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Mantras

Buddhismus und buddhistische Praxis in allen Schulen und Richtungen

Mantras

Beitragvon Sherab Yönten » 25. Juni 2015 17:56

zitiert aus Wikipedia:

Das Sanskritwort mantra (auch mantram[2]) wird meist als Maskulinum verwendet, seltener auch als Neutrum. Im deutschen Sprachgebrauch ist Mantra meist sächlich, seltener wird das Maskulinum gebraucht.

Das Sanskritwort mantram vereint die beiden Wortwurzeln manas (Geist)[3] und tram (Schutz, schützen[4] bzw. Instrument[5]), so dass die wörtliche Bedeutung Geistesschutz bzw. Schutz des Geistes, aber auch Instrument des Geistes/Denken sein kann. Mantras als Mittel der Meditation, wie zum Beispiel im Vajrayana Buddhismus (Stichwort Mantrayana), dienen der Wortbedeutung nach folglich dazu, den Geist respektive das Denken zu schützen - und zwar vor schädlichen Vorstellungen und Konzepten. Die Idealvorstellung ist also, dass während das Mantra rezitiert wird, sich der Geist an die positiven Inhalte der Worte des Mantras bindet und somit nicht mit anderen, d. h. negativen Gedanken beschäftigen kann.


Verwendet ihr Mantras eigentlich auch im Alltag ?
Ich habe für mich beobachtet, dass ich sie manchmal ganz automatisch im Geiste entstehen lasse, manchmal fange ich leise an zu singen, manchmal gibt es die Praxis, Mantras zu sammeln (hatten wir hier ja auch schon).
Wenn man diese Definition zugrunde legt finde ich es total sinnvoll, Mantras auch unabhängig von irgendeiner formalen Meditation zu murmeln/ singen u.s.w., denn sie wirken schützend, sind also eigentlich eine Zuflucht.
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Re: Mantras

Beitragvon voom » 25. Juni 2015 18:11

Ja ich verwende Mantras eigentlich ständig unabhängig von der Meditation...
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Re: Mantras

Beitragvon asoka » 25. Juni 2015 18:27

Stellt sich bei mir wärend des Tages immer wieder von selbst ein.
Früher das Mantra Manjushris nun von Tara warum auch immer.
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Re: Mantras

Beitragvon Dakini » 25. Juni 2015 18:31

klar...bei mir ist es sehr oft automatisch und je nach Situation das entsprechende Mantra.
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Re: Mantras

Beitragvon Wanderer » 25. Juni 2015 18:39

Hi !

Ja, zur Zeit jeden Tag bei der Puja-Praxis.
Aber Hymnen ("Stotram's") hab ich auch sehr gerne...Riesen Vorteil: Keine "Einweihung/Diksha" erforderlich :mrgreen:
Und schon "aufgeladene" Mantren von echten Gurus...verwende ich auch...weil passender Rhytmus, Atemtechnik, Aussprache,...e.t.c
Allerdings sind das Hindu Mantren und Hymnen... :oops: ;)



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Re: Mantras

Beitragvon Sherab Yönten » 25. Juni 2015 18:44

Kennt Ihr Hein Braat (Mantrasänger) ?


Video direkt über Youtube aufrufen
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Re: Mantras

Beitragvon voom » 25. Juni 2015 18:52

Das Gayatri fand ich auch immer klasse... :)

Ansonsten im Alltag vor allem Tara
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Re: Mantras

Beitragvon Wanderer » 25. Juni 2015 18:57

Hallo !

@Sherab Yönten
Nein, kannte ich nicht.
Ist gar nicht schlecht. :)

Aber einer der "Besten" ist meiner Meinung nach Marcus Tan.
Er hat auch Mantren zu Schützern,...e.t.c

Link: https://www.youtube.com/user/markuscstan

...er übersetzt auch teilweise..also er lädt die Mantran und Dharanis auf Youtube hoch...bezüglich der Aussprache...
So kann man gleich kontollieren, ob Mr. Liew sich auch nicht geirrt hat... 8-)



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Re: Mantras

Beitragvon asoka » 25. Juni 2015 19:13

Ich fand das aus der Hinduecke gut wobei Krishna das finde ich allgemein super.


