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die Buddhanatur der Tiere-stumpfer Geist?

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die Buddhanatur der Tiere-stumpfer Geist?

Beitragvon Dakini » 6. Juni 2015 13:20

Im Thread "Kostbarkeit der menschlichen Existenz" habe ich eine mir wichtige Ausage so verstanden:

"Alle Tiere haben Buddhanatur. Aufgrund ihres stumpfen Geistes können sie diese im Gegensatz zum Menschen nicht verwirklichen."

Dazu möchte ich folgendes sagen:
Seit vielen Jahren beobachte ich das tierische Verhalten. Besonders Tiere, die in "natürlichen", d.h. selbsterhaltenen (und ohne menschliches Einwirken darauf) Sozialverbänden leben, in denen es Hirarchien gibt, wie bei Hunden und Pferden.
Da wird Macht und Dominanz demonstriert, lautstark oder auch völlig subtil.
Besonders bei der Futteraufnahme kommen nur allzu bekannte Verhaltensmuster zum Vorschein: da ist jener, der sich Cheffe glaubt, ein anderer, der sich hastig in eine Ecke mit der Beute verzieht, ein anderer wieder, der "kontrolliert" ob es nicht doch noch was Besseres bei den anderen gibt und vor lauter Kontrollzwang nicht zum Fressen kommt, jener, der ängstlich schon im Vorfeld um sich schnappt, die Liste ist lang. Ich erkenne nur allzugut einen Spiegel menschlicher Verhaltensmuster. Diese Verhaltensmuster sind bei den Tieren i.a. angeboren, aber auch eine erlernte Methode, um sich das Überleben zu sichern. Der Mensch hat also die Möglichkeit, sein Verhaltensmuster zu ändern, durch "Geistesarbeit", während Tiere auf ihrem egoistischem Niveau bleiben müssen.

Daher bin ich davon ausgegangen, dass man nur annimmt, ein Tier habe Buddhanatur in sich innewohnend.

Darüber habe ich ein wenig nachgedacht. Und mir sind dann doch mehrere Ausnahmen eingefallen.
Das waren Tiere, die sich abseits stellten, so, als ob eine Hirarchie für sie gar nicht existieren würde. Wollte jemand in der Nähe von ihnen fressen, duldeten sie es, es gab kein Knurren, kein Auskeilen. Sie konnten sich von der Herde oder dem Rudel auf unbestimmte Zeit trennen und ohne Probleme sich wieder einfügen. Kamen sie wieder in ihre natürliche Struktur, dann wurden sie freundlichst begrüsst von den anderen. Vergleichsweise wurden andere Tiere entweder mit einer Runde Keile gleich zu Beginn empfangen oder sie mussten sich ihren Platz in der Struktur erneut suchen. Wenn diese Tiere ihren Ruheplatz aufsuchten, waren alle anderen bemüht, sich in ihrer Nähe anzusiedeln. Sie interagierten fast nie in kleinere Rangeleien, es schien sie nicht zu stören. Bei grösseren Rangeleien jedoch mischten sie sich ein. Sie stellten sich einfach zwischen die Streithähne, ohne Blickkontakte, ohne die Ohren anzulegen, ohne knurren. Sie waren einfach da, ihre innenwohnenden Ruhepole sorgten für Frieden, sie hatten eine fast karismatische Ausstrahlung.

Ich habe meine Meinug revidiert...es gibt auch Tiere, die eine Buddhanatur haben. Ob sie ihnen angeboren ist oder ob sie einfach andere Lernschritte gemacht haben, eine andere Auswertung der Erfahrungen als andere Tiere, kann ich leider nicht sagen. Ist auch uninteressant...denn es gibt sie tatsächlich, die Buddhanatur bei Tieren.
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Re: die Buddhanatur der Tiere-stumpfer Geist?

Beitragvon voom » 6. Juni 2015 13:37

Bei der "Buddhanatur" ist es wichtig zu verstehen, dass es nicht um etwas geht, das man erzeugen oder aufbauen müsste. Es ist mehr so, wie die Sonne. Die ist immer da, egal wie viele Wolken davor hängen. Bei Tieren sind die Wolken besonders dicht, aber die Sonne kann auch mal durchstrahlen. Menschen haben signifikant mehr Möglichkeiten, ihre Buddhanatur freizuschaufeln.
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Re: die Buddhanatur der Tiere-stumpfer Geist?

