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Trägheit

Einfache Fragen und Antworten (nicht nur) für Buddhismus-Neulinge

Trägheit

Beitragvon Dakini » 12. Juli 2015 06:29

Eines der 5 Hindernisse ist die Trägheit.

Was genau ist unter spiritueller Trägheit zu verstehen?

Ist es das Nichtanstrengen?
Das in der Selbstgefälligkeit verweilen?
Antriebslosigkeit?
Könnt Ihr mir es vielleicht an Beispielen erklären?
Und natürlich, wie Ihr sie überwindet.
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Re: Trägheit

Beitragvon om.a » 12. Juli 2015 10:44

Dakini hat geschrieben:Eines der 5 Hindernisse ist die Trägheit.

Was genau ist unter spiritueller Trägheit zu verstehen?

Das in der Selbstgefälligkeit verweilen?


Durch Meditation kann ich erkennen, was mein "Lebensweg", meine Lebens AUFGABE sein kann.
(immer in Möglichkeitsform, als eine unter vielen)

Was ist die schwierigste Lösung, welche die leichteste?
Wie fühlt es sich für mich an, auf der Gefühlsebene, wie auf der
Verstandesebene.

Bitten um Kraft und Erkenntnis.

Mal geht alles wie von Selbst, mal bedarf es Überwindung von Hindernissen.
Dieses ist der Motor, + & -

Die Lebens - Endlichkeit, dieses eine kostbare Leben Abend für Abend, Tag für Tag in vollem Bewußtsein leben.
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Re: Trägheit

Beitragvon Ayu » 12. Juli 2015 18:16

Dakini hat geschrieben:Eines der 5 Hindernisse ist die Trägheit.

Was genau ist unter spiritueller Trägheit zu verstehen?

Ist es das Nichtanstrengen?
Das in der Selbstgefälligkeit verweilen?
Antriebslosigkeit?
Könnt Ihr mir es vielleicht an Beispielen erklären?
Und natürlich, wie Ihr sie überwindet.

Mein Lehrer erklärt immer mehrere Arten der Faulheit. Neben der normalen Faulheit, die hier jeder auch als solche versteht, nennt er auch Minderwertigkeitskomplexe ("Kann ich ja doch nicht, deshalb fange ich gar nicht erst an") als eine Art von Faulheit. Und noch eine weitere Form der Faulheit ist das ewige Beschäftigt-sein. Wenn man immer so sehr beschäftigt ist, dass man keinesfalls Zeit für die Dharmapraxis hat, dann ist das aus spiritueller Sicht genauso "faul".

Also benennt er als Trägheit/Faulheit alles, was einen am Dharma hindert.
So ungefähr.

Mögen alle Wesen die Ursachen des Glücks realisieren.
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Re: Trägheit

Beitragvon Dakini » 12. Juli 2015 18:53

vielen Dank für Eure Antworten.
Bei mir ist es grad so, dass ich zwar irgendwie immer im Alltag praktiziere, aber im Moment die Meditation irgendwie "schwer" ist. Dennoch ziehe ich sie durch, aber es gibt grad einen Block und sie strengt mich ungewöhnlich an. Vielleicht ist es auch keine Trägheit...keine Ahnung :think:
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Re: Trägheit

Beitragvon Tobias » 12. Juli 2015 18:55

Dakini hat geschrieben:vielen Dank für Eure Antworten.
Bei mir ist es grad so, dass ich zwar irgendwie immer im Alltag praktiziere, aber im Moment die Meditation irgendwie "schwer" ist. Dennoch ziehe ich sie durch, aber es gibt grad einen Block und sie strengt mich ungewöhnlich an. Vielleicht ist es auch keine Trägheit...keine Ahnung :think:


Das kenne ich. ich wechsle dann sehr kurzfristig die meditationstechnik. Das hilft mir.
Wir sind das, was wir denken. Alles was wir sind, entsteht mit unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken erschaffen wir die Welt. Sprich und handle mit reiner Gesinnung Und Glück wird dir folgen, wie dein unteilbarer Schatten.
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Re: Trägheit

Beitragvon asoka » 12. Juli 2015 18:57

Vielleicht geht es dir im Moment allgemein zu gut?
Ist auch so ne Sache das man wenn es einen zu gut geht es mit der Praxis auch nicht so genau nimmt.
Gerade in schlechten Zeiten flüchtet man sich sei es bewusst oder unbewusst mehr in die Meditation.

