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Feedback Traumyoga-Seminar

Luzides Träumen; Klarträume aus buddhistischer Sicht

Feedback Traumyoga-Seminar

Beitragvon Tobias » 29. März 2014 21:55

Für alle die es interessiert hier mal meine Eindrücke vom Traumyoga Seminar mit Tenzin Wangyal Rinpoche, dass zur Zeit in Berlin Tempelhof stattfindet.

Das Seminar ist auf zwei Tage angesetzt.

Tag 1
heute war die effektive Seminarzeit etwa 6 Std. Kosten für das Seminar sind ca. 100 €(was ich relativ viel finde)

Dennoch ist der große Saal ausgebucht ca 300 Leute drängen sich auf Matten und Stühlen.

Ich sitze in der hinteren Reihe. Jeder Teilnehmer erhielt eine Hefter mit wichtigen Gebeten sowie einer guten Zusammenfassung des Buches Übung der Nacht in einem kleinen Hefter. U.a. sind darin Gebete und farbige Ausdrucke der Symbole enthalten, welche in Übung der Nacht nur schwarweiß waren. Neben jedem Symbol steht die Emotion die es verkörpert. Für mich als Praktizierender ist das eine wirklich tolle Ergänzung, da diese Informationen im Buch Übung der Nacht weit verstreut sind. Außerdem enthält der Hefter eine kurze Zusammenfassung der Tagespraxis des Traumyoga.

Rinpoche legt viel wert auf Gebete. Mehrfach am Tag sprachen wir das Guruyoga Gebet ohne Guruyoga aber tatsächlich zu praktizueren. Sehr intensiv erklärt er auch die 9fache Reinigungsatmung.

Der ganze Tag befasste sich aber im wesentlichen mit der Tagespraxis des Traumyoga. Hierzu gibt es einige Übungen.

Man merkt Tenzin Wangyal an einigen stellen an, dass er sein Buch Übungder Nacht heute wohl anders schreiben würde. Sehr wichtig ist ihm die Reinigung der 3 Tore und die Erfahrung von Weite und Geborgenheit in der Meditation. Er bringt hier einige Vergleiche aus dem Muttertantra und leitet diese beiden Meditationen intensiv und gütig an. Ihm ist es wohl wichtig, dass möglichst viele Leute auch eine tatsächliche Meditationserfahrung machen.
Einmal spricht er auch offen an, dass er eine Sache heute so wohl nicht mehr schreiben würde. Konkret ging es um die Farbe der Seitenkanäle in der Praxis der 9fachen Reinigungsatmung. In Übung der Nacht schrieb er noch dass die Farben der Seitenkanäle(Rot und Blau) bei Männern und Frauen jeweils seitenverkehrt liegen. Heute würde er diese Verschiedenheit wohl so nicht schreiben.

Gleichzeitig sagte er aber dass beide Varianten möglich seien.

Er macht deutlich dass der Sinn der Dzogchenpraxis die Möglichkeit der Veränderung ist. Es geht darum die eigenen Grenzen im Wachleben und im Traum auszuweiten. Im Vergleich zum Vortrag im letzen Jahr hat er aber einen Punkt "gelernt bzw betont",
Diese Veränderung sei nicht nötig, aber nur dann wenn sich ein Gefühl der Grenzenlosigkeit einstellt. Das ist eine sehr schöne Dzogchen-Sichtweise finde ich(nebenbei; im letzten Jahr wurde er von mir und noch einer anderen Praktizierenden darauf angesprochen, dass eine Veränderung des Traumes ggfs nicht Dzogchenlike ist. Er stimmte dieser Sichtweise zu).

Abschließend nahm er sich einige Zeit für Fragen. Ich hatte auch die Möglichkeit eine Frage zu stellen, Welche genau das war führt jetzt zu weit. Ich habe seine Antwort aber verstanden und bin damit zufrieden.

