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meine persönliche Sichtweise auf das Forum

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meine persönliche Sichtweise auf das Forum

Beitragvon Tobias » 3. Dezember 2014 00:44

Nach konstruktiven Austausch mit 2 Freunden wurde ich ermutigt diesen Beitrag zu schreiben.

Ich bin einerseits der Meinung dass das Forum so ziemlich das gesittetste buddhistische Forum ist dass ich kenne.

Auf der anderen Seite gibt es für mich einiges dass mir persönlich nicht gefällt. Der Name des Forums wurde bewusst gewählt. Der Anfängergeist ist eine offene und wachsame Geisteshaltung und jeder sollte sich nach Kräften bemühen, beim schreiben möglichst nahe an diese Geisteshaltung zu kommen. Das dies natürlich nicht immer gelingt und es immer Verbesserungsmöglichkeiten gibt liegt auf der Hand.

Es wäre zu wünschen, dass bei Iritationen die ein Beitrag auslösen könnte dass entweder offen thematisiert wird oder eben einfach der Beitrag nicht beachtet wird. Was aber nicht geht ist die Abwertung eines Beitrags mit Minuspunkten. Meiner Meinung nach sollte jeder Standpunkt auch meiner kritisiert werden dürfen. Ich beziehe mich im Moment auf den Begriff Buddha-Beleidigng. Jeder hier in diesem Forum hat das Recht die Lehre oder das Verhalten eines "Meisters"(ist der allgemeinste Begriff der mir einfiel) zu kritisieren.

Ich selbst habe an einigen Stellen Teile des Palikanons kritisiert. (z.B. die Frage des Rechten Lebenserwerbs ich könnte aber auch durchaus Dinge und Sichtweisen aus dem Mahayana nehmen die persönlich für falsch halte) Der Punkt ist dass jede Meinung grundsätzlich erwünscht ist.

Der folgende Punkt ist mir noch wichtiger.

Alle hier schreibenden Buddhisten haben das Ziel der Befreiung aus Samsara bzw. die Erleuchtung. Vielleicht gibt es unter den Usern auch Menschen, die sich nicht als Buddhisten sehen und vielleicht einfach nur ihre eigenen Vorstellungen mit Buddhisten diskutieren wollen.
Aber allen Usern sollte gemeinsam sein dass sie "wachsen wollen". Mir ist bewusst dass einige spirituelle Menschen den Begriff Wachstum oder Fortschritt kritisch sehen. Aber für die Buddhisten gilt doch: "Wer schon befreit ist braucht sich nicht in Meditation richtiges Handeln usw. zu üben. Selbst jemand der alle Konzepte wie im Radikalen Dzogchen oder in einigen spirituellen Traditionen ablehnt, hat doch schon das Ziel eine bestimmte Geisteshaltung dauerhaft zu kultivieren.

Ich würde mir wünschen bzw. anregen dass das Forum sich mehr in diese Richtung weiter entwickelt. Also die Frage stellt wie kann ich persönlich mich auf meinem eigenen Pfad weiter entwickeln. Da die Praktiken und Texte und Sichtweisen der User unterschiedlich sind, würde das ein buntes Bild geben denn jeder könnte aus seiner persönlichen Sichtweise schreiben. Dabei geht es mir einfach darum mitzuerleben wie ihr und ich Dharma/Spiritualität interpretiert woran ihr und ich arbeitet wo es Reibungen oder Erfolge gibt.

Zur Zeit scheinen mir viele Diskussionen zu intelektualisiert. Das heißt aber nicht dass ich den Teil indem über einen Text bzw. eine philosophische Position diskutiert wird abschneiden möchte sondern ich wünsche mir dass er ergänzt wird. Aber wir wissen ja was der Buddha von Wünschen hielt :lol:

Was meint ihr?
Liebe Grüße und gute Nacht
Tobias
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Re: meine persönliche Sichtweise auf das Forum

Beitragvon om.a » 3. Dezember 2014 09:55

Hallo und Guten Morgen Tobias!

Meine persönliche Sichtweise auf "dieses" Forum, - danke das Du diesen Thread gesetzt hast, -
schreibe ich gerne, habe ich doch gestern abends auch noch darüber nachgedacht.

Ich lese gerne mit, und ich fühle mich dadurch als Teil einer Gruppe von Menschen, mich welchen mich eine gewisse
Grundstimmung
verbindet.

Obwohl ich nicht dafür geeignet bin, mich einem Regelwerk = z.B. "Zen-kloster" unterzuordnen, -
oder überhaupt nach stereotypen Vorschriften zu leben = zu denken, zu handeln,
mag ich die Grundregeln des Budhismus sehr.
Die "Diskusion", der "Diskurs" im BL in den gestrigen Tagen hat mich interessiert, Vergleiche aus der Welt der Philosophiegeschichte haben sich mir in Erinnerung gebracht.