Ist natürlich nur ein Aspekt was möglich sein könnte. ;-)
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Re: Trägheit

Beitragvon Sherab Yönten » 12. Juli 2015 19:14

Für mich ist es so, dass es manchmal einen kleinen Anstoß braucht.
Ich melde mich dann zu Kursen an, die meine Praxis wieder verstärken.
Nach diesen Kursen nimmt meine Trägheit dann wieder etwas zu bis ich mich
auf einen neuen Kurs freue. Ziel sollte es natürlich sein, ohne diesen Anstoß von außen eine stabile Meditationspraxis zu entwickeln. Zur Motivation, die Trägheit zu überwinden helfen mir jedoch diese gemeinsamen Kurse in einer Gruppe.
"Im Buddhismus gibt es keinen Punkt. Im Buddhismus gibt es immer ein weil."

(Dagyab Rinpoche)
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Re: Trägheit

Beitragvon Dakini » 12. Juli 2015 19:26

@ Tobias
ist ein guter Tip, ich mache deswegen auch immer nur noch Atembeobachtung, weil mich das andere zu sehr anstrengt. Gut zu wissen, dass es anderen auch so geht.

@Asoka
ja, das kenne ich auch...früher, wenn es mir gut ging, hab ich das irgendwie immer hinten angestellt . Im Moment...nein, mir geht es betimmt nicht "zu gut"-seufz

@ Sherab Y.
Gruppe&Kurse entfallen bei mir. Ich denke auch, dass es nicht (noch nicht?) das geeignete für mich ist. Kann mir aber gut vorstellen, dass es eine gute Motivation ist für andere, auch dem lehrer zu begegnen oder so.
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Re: Trägheit

Beitragvon Ayu » 12. Juli 2015 19:32

Dakini hat geschrieben:vielen Dank für Eure Antworten.
Bei mir ist es grad so, dass ich zwar irgendwie immer im Alltag praktiziere, aber im Moment die Meditation irgendwie "schwer" ist. Dennoch ziehe ich sie durch, aber es gibt grad einen Block und sie strengt mich ungewöhnlich an. Vielleicht ist es auch keine Trägheit...keine Ahnung :think:

Ich kenne das als Phase. Gut zu wissen, dass es nur eine Phase ist, die dazugehört.

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Re: Trägheit

Beitragvon Dakini » 12. Juli 2015 19:39

Ayu hat geschrieben:
Dakini hat geschrieben:vielen Dank für Eure Antworten.
Bei mir ist es grad so, dass ich zwar irgendwie immer im Alltag praktiziere, aber im Moment die Meditation irgendwie "schwer" ist. Dennoch ziehe ich sie durch, aber es gibt grad einen Block und sie strengt mich ungewöhnlich an. Vielleicht ist es auch keine Trägheit...keine Ahnung :think:

Ich kenne das als Phase. Gut zu wissen, dass es nur eine Phase ist, die dazugehört.


jo, ...eine Phase wohl, da muss man durch, ich zumindest ;-)

hab auch grad mal dn Mondkalender angeschaut...sowas hab ich fast immer bei Vollmond...ist aber noch lange hin, der Mann im Mond kann dafür also nicht verantwortlich sein ... :rofl:
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Re: Trägheit

Beitragvon Ayu » 13. Juli 2015 10:11

Ich kenne es so. Der Weg ist nicht immer eben und gerade, das Essen ist nicht immer süß, das Wetter st nicht immer perfekt, Freundschaften durchlaufen Höhen und Tiefen, der Körper ist nicht immer ganz gesund - und die spirituelle Praxis durchläuft mal Durststrecken. Normal.
Man lernt immer irgendwas daran.