Noch einige Hintergrundinformationen zum Seminar:

Das Seminar wird vom Bönzentrum Berlin organisiert. Ich war bereits 2x bei Veranstaltungen dieses Zentrums und möchte hier über die Entwicklung berichten. Mein erstes Seminar behandelte das Thema Tummo und fand im Jahr 2011 statt.
Damals hatte ich einiges zu organisieren. Insbesondere die miserable Übersetzung. Der Übersetzer war damals ein Mitarbeiter des Zentrums und fügte häufig Dinge zu der eigentlichen Übersetzung hinzu oder vergaß Dinge. Und zwar nicht im kleinen Rahmen sondern nach dem Motto: "Rinpoche erklärt hier die Technik XY und etwas ähnliches bieten wir auch in unserem Zentrum an also eine Vorstufentechnik"(was sich im Nachinein als falsch herausstellte)
Eine derartige Überheblichkeit gibt es bei der diesjährigen Übersetzerin nicht. Sie und Rinpoche scheinen sich auch gut zu verstehen-
Sehr gut finde ich auch dass neben deutsch auch polnisch angeboten wird. da einige Reisende aus Polen kommen.

Ein wirklicher Pluspunkt am Bönzentrum ist, dass nach wichtigen Seminaren eigene Praxisgruppen dazu einrichten. Nach dem Jahr 2011 haben sie schon eine Tummogruppe eingerichtet und planen jetzt eine Traumyogagruppe.
Als Besonderheit hat sich ein Lama der den Rinpoche begleitet, bereit erklärt diesen Herbst ein Aufbauseminar für Traumyoga-Interessierte zu geben, welches sich auf den heutigen Kurs bezieht. Also das finde ich wirklich super.(Auch wenn ich da wohl nicht mehr in Berlin leben werde)


Der Bericht vom Tag 2 folgt demnächst,

Liebe Grüße
Tobias
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Re: Feedback Traumyoga-Seminar

Beitragvon Tobias » 30. März 2014 19:07

Tag 2

Nach dem der gestrige Tag schon gut war wurde dieser Tag insgesamt noch besser.

Rinpoche wiederholte nocheinmal den gestrigen Tagesinhalt es folgt die Übung zur offenen Weite und Geborgenheit vom Vortrag sowie die 9fache Reinigngsatmung, welche mir heute besser gelingt als gestern. Rinpoche macht deutlich dass diese Tagespraxis ausreichend ist um einen luziden Traum zu haben. Das war mir neu. Ich dachte vorher immer dafür benutzt man die Hauptraxis.

Wir besprechen nocheinmal die Tagespraxis des Traumyoga. Das Reinigen der karmischen Spuren die Techniken zum Abbau von Anhaftung und Widerwillen und die Praxis des Illusionskörpers(wenn ich das mal so nennen darf)

Anschließend wiederholt Rinpoche die Ziele des Traumyoga laut dem Muttertantra. Es soll Grenzenlosigkeit erfahren werden. Deshalb soll man im Klartraum z.B. sich besonders schnell bewegen reisen, sich vervielvälitgen usw.

Anschließend kommt er zum Hauptteil des Traumyoga. Obwohl wir nicht mehr so viel Zeit hatten, war es für einige von uns eine sehr intensive Erfahrung.

Auf diesen Moment hatte ich nun also gewartet, weil mir die Hauptraxis des Bön-Traumyoga schon Probleme macht.

Ich fasse hier kurz die Traumpraxis zusammen, die ihr aber auch in einem Beitrag im Forum nachlesen könnt.
Es geht darum mit Chakras und verschiedenen Tigles zu arbeiten. Die Tigles in Verbindung mit den Chakras charakterisieren bestimmte Emotionen oder zustände.

Diese sind:
- Expansion und Klarheit(weiße Kugel im Stirnchakra),
-friedvolle Emotionen und Bewusstheit in den Zentralkanal bringen(Weißes Dzogchen-A in rotem Lotus im Halschakra)
-machtvolle Emotionen(Kraft und Stärke entwickeln) ein blaues Hung im Herzchakra
und zornvolle Emotionen/Furchtlosigkeit in Verbindung mit einem schwarzen Tigle im geheimen Chakra-

