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Das Teilen persönlicher Erfahrungen

Erfahrungen, Erlebnisse und Begegnungen

Das Teilen persönlicher Erfahrungen

Beitragvon Emaho » 13. April 2015 10:33

Ich frage mich gerade, warum es im tibetischen Buddhismus verpönt ist, über persönliche spirituelle Erfahrungen zu sprechen. Außer mit dem eigenen Meister oder mit der eigenen Meisterin.
Mögliche Begründungen:
* Man könnte Neid hervorrufen
* Man könnte Fehleinschätzungen verbreiten
* Man könnte stolz werden

Habt ihr noch andere Erklärungen?
Andrerseits: Wenn man kaum Gelegenheit hat für persönliche Gespräche mit MeisterIn, wieso sollte man nicht Erfahrungen teilen und gemeinsam versuchen zu interpretieren?
EMAHO!

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Re: Das Teilen persönlicher Erfahrungen

Beitragvon Sherab Yönten » 13. April 2015 10:43

Das habe ich mich auch schon mehrfach gefragt, Emaho !

Wenn jemand eine Einweihung hat ist es "erlaubt" (so kenne ich es) nur mit den Personen über die Sadhana zu sprechen, die dieselbe Einweihung genommen haben. Selbst wenn man weiß, dass andere auch Tantra praktizieren. Es wird auch um den heißen Brei herumgeredet wenn man Retreats macht....

Über die persönliche (tantrische) Meditationspraxis sollte man auch nie sprechen, ja sich noch nicht mal outen ob man gerade Chenrezig oder Manjushri als persönliche Praxis hat oder eben eine andere Praxis.

Ich hatte mal in meiner Gruppe Andeutungen gemach welche Praxis ich mache, da wurde sofort gesagt: "Da behalte lieber für Dich, das wollen wir gar nicht wissen !"
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Re: Das Teilen persönlicher Erfahrungen

Beitragvon Tobias » 13. April 2015 10:46

Gute Frage,

Es hängt sicher auch vom Thema ab. Ich sehe kein Problem darin wenn sich Praktizierende z.B. über die Ausübung der Paramitas im Alltag oder Ethik allgemein unterhalten.

Deine Begrüundungen hier decken schon einen großen Teil der Palette ab. Ein anderer wichtiger Punkt ist die Indiviualität der Erfahrung. So kann Person a eine korrekte Meditationserfahrung machen. Es kann aber durchaus zu Übermittlungsfehlern beim Erzählen kommen. Nicht nur Stolz könnte entstehen sondern auch man selbst und der Gegenüber könnte denken "Ja genau so wird es gemacht. Genau dieses ist die Erfahrung des Samboghakaya und nicht jenes. Dies alles sind falsche Vorstellungen.

Das ist sehr gefährlich und kann zu spirituellen Materialismus führen da es Erfahrungen verfestigt.

Auf der anderen Seite fordert Tenzin Wangyal immer auf von seinen Erfahrungen zu berichten. Er würde allerdings nie sagen, diese Erfahrung sei gut oder schlecht. Denn im Traumyoga ist alles möglich.

Auch Ole Nydahl gibt die Möglichkeit in Events immer wieder persönliche Fragen zu stellen die tief in die eigene Praxis gehen können und da sind ja auch immer mehere Leute dabei.

Liebe Grüße
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Re: Das Teilen persönlicher Erfahrungen

Beitragvon voom » 13. April 2015 10:49

Ich sehe das nicht so eng (offensichtlich) ;) Ich könnte mir aber vorstellen, dass man einfach vieles zerreden kann, gerade wenn man mit Menschen über Dinge spricht, die nicht die gleichen Erfahrungen haben. Möglicherweise besteht auch die Gefahr von Neid oder Anhaftung in Bezug auf spirituelle Erfahrungen.
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Re: Das Teilen persönlicher Erfahrungen

Beitragvon Tobias » 13. April 2015 10:56

Ein weiterer Punkt macht das "Schweigegelübde" schwierig.