Video direkt über Youtube aufrufen

Und diese interpretation von Tara zählt zu meine Favoriten und meine Tochter hört es gern zum Einschlafen


Video direkt über Youtube aufrufen.
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Re: Mantras

Beitragvon Sherab Yönten » 26. Juni 2015 07:55


Video direkt über Youtube aufrufen

Om Namah Shivaya - Hein Braat :)
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Re: Mantras

Beitragvon Dakini » 26. Juni 2015 08:20

das berührt mich immer wieder - - - -
stark und vielschichtig

Kurukulle :heart:


Video direkt über Youtube aufrufen
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Re: Mantras

Beitragvon voom » 26. Juni 2015 09:18

Das soll jetzt keine Bewertung sein, weil es ja Geschmackssache ist, aber für mich persönlich sind die meisten gesungenen Mantras auf Youtube zu weichgespült. Ich mag es mehr wenn sie rezitiert werden, so wie es die Tibeter üblicherweise machen. Das findet man aber selten als Audio im Netz...
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Re: Mantras

Beitragvon Sherab Yönten » 26. Juni 2015 10:00

Dagyab Rinpoche hat mal gemeint, er fände es schön wenn die Mantras häufiger gesungen werden. Die Melodien sind ja nicht wirklich schwer zu erlernen. Ich persönlich mag es sehr gerne, Mantras mitzusingen. Das kommt (bei mir) dann irgendwie "mehr vom Herzen" als vom Intellekt.
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Re: Mantras

Beitragvon voom » 26. Juni 2015 10:11

Auch da gibt es ja verschiedene Melodien - ganz verschnörkelt oder eher schlicht. Da mag ich auch das Schlichte lieber. Ich mag es, weil es für mich "hypnotischer" wirkt. V.a. aber ohne instrumentale Musik dazu... Aber nochmal, das ist wirklich einfach nur mein persönlicher Geschmack :)
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Re: Mantras

Beitragvon Dakini » 26. Juni 2015 10:22

voom hat geschrieben:Auch da gibt es ja verschiedene Melodien - ganz verschnörkelt oder eher schlicht. Da mag ich auch das Schlichte lieber. Ich mag es, weil es für mich "hypnotischer" wirkt. V.a. aber ohne instrumentale Musik dazu... Aber nochmal, das ist wirklich einfach nur mein persönlicher Geschmack :)



Ja, das ist wohl Geschmacksache.
Hier ist das Kurukulla Mantra nicht gesungen-ein grosser Unterschied, oder?

Video direkt über Youtube aufrufen

In den Reiseberichten, die ich über Tibet gesehen und gelesen habe, wurde immer wieder erwähnt, dass die Menschen viel singen, fröhliche Melodien. Keine Ahnung, ob es Mantras sein können, aber ich möchte das nicht ausschliessen.

edit: ich glaube es war Garchen Rinpoche, der die Bedeutung des Singens betonte....
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Re: Mantras

Beitragvon voom » 26. Juni 2015 11:16

Also das gesprochene Kurukulle-Mantra da finde ich jetzt eher belustigend... Man kann es mir aber auch nicht recht machen ;) Zumindest nicht mit Youtube-Videos...

So vielleicht schon eher:

Video direkt über Youtube aufrufen
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Re: Mantras

Beitragvon Wanderer » 26. Juni 2015 15:05

Hallo !

@voom
Hier wäre noch eine "Alternative"...

Link:
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Re: Mantras

Beitragvon Shugenja » 18. Juli 2015 11:45

Auf diesem Kanal findet man oder frau eine vielzahl von Mantren, obwohl die Quelle (True Buddha School, https://en.wikipedia.org/wiki/True_Buddha_School) nicht sehr seriös sein soll
https://www.youtube.com/channel/UC3NeFe ... B-MHiHlLQQ
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Re: Mantras