Beitragvon Dakini » 6. Juni 2015 13:50

voom hat geschrieben:Bei der "Buddhanatur" ist es wichtig zu verstehen, dass es nicht um etwas geht, das man erzeugen oder aufbauen müsste. Es ist mehr so, wie die Sonne. Die ist immer da, egal wie viele Wolken davor hängen. Bei Tieren sind die Wolken besonders dicht, aber die Sonne kann auch mal durchstrahlen. Menschen haben signifikant mehr Möglichkeiten, ihre Buddhanatur freizuschaufeln.



auf jeden Fall haben Menschen viel mehr Möglichkeiten.
Ich habe aber zuvor an der Aussage, dass es Buddhanatur bei Tieren geben könnte aufgrund ihres instinktiven Verhaltens stark gezweifelt.
das Zitat aus dem o.g. Thread, welches ich angeführt habe, brachte mich zum Nachdenken und Erkennen, dass es in seltenen Fällen tatsächlich so etwas wie eine Buddhanatur bei Tieren zu geben scheint.
Dabei ist es wichtig, dass man das Verhalten der Tiere zueinander beobachtet und nicht auf ein Verhältnis zwischen Tier und Mensch beurteilt. Das geht in solchen Fällen immer schief, weil nur die wenigsten Menschen die negative Billanz zu Lasten der Tiere der Symbiose erkennen und entsetzlich viel falsch interpretieren.
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Re: die Buddhanatur der Tiere-stumpfer Geist?

Beitragvon voom » 6. Juni 2015 14:06

Dakini hat geschrieben: brachte mich zum Nachdenken und Erkennen, dass es in seltenen Fällen tatsächlich so etwas wie eine Buddhanatur bei Tieren zu geben scheint.

Nochmal, weil das wirklich wichtig ist um den Begriff richtig zu verstehen und zu verwenden: Buddhanatur hängt nicht von Faktoren ab, man kann also nicht durch ein mehr oder weniger "intelligentes" Verhalten auf "mehr oder weniger Buddhanatur" schliessen. Buddhanatur ist das, was allem zugrunde liegt. Also wirklich allem. Nur der Zugang dazu kann mehr oder weniger gestört, überdeckt, verschleiert sein usw. Also ein Tier, das instinkthafter handelt, hat nicht weniger Buddhanatur, sondern einfach nur mehr Schichten, die diese verdecken.
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Re: die Buddhanatur der Tiere-stumpfer Geist?

Beitragvon Dakini » 6. Juni 2015 14:37

Ja, das habe ich nun auch erkannt.
Sehr gute Erklärung mit den mehreren Schichten.
Ich hatte das vorher nicht für möglich gehalten und glaubte, dass es nur eine "überspannte" Projektion auf die Tiere sei, wie viele andere es ja auch sind.

Durch diese Aussage, habe ich nun noch einmal nachgedacht darüber und aufgrund meiner eigenen Beobachtungen von "aussergewöhnlichen Tieren", bin ich nun tatsächlich davon überzeugt, dass es sowas gibt.
Freilich, es gibt viele Schichten....aber es gibt manchmal wohl noch mehr Schichten bei Menschen ;-)
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Re: die Buddhanatur der Tiere-stumpfer Geist?

Beitragvon voom » 6. Juni 2015 14:40

Es gibt zu den Daseinsbereichen auch noch die Erklärung, dass es sich auch um psychologische Zustände von Menschen handelt und dann sind die Auswirkungen in der Konsequenz fast die gleichen, als wenn es eine komplette Inkarnation in so einem Bereich wäre.
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Re: die Buddhanatur der Tiere-stumpfer Geist?

Beitragvon Sherab Yönten » 6. Juni 2015 19:56

Dakini hat geschrieben:....aber es gibt manchmal wohl noch mehr Schichten bei Menschen


Ob es mehr Schichten gibt weiß ich nicht, aber Gampopa zählt hier ja auch Menschen auf, die es schwer haben, Dharma zu praktizieren:

Gampopa hat geschrieben:....So ist es für so genannte "Unzivilisierte" sehr schwierig, authentischen Lehrern zu begegnen. Menschen, die falsche Anschauungen hegen, sehen nicht, dass heilsame Handlungen die Voraussetzung für eine glückliche Wiedergeburt und für Befreiung sind...
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Re: die Buddhanatur der Tiere-stumpfer Geist?