Der tibetische Buddhismus verbreitet sich immer mehr. Dadurch bekommen die Lehrer viel mehr Schüler als vorher. Außerdem wächst gegebenfalls der räumliche Abstand zwischen Schüler und Lehrer enorm(wie z.B. bei mir da ich auf dem Land wohne).

Die einzige Möglichkeit den Lehrer zu treffen ist vielleicht 1-2x im Jahr bei einer Veranstaltung. Manchmal trifft man auch den Schüler des Lehrers wenn der Lehrer selbst keine Zeit hat. Es bleibt also gar keine andere Möglichkeit als die Fragen vor Publikum zu stellen.

Das war vielleicht noch vor 20 Jahren anders.

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Re: Das Teilen persönlicher Erfahrungen

Beitragvon voom » 13. April 2015 11:00

Auf der anderen Seite sind viele Lehrer per E-Mail erreichbar und es wird eher als in Tibet eine Ebene geschaffen, wo die "Schüler des Lehrers" wirklich auch sehr kompetent sind und 95% der Fragen locker beantworten können... :)
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Re: Das Teilen persönlicher Erfahrungen

Beitragvon Turmalin » 13. April 2015 11:11

voom hat geschrieben: die "Schüler des Lehrers" wirklich auch sehr kompetent sind und 95% der Fragen locker beantworten können... :)

das ist der Plan meines Rinpoche für das Problem, dass die Lehrer zu viele Schüler haben. Ist aber noch nicht eingerichtet.
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Re: Das Teilen persönlicher Erfahrungen

Beitragvon Sherab Yönten » 13. April 2015 11:28

http://www.dagyab-rinpoche.com/q-and-a/ ... -rinpoche/

Diese Bereich ist schon lange nur "im Aufbau" :?
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Re: Das Teilen persönlicher Erfahrungen

Beitragvon voom » 13. April 2015 11:34

Schüler als Lehrer: das ist etwas, das im Diamantweg von Anfang an vorbildlich funktioniert hat, weil auch immer Wert darauf gelegt wurde.

Eine F&A-Sektion: ist an sich eine gute Idee, aber es geht ja eben auch um persönliche Erfahrungen und Fragen, die kann man damit ja auch nicht abdecken.
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Re: Das Teilen persönlicher Erfahrungen

Beitragvon Turmalin » 13. April 2015 11:52

Sherab Yönten hat geschrieben:http://www.dagyab-rinpoche.com/q-and-a/antworten-auf-fragen-an-dagyab-rinpoche/

Diese Bereich ist schon lange nur "im Aufbau" :?

es ist schwierig, das ist klar. Das ist ja ehrenamtliche Arbeit.
Meine Erfahrung ist so: Ich hatte immer andere Lehrer, als die Rinpoches. Es ist dann aber ein riesen Problem, raus zu finden, wem man vertrauen kann. Ich habe nicht das Problem, jemandem etwas persönliches zu erzählen. Wenn ich weiß, dass ich das nicht aus Stolz tue, sondern weil ich eben die Rinpoches nicht einfach so fragen kann, finde ich das o.k. Es zählt die Motivation und ich kann meine Motivation selbst einschätzen. Für mich ist das Problem, dass inkorrekte Sichtweisen verbreitet werden. Wem also soll ich in Detailfragen vertrauen??
Momentan komme ich persönlich ganz gut klar. Aber für die Zukunft fände ich es wichtig, solche Systeme aufzubauen, wo Leute beraten, die zur Not den Lama fragen können. Der Rinpoche muss die Hand drauf halten, wenn etwas schief geht.
Ach übrigens zum Thema Dagyab Rinpoche. Ich habe immer nur gehört, dass es keine Chance gibt, sein persönlicher Schüler zu werden und Detailfragen beantwortet zu bekommen. Er nimmt angeblich keine mehr an. Er ist ja über 70.
Zuletzt geändert von Turmalin am 13. April 2015 11:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Das Teilen persönlicher Erfahrungen

Beitragvon Sherab Yönten » 13. April 2015 11:53

voom hat geschrieben:Schüler als Lehrer: das ist etwas, das im Diamantweg von Anfang an vorbildlich funktioniert hat, weil auch immer Wert darauf gelegt wurde.

