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Meditieren in der Bahn Teil 2

Erfahrungen, Erlebnisse und Begegnungen

Meditieren in der Bahn Teil 2

Beitragvon Sherab Yönten » 15. Juli 2015 09:26

Das Thema hatte ich schon mal in einem anderen Forum eröffnet.
Damals ging es mir darum, meine Sadhana zu praktizieren.
Da die Bahnfahrt aber nur 12 Minuten dauert, fühlte ich mich unter
Zeitdruck gesetzt und habe nun gar nicht mehr in der Bahn meditiert.
Außerdem störten mich die Geräusche, speziell die Lautsprecherdurchsagen.
Andererseits ist das Zeitfenster (morgens vor der Arbeit) eigentlich optimal, um
eine regelmäßige Meditation zu kultivieren. Auf dem Sitzkissen
ist es ja nie ganz leise, die Ohren nehmen auch dort Geräusche wahr.

Welche Empfehlungen habt Ihr (hatte der Buddha) im Umgang mit den Geräuschen ?
Sollte man als primäres Meditationsobjekt den Atem nehmen und dann als
sekundäres Objekt die Geräusche ? Oder nur die Geräusche achtsam wahrnehmen ?
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Re: Meditieren in der Bahn Teil 2

Beitragvon om.a » 15. Juli 2015 09:31

Wenn die Durchsagen nicht wichtig sind, würde ich sie ausblenden.
Wichtig ist zu wissen, wann die Haltestelle kommt, an der Auszusteigen ist.
Das kann man/frau gut ins Unterbewusste einspeichern.

Einzelne Mudras sich zuhause "vorbereiten", und dann eher unauffällig praktizieren, mein Tipp.


Falls das nur eine Körperübung ist, setze ich es OT.

Off Topic
Eine meiner Übungen:
Zehenfühlen
Beginne mit der linken kleinen Zehe,
fühle und bewege diese, -
setze fort, dann die
kleine Zehe des rechten fußes.
danach alle 10 zehen gut durch - bewegen.

belebt und entspannt.
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Re: Meditieren in der Bahn Teil 2

Beitragvon asoka » 15. Juli 2015 11:08

Ich würde garkein Objekt verwenden sondern einfach beobachten was ist und wie etwas meinen Geist bewegt.

Ok die Durchsage was passiert mit meinem Geist.
Oder sehe den oder jenen Mensch warum werte ich diesen so oder so.

Habe die Erfahrung gemacht das ist spannender als Musik mit Kopfhörern zu hören oder ein Buch zu lesen wärend einer solchen Fahrt.
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Re: Meditieren in der Bahn Teil 2

Beitragvon Sherab Yönten » 16. Juli 2015 12:56

asoka hat geschrieben:Ich würde garkein Objekt verwenden sondern einfach beobachten was ist und wie etwas meinen Geist bewegt.


Was ich meinte ist "Shamatha". Bei einer solchen Meditation gibt es eigentlich immer auch ein Meditationsobjekt.
Oder könnte man dann sagen, der eigene Geist ist das Meditationsobjekt ?
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Re: Meditieren in der Bahn Teil 2

Beitragvon Tobias » 16. Juli 2015 14:54

Sherab Yönten hat geschrieben:
asoka hat geschrieben:Ich würde garkein Objekt verwenden sondern einfach beobachten was ist und wie etwas meinen Geist bewegt.


Was ich meinte ist "Shamatha". Bei einer solchen Meditation gibt es eigentlich immer auch ein Meditationsobjekt.
Oder könnte man dann sagen, der eigene Geist ist das Meditationsobjekt ?


bei Shamatha gibt es nicht immer ein Meditationsobjekt. Es gibt auch Shamatha ohne Unterstützung. Sogyal Rinpoche lehrt das. Das ist dann sowas wie Zazen.

Liebe Grüße
Tobias
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Re: Meditieren in der Bahn Teil 2

Beitragvon asoka » 16. Juli 2015 16:38

Tobias hat geschrieben:
Sherab Yönten hat geschrieben:
asoka hat geschrieben:Ich würde garkein Objekt verwenden sondern einfach beobachten was ist und wie etwas meinen Geist bewegt.