Beitragvon Emaho » 6. Juni 2015 22:58

Mir fällt dazu ein kleines Beispiel ein.
Ich ging spazieren und kam an einer Weide vorbei. Die Kühe lagen da und schauten. Bei Kühen ist es ja so, dass sie ein sehr kompliziertes Verdauungssystem haben und lange da liegen, um zu verdauen. Die Kuhfladen sind hochwertiger Dünger. Es heißt, ohne die Existenz von Kühen bzw. Wisents und Büffeln wäre die Erde niemals so fruchtbar geworden, wie sie geworden ist. In der Demeter-Szene hab ich mal gehört: Dieser Verdauungsprozess ist ähnlich der Meditation. Dabei dienen die Hörner der Kuh als "Draht" in den Kosmos. Sie senden und empfangen ihr "So-Sein" in die "feineren Schichten" des Universums. Mit den Hörnern meditieren sie und mit ihren sieben Mägen machen sie die Erde fruchtbar. Ein heiliges Tier.

Die Kühe lagen also auf der Weide. Ein wunderbarer Anblick. Und in dem Moment hab ich ihre Buddhanatur "gesehen".

Vielleicht hab ich mir das nur eingebildet. Aber der Eindruck war sehr nachhaltig.
EMAHO!

"...In der Sphäre des Buddhakörpers sind zornvolle und friedliche Emanationen;
im melodischen Klang der Buddharede sind die zwölf Töne;
mein Geist, alles umarmend ist ohne Hindernis..."
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Re: die Buddhanatur der Tiere-stumpfer Geist?

Beitragvon om.a » 7. Juni 2015 07:06

voom hat geschrieben:... Also ein Tier, das instinkthafter handelt, hat nicht weniger Buddhanatur, sondern einfach nur mehr Schichten, die diese verdecken.


Oh welch sonniger Morgen, die
Amsel, welche mir wieder, um an frisches Nestbaumaterial
oder den Wurm zu kommen,
die frisch gesetzten Pflänzchen samt Humus in weitem Bogen auf den Terassenboden geworfen hat,
mich die Kehrichtschaufel bedienen läßt, =
Einstieg
in die Morgenmeditation.
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Re: die Buddhanatur der Tiere-stumpfer Geist?

Beitragvon Emaho » 7. Juni 2015 07:50

Vogelgesang zum Erwachen
Schnecken verspeisen die Ringelblumen
Sie sterben ohne Warum

Vor ein paar Tagen hab ich die angesäten Plänzchen, die dieses Jahr im Mai wegen dem vielen Regen nicht so recht heranwachsen wollten, nach draußen gesetzt.
Dann kamen die Schnecken. Die ersten des Abends sammelte ich ein und setzte sie am anderen Ende des Gartens aus.
Am nächsten Morgen sah ich Scharen von Schnecken, die sich über die kleinen Pflänzchen hermachten und weitere Scharen, die auf dem Weg zum Frühstück waren. Nein! Dachte ich. Ich hatte einige Stunden Arbeit mit meinen Sämchen verbracht, bis sie gekauft, in Balkonkästen gesät, vereinzelt, gegossen und schließlich nach draußen in die vorbereiteten Beete gesetzt wurden, einzeln, in Vorfreude auf die Schönheit, die sie hervorbringen würden.

Es wurden immer mehr Schnecken. Die Ringelblumen befanden sich in großer Gefahr. Ohne groß nachzudenken holte ich das Schneckengift, das uralte, und streute es unter den Sommerflieder. Kurze Zeit danach sah ich die Schnecken alle zum Sommerflieder eilen. Am Abend, bei der Meditation, fiel mir ein, dass ich mein "Nicht-Töten-Gelübde" gebrochen hatte. Ich hatte es tatsächlich vergessen. Ich hatte seitdem ich das Gelübde gegeben hatte, mich wirklich bemüht, kein Tier mehr zu töten und das Töten von Tieren zu verhindern. Speisemotten hatte ich eingefangen und nach draußen getragen. Ich hatte auch kein Schneckengift mehr verwendet.
Einen Tag später sah ich unter dem Sommerflieder zahlreiche Schneckenleichen in ekligem Schleim.
Es tat mir irgendwie leid. Gleichzeitig hoffte ich, dass die Ringelblumen überleben würden.