Eine F&A-Sektion: ist an sich eine gute Idee, aber es geht ja eben auch um persönliche Erfahrungen und Fragen, die kann man damit ja auch nicht abdecken.


Wollte damit sagen wenn der Bereich schon lange im Aufbau ist, hat Dagyab Rinpoche wahrscheinlich auch keine Zeit irgendwelche E-Mails zu beantworten. Ich glaube er legt wert auf eine persönliche Begegnung gerade bei Fragen zur persönlichen Meditationspraxis. Fragen kann man auch immer wieder bei den Veranstaltungen stellen oder in einem kurzen persönlichen Gespräch. Allerdings ist es häufig so, dass ich manchmal Fragen hatte und diese quasi wie von selbst beantwortet wurden. Entweder von Dagyab Rinpoche selbst im Rahmen einer Unterweisung oder im VHS Kurs oder durch andere Quellen, ja manchmal auch von Euch :)
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Re: Das Teilen persönlicher Erfahrungen

Beitragvon Turmalin » 13. April 2015 11:56

Ich kenne eine Frau, die Dagyab Rinpoches persönliche Schülerin ist. Es muss lange her sein, denn das war sie schon, als ich zum Vajrayana-Buddhismus kam und sie bei Boddhicharya kennengelernt habe. Um sie kümmert er sich auch.
Mir fällt grade ein, ich könnte theoretisch einen Lama ( also im Sinne von nicht-Rinpoche) dazu überreden per Mail zur Verfügung zu stehen. Bzw Rinpoche überreden, dass er dem Lama das sagt. Dieser Lama lernt Deutsch. Ich glaube, zum Teil funktioniert die Organisation einfach noch nicht. Und dann gibt es wieder das Problem: Der Lama muss auch essen, braucht Dach überm Kopf...
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Re: Das Teilen persönlicher Erfahrungen

Beitragvon Wanderer » 13. April 2015 13:02

Hallo !

Ihr könntet ja ein "Spenden-Konto" einrichten, oder so was in der Art.
Eventuell würde ich auch was dort einzahlen...

Keine Ahnung, ob sich das lohnt oder nicht...



LG,
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Re: Das Teilen persönlicher Erfahrungen

Beitragvon voom » 13. April 2015 13:05

Da müssten wir hier mehrere Töpfe aufstellen, es hat ja fast jeder andere Lehrer hier :)
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Re: Das Teilen persönlicher Erfahrungen

Beitragvon Emaho » 13. April 2015 13:05

Mir ist gar nicht bewußt, dass ich ein Schweigegeblübde in Bezug auf meine persönlichen Erfahrungen gegeben hab...
Meine Zen-Meisterin hat nur so viele Schüler angenommen, wie sie persönlich betreuen könnte. Es waren etwa 200. Sie hatte auch Familie...

Gonsar Rinpoche hat eher Tausend Schüler oder mehr, jedenfalls ist es nicht einfach, ein persönliches Gespräch mit ihm zu bekommen. Ist ja auch nachvollziehbar. Während der direkten Belehrungen werden auch oft meine Fragen beantwortet. Aber das persönliche Geführt-werden von meiner Zen-Meisterin vermisse ich schon.

Dass ich nicht erzählen darf, welche Praxis ich mach, darüber war ich mir auch nicht bewußt. Also ich meine hier in diesem Forum z.B. - dass ich mit meiner Nachbarin nicht detilliert drüber red, ist klar.