Es ging los mit dem Dzogchen-A. Rinpoche leitete mit viel Geduld die Übung an. Es folgt der für mich intensivste Moment im ganzen Seminar. Ich sehe das rote A in meinem Halschakra. Gleichzeitig ist es nicht aufs Halschakra begrenzt. Alles ist in rot-weiß-tranparentes Licht gehüllt. Ich fühle wie ich mich von meinem Körper entferne. Ein nondualer Zustand tritt ein und ich ruhe in Frieden. Es ist wie eine Mischung aus einem nondualen Zustand und einer Astralreise. Ich fühle mich mühelos mit allem verbunden. Und doch wird mir schwindelig.
Rinpoche geht weiter zum machtvollen Tigle. Ich werde aufgefordert das Chakra zu wechseln aber ich kann es nicht. bzw. ich sehe keine Notwendigkeit. Ich verweile also weiter in diesem roten Zustand.

Anschließend berichte ich Rinpoche von meinem Erlebnis und bitte um seine Einschätzung. Er sagte das klinge sehr gut. Auch andere berichten von beeindruckenden Reisen oder Pujas in Verbindung mit bestimmten Chakren.
Rinpoche erklärte die Bedeutung der Tigles die verschiedenen Bereiche und Götter die den Chakras zugeordnet sind. Das habe ich mir aber nicht gemerkt. In diesem Moment wurden wir ermutigt wirklich ernsthaft Traumyoga zu praktizieren.

" Sehen sie wie intensive Erfahrung sie mit einer halben Stunde guter Praxis machen können?" "Und heute morgen sagten fast alle, dass sie gestern abend nicht praktiziert haben". Recht hat er. Das hat mich sehr bewegt.

Wieder gibt Rinpoche die Möglichkeit zu fragen. Ich nehme also meinem Mut zusammen und berichte von meinem Hauptptroblem im Bezug auf die Bön-Traumpraxis.

Ich sagte ihn dass ich es nie schaffe, an einem Tag alle Chakras zu transformieren gemäß dem Traumyoga. Ich wache zwar zwischendurch auf und praktiziere dann i.d.R. die weiße Kugel kann dann aber nicht wieder einschlafen.

Rinpoche meinte dass sei überhaupt kein Problem da nicht alle Chakras in einer Nacht praktiziert werden müssen.
Er gab ein anschauliches Beispiel, dass meine Vorstellung von der Traumpraxis um einiges bereicherte.

Er meinte er könnte nicht sagen, wie lange man ein Tigle praktizieren müsse. Das kann 10 Minuten einen Tag eine Woche oder ein jahr sein.
Er verglich es mit einem Iphone was aufgeladen werden müsse. Wenn wir den Stecker in die Steckdose stecken und das Kabel mit dem Iphone verbinden, dass sollte sich das Iphone theoretisch aufladen. Faktisch prüfen wir aber häufig nochmal ob wirklich alle Verbindungen richtig sitzen in dem wir an dem Stecker wackeln bzw. in dem wir prüfen ob die Lampe des Steckers aufleuchtet.
Genauso verhält es sich auch mit den Chakras bzw. dem Zeitpunkt wann wir mit der individuellen Praxis aufhören können.

Mir half das extrem weiter.

Es folgte ein Lang-Lebens Gebet für Rinpoche. Anschließend bedankten sich alle bei ihm und er dankte uns für diesen schönen Wochenend-Retreat. Er kündigte an in Zukunft noch mehr Vorträge auf Youtube zu stellen und wies noch auf seinen Webcast hin.

Er hoffe, dass wir das Traumyoga nicht nur intelektuell begreifen sondern es als umfassende Tages/und Nachtpraxis erkennen, die ein enormes Entwicklungspotenzial birgt Wieder stimmte ich ihm innerlich von Herzen zu.

Fazit:
Neben Phowa war das wohl der wichtigste Retreat den ich bis jetzt hatte. Besonders in den Chakra-Übungen fühlte ich ein enormes Potenzial, dass ich noch nicht ausgeschöpft habe. Ich werde daran wohl noch sehr lange arbeiten. Insgesamt war es eine gelunge Mischung aus Dzogchen-und Tantramethoden.

Diese letzte Veranstaltung die ich in Berlin besuchen werde, gibt mir viel Raum für Entwicklung. Ich habe mir auch einen Vortragsmittschnitt bestellt um die Methoden langfristig zu üben.

Liebe Grüße
Tobias
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