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Handflächen immer nach oben?

Luzides Träumen; Klarträume aus buddhistischer Sicht

Handflächen immer nach oben?

Beitragvon 84ck80n3 » 17. Juli 2016 19:07

Hallo!
Im Buch Übungen der Nacht, sitzt man mit gekreuzten Beinen, die Hände in etwa auf die Knie und die Handflächen geöffnet nach oben.
Nun ist das für mich keine natürliche Haltung, also das mit den Handflächen, und sehr anstrengend auf Dauer (Halswirbelschaden).
Müssen die Hände wirklich offen nach oben zeigen?

Gruß!
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Re: Handflächen immer nach oben?

Beitragvon voom » 17. Juli 2016 20:38

Ich glaube es ist wichtiger, dass man eine Haltung findet, mit der man zurecht kommt als strikt Anweisungen zu befolgen. Die Haltung mit den Handflächen nach oben ist im Buddhismus ohnehin eher ungewöhnlich. Üblicher sind zwei Haltungen: 1. die sog. Marpa-Haltung, bei der man die Hände auf den Knien liegen hat, mit den Handflächen nach unten. 2. Die Hände im Schoss bzw. unterhalb des Nabels gehalten, rechte Hand liegt in der linken, Handflächen nach oben. Auch was man mit den Beinen macht kann man durchaus variieren.

Zu dem anderen Post: "Beten" kann man im Buddhismus auch mit "Wünsche machen" übersetzen. Es geht nicht darum, sich auf eine äußere Kraft zu beziehen, aber man das will, kann man sich einen Buddha suchen der mit dem zu tun hat, was man erreichen will. Vielleicht kannst Du die Textstelle etwas genauer beschreiben, damit klar wird, was an der Stelle erreicht werden soll.

(Tobias, der sich da besser auskennt mit dem Buch, ist derzeit nicht zu erreichen) Vielleicht praktiziert ja auch noch jemand anders nach dem Buch und kann Dir weiterhelfen...
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Re: Handflächen immer nach oben?

Beitragvon 84ck80n3 » 17. Juli 2016 20:45

Dank Dir für Deine Antwort!
Das klingt für mich auch sehr logisch, denn wieso soll ich mich unbedingt verknoten, wenn es doch toll und angenehm sein soll.

Zum Gebet: Ich zitiere mal den Teil, den ich gerade las. Es gibt aber viele Passagen mit Beten:

Wenn Sie das Klare Licht des Tages, der Meditation und des Schlafs noch nicht erlebt haben, dann bitten Sie immer wieder darum. Man vergisst diese einfache Kraft des Wünschens und Betens nur allzu leicht. Wir meinen, das Beten müsse etwas ganz Besonderes sein, an irgendeine höhere Macht außerhalb unserer selbst gerichtet, aber so ist es nicht. Es kommt nur darauf an, dass Sie das Trachten und Begehren in Ihrem Gebet ganz stark empfinden, dass Sie Ihr Herz hineinlegen.


Wie mache ich das? Laut? Leise etc.... Zuletzt war meine Erfahrung im Konfirmationsunterricht vor 30 Jahren, und da hat man auch nur da gesessen und still an die aktuellen Computerspiele gedacht :lol:
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Re: Handflächen immer nach oben?

Beitragvon voom » 18. Juli 2016 03:08

Die Beschreibung in Deinem Zitat finde ich sehr gut, schaue sie Dir nochmal sehr genau an. Da steckt eigentlich schon alles drin:

löse Dich davon, von Deiner "christlichen Prägung" dass es etwas ist, was Du machen sollst, und wo Du im Geist lieber an etwas anderes denkst*. In der Meditation geht es eben gerade auch darum, sich auf etwas zu fokussieren. In diesem Fall darf das etwas sein, was Du Dir sehr wünschst - in Sinne einer geistigen Entwicklung, etwas das Du Dir von der Praxis erhoffst. Der Wunsch an sich, nicht flüchtig vor sich hin gedacht, sondern intensiv und fokussiert gefühlt, ist die Kraft, die Dinge mit der Zeit verändern und in Bewegung setzen kann. Zuerst in Dir natürlich. Und dann setzt Du Dich in Bewegung. Und wenn diese Bewegung im Einklang mit echten spirituellen Wünschen ist, kommen Dir die Dinge auch immer mehr entgegen. Zuerst in der Meditation, in der Folge aber durchaus auch in der Welt um Dich herum.

* eigentlich ist das christliche Gebet gar nicht anders gedacht, ursprünglich. Der einzige Unterschied ist, dass man es an eine höhere äußere Macht richtet. Womöglich ist aber auch da die Kraft des Wunsches an sich das, was die Dinge in Bewegung bringt.
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Re: Handflächen immer nach oben?

Beitragvon 84ck80n3 » 23. Juli 2016 20:28

Dank Dir für Deine Antwort!
Ich bin zwar konfirmiert, aber ganz und gar nicht christlich geprägt. Ich habe einfach mit dem Begriff GEBET Probleme. Denke ich das? Spreche ich das laut aus? Denke ich dabei an jemanden, an den das gerichtet sein soll? Ich steh da gänzlich auf dem Schlauch.
Ist ungefähr so, als würde ich Dich auffordern, den Atemregler zu installieren. Sagt Dir ganz sicher absolut gar nichts. Weder das Gerät noch die Handhabung.
Jedoch für mich als Tauchlehrer, sind das zwei Handgriffe, und das Ding ist installiert. 8-)

Herzliche Grüße!
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