Heute morgen nun: Erneut Schnecken, die Ringelblumen verspeisen.
Ich gehe und schreibe ein Gedicht.

Vielleicht sollte ich ein Schild aufstellen: "Schnecken ist der Zutritt zu den Blumenbeeten verboten! Bitte nehmt mit dem Rasen vorlieb."

Ich fürchte, die Schnecken würden mein Schild ignorieren. Es soll ein geheimes Zeichen für das Verbotsschild von Herrn Körbler geben, das selbst Schnecken verstehen.

Sowohl die Ringelblumen als auch die Schnecken sterben ohne Warum. Wahrscheinlich. So genau weiß man das ja nun auch wieder nicht. Außer wenn man sich in den Geist einer Schnecke hineinversetzen könnte. Wovon man aber ausgehen kann, das ist, dass sie leben möchten.

Ich frage mich, ob nicht die Ringelblumen auch leben möchten...
EMAHO!

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Re: die Buddhanatur der Tiere-stumpfer Geist?

Beitragvon om.a » 7. Juni 2015 08:09

Liebe Emaho!
Danke für das Gedicht und die interessante Reflexion.

Off Topic
Das Thema "Schnecke" habe ich karmisch "auf mich" genommen,
und ja, Ich töte Schnecken, denn sonst hätten wir kaum was von unserem Garten.
Das Paradies ist m.M. nach nicht "auf dieser Erde".
Aus Jux und Tollerei töte oder quäle ich kein Tier, ich rede ihnen gut zu und
bin bereit zu teilen.
Auch ich und die meinen wollen leben.


om.a
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Re: die Buddhanatur der Tiere-stumpfer Geist?

Beitragvon Emaho » 7. Juni 2015 08:24

Liebe Oma,
hab grad eine sehr interessante Beobachtung gemacht, als ich vorhin wieder nach "meinen" Ringelblumen schaute. Die Schnecken sind weg! Sie sind woanders hin gegangen! Ob sie mein "geistiges Verbotsschild" vielleicht doch verstanden haben? Vielleicht sind sie doch gar nicht so dumm und stumpf, wie sie uns erscheinen?
EMAHO!

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Re: die Buddhanatur der Tiere-stumpfer Geist?

Beitragvon Dakini » 7. Juni 2015 08:26

Sherab Yönten hat geschrieben:
Dakini hat geschrieben:....aber es gibt manchmal wohl noch mehr Schichten bei Menschen


Ob es mehr Schichten gibt weiß ich nicht, aber Gampopa zählt hier ja auch Menschen auf, die es schwer haben, Dharma zu praktizieren:

Gampopa hat geschrieben:....So ist es für so genannte "Unzivilisierte" sehr schwierig, authentischen Lehrern zu begegnen. Menschen, die falsche Anschauungen hegen, sehen nicht, dass heilsame Handlungen die Voraussetzung für eine glückliche Wiedergeburt und für Befreiung sind...


Was mich daran stört, ist, dass es nach dieser Aussage wohl eines authentischen Lehrers bedarf.
Nunja, Gampopa hat es für seine Welt geschrieben, nehme ich an.
Ich selbst habe Menschen kennengelernt, deren einziger Lehrer jener ihrer Volksschule war, die jedoch eine weitaus grössere spirituelle Reife besitzen als so mancher, der sich als Buddhist bezeichnet. :think:
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Re: die Buddhanatur der Tiere-stumpfer Geist?

Beitragvon Sherab Yönten » 7. Juni 2015 08:36

Dakini hat geschrieben:Was mich daran stört, ist, dass es nach dieser Aussage wohl eines authentischen Lehrers bedarf.


Was wäre für Dich denn ein/ kein authentischer Lehrer (neuer Thread ??) ?
Ich denke Gampopa meinte auch, es fehlt diesen Menschen an Offenheit im Geiste, solche Lehrer zu begegnen oder die Qualitäten zu erkennen...egal wo sie gerade lehren... :)
Meine Kursleiterinn (ist Buddhistin UND gibt Kurse bei der VHS) hatte in ihrem Kurs mal eine Yogalehrerin. Diese meinte ernsthaft: "ab einem gewissen Alter halte ich es nicht mehr für nötig, nochmal die Schulbank zu drücken. Ich möchte lieber (Yoga) Kurse geben anstatt etwas als Schüler über Buddhismus zu erfahren..." :)
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Re: die Buddhanatur der Tiere-stumpfer Geist?

