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Beten?

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Beten?

Beitragvon schauronald » 7. Juli 2015 18:35

Jetzt bin ich wieder online. Wie haltet ihr es eigentlich mit dem beten?/
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Re: Beten?

Beitragvon Turmalin » 7. Juli 2015 19:29

Ich sehe das so: Im Varjayana-Buddhismus sind viele Meditationen stufenweise aufgebaut. Z. B. das Guru-Yoga oder eine Saddhana.

Am Anfang ruft man den Guru oder den Yiddam an und bittet ihn, einem zu helfen, die wahre Natur des Geistes zu erkennen oder ähnliches. Dabei kann man sich den Guru oder Yiddam noch außerhalb von einem selbst vorstellen. Um bei dem Bewusstseinszustand anzuschließen, den man meistens hat, beginnt man so. Diese Stufe ist wie beten oder enthält Gebete. Dann geht die Praxis dazu über, dass man wahr macht, worum man vorher gebeten hat: Man tritt in der Erfahrung des non-dualen Geisteszustandes ein. ( Wenn man denn gutes Karma hat und es gelingt). Dies ist dann nicht mehr mit beten zu vergleichen, weil es auf dieser Stufe keinen äußeren Guru oder Yiddam mehr gibt. Man erfährt sich selbst als den Yiddam, die Natur des Geises als den wahren Guru. Wenn man es kann, kann man dann auch nur in der Natur des Geistes, Mahamudra, ruhen.

Solange man auf den höheren Stufen noch nicht ist, "darf" man auch ganz naiv beten, sich die Yiddams als äußere Gottheiten vorstellen usw. Man kann mit ihnen reden, wenn man Probleme hat, sich einfach jemanden vorstellen, der einen beschützt usw. Eventuell braucht man das um das Leben, also Samsara, zu ertragen. Man sollte sich dann bemühen, zu verstehen, was damit gemeint ist, dass der Yiddam nichts ist, was außerhalb von einem selbst ist. Aber nicht von sich verlangen, dies sofort um setzen zu können.
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Re: Beten?

Beitragvon schauronald » 7. Juli 2015 20:32

Danke für Deine ausführliche Antwort. Ich bete täglich vor meinen Meditationen.im wesentlichen sind das Gebete für mich und meine Umwelt. Für Liebe und Frieden.
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Re: Beten?

Beitragvon Turmalin » 7. Juli 2015 20:53

ja warum nicht. Der Buddhismus ist eh nicht die Religion, wegen der man jetzt alles, was man immer so tut, hinterfragen muss, ob das denn "erlaubt" sei. Wir leben eh in einem Supermarkt an Angeboten wie man leben könnte, was man für Meinungen haben könnte, wie man mit diesem oder jenem umgehen sollte könnte, müsste.... Man kann froh sein, wenn man Dinge hat, wo man sich sagen kann: Das mache ich nun regelmäßig so und ich stehe dazu, auch wenn kein anderer das so macht. Glaub nicht, dass alle Buddhisten zu allem die gleiche Meinung haben. Den Supermarkt gibt es auch "intern". Und damit meine ich jetzt noch nicht mal die großen unterschiedlichen Richtungen des Buddhismus. Ich meine, innerhalb einer Linie, z. B. der Linie des Varjayana-Buddhismus gibt es auch diesen Supermarkt, wie man nun die Dinge auffassen könnte, dürft und besonders beim "müsste" sind viele ganz vorn dabei.
Also die kleine bescheidene Handlung von der man glaubt, dass das gut ist, und die man auch regelmäßig macht ist immer gut.
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Re: Beten?

Beitragvon Klara » 29. Juli 2015 13:59

schauronald hat geschrieben:Jetzt bin ich wieder online. Wie haltet ihr es eigentlich mit dem beten?/


Ohne Gebet geht bei mir gar nichts :sacredtext:
Die Psalmen sind mir die liebsten.

Gebete unterscheiden sich:
Die Anbetung, der Lobpreis, die Fürbitte usw.
Herzensgebet.


Hier mein Gespräch, bevor ich
in die Meditation gehe:

Ich habe hier in der Mitte eine leere Schale.
Ich lasse mich nieder, auch innerlich.
Ich spüre meinen Körper, aufgerichtet aus der Mitte heraus.
Ich spüre, wie der Boden mich trägt.
Mit meinem Händen forme ich eine Schale.
Ich lege alles hinein, was ich mitgebracht habe,
was mich bewegt, was mich beschäftigt
was mich aufregt, was mich freut.

Alles halte ich in der Schale meiner Hände.
Nun stelle ich mir vor, wie ich alles in die Schale vor mir hineinlege.
Alles lege ich ab.
Meine Hände sind leer. Ich werde ganz leer.
Ich versuche, nur auf meinen Atem zu achten und dabei zu bleiben.
Ich lasse immer wieder die Ruhe kommen.
Ich halte still.
Es kursiert das Gerücht, ich hätte Gott gefunden. Ich denke, das ist unwahrscheinlich, weil ich genug Schwierigkeiten habe, meine Schlüssel zu finden; und es gibt empirische Beweise, dass diese existieren."
Terry Pratchett
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