Ein gutes Leben für UNS ALLE
wünscht om.a
:dankeschoen:
om.a
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Re: meine persönliche Sichtweise auf das Forum

Beitragvon voom » 3. Dezember 2014 11:55

Lieber Tobias,

grundsätzlich stimme ich Dir zu, was Deine Wünsche angeht.

Über das Thema der negativen Bewertungen jedoch haben wir uns im Forum ausgiebig ausgetauscht und sogar eine Umfrage gemacht, ob diese abgestellt werden sollten. Das Ergebnis bestätigte die von mir angeregte und voreingestellte Lösung, dass die Punkte weniger Auswirkungen haben als vorher und dass man erst negativ bewerten kann, wenn man eine gewisse Anzahl positiver Bewertungen von anderen Usern gesammelt hat. Das soll bezwecken, dass jeder sich ersteinmal in die Stimmung des Forums einfinden kann. Wessen Beiträge von anderen mehrheitlich nicht als konstruktiv gesehen werden, der kann auch nicht negativ bewerten. Auf diese Weise besteht eine grosse Chance, dass mit diesem Mittel behutsam und angemessen umgegangen wird.

Dass in erster Linie die Beiträge verbal kritisiert werden sollen, haben wir auch diskutiert und seit dem wurde meines Wissens kein negativer Punkt mehr vergeben. Es gab aber auch keinen Anlass mehr dazu.
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Re: meine persönliche Sichtweise auf das Forum

Beitragvon Tobias » 3. Dezember 2014 13:47

ja ok, aber die sache mit den karmapunkten war ja eher ein nebenaspekt des postings.

das andere war weitaus wichtiger.

liebe grüße
tobias
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Re: meine persönliche Sichtweise auf das Forum

Beitragvon voom » 3. Dezember 2014 14:36

Wie gesagt, allem anderen stimme ich zu :) Ich würde das auch begrüssen, obwohl ich ja wie Du weisst auch jeglicher Art rein intellektueller und philosophischer Diskussion nicht abgeneigt bin, solange sie respektvoll geführt werden... (In der Hinsicht bin ich vielleicht auch anteilig Gelugpa)
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Re: meine persönliche Sichtweise auf das Forum

Beitragvon Ayu » 3. Dezember 2014 23:59

Hallo Tobias,

ich hab's nicht ganz recht verstanden. Wie soll man denn mittels Tastatur anders als intellektuell diskutieren? *kopfkratz*
Um meine spirituelle Entwicklung mache ich mir ständig viele Gedanken und unternehme diverse Anstrengungen auf körperlicher, geistiger und spiritueller Ebene - aber diese Bemühungen finden nicht hier statt. So weit bin jetzt ich noch nicht, dass ich hier Vibrations übertragen könnte. :meditate:
Aber ich hab Dich bestimmt total falsch verstanden. Es war heut ein harter Tag und ich falle gleich ins Bett. Vielleicht versteh ich's besser, wenn ich es morgen nochmal lese...
Gute Nacht.
(P.S. Ich gehöre zu der Minderheit, die Minuspunkte nutzlos finden.)

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Re: meine persönliche Sichtweise auf das Forum

Beitragvon raterZ » 4. Dezember 2014 02:14

ich schnalle es auch noch nich ganz: du wünscht mehr von eigenen erfahrungen zu berichten? das ist nicht immer möglich oder gar einfach ^^
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Re: meine persönliche Sichtweise auf das Forum

Beitragvon Turmalin » 4. Dezember 2014 09:44

ich habe es ja gestern versucht, mehr was von mir zu erzählen, statt zu diskutieren. Es ist zwar ganz gut verlaufen, aber ich habe trotzdem Gründe, es nicht wieder zu tun. Es nimmt die Kraft raus aus der Praxis. Zuviel Reden drüber ist nicht gut. Ist besser, man versucht soviel wie möglich alleine klar zu kommen. Und wenn man irgendwie harkt, dann sich erst mal die Frage stellt, wem man etwas erzählen möchte.Das ist eine größere Entscheidung.
Und:Diskutieren macht ja auch Spaß :devil:
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Re: meine persönliche Sichtweise auf das Forum

Beitragvon voom » 4. Dezember 2014 12:29

raterZ hat geschrieben:ich schnalle es auch noch nich ganz: du wünscht mehr von eigenen erfahrungen zu berichten? das ist nicht immer möglich oder gar einfach ^^

Je mehr man verschiedene Sachen neu kennen lernt und diese ausprobiert, umso mehr hat man vielleicht zu berichten, was nicht zu sehr in die persönliche Tiefe geht. Das machen aber die wenigsten, die meisten haben eine Kernpraxis, und da gibt es dann meist auch keine besonderen Ereignisse, die man teilen kann. Insofern kann ich auf der einen Seite den Wunsch nachvollziehen, sich über neue Entdeckungen und Erfahrungen auszutauschen - weil ich ja auch so bin, mich gerne für neues zu öffnen und das auszuprobieren, gerade weil meine Kernpraxis inzwischen im Alltag mitläuft und daher relativ "unspektakulär" ist.