Beitragvon Dakini » 7. Juni 2015 08:58

@ Sherab
Zitat:
"Was wäre für Dich denn ein/ kein authentischer Lehrer (neuer Thread ??)?"


von mir aus braucht es keinen Thread zu authentischen Lehrern.
War nur so eine Sache, die ich aus Deinem Zitat anmerke, die ich nicht mit meinen Erfahrungen abstimmen kann.

Wg. Deiner Lehrerin und der Yoga-Frau...das scheint Dir unverständlich.
Nun, vielleicht interessiert sie sich mehr für eine andere Richtung oder Deine Lehrerin war ihr zu dogmatisch oder einfach auch nur unsympathisch. Alles ist möglich ;-)
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Re: die Buddhanatur der Tiere-stumpfer Geist?

Beitragvon om.a » 7. Juni 2015 09:17

Emaho hat geschrieben:..
Ob sie mein "geistiges Verbotsschild" vielleicht doch verstanden haben? Vielleicht sind sie doch gar nicht so dumm und stumpf, wie sie uns erscheinen?

so ist es,
(im schamanismus)
sehr wohl lassen sie mit sich reden, und sind kooperativ,
eventuell auch
regulativ.

? Gespräche des historischen Buddhas mit Vögeln ?
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Re: die Buddhanatur der Tiere-stumpfer Geist?

Beitragvon Sherab Yönten » 7. Juni 2015 09:47

@ Dakini

Zitat aus Patrul Rinpoches "Dämonen des Geistes":

Wenn man sich auf einen Lama stützt, der die notwendige Qualifikation nicht besitzt, so ist das eine Aktivität der Dämonen
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Re: die Buddhanatur der Tiere-stumpfer Geist?

Beitragvon Dakini » 7. Juni 2015 11:45

Sherab Yönten hat geschrieben:@ Dakini

Zitat aus Patrul Rinpoches "Dämonen des Geistes":

Wenn man sich auf einen Lama stützt, der die notwendige Qualifikation nicht besitzt, so ist das eine Aktivität der Dämonen


Sherab Y.,
ich bin sicher, dass Du noch viele Zitate dieser Art von Meistern und Lehrern finden wirst.
Sie alle haben ihre Berechtigung, aus dem einen oder anderen Grund.

Aber auch 1000 Zitate machen es nicht richtiger oder wahrer für mich, denn ich habe eine andere Erfahrung und Sichtweise.
:wave:
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Re: die Buddhanatur der Tiere-stumpfer Geist?

Beitragvon Dakini » 7. Juni 2015 12:37

Emaho hat geschrieben:Liebe Oma,
hab grad eine sehr interessante Beobachtung gemacht, als ich vorhin wieder nach "meinen" Ringelblumen schaute. Die Schnecken sind weg! Sie sind woanders hin gegangen! Ob sie mein "geistiges Verbotsschild" vielleicht doch verstanden haben? Vielleicht sind sie doch gar nicht so dumm und stumpf, wie sie uns erscheinen?

Hi,
hatte mich gerade an einen Fernsehbericht erinnert und mal gegockelt:
http://www.elfenwald.org/praxistips-tut ... neckenkorn
:-)
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Re: die Buddhanatur der Tiere-stumpfer Geist?

Beitragvon voom » 7. Juni 2015 13:07

Zur "authentischer Lehrer"-Diskussion. Bei den Menschen, die mit eine hohen menschlichen Ethik oder natürlichen spirituellen Begabung unterwegs sind, kann es sich sehr gut um Wesen handeln, die befreienden Lehren schon in einer vergangenen Inkarnation begegnet sind o.ä. Es kann auch sein, dass sie noch von früherem Karma zehren. Dazu kommt, dass jemand der menschlich eine hohe Ethik hat nicht zwangsläufig eine spirituell befreiende Sichtweise haben muss. Der würde dann gutes Karma sammeln, aber sich nicht auf einem Weg befinden, der von Samsara dauerhaft befreit.