Beitragvon sunretam » 25. Juli 2015 09:14

Das sind alles wunderschöne Interpretationen, bei denen man sich herrlich entspannen kann. Negative Eigenschaften wie zum Beispiel Aggressionen treten zurück oder verschwinden. Wir hören viel zu wenig solcher erhebender Musik, dabei sind wir zu vollgestopft mit Sorgen, Aufgaben des Alltags und sonstigem Stress. Wir sollten mehr singen, einfach im Alltag mehr singen! Und dabei ist es egal, ob es Mantras sind oder ein Volkslied.
Wir haben das Singen verlernt. Wenn man noch zwei Generationen zurückdenkt, da haben auch die jungen Leute wie selbstverständlich zwischendurch immer mal gesungen oder gemeinsam ein Volkslied angestimmt. Es fördert den Gemeinsinn und den Zusammenhalt, sowie alle möglichen positiven Eigenschaften.
Heute kennt man kaum noch Volkslieder. Das ist sehr schade. Wir Konvertiten des Buddhismus suchen uns Mantras von Spezialisten, die oft aus anderen Ländern kommen, dann lassen wir sie verzieren durch Instrumentalbegleitung überwiegend westlichen Stils; dabei vergessen wir, dass es genauso gute eigene Schätze gibt. Liebe Leute, werdet Mitglieder in einem Chor, ich sage es Euch, und die Laune hebt sich, Einsamkeit verfliegt!

Was mich betrifft, ich höre sehr gerne klassische Musik.
Als Kind am liebsten von Renaissance bis Rokoko, heute sehr gerne von der klassischen Neuzeit bis in die Gegenwart, aber grundsätzlich alles, vertikal durch die Zeiten. Außerdem speziell authentische ethnische Musik, beispielsweise mongolisches Obertonsingen oder Didgeridoo. Also eine breite Palette.

Was die Mantras im engeren Sinne betrifft, da bin ich eher zurückhaltend. Ich habe darüber nachgedacht, woran das liegt, und bin zu folgendem Schluss gekommen:
bis zu meinem fünften Lebensjahr konnte ich noch nicht lesen. Jedenfalls nicht fließend. Wenn ich mir also etwas einprägen wollte, so dachte ich mir eigene "Mantras" aus und sang diese mit eigens erdachter Melodie: "Das gelbe Haus hat drei Etagen, hahaha, das gelbe Haus hat drei Etagen, hahaha...", "Tante Mine wohnt über der Kantine, trallala, Tante Mine wohnt über der Kantine, trallala...", "übernächste Straße wohnt ein Knilch, da kauft man auch die Milch, übernächste Straße wohnt ein Knilch, da kauft man auch die Milch..." undsoweiter.
Dieses kopfgesteuerte Merksystem war also verknüpft mit Automatismus durch die Wiederholung.
Beim Kennenlernen von Mantras, die zum Beispiel aus einzelnen Sätzen bestehen, aktivierten sich bei mir diese Hirnzentren wieder, obwohl ich natürlich Jahrzehnte nicht darauf geachtet hatte, schließlich brauchte ich mein damaliges Hilfsmittel nicht mehr, kann ja längst lesen.
Daher komme ich heute am besten mit Bija-Mantras zurecht. Das sind Keimsilben wie das HUM, AH, HRIH und dergleichen. Wenn ich da an meine Kindheit denke, war es ähnlich! Solche und ähnliche Einzel-Laute versetzten mich "irgendwie" in einen subtileren Zustand. Damals habe ich sie mir noch "ausgedacht", zum Beispiel ein langgezogenes Uuuuuhh.

Ansonsten kann ich voom nur zustimmen, auch ich bevorzuge, wenn es um spirituelle Praxis geht, das Schlichte und Authentische.

LG - s.
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Re: Mantras

Beitragvon voom » 25. Juli 2015 14:56

Ich würde sagen, die "Kids" singen durchaus, nur halt nicht die alten Volkslieder ;) (Und das ist ja auch Geschmackssache...) Die Zeiten als man zuletzt hierzulande weitläufig "begeistert" das Volkstum gepflegt hat, hat dieses wohl nachhaltig verdorben....
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Re: Mantras

Beitragvon sunretam » 25. Juli 2015 19:51

Da irrst Du Dich aber gewaltig, voom.

Noch in den sechziger Jahren wurden Volkslieder gerne gesungen. Und sie machen Spaß, sind oft witzig! Hast Du Dich jemals bemüht, die Texte zu studieren?
Und diese Lieder sind gleichzeitig sensibel und feinfühlig.

