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Wie würde Buddha "handeln"?

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Wie würde Buddha "handeln"?

Beitragvon Sister Kinky » 30. August 2015 09:24

Ich muss zugeben, der Thread "Umgang mit Anderen" erzeugt in mir Gänsehaut, aber darüber will ich mich nicht weiter auslassen.

Ich frage jetzt euch, die ihr euch seit Jahren ernsthaft mit Buddhismus beschäftigt und ihn praktiziert: Wie würde es aussehen, wenn Buddha (oder von mir aus auch "ein" Buddha ;) )heutzutage in Deutschland leben und wirken würde und wenn ihr mit ihm über die Flüchtlingsproblematik und die Angst vor dem Islamismus (für mich gibt es einen Unterschied zwischen Islam und Islamismus!) sprechen würdet? Was würde er euch sagen, was würde er euch raten? Würde er in irgendeiner Form vielleicht auch handeln?
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Re: Wie würde Buddha "handeln"?

Beitragvon Samten » 30. August 2015 09:42

was wäre, wenn......... :wave:
da uns "Buddhanatur" zueigen ist, brauchen wir also niemand im"aussen" zu befragen wie mit welcher Problemstellung umzugehen ist. sollten uns besser auf unser "eigenes" Potential" verlassen....und das is ne Menge, auch inne "richtige Richtung".
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Re: Wie würde Buddha "handeln"?

Beitragvon Ayu » 30. August 2015 10:20

Klingt jetzt ein bisschen wie Fan-Gerede, aber als Gelug darf ich das: ;)
Hör Dir einfach mal die Reden des Dalai Lama an, wo er auf die heutigen Konflikte mit dem Islam und auch auf die Konflikte in Myanmar zwischen Buddhisten und den unterdrückten Muslimen in Myanmar eingeht.
Er schafft es, kein Blatt vor den Mund zu nehmen, kein falsches Verhalten zu schützen oder zu rechtfertigen, und verliert doch nie die grundlegende Haltung des allumfassenden Mitgefühls.
Das versteht jeder und es beeindruckt jeden, der ihn life erlebt.

Samten hat geschrieben:was wäre, wenn......... :wave:
da uns "Buddhanatur" zueigen ist, brauchen wir also niemand im"aussen" zu befragen wie mit welcher Problemstellung umzugehen ist. sollten uns besser auf unser "eigenes" Potential" verlassen....und das is ne Menge, auch inne "richtige Richtung".

So in der Art sagt es der Dalai Lama auch. Eine häufige Anmerkung von ihm ist, dass "Jihad" ursprünglich heißt, den Kampf mit den inneren "Dämonen", Leidenschaften und unheilsamen Kräften aufzunehmen. (Ich bin der Meinung, die Islamisten haben mit dem Islam gar nichts zu tun - und wenn sie genug Kraft haben, werden sie den Islam zerstören anstatt ihn zu verbreiten.)

Ich hoffe sehr, dass die interreligiösen Bemühungen des Dalai Lama, denen er sein Lebenswerk gewidmed hat, viele gute Früchte zeigen.

Mögen alle Wesen die Ursachen des Glücks realisieren.
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Re: Wie würde Buddha "handeln"?

Beitragvon Sherab Yönten » 30. August 2015 10:47

Sister Kinky hat geschrieben:Ich muss zugeben, der Thread "Umgang mit Anderen" erzeugt in mir Gänsehaut, aber darüber will ich mich nicht weiter auslassen.

Ich frage jetzt euch, die ihr euch seit Jahren ernsthaft mit Buddhismus beschäftigt und ihn praktiziert: Wie würde es aussehen, wenn Buddha (oder von mir aus auch "ein" Buddha ;) )heutzutage in Deutschland leben und wirken würde und wenn ihr mit ihm über die Flüchtlingsproblematik und die Angst vor dem Islamismus (für mich gibt es einen Unterschied zwischen Islam und Islamismus!) sprechen würdet? Was würde er euch sagen, was würde er euch raten? Würde er in irgendeiner Form vielleicht auch handeln?