Was glaube ich nicht gemeint ist, ist dass wir unseren Alltagsfrust abladen oder von der neuesten Liebschaft prahlen. Ok, das kann man wenn man den Wunsch hat, im Sicheren Raum tun, aber darum geht es Tobias vermutlich nicht. Wenn man sich aber fragt, wie man am besten im buddhistischen Sinne mit etwas umgeht, das kann schon interessant sein. Dabei gibt es aber auch wieder verschiedene Typen: die einen möchten gerne eine klare, eindeutige Antwort die in ihr System passt. Das ist mehr der Typ, der sich normalerweise an eine bestimmte Schule bindet, um klare Linien zu haben, und das ist völlig legitim. Im Forum ist es natürlich sehr wahrscheinlich, dass man verschiedensten Methoden zu hören bekommt, die aus vielen verschiedenen Richtungen kommen. U.Umst. ist man danach noch verwirrter, was man denn nun eigentlich tun "soll". Oder man schaut, bei welcher Methode man am ehesten Freude empfindet, und probiert das aus. Man muss natürlich immer länger bei der Sache bleiben, denn Buddhismus und Meditation sind ja keine Pillen, die man schluckt und am nächsten Tag (oder in der kommenden Nacht) hat man eine Erleuchtung oder ein Ergebnis.
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Re: meine persönliche Sichtweise auf das Forum

Beitragvon Tobias » 4. Dezember 2014 14:08

Hallo Danke für euer Feedback

Hier sind wir an der Kernfrage die ich mir auch stelle: Welchen Inhalt sollte ein Forum für Buddhismus und Spiritualität haben. Klar wir können uns einfach alle ganz doll auf die Schulter klopfen und darüber senieren wie überlegen der Buddhismus allem anderen ist(hält sich in diesem Forum noch in grenzen)

Aber was bleibt dann noch? Was ich mit intelektuellen Diskussionen meine ist z.B. wo ist der Unterschied zwischen Begriff A und Begriff B Es gab Zeiten im Forum da ist diese Art des Diskussion arg ausgeufert und war auch nicht zielführend weil die tibetischen Begriffe zum Teil auch in den unterschiedlichen Traditionen unterschiedlich besetzt sind sodass kein Konsenz möglich ist.

Welchen Sinn könnte das Forum für euch persönlich erfüllen? Für mich bedeutet Sangha im weiteren Sinne dass man eine Gemeinschaft von Praktizierenden ist die praktizieren muss(was auch immer das im einzelnen heißt) weil jeder von Ihnen noch nicht befreit ist.

Also wie könnte das Forum dazu beitragen dass jeder einzelne diesem Ziel etwas näher kommt? Ich will nicht dass wir für jeden User einen Entwicklungsplan erstellen oder so'n quatsch. Aber es sollte doch schon in die Richtung gehen dass die Beiträge dazu führen dass man auch persönlich mit Geistesgiften bzw. allgemeiner gesprochen verdunkelungen besser umgehen kann bzw. dass man den meditativen Zustand besser im Alltag integrieren kann.

Das sind doch grobe ziele die die meisten praktizierenden wohl haben. Aber es könnten auch ganz andere Ziele sein.

ich versuche jetzt mal auf jede eurer Fragen/Kritik einzugehen

Ayu schrieb
ich hab's nicht ganz recht verstanden. Wie soll man denn mittels Tastatur anders als intellektuell diskutieren? *kopfkratz*
Um meine spirituelle Entwicklung mache ich mir ständig viele Gedanken und unternehme diverse Anstrengungen auf körperlicher, geistiger und spiritueller Ebene - aber diese Bemühungen finden nicht hier statt. So weit bin jetzt ich noch nicht, dass ich hier Vibrations übertragen könnte


Natürlich geht es hier nicht um Energie-übertragung Ermächtigungen oder sowas. Aber du sprichst einen wichtigen Punkt an: Es ist ja super dass du diese diversen Anstrengungen unternimmst, aber wieso klammerst du das Forum aus diesen Bemühungen aus? Ich meine i.d.R. sollten doch gerade hier Leute sein die dich verstehen können. Und hier geht es nicht nur um Kritik sondern auch mal um ein Weiter so oder vielleicht inspiriert deine Erfahrung auch jemanden zu etwas ganz neuem. Wenn dir das alles zu privat ist, dann ist das ok, aber dann frage ich dich: Was möchtest du statdessen im Forum diskutieren?

