nach tsultrim allione.
ich glaub mittlerweile das ding ist die erste richtige buddhistische adaption im westen. imo. sollten das alle varjayana praktizierende als pflichtprogramm machen ^^)

wenn man das mit einem yidam/khandro macht, dann erreicht man damit vermutlich mehr dämonen und ist aber unspezifischer. die neue technik arbeitet gezielt mit den eigenen problemen, das heißt man muss sich dessen erstmal bewusst sein. diese art von bewusstheit jedoch lässt das ganze wieder hoch effektiv werden.
was ich damit sagen will: es braucht keine komplizierten und lauten rituale um die eigenen dämonen zu füttern. das geht auch einfacher :rofl:

und äußere dämonen lassen sich auch füttern. ich bin ja auch immer experimentell unterwegs. wenn man ein bisschen die siddhis des "sehens" entwickelt hat, kann man sich z.B. auch beziehungsdämonen zeigen lassen. also die verbindungen zwischen menschen kann man damit auch klären.
- meine Aussagen bezüglich des Vajrayanas beziehen sich größtenteils auf eigene Erfahrung -
Benutzeravatar
raterZ
Inaktiv
Inaktiv
Beiträge: 1019
 
Buddh. Richtung: Vajrayana

Re: Chöd - "Praxis des Abschneidens" - Umgang mit Angst

Beitragvon Ayu » 4. Juni 2015 21:45

Über das Dämonenfüttern bin ich mit Dir absolut einig, raterZ.
Aber ich denke nicht, dass das eine das andere abwertet.
Chöd ist eine altehrwürdige Praxis. Und vor allem: ohne diese gäbe es das Dämonenfüttern gar nicht.

Hat alles seine eigene Berechtigung.

Mögen alle Wesen die Ursachen des Glücks realisieren.
Benutzeravatar
Ayu
Themenstarter
Schreibt viel
Schreibt viel
Beiträge: 1022
 

Re: Chöd - "Praxis des Abschneidens" - Umgang mit Angst

Beitragvon take care » 5. Juni 2015 01:59

Spannend, dass du das jetzt auch so sehen kannst, rater, wie Ayu sagt: darin stimmen wir überein.

vergessen du hast, junger Jedi, dass wir darüber seit Jahr und Tag im Austausch sind. Genau gesagt seit meinem vorstellungsfred hier! Also bitte genauer hinschauen und statt der Dämonen auch mal die Mitmenschen registrieren?
Liebste Grüße und take care ...
Benutzeravatar
take care
Inaktiv
Inaktiv
Beiträge: 277
 
Buddh. Richtung: Kagyü und Nyingma

Re: Chöd - "Praxis des Abschneidens" - Umgang mit Angst

Beitragvon take care » 5. Juni 2015 02:06

Hallo Ayu,


Das mit dem 'Verhindert sein' ist ja auch gerne Mal ein Hinweis, finde ich. Ich orientiere mich zumindest oft so entlang des Weges.
Für mich hat es halt gepasst, und dass es dort auch eine Einweihung gab, war mir zuvor gar nicht klar :oops: eigentlich wollte ich nur mal wieder 'empfangend' dabei sein. Meine Anfängerinnen - 'unprofessionelle' Herangehensweise ist doch auch geführt, so wie ich es empfinde!
Ich war dann froh, dass ich bereits Erfahrungen mit der Praxis und mit dem DF hatte, denn selbst als Anfängerin empfand ich das Geschehen als äußerst tiefgreifend. Es gibt Parallelen zum Phowa.

Möglicherweise wird das später eine Praxis für mich, man wird sehen. Jedenfalls bin ich interessiert! Dass du nichts nehmen möchtest, was du nicht praktizierst, finde ich schlüssig!
Liebste Grüße und take care ...
Benutzeravatar
take care
Inaktiv
Inaktiv
Beiträge: 277
 
Buddh. Richtung: Kagyü und Nyingma

Re: Chöd - "Praxis des Abschneidens" - Umgang mit Angst

Beitragvon Emaho » 5. Juni 2015 06:17

Kennt ihr diese Form, eine Zusammenfassung nach Tsültrim Allione von Alexander Berzin?
http://www.berzinarchives.com/web/de/ar ... ry=Allione

Hier ist der Dämon der Verbündete.
Ich hab mal vor Jahren einen Kurs gemacht "Die Heldenreise", 4 oder 5 Tage, da haben wir sehr ausgiebig mit einem Dämon gearbeitet, in therapeutischem Kontext u-a- auch "Widerstand" genannt.
Heute find ich, dass das eigentlich eine gute Vorbereitung für eine evtl. Chöd-Praxis war.
Bin ähnlich wie Du, Ayu, fasziniert von der Methode und andrerseits abgeschreckt davon, eine Verpflichtung einzugehen, die ich womöglich nicht halten kann.