Hallo Sister Kinky,

ich bin noch kein erwachter Buddha also wäre die Antwort auf Deine Frage rein spekulativ. Aber ich verstehe Deine Ängste. Mir ist auch mulmig zumute wenn ich von Radikalismus höre, egal von welcher Seite er ausgeht. Mir kommt dann immer ein Interview eines gefangenen buddhistischen Mönches (war es vielleicht sogar TNH ?) in den Sinn, der in Vietnam Jahre lang im Gefängnis saß. Auf die Frage worauf er am meisten Angst hat erwiderte er: "Am meisten habe ich davor Angst, dass ich das Mitgefühl gegenüber meinen Feinden verliere!".

P.S. Ansonsten kann ich Dir "Das Buch der Menschlichkeit" vom Dalai Lama sehr empfehlen !
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Re: Wie würde Buddha "handeln"?

Beitragvon Sister Kinky » 31. August 2015 19:49

Ich danke euch für eure Antworten!

Den Dalai Lama schätze ich auch sehr! Ich glaube, der hat es wirklich "gecheckt", was Sache ist. Er ist das echt coole Oberhaupt von einem recht uncoolen Haufen. :mrgreen: Nein, sorry - das war ein blöder Scherz. Ich gebe zu, ich habe meine Probleme mit dem tibetischen Buddhismus, aber das liegt an meiner katholischen Vergangenheit. Aber ich kenne ja nun einige Vertreter dieser Richtung - u. a. auch hier - und ich finde die dann doch ganz nett. :shy:

Ich denke auch, ein Buddha würde vor allem eines empfinden und ausdrücken: Mitgefühl. Mitgefühl mit den Flüchtlingen, Mitgefühl mit den überforderten Behörden, Mitgefühl mit denen, die angesichts solcher Menschenströme Angst und Ressentiments entwickeln.
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Re: Wie würde Buddha "handeln"?

Beitragvon Sherab Yönten » 1. September 2015 08:45

Sister Kinky hat geschrieben:Ich gebe zu, ich habe meine Probleme mit dem tibetischen Buddhismus, aber das liegt an meiner katholischen Vergangenheit.


So ganz verstehe ich diese Probleme immer noch nicht. Im tibetischen Buddhismus finden sich sogar viele Ex Katholiken wieder. Vielleicht magst Du ja noch mal was dazu schreiben. :)
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Re: Wie würde Buddha "handeln"?

Beitragvon Sister Kinky » 1. September 2015 09:03

Sherab Yönten hat geschrieben:
Sister Kinky hat geschrieben:Ich gebe zu, ich habe meine Probleme mit dem tibetischen Buddhismus, aber das liegt an meiner katholischen Vergangenheit.


So ganz verstehe ich diese Probleme immer noch nicht. Im tibetischen Buddhismus finden sich sogar viele Ex Katholiken wieder. Vielleicht magst Du ja noch mal was dazu schreiben. :)


Ähm...ungern. :roll:
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Re: Wie würde Buddha "handeln"?

Beitragvon Tobias » 1. September 2015 10:08

Ich denke erstmal nicht, dass sich Gautama zu solch sozialen Fragen aeußerte. Padmasambhava tat es meines Wissens nicht. Es ist natürlich auch die Frage wen man für einen buddha haelt.

Was ich von Gautama weiß, ist dass er das Kastensystem aus dem alten indien ablehnte. Das heißt alle wurden gleich in ihrem Potenzial der spirituellen Entwicklung.

Ich vermute also, dass er raten würde die vermögensverhaeltnisse in der Welt radikal anzugleichen. Es geht nicht dass wenige so viel besitzen und viele so wenig. Durch den buddhismus würde auch die bedeutung von besitzt sehr relativiert, was dazu führen würde, dass es eine bessere Vermögensverteilung gaebe und keinen Krieg um Rohstoffe. Damit haette man meiner Meinung nach zentrale Fluchtursachen beseitigt und die heute armen laender würden sich sehr gut entwickeln können.

Liebe Grüße
Tobias
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