raterZ schrieb ich schnalle es auch noch nich ganz: du wünscht mehr von eigenen erfahrungen zu berichten? das ist nicht immer möglich oder gar einfach ^^



Ja da hast du vollkommen Recht. Du bist einer der User die ihre Praxis auch aus nicht buddhisitschen Quellen beziehn(zumindest wenn ich jetzt dreister Weise mal Schamanismus und Bön etwas ausklammere. Du weißt bestimmt was ich ausdrücken will) Dementsprechend kann ich mir gut vorstellen dass du individuelle Erfahrungen machst die der großteil der Praktizierenden in dieser Form nicht macht. Folglich scheint es schwer darüber zu sprechen.

Auf der anderen Seite hast du zumindest mit mir und ich denke auch mit Voom leute die einen ähnlichen Weg gehen zumindest derart dass sie auch etwas abseits der Linien sich befinden. Ich lebe hier z.B. mit einem sehr gebildeten Buddhisten zusammen. Bei genauerer Betrachtung viel mir aber auf, dass wesentliche Teile seines Denkens auch hinduistisch geprägt sind. Das klingt ja erstmal in teilen widersprüchlich. Auf der anderen Seite habe auch ich den Eindruck dass es häufig vorkommt dass die Erlebnisse die ich in der Praxis habe einfach nicht so recht zum klassischen Buddhismus passen. Hier hilft mir ein Austausch mit diesem Freund oft sehr weiter. Er verbindet meine Erfahrung mit allem buddhistischen und nicht buddhistischen Wisssen dass er hat und dadurch wurde mir oftmals vieles klarer.
Ähnlich könnte es dir ergehen indem du versuchst diese Ertfahrungen die zum Teil sehr schwer zu beschreiben sein können auszudrücken. Wenn du das nicht möchtest oder es dir zu schwierig ist ist das verständlich, aber dann die Frage auch an dich: Was willst du statdessen besprechen?

Turmalin hat geschrieben:ich habe es ja gestern versucht, mehr was von mir zu erzählen, statt zu diskutieren. Es ist zwar ganz gut verlaufen, aber ich habe trotzdem Gründe, es nicht wieder zu tun. Es nimmt die Kraft raus aus der Praxis. Zuviel Reden drüber ist nicht gut. Ist besser, man versucht soviel wie möglich alleine klar zu kommen. :devil:


Auch das ist eine verständliche Position

Deshalb habe ich mich auch aus dem Buddhaland zurückgezogen und da ich hier ähnliche Tendenzen sehe habe ich diese Diskussion angestoßen. Die Frage ist dann ob ein buddhistisches Internetforum für dich etwas brauchbares zu bieten hat oder nicht. ob es im Gegenteil nicht eine reine Ablenkung ist wie so vieles im Samsara. Wie könnte man das Forum für dich so gestalten dass es die Praxis eher stärkt als behindert? Sollte das nicht möglich sein, wäre es nur ein äußerst hinderlicher Teil von Samsara dem man nur durch entsagung begegnen könnte.

Ich bin gespannt auf eure Antworten

Liebe Grüße
Tobias
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Re: meine persönliche Sichtweise auf das Forum

Beitragvon raterZ » 4. Dezember 2014 14:24

achso ich verstehe jetzt was du meinst. das forum nicht als ablenkung benutzen, sondern nur wirklich versuchen konstruktiv zu bleiben.. ich werds probieren :)

aber zu den erfahrungen: manche gehören einfach in die indivudelle entwicklung und werden mit niemanden geteilt. das hat für mich nicht den grund, geheimniskrämerisch sein zu wollen, sondern ich will niemanden mit bestimmten erzählungen vorprägen.
manche entdeckungen können aber geteilt werden - und das mach ich auch.
den vorschlag andere spirituelle richtungen hinein zu bringen, werde ich auch mal machen. :mrgreen:
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Re: meine persönliche Sichtweise auf das Forum

Beitragvon voom » 4. Dezember 2014 14:42

Tobias hat geschrieben:Aber was bleibt dann noch? Was ich mit intelektuellen Diskussionen meine ist z.B. wo ist der Unterschied zwischen Begriff A und Begriff B Es gab Zeiten im Forum da ist diese Art des Diskussion arg ausgeufert und war auch nicht zielführend weil die tibetischen Begriffe zum Teil auch in den unterschiedlichen Traditionen unterschiedlich besetzt sind sodass kein Konsenz möglich ist.