Wo steht das mit dem Gelübde?
Ich hab z.B. auch das tibetishe bodhisattwa-Gelübde nie formell genommen.
Im Zen-Gelübde steht das jedenfalls nciht explizit drin.
Wie sollen wir uns hier diesbezüglich verhalten?
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Re: Das Teilen persönlicher Erfahrungen

Beitragvon Wanderer » 13. April 2015 13:08

voom hat geschrieben:Da müssten wir hier mehrere Töpfe aufstellen, es hat ja fast jeder andere Lehrer hier :)



...Da sieht man mal wieder, was passiert, wen man versucht "gut" zu sein... :mrgreen: 8-) ;)


Zum Thema:
Ich halte mich nicht dran, sonst könnten ich keine Übersetzungen anfertigen lassen.
Es stehen sowieso immer die Warningen dabei. ("Avici-Hölle",...e.t.c).
Zum Beispiel bei dem Varjabhairava/Yamantaka Texts letztes Mal...wurde an 3 verschiedenen Stellen extrem vor eventuellem Missbrauch gewarnt.

Wenn sich jetzt jemand dennoch nicht daran hält:

Pech gehabt, Loser !



LG,
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Zuletzt geändert von Wanderer am 13. April 2015 13:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Das Teilen persönlicher Erfahrungen

Beitragvon Emaho » 13. April 2015 13:09

Turmalin hat geschrieben:...
Mir fällt grade ein, ich könnte theoretisch einen Lama ( also im Sinne von nicht-Rinpoche) dazu überreden per Mail zur Verfügung zu stehen. Bzw Rinpoche überreden, dass er dem Lama das sagt. Dieser Lama lernt Deutsch. Ich glaube, zum Teil funktioniert die Organisation einfach noch nicht. Und dann gibt es wieder das Problem: Der Lama muss auch essen, braucht Dach überm Kopf...


Also irgendwie irgendeinen Lama, den ich gar nicht kenn, brauch ich nicht. Es ist ja auch eine Frage des Vertrauens und der STimmigkeit... aber war lieb von Dir, Turmalin, trotzdem Danke.
EMAHO!

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Re: Das Teilen persönlicher Erfahrungen

Beitragvon voom » 13. April 2015 13:12

Das mit den Gelübden ist eigentlich meist nur mit einer bestimmten Praxis verbunden, da hat man dann die Gelübde aber auch ausdrücklich für diese Praxis genommen und sollte im Normalfall auch wissen, dass man das getan hat. Ich persönlich halte Gelübde, die ich nicht wissentlich z.B. vielleicht in einer Fremdsprache wiederholen sollte für Null und Nichtig, da ich sie nicht bewusst genommen habe.

Es gibt ein paar Punkte in den sog. "tantrischen Wurzlgelübden" die ich, da ich sie nie offiziell genommen habe eher als Guideline und Empfehlung ansehe.

Wie sollen wir uns hier verhalten? Ich finde dass - wenn keine bewusst genommenen tatsächlichen Gelübde vorliegen, deren Anwendung dann für einen selbst klar zu erkennen ist - wir hier einfach den gesunden Menschenverstand walten lassen können. Und jeder muss das für sich selbst entscheiden.

Jedes Gelübde hat einen SINN. Wenn man die Bedeutung dieses Gelübdes nicht verletzt, verletzt man aus Mahayana-Sicht auch die Gelübde nicht.
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Re: Das Teilen persönlicher Erfahrungen

Beitragvon voom » 13. April 2015 13:13

Wanderer hat geschrieben:...Da sieht man mal wieder, was passiert, wen man versucht "gut" zu sein... :mrgreen: 8-) ;)

Ja, dann stehe auf einmal überall Töpfe herum und jemand stolpert darüber... :grin:
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Re: Das Teilen persönlicher Erfahrungen

Beitragvon Sherab Yönten » 13. April 2015 13:19

Turmalin hat geschrieben:Ach übrigens zum Thema Dagyab Rinpoche. Ich habe immer nur gehört, dass es keine Chance gibt, sein persönlicher Schüler zu werden und Detailfragen beantwortet zu bekommen. Er nimmt angeblich keine mehr an. Er ist ja über 70.