Ich schätze, Du bist jünger als ich. Vielleicht von der Generation, die antiautoritär erzogen wurde, da gab es Kinderläden.
Das war auch die Zeit, als man viele Märchen versuchte umzuschreiben, weil sie angeblich zu grausam für Kinder seien (z. B. die Hexe wurde in den Ofen geschubst, "das kann man einem Kind nicht zumuten").
Die Alten haben damals sehr viel Tiefblick ins Unterbewusstsein bewiesen, während man in den Siebzigern solche Art Märchen ablehnte. Zum Glück hat sich das auf Dauer nicht durchgesetzt.

Zurück zu den Volksliedern und gesungenen Mantras:
ich stelle fest, dass ein Bedürfnis besteht nach einfachen Sätzen und abgerundeten, beruhigenden Melodien.
Die Lebensart wird immer hektischer, das verunsichert uns und wir suchen Halt. Hört man ein schönes Mantra mit angenehmer Melodie, so beruhigt es die Nerven. Doch sollten wir uns keine Illusionen machen, denn Nervenberuhigung ist noch lange nicht dasselbe wie eine spirituelle Erfahrung.
Ein Mantra kann man auch allein hören. Man legt sich einfach eine CD auf oder klickt hier einen Link an und dann entspannt man sich darin. Dabei ist man dann immer noch einsam; man kann es auch allein singen.
Aber Volkslieder als Konserve zu hören, das ist nicht der Sinn der Sache. Volkslieder sind etwas für den Austausch zwischen sich selbst und anderen. Daher empfinde ich sie eher als vajrayanisch, weil sie etwas mit uns machen. Sie tragen dazu bei, den Weg eines Bodhisattvas aufzuzeigen.

LG - s.
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Re: Mantras

Beitragvon voom » 25. Juli 2015 20:22

Mantras sind ja nicht nur einfach irgendwelche "einfachen Sätze mit beruhigender Melodie", sie sind sozusagen die "Telefonnummern der Buddhas". Insofern finde ich den Vergleich mit Musik welcher Art auch immer nicht wirklich passend, weil das die Ebenen vermischt. Was Du hier mit "vajrayanisch" meinst, ist mir nicht klar. Nicht alles, was Entwicklungsprozesse auslöst, oder andere Prozesse, ist deswegen "vajrayanisch". "Tantrisch" könnte man sagen, wenn die Zielsetzung passt, Vajrayana zeichnet sich aber vor allem durch die Identifikation mit der eigenen Buddhanatur aus, und wenn das nicht enthalten ist, ist es auch nicht vajrayanisch.

Versteh mich nicht falsch, ich habe nichts gegen Volkslieder, und ich finde auch, dass unsere alten spirituellen Kulturen unterschätzt werden; das hat aber natürlich auch seine Gründe. Man merkt vor allem auch der deutschen Sprache an, dass sie mal eine tiefe Spiritualität transportiert hat, die heute noch durchscheint. Da ich die Runen intensiv studiert habe, ist mir da einiges aufgefallen, was einem gar nicht so bewusst ist im Alltag. Allerdings muss man auch sagen, dass diese alte europäische spirituelle Kultur einige Lücken hat und so etwas wie die höchsten Ebenen im Buddhismus fehlt komplett.

Ich bin für eine offen Herangehensweise und den Vergleich zwischen spirituellen Kulturen. Allerdings kommt man auch nicht weiter, wenn man dabei zu viele Überschneidungen konstruiert. Man sollte auch bei einem Vergleich die Dinge da stehen lassen, wo sie hingehören und das Vokabular nicht durcheinander bringen.
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Re: Mantras

Beitragvon sunretam » 26. Juli 2015 17:43

Hallo voom,

sprichst Du da auch aus eigener Erfahrung, oder haben Deine Ausführungen eher etwas mit Lehrinhalten zu tun, wie man es auf Seminaren mitbekommt?