Ich denke das kommt darauf an, was man draus macht. Wenn das Ziel nicht ist, sich auf eine "wahre" Bedeutung zu einigen, was nicht möglich und auch unsinnig ist, sondern eben genau diese Unterschiede herauszukristallisieren, um zukünftige Missverständnisse zu vermeiden, finde ich das extrem nützlich. Ein Beispiel wäre der Begriff "Rigpa" der im Dzogchen was anderes meint, als bei den Gelugpas. Oder Mahamudra, was einen komplett anderen Sinn bekommt zwischen Kagyü und Nyingma/Bön. Und im Hinduismus gibt es das Wort mit noch einer anderen Bedeutung. asoka hat im Praxisforum auch ein paar solcher begrifflichen Fragen aufgeworfen (samadhi, mahasamadhi), auch hier finde ich Klärung spannend und nützlich, nicht nur für uns sondern eben gerade auch, um den Diskurs zwischen den verschiedenen Richtungen konstruktiver gestalten zu helfen.

Natürlich geht es hier nicht um Energie-übertragung Ermächtigungen oder sowas.

Auch das ist durchaus möglich. Entfernung im Raum spielt keine Rolle, wenn man den Raum als das Gefäß begreift, indem wir alle geborgen und verbunden sind. Und ein bischen haben wir das auch schon gemacht, teilweise per PN, wenn es zu individuell ist, um für alle zu gelten, oder auch durch die eigenen Meditationen die im offenen und im Mitgliederforum stehen oder entstehen. Wenn man sich hier an der Tradition des Austauschs unter Yogis orientiert, nicht an den "offiziellen" Einweihungen, die aus klösterlichen Traditionen kommen, dann kann das eine ganz eigene Qualität entwickeln.
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Re: meine persönliche Sichtweise auf das Forum

Beitragvon raterZ » 4. Dezember 2014 16:19

jup, deine speziellen praxis texte haben eine art von übertragung.. kann ich bestätigen :mrgreen: ist ja auch klar, jeder spirituell praktizierende wird selber zum spender von segen. da muss er ja gar nicht viel für tun.
ich merk z.B. immer mehr auch die kraft, die in büchern steckt. bei manchen büchern muss ich nur ein paar zeilen lesen und ich bin für die praxis so motiviert, dass ich aufhören muss zu lesen um zu meditieren.
oder aber dass die meditation während man das buch liest einen völlig anderen blickwinkel bekommt kurzfristig.

der "austausch unter yogis" war ja auch die geburtsstunde des tantras warscheinlich. (also historisch gesehen - ich geh nicht unbedingt davon aus, dass buddha shakyamuni tantra lehrte. vor allem nicht, weil er kein mahayana lehrte. heißt aber nicht, dass ein nirmanakaya von ihm nicht auch unter diesen yogis war.)
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Re: meine persönliche Sichtweise auf das Forum

Beitragvon voom » 4. Dezember 2014 16:26

Diese komplizierten Einweihungen sind immer erst in den Klöstern entstanden. Und ja, genau, jeder, der sich an die Übertragungen hält, hält auch die Übertragungen ;)
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Re: meine persönliche Sichtweise auf das Forum

Beitragvon Ayu » 5. Dezember 2014 10:46

Lieber Tobias,
jetzt hat es Klick gemacht:
Du als Administrator machst Dir natürlich gestalterische Gedanken über das Forum, die vielleicht sogar in die Richtung von strategischen Plänen gehen.
Ich als User sehe das anders. Ich glaube nicht so sehr an die Planbarkeit von Inhalten und Vorgängen, die Moderation kann nur regulieren - einerseits. Andererseits muss man auch wachsen und geschehen lassen bis zu eine gewissen Maß, sonst drückt man es zu.

Für mich persönlich gestaltet es sich so, dass ich nie und nimmer alles teilen könnte (und sollte), was in mir vorgeht - einfach von der Masse her. :lol: Das würde jedes Forum komplett zu spammen und ich hätte keine Zeit mehr zum (er)Leben, weil ich nur noch am Schreiben wäre...
Insofern stimmt es nicht, was Du hier fragtest:
... aber wieso klammerst du das Forum aus diesen Bemühungen aus?

Nein, nein, ich klammere das Forum gar nicht völlig aus, nur ich kann hier eben nur ein Minimum teilen: das, was passend ist, was hilfreich ist für mich und andere. Und das mag intellektuell daherkommen. Das weiß ich nicht.

Was aber besprochen wird, ist für mich oft wie kleine Kostbarkeiten. Juwelen gefunden im Rasen oder so. Das entsteht aber zufällig und wie von selbst im Austausch. Man kann es nicht regulieren.