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Re: Trägheit

Beitragvon om.a » 13. Juli 2015 10:20

Ayu hat geschrieben:..
Man lernt immer irgendwas daran.

ja,
jeder braucht eine andere "dosis".
und andere methode.
...
und mancher, der sich in "tätigkeiten" flüchtet (ins meditieren flüchtet)
kann in der trägheit noch mehr auf sich selbst mehr zurückgeworfen werden.

dazu muß MUßE oder trägheit bewußt sein.
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Re: Trägheit

Beitragvon take care » 14. Juli 2015 09:15

Es gibt gute Anweisungen zum Umgang mit den Geistesgiften.
Ich erinnere mich, dass der sakyong mipham Rinpoche in seinem Buch 'wie der weite raum' z.b. sehr gründlich darauf eingeht. Eine gute praxisanleitung.
Liebste Grüße und take care ...
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Re: Trägheit

Beitragvon Klara » 29. Juli 2015 13:06

Dakini hat geschrieben:Eines der 5 Hindernisse ist die Trägheit.

Was genau ist unter spiritueller Trägheit zu verstehen?

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Gehört zu den 7 Todsünden und beinhaltet ganz klar
die geistige Trägheit . . .
sich nicht wach und achtsam in ALLEM zu befinden !

LG, klara
Es kursiert das Gerücht, ich hätte Gott gefunden. Ich denke, das ist unwahrscheinlich, weil ich genug Schwierigkeiten habe, meine Schlüssel zu finden; und es gibt empirische Beweise, dass diese existieren."
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Re: Trägheit

Beitragvon Dakini » 29. Juli 2015 13:17

Danke, dass Du diesen Thread nochmals vorgekramt hast.

Ich beobachte, dass sich meine Trägheit in grosser Unlust und Müdigkeit immer schlimmer manifestiert hat.
Nun gehe ich dagegen an.
Wenn ich mich mit bestimmten Themen auseinander setze, merke ich, wie müde ich werde, so müde, dass ich im Sitzen einschlafen könnte. Nun gehe ich dagegen an. Anstelle diese Müdigkeit zu akzeptieren ( ich arbeite auch körperlich sehr viel), stehe ich einfach auf und mache irgendeine stumpfsinnige Sache, zwinge mich in Bewegung zu kommen und siehe da....ich werde wieder hellwach und konzentriert.
Es scheint mir so, als ob etwas mich zu blockieren versucht.
Vielleicht gelingt es mir so, mein eigenes Hemmnis zu überwinden...zumindest versuche ich es grad.
:-)
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Re: Trägheit

Beitragvon Klara » 29. Juli 2015 13:25

:wave:

Du kannst nicht immer präsent und wach sein.
Gönne Dir ruhig deinen Schlaf, wenn es Dich übermannt.

Der Körper und auch der Geist benötigen eine gewisse Ruhezeit.
Ich ziehe mich immer in meinen heiligen Raum, mein Herz oder
meinen Meditationsraum zurück.

Stille und keine Gedanken sind ausgesprochen erholsam
und entfalten ihre Kraft und Wirksamkeit dann im Alltag.

herzlichst Klara
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Re: Trägheit

Beitragvon Dakini » 29. Juli 2015 13:39

danke sehr. Das mache ich auch, denn das ist mir heilig.
Aber ich merke halt, dass es diese Trägheit vermutlich nach dem Vermeidungsprinzip gibt, die im Extremfall zum sofortigen Einschlafen führt.

nein es handelt sich hier um kein medizinisches Problem oder um Narkolepsie... das Verlangen, Dinge unberührt zu lassen ist dann halt extrem, ebenso das Vorgaukeln, das schnelle Glück in Form von irgedeiner Ablenkung/Betäubung zu suchen.

Es ist keinesfalls so, dass ich mich selbst kasteie mit bestimmten Themen...absolut nicht... aber ich merke diese enorme Blockade, die mich in die Trägheit katapuliert.
Und ich komme zum Stillstand so, und diese Phase ist nicht nur temporär...ich glaube, sie würde unentwegt anhalten, wenn ich nicht dagegen anginge.
Ich werde berichten, wenn ich diese andauernde Phase erfolgreich überwunden habe.
:wave:
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