Die Leute, die praktizieren dagegen müssen nicht unbedingt schon viele Inkarnationen praktiziert haben. Vielleicht sind sie wirklich neu dabei. Oder sie sind gerade in einer Phase, so besonders schwieriges Karma gereinigt wird und sie schweifen vom Wesentlichen ab.

Worum es bei Gampopa geht, ist mehr die Seite der Einstellung des Wesens, dass es nicht bereit ist, sich auf befreiende Lehren einzulassen und es daher die Chance gar nicht ergreifen würde, selbst wenn diese Lehren direkt vor der Nase sind. Das sind Schleier, die subtil wirken, aber schwer wiegen.

Bei den "Dämonen" von Patrul geht es wiederum um Praktizierende, die bereits einer Lehre folgen. Wenn man sich dann einem falschen Lehrer anvertraut und sich darauf stützt, der einen in die Irre führt, dann ist das ein grosses geistiges Hinderniss. Deswegen ist es so wichtig, sich nicht auf Versprechungen zu verlassen und eine Lehrer genau zu prüfen.
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Re: die Buddhanatur der Tiere-stumpfer Geist?

Beitragvon voom » 7. Juni 2015 13:21

Emaho hat geschrieben:hab grad eine sehr interessante Beobachtung gemacht, als ich vorhin wieder nach "meinen" Ringelblumen schaute. Die Schnecken sind weg! Sie sind woanders hin gegangen! Ob sie mein "geistiges Verbotsschild" vielleicht doch verstanden haben? Vielleicht sind sie doch gar nicht so dumm und stumpf, wie sie uns erscheinen?

Ich würde keine voreiligen Schlüsse ziehen. Das kann verschiedenste Gründe haben. Jedenfalls kann man bei einfachsten Lebensformen davon ausgehen, dass ihre systemische "Intelligenz", also sich nach einen festen Reiz-Reaktions-Schema zu verhalten, um Längen das gesamte Verhalten prägt. Und eine Pflanze reagiert zwar auch auf Reize, hat aber trotzdem keinerlei Bewusstsein. Da wirken mehr die systemischen Informationsfelder der jeweiligen Art, als dass man es mit einem individuellen Willen zu tun hätte. Entsprechend ist auch "es will leben" eine reine Projektion des menschlichen Geistes. "Leben" ist da eine binäre Systemfunktion, die Programmierung der Reiz-Reaktions-Schemata ist darauf ausgerichtet, im Rahmen der Art eine gewisse Kontinuität zu bewahren. Mit "Wollen" in unserem Verständnis hat das nichts zu tun. So richtig geht es mit einem "fühlenden Wesen" los, wo das erste mal ein Selbst-Bewusstsein auftaucht. Da sind wir aber schon recht weit oben in der Entwicklung des Gehirns und Nervensystems, um so seine Abstraktion zu ermöglichen.

Du bist mit Deiner Haltung jetzt wirklich sehr viel mehr bei den Jains als beim Buddhismus. Wenn Du die Pflanzen auch noch dazu nimmst, dann sogar noch extremer. Während ich auf der einen Seite Dein hohes Mitempfinden mit Tieren als Qualität wahrnehmen, die wach machen kann, finde ich es an anderen Stellen doch wirklich zu weit gehend, da wo es kein Mitempfinden ist, sondern wo Du Dein eigenes Fühl-Bild auf etwas drauf projizierst, das selbst gar nicht so fühlt. Weil für diese Komplexität an Gefühlen eine ganz andere Komplexität an Strukturen notwendig ist, in Form von Nervensystem und Verarbeitung von Nervenimpulsen. Nicht weil dieses Nervensystem diese Komplexität herstellen würde, sondern weil es eine bestimmte Antenne braucht, um bestimmte Frequenzen in körperliche Signale umzuwandeln. So mag ein einfachstes Lebewesen zwar auf eine Reiz "Gefahr" mit Flucht reagieren, aber nur so wie ein Computerprogramm, dass diese Reaktion vorbestimmt hat. Daraus kann man nicht schliessen, dass das Lebewesen zwangsläufig Schmerz empfindet oder Angst hat, so wie das bei uns wäre, wenn wir so reagieren. Dazu sind wir zu verschieden strukturiert.
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Re: die Buddhanatur der Tiere-stumpfer Geist?