Also, ich sehe das mit den Inhalten eher organisch gärtnerisch: zuschauen, welche Keimlinge hervorkommen. Pflegen und fördern, was erwünscht ist und eindämmen, was an Unerwünschtem Überhand nehmen will. Ansonsten auch mal 5 gerade sein lassen, sonst wirkt der Garten steril und man arbeitet (reguliert) sich tot.

Der Dharma wird schon durchscheinen, wenn man ihn beachtet. Da hab ich vollstes Vertrauen. Geländer sind für mich da die sechs Vollkommenheiten:
Gebefreude: z.B. hier im Forum sich wertschätzend mitzu-teilen, Hilfe und Trost oder Rat anzubieten.
Ethik: buddhistische Ethik ist in meinen Augen die Grundlage, auch in Forums-Interaktionen: nicht lügen, rechte Rede, nicht überbügeln von anderen Meinungen ("töten")... usw. Da finden sich viele Parallelen.
Geduld: ist klar.
Tatkraft: das ist für mich dieses Nicht-Ermüden, weil man Wertschätzung hat.
Konzentration: also hier wäre es Achtsamkeit.
Weisheit: dass letztendlich doch all diese Erscheinungen leer von Eigensein sind und keine bleibende, unumstößliche Existenz darstellen...

Na ja. :meditate:

Also, zusammengefasst ist ein Forum für mich ein Kontaktpunkt zu anderen Dharmapraktizierenden. Das ist von unschätzbarem Wert, selbst wenn nicht immer alles harmonisch ablaufen sollte. "Sangha" ist mir da aber ein zu großes Wort, denn das ist ja die Gemeinschaft der Heiligen, zu der man Zuflucht nimmt - wenngleich ich doch sehr viele User als Dharmageschwister ansehe.

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Re: meine persönliche Sichtweise auf das Forum

Beitragvon voom » 5. Dezember 2014 13:47

Also, ich sehe das mit den Inhalten eher organisch gärtnerisch: zuschauen, welche Keimlinge hervorkommen. Pflegen und fördern, was erwünscht ist und eindämmen, was an Unerwünschtem Überhand nehmen will. Ansonsten auch mal 5 gerade sein lassen, sonst wirkt der Garten steril und man arbeitet (reguliert) sich tot.

Schönes Bild; und in Deinem Fall wohl ein Juwel aus langer Erfahrung, nicht nur ein ausgedachtes Bild ;)
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Re: meine persönliche Sichtweise auf das Forum

Beitragvon Ipek » 5. Dezember 2014 22:21

Tobias:
Also wie könnte das Forum dazu beitragen dass jeder einzelne diesem Ziel etwas näher kommt?


Du bist "tiefer" im Dharma "drin" als alle anderen hier; du bist selbstloser.
Doch man kann durch nichts erzwingen, erlangen, daß Leute sich mehr um andere kümmern als um sich selbst. Das ist karmisch. Eine Frage der Empathie, der Läuterung, der Öffnung durch ein intuitives Verständis der "kosmischen" Gemeinschaflichkeit und Leerheit, oder halt Einheit und Leerheit. Ein Huhn und eine Ente- sind sie gleich oder verschieden ?
Nicht-Zwei.
Dieses intuitive Empfinden besteht völlig unabhängig von intellektuellen Erwägungen. Das ist meine Erfahrung. Ich habe aufgehört Wesen zu ihrem Heil zu drängen. Zu einer Antwort muss es die entsprechende Frage geben. Wenn die Frage ( die Ursache ) noch nicht entstanden ist, wie soll eine Antwort, eine Gegenwärtigkeit (Wirkung) dann fruchten ?
Lass das los. Lass alle Interessen los. Interessen gehen Meinungen und Urteile voran. So "edel" und "nobel" sie auch sind, sind sie doch noch eigensüchtig.
Es besteht, Mönche, das Ungeborene, Ungewordene, Ungeschaffene, Unzusammengesetzte.
Wenn dieses Ungeborene, Ungeschaffene, Unzusammengesetzte nicht bestünde,- nicht wäre dann ein Entrinnen
aus dem Geborenen, Gewordenen, Geschaffenen, Zusammengesetzten zu erkennen.
Ud.VIII.3.
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Re: meine persönliche Sichtweise auf das Forum

Beitragvon Tobias » 5. Dezember 2014 23:34

Ich schreibe jetzt mal meinen ersten Impuls auch wenn es unachtsam ist aber so seid ihr näher an meinen Gefühlen dran.