Ich bin immer für frische, eigene Erfahrungen, echte innere Erlebnisse.
Vielleicht kannst Du mal Beispiele nennen von inneren Erlebnissen, die unabhängig von der Einteilung in "vajrayanisch" oder "tantrisch" für sich sprechen.
Ich berufe mich dazu auf die berühmte Rede des Buddha an die Kalamer: "Geht nicht nach dem Hörensagen..." usw., frei übersetzt und in dem Sinne: ...nicht nach Kategorien und Definitionen..., sondern: es geht um eine ungekünstelte freie Sicht, die keine vorgegebenen Unterscheidungen impliziert. Ohne angehängte Attribute und erlernte Inhaltsmengen, ohne Einteilungen in "so" oder "so".

Leider muss ich widersprechen, dass irgendwo irgend etwas fehlt.
Alles ist da, man muss es nur erfahren.

LG - s.

P. S. ansonsten weise ich auf meinen Beitrag von gestern Abend, 19.51 Uhr hin.
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Re: Mantras

Beitragvon voom » 26. Juli 2015 18:08

sunretam hat geschrieben:sprichst Du da auch aus eigener Erfahrung, oder haben Deine Ausführungen eher etwas mit Lehrinhalten zu tun, wie man es auf Seminaren mitbekommt?

Das kommt darauf an, was Du mit "da" meinst - allein mein letzter Beitrag schneidet 3 verschiedene Themen an. Generell: ich spreche sowohl aus eigener Erfahrung als auch aus meinen Wissensfundus.

Wenn ich z.B. sage, dass es dem germanischen und keltischen Heidentum am Ebenen fehlt, die der Buddhismus beinhaltet, dann spreche ich aus beidem gleichzeitig. Die Runen sind z.B. eine sehr lebendige Erfahrung für mich, bzw. gewesen.

Ich bin immer für frische, eigene Erfahrungen, echte innere Erlebnisse.

Wie Du an meiner Profilangabe "Mystiker" sehen kannst, bin ich das auch - das ist die wesentliche Bedeutung davon.

Leider muss ich widersprechen, dass irgendwo irgend etwas fehlt.
Alles ist da, man muss es nur erfahren.

Aber ohne Wissen kann man Erfahrungen nicht einordnen. Und wenn eine Lehre keinen Weg zu einer Erfahrung anbietet, hat die Erfahrung keinen Bezug zu dieser Lehre und ist möglicherweise auf andere Ursachen zurück zu führen, als auf diese Lehre.

In dem Sinne fehlt es vielen Lehren an einer ganzen Menge. Dem Universum fehlt es natürlich an nichts, aber das nützt wenig wenn man keinen Weg dahin findet.

Die Einteilung in "vajrayanisch" oder "tantrisch" dagegen ist keine Frage der Erfahrung, sondern der Wissenskategorien und Wortbedeutung. Wenn "Vajrayana" bedeutet, dass es die Kernpraxis ist, sich mit der eigenen Buddhanatur zu identifizieren, dann kann etwas das diese Kernpraxis nicht kennt, auch nicht "vajrayanisch" sein. Dafür reicht es - s.o. - nicht, wenn man zufällig eine solche Erfahrung macht, während man etwas anderes praktiziert, weil "Vajrayana" sich auf die Methode und nicht auf die Erfahrung bezieht. Ähnlich ist es bei "tantrisch" - die Basis von Tantra ist die Einheit von absoluter und relativer Wahrheit. Wenn eine Lehre - wie heidnischen Lehren Europas - einen klaren Dualismus lehrt, dann kann sie nicht tantrisch sein, auch wenn man hier und da ähnliche Erfahrungen machen kann. Da ausserdem das buddhistische Tantra eine konkrete Ethik mit einschliesst, kann man sogar dann buddhistisches Tantra nicht mit anderen Lehren gleichsetzen, wenn man mal die exakt gleiche Erfahrung macht, weil die Zielsetzung unter der die Erfahrung angestrebt wird, nicht die gleiche ist.

Ich kann einen Apfel (Erfahrung) von einem Baum pflücken (die eine Lehre), oder in einem Supermarkt kaufen (die andere Lehre). Deswegen ist ein Baum aber kein Supermarkt und ein Supermarkt kein Baum. Ein Apfel ist auch nicht "baumisch" oder "supermarktisch", obwohl man die Frucht an beiden Orten findet.
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