Was ich meinte ist "Shamatha". Bei einer solchen Meditation gibt es eigentlich immer auch ein Meditationsobjekt.
Oder könnte man dann sagen, der eigene Geist ist das Meditationsobjekt ?


bei Shamatha gibt es nicht immer ein Meditationsobjekt. Es gibt auch Shamatha ohne Unterstützung. Sogyal Rinpoche lehrt das. Das ist dann sowas wie Zazen.

Liebe Grüße
Tobias


Das meinte ich!
War mein aller erste Meditationsunterweisung auf dem Buddhistischenweg.
War ein Wochenende lang bei Rigpa.
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Re: Meditieren in der Bahn Teil 2

Beitragvon Sherab Yönten » 16. Juli 2015 17:56

Danke für Eure Korrekturen.
Ich kenne nur Shamatha mit Meditationsobjekt.
Und so meinte ich auch meine Frage:
Wie kann ich in der Bahn Shamatha mit Objekt
praktizieren wenn die Geräusche so intensiv
wahrgenommen werden ?
Ich habe irgendwo mal gehört, man könne
auch die Geräusche als Meditationsobjekt nutzen.
Stellt sich nur die Frage ob mit geschlossenen Ohren,
halb offenen Ohren oder ganz geöffneten Ohren *Scherz* !! :lol:
Jedenfalls komme ich in den 12 Minuten nicht
so tief in die Meditation, dass ich sie ausblenden könnte.
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Re: Meditieren in der Bahn Teil 2

Beitragvon voom » 16. Juli 2015 18:26

Ich denk das ist wirklich eine gute Übung für etwas in Richtung Mahamudra / Dzogchen: alle Geräusche sind Mantras, alle Gedanken Weisheit usw. bloss weil sie geschehen können. Mit der Nase das ist wohl eine besondere Herausforderung. Ein Lama sagte mal, der Geruchssinn ist der letzte Sinn der erleuchtet wird...
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Re: Meditieren in der Bahn Teil 2

Beitragvon Sherab Yönten » 16. Juli 2015 18:50

voom hat geschrieben:Ich denk das ist wirklich eine gute Übung für etwas in Richtung Mahamudra / Dzogchen: alle Geräusche sind Mantras, alle Gedanken Weisheit usw. bloss weil sie geschehen können. Mit der Nase das ist wohl eine besondere Herausforderung. Ein Lama sagte mal, der Geruchssinn ist der letzte Sinn der erleuchtet wird...


Auch ein guter Vorschlag, nur habe ich bisher keinerlei Unterweisungen in diese Richtung gehört.
Kann ich denn Dzogchen/ Mahamudra praktizieren ohne je eine Unterweisung dazu gehört zu haben ?
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Re: Meditieren in der Bahn Teil 2

Beitragvon voom » 16. Juli 2015 19:04

Die radikale Form kannst Du immer probieren, eigentlich sind die meisten tantrischen Meditationen so aufgebaut, dass so eine Phase drin vorkommt, damit hast Du eigentlich schon eine Unterweisung bekommen. Im Kern geht es dann ja blos darum, die Welt so rein und erleuchtet zu sehen, wie Du es kannst. Wenn Dir etwas "unrein" vorkommt oder Du innere Widerstände hast, kannst Du die einfach beobachten und zuschauen, wie sie sich wieder im Raum auflösen. Wenn die Welt eine Handlung erfordert oder eine Reaktion vollziehst Du die auch so gleichmütig wie es Dir irgendwie möglich ist. Selbst wenn Du jemanden oder Dich schützen musst, geht das kraftvoll ohne Zorn.
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Re: Meditieren in der Bahn Teil 2

Beitragvon Sherab Yönten » 16. Juli 2015 19:35

voom hat geschrieben:Die radikale Form kannst Du immer probieren, eigentlich sind die meisten tantrischen Meditationen so aufgebaut, dass so eine Phase drin vorkommt, damit hast Du eigentlich schon eine Unterweisung bekommen


....o.k. dazu müsste ich dann aber wohl doch eine vollständige Sadhana praktizieren, beginnend mit Zufluchtnahme, Bodhicita...bis zur Widmung ?
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Re: Meditieren in der Bahn Teil 2

Beitragvon asoka » 16. Juli 2015 20:33

Sherab Yönten hat geschrieben:
voom hat geschrieben:Die radikale Form kannst Du immer probieren, eigentlich sind die meisten tantrischen Meditationen so aufgebaut, dass so eine Phase drin vorkommt, damit hast Du eigentlich schon eine Unterweisung bekommen


....o.k. dazu müsste ich dann aber wohl doch eine vollständige Sadhana praktizieren, beginnend mit Zufluchtnahme, Bodhicita...bis zur Widmung ?