Ich finde es völlig ok wenn sich Menschen nicht voll auf die Erleuchtung ausrichten(wobei uns allen gefühlte 20 Gegenargumente dazu einfallen).
Was mir missfällt ist die Gefahr sich hinter einer Maske zu verstecken. Ich habe kein Problem wenn jemand sagt, "ich möchte nicht ständig über Dharma und Erleuchtung nachdenken sondern lieber mal nen Porno gucken, shoppen gehen oder mich über Fussball unterhalten" Wenn das ehrlich gemeint ist kann all für den jenigen hilfreich sein.

Was mir an sich bei vielen Buddhisten missfällt ist das Bewusstsein dass wir schon alles einigermaßen richtig machen, denn immerhin verstehen wir das dharma so einigermaßen und unsere Meditation läuft auch so einigermaßen immerhin sind wir nicht erleuchtet da kann es nicht perfekt sein,(damit meine ich jetzt nicht unbedingt jemanden aus dem Forum hier)

Sicher soll man nicht verbissen sein Buddha sagte loslassen ist der Weg oder so ähnlich. An der Wand hier hängt ein Zitat des Buddha. "Es gibt keinen Weg zum Glück. Glücklich-Sein ist der Weg,

Das kann man alles so sehen. Ich persönlich fühle mich einfach bei einer anderen Art von Buddhisten aufgehoben. Ich habe einen Zen-Meister gehört der sagte "Ich muss jeden Tag auf dem Kissen bereit sein zu sterben das ist Meditation" Ein anderer Meister sagte dass er sich vor jeder Meditation vornimmt genau bei dieser Meditation Erleuchtung zu erlangen. Das finde ich für mich auch richtig denn auch das loslassen was du beschreibst Ipek geht denke ich viel schwerer ohne eine gewisse Konzentration. Das erlebe ich zumindest wenn ich mich ab und an in meiner Meditation dem Nimitta zuwende,

Es geht mir einfach darum die Mitglieder in diesem Forum einen gewissen Fokus versuchen zu bewahren. Sicher gezwungen wird niemand aber es war mir nur ein Bedürfnis das auszudrücken was in meinem Kopf war. Ob es nun heilsam oder unheilsam für die Mitglieder des Forums sein könnte kann ich nicht beurteilen. Meine Absicht war so gut es eben ging.


Nachtrag: Ipek sicher kann man nichts erzwingen aber die Weisen aus den Traditionen haben sich zumindest in Tibet doch auch ihre Gedanken gemacht wie man die Rahmenbedingungen für die Praxis oder das Studium verbessern könnte. Ein und die selbe lehre wurde zumindest in Tibet zigfach interpretiert und kommentiert nur um vielleicht einem menschen dharma noch auf eine andere art und weise nahezubringen die ihm vielleicht besser hilft verdunkelungen zu bereinigen.

Sicher wer sich der Erleuchtung vollständig gewiss ist der setzt sich einfach auf einen stein und meditiert oder verharrt in nichtmeditation wie man im dzogchen vielleicht sagen würde. Alle anderen wie z.B. ich brauchen meiner Meinung nach Rahmenbedingungen und müssen diese bei Bedarf manchmal auch verändern. Deshalb sagte ja auch der Buddha man solle sich vor Regen schützen indem man zuflucht sucht(eines der wenigen dinge die mir aus dem Palikanon im Gedächtnis geblieben sind)

die Rahmenbedingungen spielen also sehr wohl manchmal eine rolle wobei die Einstellung natürlich bedeutender ist.
Liebe Grüße
Tobias
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Re: meine persönliche Sichtweise auf das Forum

Beitragvon Turmalin » 6. Dezember 2014 15:29

Tobias, mich würde jetzt mal interessieren, ob du das ganz auf die Erleuchtung ausgerichtet sein, notwendig mit einer bestimmten Menge an Zeit, die man sitzt, verbindest. Mit Rückzug, Retreat oder so. Voom sagt in dem Thread "die Balance finden" noch mal im Detail etwas zum Geistestraining, bei welchem man nicht auf dem Kissen sitzt. (am Ende, in der Antwort von heute)
Wobei ich dazu sagen muss dass 20 Minuten Sitzmeditation, wie sie von vielen Meistern für Westler empfohlen werden, die Basis sind. Ich kann mir nicht vorstellen, das in Frage zu stellen. Meine Frage ist, ob du unter ganz auf die Erleuchtung ausgerichtet sein notwendig mehr Zeit und eine Retreatigere Umgebung verstehst.
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Re: meine persönliche Sichtweise auf das Forum

Beitragvon raterZ » 6. Dezember 2014 20:15

20m minuten? chögyam trungpa sprach damals von 3 stunden minimum ^^
unter 45m würde ich auch keine meditation wirklich empfehlen. ist meine erfahrung dass 45m minimum sind um wirklichen einen stein zu legen, auf dem man am nächsten tag weiter aufbauen kann.
- meine Aussagen bezüglich des Vajrayanas beziehen sich größtenteils auf eigene Erfahrung -
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Re: meine persönliche Sichtweise auf das Forum