Beitragvon Emaho » 7. Juni 2015 21:14

Liebe Dakini,
danke für den link zum Schneckenflüsterer. Eine gute Geschichte. So einfach. Der nette Kater in der Geschichte hat seinen Geist verändert und schon verändert sich die Welt... und zwar richtig real. Wenn es wahr ist, dass alles ein Geist ist, dann ist die Schneckenflüsterer-Geschichte ein Beleg dafür.

Lieber Voom,
ja, ich weiß, dass Menschen ein ganz anderes, viel komplexeres "Reiz-Reaktions-Schema" haben als Schnecken. Und noch viel mehr als das. Und dass ich als Mensch dazu neige, mein eigenes Empfinden auf andere Lebewesen zu übertragen, selbst dann, wenn sie (angeblich) gar nicht zu Empfindungen oder gar Denkvorgängen fähig sind. Woher aber wissen wir wirklich, wie ein anderes Wesen ist, wenn wir doch immer nur unsere eigenes System über sie drüberstülpen. Mir scheint die Ansage, dass Lebewesen umso komplexer sind, je mehr Nervenzellen interagieren, auch logisch. Aber auch das ist eine relative Sicht aus der Perspektive von Menschen. Aber egal.

Ob ich den Jain näher bin in meiner Einstellung als dem Buddhismus ist mir in dieser Frage auch nicht wichtig. Ich muss keine "reine" Buddhistin sein, nach welchen Kriterien das auch immer festgestellt wird. Übrigens musste ich erst nachschauen, wer die Jains überhaupt sind. Im wikipedia-Artikel über ahimsa, Gewaltlosigkeit, werden sie aufgeführt. Der wikipedia-Autor meint, man könne ahimsa nur im Kontext der Geschichte in Asien verstehen, weil es so viele unterschiedliche Meinungen zwischen und innerhalb der Religionen gibt. Das ist mir eigentlich auch egal. Es ist zwar interessant, aber eigentlich egal.

Ich habe nur meine Beobachtung geschildert und in meinen persönlichen Zusammenhang gestellt. Das erlaube ich mir.
Die ursprüngliche Frage von Dakini war, ob auch ein Tier die Buddhanatur hat.
In einem bekannten Zen- Koan hat Meister Joshu auf die Frage: Hat auch ein Hund die Buddhanatur? mit "Mu" geantwortet. (Du kennst es gewiß)
Hat eine Schnecke weniger "Mu" als ein Hund? Hat ein Mensch mehr "Mu" als ein Hund?
Ist nicht "Mu" in allem was ist anwesend? Gleichermaßen und dadurch mit allem verbunden?
Könnte das nicht eine Erklärung sein für das seltsam freundliche Verhalten der Schnecken? Trotz des Schneckenkorns.
Übrigens ist nach wikipedia die Wortwurzel von "Mu" verwandt mit "schamanistischem Tanz"... http://de.wikipedia.org/wiki/Mu_%28Philosophie%29

Für mich ist es gut, ein bißchen Jain zu sein, ein bißchen schamanistisch, ein bißchen christlich, ein bißchen Sufi, ein bißchen atheistisch - und im Moment immer noch ziemlich buddhistisch...
EMAHO!

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Re: die Buddhanatur der Tiere-stumpfer Geist?

Beitragvon Emaho » 7. Juni 2015 21:23

Oma: ? Gespräche des historischen Buddhas mit Vögeln ?


Der Buddha hat auch einmal eine besondere Rede angekündigt - und dann hat er nur still auf eine Blume gedeutet. Daraufhin lächelte einer der Mönche. Dieser wurde der erste Patriarch des Zen.
EMAHO!

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Re: die Buddhanatur der Tiere-stumpfer Geist?

Beitragvon Wanderer » 7. Juni 2015 21:28

Hi !

Hab nicht alles gelesen, aber hier wird dieser Frage "Haben Tiere eine Buddhanatur ?" nachgegangen:

1.) Link: https://enricokosmus.wordpress.com/2012 ... dha-natur/

2.) Link: http://www.allewesen.org/haben_tiere_buddha.htm

3.) Link: http://2009chuanxi.blog.de/2009/07/14/t ... r-6510585/



LG,
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Re: die Buddhanatur der Tiere-stumpfer Geist?