Nein, die Praxis nach dem Auflösen eines Yidam wird die Praxis bzw die Sicht zum Mahamudra.
Du stellst dich somit in die Sicht ein die du kennst nachdem du dein Sadhana auflöst.

Das ist mal eine Mahamudra erklärung von dir voom Hut ab bei mir machte es sofort klick!
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Re: Meditieren in der Bahn Teil 2

Beitragvon voom » 16. Juli 2015 20:40

Ob Du die ganze Sadhana dafür machen musst hängt davon ab, wie leicht Du in diese Sicht switchen kannst. Evtl. verkürzt Du die anderen Phasen und gehst ganz schnell zu der Phase über, die Du dann bis kurz vor dem Ziel hältst, dann eine schnelle Widmung bevor Du ankommst. Wirklich raus aus der Sicht musst Du ja gar nicht mehr, interessant ist dann evtl. sogar noch wie lange Du das weiter im Alltag halten kannst oder ggfls. zwischendurch mal "auffrischen"...
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Re: Meditieren in der Bahn Teil 2

Beitragvon Turmalin » 16. Juli 2015 21:36

du könntest doch ein kurzes Guru-Yoga praktizieren. DAs ist einfacher abzukürzen als eine Saddhana, meine ich.
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Re: Meditieren in der Bahn Teil 2

Beitragvon Samten » 16. Juli 2015 22:05

Tobias hat geschrieben:
Sherab Yönten hat geschrieben:
asoka hat geschrieben:Ich würde garkein Objekt verwenden sondern einfach beobachten was ist und wie etwas meinen Geist bewegt.


Was ich meinte ist "Shamatha". Bei einer solchen Meditation gibt es eigentlich immer auch ein Meditationsobjekt.
Oder könnte man dann sagen, der eigene Geist ist das Meditationsobjekt ?


bei Shamatha gibt es nicht immer ein Meditationsobjekt. Es gibt auch Shamatha ohne Unterstützung. Sogyal Rinpoche lehrt das. Das ist dann sowas wie Zazen.

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Re: Meditieren in der Bahn Teil 2

Beitragvon Karma Pema » 16. Juli 2015 22:06

Namaste Sherab Yönten

Geräusche können ja sogar so laut sein das sie in den Ohren weh tun. Wenn sie so laut sind das sie dich stören kannst du dir etwas in die Ohren stecken. Mache ich oft, weil die Welt laut geworden ist. Schütz die Ohren.
Manchmal stören Geräusche nicht und andermal sind die selben Geräusche störend.
Am Morgen auf so einer kurzen Fahrt würde ich nicht in eine Analyse gehen, welche Geräusche oder Dinge mich wie bewegen oder verändern, würde eher versuchen eine Weichheit aufrecht zu herhalten. Da Verspannungen lösen wo sie aufkommen. Nicht analysieren, nur lösen.

Noch eine Meinung :)

Gute Wünsche,
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Re: Meditieren in der Bahn Teil 2

Beitragvon asoka » 16. Juli 2015 22:42

Samten hat geschrieben:
Shikantaza, wenn mans so ganz genau benennen will(nur um der Korrektheit willen)


Korrekt ist jedoch das du die Formolierung aus dem Zen meinst mit Shikantaza.

Da Sherab aus dem Vajrayana kommt wird er mehr unter der Formolierung Mahamudra/Dzogchen finden.
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Re: Meditieren in der Bahn Teil 2

Beitragvon Sherab Yönten » 17. Juli 2015 07:23

Heute morgen habe ich es (seit langem mal wieder) ausprobiert und habe etwas Zeit gewonnen indem ich 5 Minuten früher losgegangen bin. So konnte ich auf dem Bahnsteig schon mit dem ersten Teil der Sadhana anfangen. Die Essenz der Sadhana (welche Teile das sind, wurden im Retreat erklärt) habe ich übrigens auf meinem Smartphone übertragen, so dass ich einigermaßen unauffällig rezitieren kann.