Das habe ich so noch nicht gehört. Ich glaube, ein Lehrer darf sich gar nicht verweigern, einen Schüler anzunehmen wenn dieser es ernst meint ! Es gibt die Möglichkeit, einen sogenannten Interview Termin zu bekommen, da warten dann nach den Belehrungen vielleicht 20 Schüler. Deshalb ist auch seine Zeit begrenzt, vielleicht 10-20 Minuten, aber man bekommt eine persönliche Antwort und wird sein persönlicher Schüler (bisher, in diesem Jahr war ich leider noch nicht im Tibethaus) !

Emaho hat geschrieben:Wie sollen wir uns hier diesbezüglich verhalten?


Gute Frage. Ich habe hier nicht über meine persönliche Praxis geredet, sondern nur dass ich Tantra mache.
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Re: Das Teilen persönlicher Erfahrungen

Beitragvon Wanderer » 13. April 2015 13:22

Hi !

Und wen man was ganz originelles/verrücktes macht, um z.b die Fragen von mehreren Schülern zu beantworten.
z.b mieten sich 50 Schüler einen Werbe-Heißluftballon, und werfen über dem Kloster Flugblätter mit Ihren Fragen ab.

Und auf dem Ballon steht die Internetseite, wo sich das (eigens vorher eingerichtete Forum) der 50 Schüler befindet...wo der Meister/Rinpoche dann
die Fragen beantworten kann (wenn er es will)

Link: http://fotos.piqs.de/a/d/0/8/3/7a174cdf ... b85a18.jpg


:mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:



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Re: Das Teilen persönlicher Erfahrungen

Beitragvon voom » 13. April 2015 14:52

Ja genau warum einfach wenn man es auch sinnlos verkomplizieren kann ;)
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Re: Das Teilen persönlicher Erfahrungen

Beitragvon voom » 13. April 2015 14:54

Sherab Yönten hat geschrieben:Das habe ich so noch nicht gehört. Ich glaube, ein Lehrer darf sich gar nicht verweigern, einen Schüler anzunehmen wenn dieser es ernst meint !

Klar darf er das, eigentlich ist es sogar seine Pflicht ungeeignete Schüler abzuweisen. Und sein gutes Recht, die Größe seiner Sangha zu bestimmen... Lieber Qualität als Quantität, wenn nicht beides möglich ist...
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Re: Das Teilen persönlicher Erfahrungen

Beitragvon Ayu » 13. April 2015 15:05

Zum Thema nur kurz: ja, man soll nicht über seine Praxis schwatzen. Das raubt ihr die Wirkkraft.


Und ich habe es auch so gehört, dass Lamas niemanden abweisen dürfen. Sie können sich natürlich winden und Fragen nicht vollständig beantworten, wenn sie das Gefühl haben, das Gegenüber ist noch nicht so weit. Aber wenn man insistiert, antworten sie.

Auch können sie nicht sagen: "Lass mich mal in Ruhe, ich will jetzt Mittag essen."
Um das Wohl der Lamas kümmern sich die Schüler, sie selber tun's nicht.
Zuletzt geändert von Ayu am 13. April 2015 15:11, insgesamt 1-mal geändert.

Mögen alle Wesen die Ursachen des Glücks realisieren.
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Re: Das Teilen persönlicher Erfahrungen

Beitragvon Turmalin » 13. April 2015 15:09

Sherab Yönten hat geschrieben: Ich glaube, ein Lehrer darf sich gar nicht verweigern, einen Schüler anzunehmen wenn dieser es ernst meint !

Nein, deshalb gibt es ja immer die, die sich berufen fühlen, Leute weg zu "kämpfen" von älteren, überlasteten, oder nicht so ganz gesunden Rinpoches. Ob das berechtigt ist, weiß ich nicht, jedenfalls habe ich so eine "Predigt" abbekommen betreffend Dagyab Rinpoche.
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