Beitragvon voom » 7. Juni 2015 21:37

Das soll von meiner Seite auch keine Bewertung sein, nur eine Kategorisierung. Ich habe hier - zumindest für mich - den Anspruch, die Dinge da zu lassen, wo sie hingehören. Deswegen achte ich aber nicht eine Sichtweise mehr als eine andere.

Was die Buddhanatur der Wesen angeht, so ist es eine lange philosophische Diskussion, wo "bewusstes Leben" anfängt, und wo es aufhört. Aus buddhistischer Sicht, und das deckt sich mit dem Mainstream der Wissenschaft, sind Pflanzen auf jeden Fall schon mal aussen vor. Einzeller? Sicherlich auch... Aber wo ist die Trennlinie? Das kann bisher keiner schlüssig beantworten. Was wir schon können, das ist einen gewissen Pragmatismus an den Tag legen im täglichen Umgang mit den Dinge. Da muss jeder für sich eine Balance finden.

Haben Schnecken die Buddhanatur? Wie gesagt, kommt es in Bezug auf die Buddhanatur nicht darauf an, ob ein Wesen sie hat, sondern nur darauf, ob es möglich ist, diese zu erwecken und auszudrücken. Und das geht eben erst mit einer so hohen Komplexität, dass es eigentlich erst bei den Menschen ernsthaft als Potential zutage tritt. Die Buddhanatur ist immer die Gleiche, nein: immer die Selbe!

Ich habe mal interessante Wahrnehmungen in Bezug auf Insekten gehabt. Und zwar dass Insekten, die wir am Körper töten, wie Mücken z.B. mit ihrem Minibewusstsein im Energiefeld des Menschen hängen bleiben können. Das führt durch die Resonanz dazu, dass je mehr Mücken wir töten, wir umso mehr von ihnen belästigt werden.

Indiz dazu war z.B. ein Traum, wo ich im "Reinen Land" eines Marienkäfers war. Ich träumte ewig lange von saftigen Pflanzen mit leckeren Blattläusen. Als ich aufwachte, fand ich genau über meinem Kopf auf dem Kopfkissen einen toten Marienkäfer. Im Traum war ich für kurze Zeit das Bewusstsein des toten Marienkäfers.

Ein anderes Mal habe ich in einer schamanischen Arbeit spontan eine Frau von ihrer Spinnenphobie befreit. Ich nahm eine Spinne in ihrem Energiefeld wahr, mit der ich kurz eine Verbindung einging. Ich fühlte mich dann für den Bruchteil einer Sekunde als würde ich zerquetscht und würde platzen. Es tat nicht weh, das war kein Leid, es war einfach eine Erfahrung. Die Frau schaute mich in dem Moment an und sagte: "Du musst Dich doch nicht mit der Spinne identifizieren". Sie erzählte dann, wie sie offenbar als Kind beim Zelten mal im Schlaf über eine grosse Spinne gerollt war, die sie dann beim Aufwachen zerquetscht unter ihrem Körper fand. Das Bewusstsein der Spinne hatte sich offenbar mit dem Ekel des Kindes verbunden und war so im Bewusstsein der Frau hängen geblieben. Resonanz: sobald sie eine Spinne sieht, kommt das Gefühl des Ekels und das Gefühl von Sterben, zerquetscht werden, ins Bewusstsein und schon haben wie die Ursache für die Phobie. Die war danach wirklich für immer weg.

Worauf ich hinaus will, ist dass das Bewusstsein der Insekten so wenig Individualität und Eigenwillen hat, dass es im Bewusstsein eines komplexeren Wesens aufgehen kann. Dort kann es hängen bleiben oder aufgelöst werden.

Das Resultat dieser und anderer Erfahrungen ist, dass ich Insekten und Spinnen generell so wenig für "bewusstes Leben" halte, dass ich nicht glaube, dass sie leiden können. Ich sortiere sie eher zu den Pflanzen ein und ziehen die Trennlinie auf Basis meiner Erfahrungen woanders.

Das ist für den Alltag sehr pragmatisch, denn sie stören mich nicht, wenn sie keinen Schaden anrichten, und ich habe kein Problem damit, sie zu beseitigen, wenn sie überhand nehmen, schaden oder potentiell gefährlich sind.
"Die tägliche Praxis des Dzogchen ist einfach das tägliche Leben selbst.
Wir sind aus uns selbst heraus erleuchtet und es fehlt uns nichts."

(Dilgo Khyentse Rinpoche)
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