Es ist wie Turmalin sagt eine tantrische Einweihung. Also gehen die tantrischen Gelübde damit einher. Die Bodhisattwa-Gelübde sind sowieso Voraussetzung. Da das traditionelle Chöd auf Machig Labrön zurückgeht, wird ein weiblicher Yidam visualisiert. Vermutlich Vajra-Yogini. In meiner Schule ist Voraussetzung für den Empfang der Vajra-Yogini-Einweihung eine vorausgegangene Yamantaka-Einweihung.

Das Praktizieren draußen in der Natur an "gruseligen" Orten mit Musikinstrumenten und Gesang ist eine alte schamanische Praxis. In dem Sinne wäre eine "Visionssuche" als Vorbereitung auch sinnvoll.

Ayu, wann und wo ist und von wem ist denn die Einweihung im Herbst?
EMAHO!

"...In der Sphäre des Buddhakörpers sind zornvolle und friedliche Emanationen;
im melodischen Klang der Buddharede sind die zwölf Töne;
mein Geist, alles umarmend ist ohne Hindernis..."
Guru Padmasambhava, Die Geheimlehre Tibets (Kösel)
Benutzeravatar
Emaho
Im Retreat
Im Retreat
Beiträge: 471
 
Buddh. Richtung: früher mehr Zen, jetzt mehr Gelug
Gender: Weiblich

Re: Chöd - "Praxis des Abschneidens" - Umgang mit Angst

Beitragvon Emaho » 5. Juni 2015 07:27

Liebe Take Care,
welche Unaufmerksamkeit meinst Du? Hab ich ein Gelübde verletzt?
EMAHO!

"...In der Sphäre des Buddhakörpers sind zornvolle und friedliche Emanationen;
im melodischen Klang der Buddharede sind die zwölf Töne;
mein Geist, alles umarmend ist ohne Hindernis..."
Guru Padmasambhava, Die Geheimlehre Tibets (Kösel)
Benutzeravatar
Emaho
Im Retreat
Im Retreat
Beiträge: 471
 
Buddh. Richtung: früher mehr Zen, jetzt mehr Gelug
Gender: Weiblich

Re: Chöd - "Praxis des Abschneidens" - Umgang mit Angst

Beitragvon take care » 5. Juni 2015 08:24

hallo emaho,


der Thread ist schon älter und Ayu sprach also vom letzten Herbst.

Dann, liebe emaho stellst du uns hier das dämonenfüttern vor, über das wir bereits sprechen, zum Beispiel in dem Thread, der im ersten Beitrag verlinkt ist.
Oder sollte das eine Ergänzung sein?


Den Minuspunkt gab es, da du die auch verteilst - mal zum gucken, wie das so ist.

Wir sind hier anscheinend größtenteils noch seehr fasziniert von uns selbst.
Liebste Grüße und take care ...
Benutzeravatar
take care
Inaktiv
Inaktiv
Beiträge: 277
 
Buddh. Richtung: Kagyü und Nyingma

Re: Chöd - "Praxis des Abschneidens" - Umgang mit Angst

Beitragvon Dakini » 5. Juni 2015 08:36

OT OT
Punktekrieg???
:rofl:
Benutzeravatar
Dakini
Sehr aktiv
Sehr aktiv
Beiträge: 280
 
Buddh. Richtung: noch nicht genau festgelegt
Gender: Weiblich

Re: Chöd - "Praxis des Abschneidens" - Umgang mit Angst

Beitragvon take care » 5. Juni 2015 08:45

Hallo dakini,

ja, ich bin nachtragend weil emaho gerne Minuspunkte für Fleisch Essen vergibt. so ein Dharma -Polizei Gedanke ist scheinbar ansteckend?