Zu den Geräuschen ist mir noch eingefallen: Man kann jedes Geräusch als Mantra wahrnehmen. Selbst das Geräusch einer laufenden Waschmaschine oder das Geräusch eines vorbei fahrenden Zuges oder das Geräusch der Lautsprecher Durchsagen. Diese Erklärungen hatte ich bis heute wieder total vergessen. Nimmt man diese Geräusche als Mantra wahr, dann gibt es keine unangenehmen (unreinen) Geräusche mehr, sondern nur noch reine Geräusche.

Ich analysiere nur ganz kurz wenn über Leerheit meditiert wird, dann erinnere ich mich an Nagarjuna und daran, dass Geist und Objekt voneinander abhängen und nicht getrennt voneinander existieren. Über Leerheit zu meditieren kann ja auch dazu führen, dass Verspannungen gelöst werden :)
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Re: Meditieren in der Bahn Teil 2

Beitragvon Magnetar » 17. Juli 2015 09:14

Dass es nicht möglich ist, Geräusche bzw. das Hören einfach "abzustellen", könnte man auch zum Anlass nehmen, das Thema "Nicht-Ich" näher zu betrachten. Welche Kontrolle habe ich über den Inhalt "meines" Kopfes (also auch "das Ohr")? Was bedeutet es, wenn "mein" Erleben (also auch "Hören") von etwas abhängt, das durch "Introspektion" nicht zugänglich ist?
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Re: Meditieren in der Bahn Teil 2

Beitragvon Karma Pema » 18. Juli 2015 02:24

Namaste

wir können ganz viel herausfinden wenn wir genau hinsehen. Dinge die nicht offen da liegen können wir verstehen.
Introspektion reicht dafür aber nicht aus. Das würde bedeuten nur sich selbst zu betrachten. Um mehr zu erfahren muss der Geist für alle Erscheinungen ein Gespür entwickeln, dann erfährt man Antworten bevor man Antworten erhält.

Gute Wünsche,
Karma Pema

Danke Sherab Yönten für deinen Bericht, er ist sehr wertvoll für mich, er inspiriert mich :)
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Re: Meditieren in der Bahn Teil 2

Beitragvon Ypsen » 18. Juli 2015 15:34

Wenn dich die Geräusche stören sind nicht sie es die stören, sondern dein Geist beschäftigt sich zu stark mit den Geräuschen. Mir hat es geholfen meine Aufmerksamkeit auf die störenden Geräusche zu legen. Was lösen sie in meinem Geist aus? Warum empfinde ich sie als störend? Wer wird gestört ...
Mit der Zeit werden diese als das wahrgenommen, was sie tatsächlich sind; nur Geräusche. Stötung empfindet nur der Geist, weil er sie so klassifiziert.
Willst du wissen wer du warst, schau wer du bist.
Willst du wissen wer du sein wirst, schau was du tust.
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Re: Meditieren in der Bahn Teil 2

Beitragvon Dakini » 18. Juli 2015 16:13

Ypsen hat geschrieben:Wenn dich die Geräusche stören sind nicht sie es die stören, sondern dein Geist beschäftigt sich zu stark mit den Geräuschen. Mir hat es geholfen meine Aufmerksamkeit auf die störenden Geräusche zu legen. Was lösen sie in meinem Geist aus? Warum empfinde ich sie als störend? Wer wird gestört ...
Mit der Zeit werden diese als das wahrgenommen, was sie tatsächlich sind; nur Geräusche. Stötung empfindet nur der Geist, weil er sie so klassifiziert.


Ich finde das sehr gut erklärt.
Ich selbst kann ziemlich alle Geräusche volkommen ausblenden, auch wenn sie mich im Alltag gnadenlos nerven. Sie berühren mich nicht, ich höre sie, aber sie lösen nichts in mir aus...sie gehören nicht zu mir.
Ist eine Art antrainierter Filter, denn es gibt andere Geräusche, bei denen ich sofort aufspringen muss, Meditation hin und tiefe Versenkung her. ;)
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