Beitragvon Tobias » 6. Dezember 2014 20:23

Turmalin hat geschrieben:Tobias, mich würde jetzt mal interessieren, ob du das ganz auf die Erleuchtung ausgerichtet sein, notwendig mit einer bestimmten Menge an Zeit, die man sitzt, verbindest. Mit Rückzug, Retreat oder so. Voom sagt in dem Thread "die Balance finden" noch mal im Detail etwas zum Geistestraining, bei welchem man nicht auf dem Kissen sitzt. (am Ende, in der Antwort von heute)
Wobei ich dazu sagen muss dass 20 Minuten Sitzmeditation, wie sie von vielen Meistern für Westler empfohlen werden, die Basis sind. Ich kann mir nicht vorstellen, das in Frage zu stellen. Meine Frage ist, ob du unter ganz auf die Erleuchtung ausgerichtet sein notwendig mehr Zeit und eine Retreatigere Umgebung verstehst.



Hallo Turmalin,

Das hängt von der Methode der Meditation ab bin ich der Meinung. Ich kenne die Aussage von 20 Minuten Meditation glaube ich von Sogyal Rinpoche aber auf jeden Fall von einem Dzogchen Meister. Wobei dieser auch sagte er kenne keinen Text wo wirklich 20 Minuten steht er verstand das als eine eher westliche Frage. Wie Raterz bereits sagte gibt es andere Meister die das anders sehen. Das worauf Voom glaube ich abziehlte war eher nicht-meditation im Sinne des Dzogchen oder Zen(wobei es da glaube ich anders heißt)

Nein es geht mir nicht um die Zeit die man auf dem Kissen sitzt sondern um eine geisteshaltung.

Liebe Grüße
Tobias
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Re: meine persönliche Sichtweise auf das Forum

Beitragvon Turmalin » 6. Dezember 2014 20:39

ich habe auch gute Erfahrungen mit viel meditationszeit. Aber ich wollte erst mal wissen, was Tobias eigentlich von uns will ;) und versuchte mich da ranzutasten.
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Re: meine persönliche Sichtweise auf das Forum

Beitragvon Ipek » 9. Dezember 2014 22:16

Das Verlangen nach Erwachen / Erlöschen ist meiner Meinung nach ein karmischer Impuls des Geistes. Er wird ins Leben mitgebracht. Seung Sahn, ein sehr geschätztes Vorbild für mich, sagt, daß "buddhistisches Karma " sehr selten ist, was bedeutet, daß dieses - unbedingte - Bestreben um das Aufheben der Gifte und nach Erleuchtung auch selten ist.
Mir scheint, wir schaffen uns die Bedingungen, damit diese Frucht aufkommt; das ist ein außerordentliches Leidens(Dukkha-)Bewusstsein, was insbesondere die Vergänglichkeit ( anicca ) und die Unzufriedenheit ( Unerfülltheit - anatta - ) betrifft;
eine gewisse Sensibilität für die subtile Reibung, "das brennende Haus", für die Unausweichlichkeit des 12 Gliedrigen Entstehens und Vergehens. Es ist eine ganz intuitive Erkenntnisfähigkeit der Unentrinnbarkeit inmitten des "gewöhnlichen" Lebens das antreibt.
Es besteht, Mönche, das Ungeborene, Ungewordene, Ungeschaffene, Unzusammengesetzte.
Wenn dieses Ungeborene, Ungeschaffene, Unzusammengesetzte nicht bestünde,- nicht wäre dann ein Entrinnen
aus dem Geborenen, Gewordenen, Geschaffenen, Zusammengesetzten zu erkennen.
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Re: meine persönliche Sichtweise auf das Forum

Beitragvon Buddhaghosa » 11. Dezember 2014 14:01

Hallo Tobias,

Tobias hat geschrieben:Ich finde es völlig ok wenn sich Menschen nicht voll auf die Erleuchtung ausrichten


kannst du bitte einmal etwas mehr darüber schreiben, was du unter einem Leben "voll auf Erleuchtung ausgerichtet" verstehst? Wie sieht so etwas, was kommt vor, was nicht etc?

Gruß
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Re: meine persönliche Sichtweise auf das Forum

Beitragvon asoka » 11. Dezember 2014 15:20

Ich vertrete die selbe Meinung wie Tobias.
Sobald man sich zu fixiert verfehlt man das Ziel.

Die Erleuchtung gibt es nicht meiner Meinung nach.
Sondern hat man diese erreicht muss man diese erstmal erhalten diese Sicht.

Viele Meinen die Erleuchtung ist das Endziel.

Gruss asoka
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