Und jetzt verdamel ich damit Zeit, anstatt zu praktizieren, wie erwachsen :giggle:

Bis denn, Frauen, ich hab jetzt was vor :book:
Liebste Grüße und take care ...
Benutzeravatar
take care
Inaktiv
Inaktiv
Beiträge: 277
 
Buddh. Richtung: Kagyü und Nyingma

Re: Chöd - "Praxis des Abschneidens" - Umgang mit Angst

Beitragvon Ayu » 5. Juni 2015 08:48

In Bezug auf die Einweihung habt Ihr beide Recht, denn sie war letzes Jahr in Hannover, aber sie wird wiederholt. Ich weiß noch nicht genau wann und wo.
Evtl. in Hannover ( http://www.samtendargyeling.de ) oder in Hamburg ( http://www.tibet.de ). Gegeben wird sie durch Khen Rinpoche Geshe Pema Samten.

take care hat geschrieben:Hallo Ayu,
Das mit dem 'Verhindert sein' ist ja auch gerne Mal ein Hinweis, finde ich. Ich orientiere mich zumindest oft so entlang des Weges.

Es scheint so zu sein, dass die Art und Qualität der Hindernisse auch entsprechend dem Weg auftauchen. Es ist schon so oft vorgekommen, dass Hindernisse nur so eine Art Reinigungsprozess vor einer wunderbaren Zeit waren bei mir, dass ich schon immer sage: "Ah, wenn vorher so viele Schwierigkeiten sind, dann muss es wirklich gut werden."
Besonders, als ich noch Hinduist war, war es immer so. "Je mehr Gott dich (als Yogi) liebt, desto mehr Schwierigkeiten wird er dir in den Weg stellen", war ein Sprichwort bei denen. So hab ich mir dieses "Durchhalten gegen jegliche Hindernisse" angewöhnt.
Allerdings war dieser Hinduismus auch nicht wirklich mein Weg - und bevor ich ging entstanden in mir starke Zweifel an diesem Durchhalte-Prinzip: "Vielleicht sind die ewigen Hindernisse ja auch ein Zeichen dafür, dass etwas nicht richtig ist. :think: "

Im Buddhismus angekommen hab ich es dann anders erlebt: wenn Hindernisse groß sind, ist es wichtig eine intelligentere Lösung als Durchhalten um jeden Preis zu finden. Einfach Aufgeben gilt natürlich immer noch nicht. ;)
Es geht um das Erfassen und Durchleuchten der Lage, was mit buddhistischen Methoden einfach effektiver funktioniert als mit der ewigen Hingabe nur im Hinduismus.


Für mich hat es halt gepasst, und dass es dort auch eine Einweihung gab, war mir zuvor gar nicht klar :oops: eigentlich wollte ich nur mal wieder 'empfangend' dabei sein. Meine Anfängerinnen - 'unprofessionelle' Herangehensweise ist doch auch geführt, so wie ich es empfinde!
Ich war dann froh, dass ich bereits Erfahrungen mit der Praxis und mit dem DF hatte, denn selbst als Anfängerin empfand ich das Geschehen als äußerst tiefgreifend. Es gibt Parallelen zum Phowa.

Möglicherweise wird das später eine Praxis für mich, man wird sehen. Jedenfalls bin ich interessiert! Dass du nichts nehmen möchtest, was du nicht praktizierst, finde ich schlüssig!

Das klingt ja wie Fügung. Da hätte ich auf jeden Fall auch "zugegriffen". :)

Mögen alle Wesen die Ursachen des Glücks realisieren.
Benutzeravatar
Ayu
Themenstarter
Schreibt viel
Schreibt viel
Beiträge: 1022
 

Re: Chöd - "Praxis des Abschneidens" - Umgang mit Angst

Beitragvon voom » 5. Juni 2015 11:19

Also, um das mal zusammenzufassen: Dämonenfüttern, DF und "das Chöd nach Tsültrim Allione" bezieht sich alles auf die Technik, die Tsültrim Allione auf Basis des Chöd so modern konzipiert hat, dass man es sogar als Nicht-Buddhist oder begleitet durch einen darin ausgebildeten Psychologen praktizieren kann. Es gibt ein Buch, in dem sie die Technik so genau darstellt, dass man es selbst danach praktizieren kann.

Tsültrim Allione: "Den Dämonen Nahrung geben" (Goldmann Arkana)
"Die tägliche Praxis des Dzogchen ist einfach das tägliche Leben selbst.
Wir sind aus uns selbst heraus erleuchtet und es fehlt uns nichts."

(Dilgo Khyentse Rinpoche)
Benutzeravatar
voom
Schreibt sehr viel
Schreibt sehr viel
Beiträge: 4879
 
Buddh. Richtung: Vajrayana
Mystiker

Vorherige Seite

Zurück zu A n f ä n g e r g e i s t - Fragen und Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron