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Mooji

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Mooji

Beitragvon Turmalin » 2. April 2015 23:02

Da wir grade über wichtigste Lehrer sprachen kam ich auf die Webseite meiner ersten Lehrerin. Die mich zwar zu Ringu Tulku brachte und immer noch Schülerin von Ringu Tulku ist, aber sie hat auch den Lehrer Mooji. Seit wie lange schon, weiß ich nicht.
http://www.mooji.org/lang/de/biography_de.html

was vertritt der Mooji? Was könnte sie da suchen, was der tibetische Buddhismus nicht hat?
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Re: Mooji

Beitragvon voom » 2. April 2015 23:26

Advaita Vedanta ist eine non-duale hinduistische Schule, die dem tibetischen Buddhismus sehr verwandt ist. Vajrayana und AV haben sich sogar viel ausgetauscht und teilweise gegenseitig beeinflusst. Es gibt unter dem Begriff "Satsang" zwar auch eine Menge Unsinn, aber viele Satsang-Lehrer sind auch richtig gut und sehr individuell in der Art wie sie lehren und inspirieren. Satsang bedeutet: "Satsang (Wikipedia) (Sanskrit: satsaṅga, Hindi: satsaṅg; von sat = wahr, sanga = Umgang) bezeichnet in der indischen Philosophie und in den daraus abgeleiteten spirituellen Lehren ein Zusammensein von Menschen, die durch gemeinsames Hören, Reden, Nachdenken und Versenkung in die Lehre nach der höchsten Einsicht streben."

Advaita Vedanta (Wikipedia):
Wesentliches Charakteristikum des Advaita-Vedanta ist die Wesensidentität von Atman, der individuellen Seele, und Brahman, der Weltseele, deshalb die Bezeichnung Advaita-Vedanta, 'Vedanta der Nichtzweiheit'. Hier besteht der Erkenntnisprozess des Menschen und der Weg zur Erlösung darin, diese Einheit zu erkennen. Dualität tritt demnach nur dort auf, wo avidya, Unwissenheit, herrscht. Die wahre Erkenntnis, die diese Unwissenheit überwindet, führt zur Advaita-Erfahrung und damit zur Befreiung, moksha. Shankaras wichtigster Beitrag besteht in der Entwicklung des Brahman-Begriffs ohne Form und Attribute (nirguna). Daher sind auch sat (reines „Sein“), cit (reines „Bewusstsein“) und ananda (reine „Glückseligkeit“) keine das Brahman qualifizierenden Attribute, sondern sie konstituieren sein Wesen. Der wahre Atman gilt als durch Maya, Illusion, verschleiert und das Ziel ist es, die Identität von Atman und Brahman zu erkennen.
...
Die klassische Unterscheidung von niederem und höherem Wissen wird in der neuzeitlichen Version des Neo-Advaita außer Kraft gesetzt. Vertreter dieser modernen Form verweisen ganz auf das nichtduale Ziel des Advaita und versuchen dieses in Form von Satsangs durch unmittelbare Erkenntnis zu vermitteln.

Man könnte sagen, dass Neo-Advaita eine Form vergleichbar mit Dzogchen ist.

Jedenfalls, wenn man sich über begriffliche Unterschiede hinwegsetzt, und im Neo-Advaita spielen Begriffe ohnehin eine untergeordnete Rolle, dann kann man Vajrayana und Advaita sehr gut kombinieren. Gute Lehrer: Adyashanti, Gangaji, Samarpan usw. Es gibt auch das Konzept der Satsangkreise, wo in der Mitte des Satsang nicht ein Lehrer steht, sondern die höchste Wirklichkeit an sich. Wenn man etwas an der Satsang-Bewegung kritisieren kann, dann ist es eine Tendenz, sich vom Lehrer abhängig zu machen. Das können tibetische Buddhisten aber auch ganz gut ;)
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Re: Mooji

Beitragvon Turmalin » 2. April 2015 23:28

ah, danke, das muss ich noch mal durchlesen morgen, was du geschrieben hast.
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Re: Mooji

Beitragvon raterZ » 2. April 2015 23:55

hab mal im butterlandforum mit jmd. darüber gesprochen der beides gut kennt: advaita und dzogchen - er meinte bei den advaita leuten fehlt irgendwas, aber ich habs leider nich so recht verstanden was genau ^^)
- meine Aussagen bezüglich des Vajrayanas beziehen sich größtenteils auf eigene Erfahrung -
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Re: Mooji

Beitragvon voom » 3. April 2015 00:40

War das öffentlich? Würde mich interessieren... Ich würde durchaus auch sagen, dass etwas fehlt, ich kann es aber nicht so recht greifen. Auf den ersten Blick könnte man wegen der Begriffe Atman und Brahman und "individuelle Seele" und "Weltseele" annehmen, dass das AV kein Nicht-Selbst kennt (annatta), aber mir scheint das täuscht, denn: "Shankaras wichtigster Beitrag besteht in der Entwicklung des Brahman-Begriffs ohne Form und Attribute (nirguna). Daher sind auch sat (reines „Sein“), cit (reines „Bewusstsein“) und ananda (reine „Glückseligkeit“) keine das Brahman qualifizierenden Attribute, sondern sie konstituieren sein Wesen."

Wenn ich nun also sat, cit und ananda nicht als etwas sehen soll, das ein singuläres Wesen ausdrückt, sondern als das, woraus "er" besteht, dann sehe ich keinen Unterschied zur Buddhanatur, die formlos und ohne Attribute ist und aus sich selbst heraus bewusst ist (Shentong?) und glückseelig / wonnevoll / höchste Freude (Detong)... Und unser ureigenstes Sein, ohne Ich-Illusion, ist identisch mit dieser Buddhanatur.

Wo ich etwas sehen könnte, das fehlt, ist eher die Praxis, die dahin führen soll. Die ist im Buddhismus reichhaltiger, aber das heisst nicht, dass jemand, der genau für die AV-Praxis geeignet ist nicht damit volle Erleuchtung erlangen könnte.
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Re: Mooji

Beitragvon Turmalin » 3. April 2015 09:49

wenn man Probleme hat mit dem tibetischen Mönchs-System könnte man auf diese Richtung kommen. Mooji jedenfalls hat mit Mönchen wohl nichts zu tun.
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Re: Mooji

Beitragvon asoka » 3. April 2015 11:44

Hmn.. Im tibetischen gibt es ja auch genug Formen ohne Mönche.
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Re: Mooji

Beitragvon Turmalin » 3. April 2015 12:00

asoka hat geschrieben:Hmn.. Im tibetischen gibt es ja auch genug Formen ohne Mönche.

man muss ja auch einen Lehrer finden der einen inspiriert. Viele nicht- Mönchs-Lehrer hängen aber trotzdem am Mönchs-System. Mit seiner Hierachie und seinen Regeln.
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Re: Mooji

Beitragvon asoka » 3. April 2015 14:44

Turmalin hat geschrieben:
asoka hat geschrieben:Hmn.. Im tibetischen gibt es ja auch genug Formen ohne Mönche.

man muss ja auch einen Lehrer finden der einen inspiriert. Viele nicht- Mönchs-Lehrer hängen aber trotzdem am Mönchs-System. Mit seiner Hierachie und seinen Regeln.


Die ich unter anderen kennengelernt habe nicht.
Klingt mir zu pauschal da selbst ein Padmasambhava kein Mönch war und weitere grosse Lehrer aber auch Lehrer unserer Zeit.

Gibt genug die ihre Robe wieder abgelegt haben.

Als inspiration reicht Buddha selbst dann brauch man im Grunde nur noch einen Lehrer der einem die Werkzeuge gibt.

Warum die Dinge zu kompliziert machen.

Jeden das seine aber nichts hat weniger Wert.
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Re: Mooji

Beitragvon Turmalin » 21. September 2015 10:08

Mooji kommt mir vor wie jemand, der einfach aus eigener Erfahrung Dzogchen erzählt. Wer nicht mehr leidet, der kann es einfach. Egal, woher gelernt.

https://www.youtube.com/watch?v=FJIv9SXGjW4&sns=em
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Re: Mooji

Beitragvon asoka » 23. September 2015 20:36

Also ich habe mir das Video angesehen.

Er sagt ja in diesen "Es ist nichts, nichts, nichts!"

Ich würde sagen nichts ist nichts und doch etwas.

Denn wenn mam davon ausgeht es ist nichts,nichts,nichts würde mich intressieren wie er damit umgeht wenn er mega Zahnschmerzen bekommt.

Daher ist es treffender zu sagen nichts ist nichts und doch etwas.

Im Buddhismus sied man die Dinge wie sie sind.

Körperlich oder ist es geistig man haftet nicht daran zerlegt diese in der Meditation.

Man könnte sagen als Buddhist ist man mit den Beinen am Boden und im Geiste bei Buddha.

Hindus sind im Vergleich im Geiste bei Gott und geben ihre Verantwortung gern an Gott ab.

Es fehlt meiner Meinung der Boden unter den Füssen.

Aber denoch eine Hinduform die sicherlich vielen Menschen hilft ohne grosse Rituale usw und sehr Dzogchen ähnlich.

Gruss asoka
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Re: Mooji

Beitragvon Turmalin » 23. September 2015 21:13

Er ist authentisch. Habe schon die gelehrtesten Buddhisten erlebt, alles korrekt mit nicht- Existenz und nicht-nicht- Existenz. Trotzdem entstand bei mir so ein Gefühl von Stroh-Dreschen. Die Frau die mir das Video verlinkt hat ist auch SChülerin buddhistischer Meister.
Sie sagt zu mir aus dem heiteren Himmel: "SAg mal, hälst du das hier für echt?" Und ich knalle irgendwie raus aus der Illusion.
Dann denke ich: Meine Güte, alles, wovon wir ständig reden,meint sie doch nur- daran muss ich erinnert werden...
Der eine kann es übertragen, der andere nicht. Wenn es jemand kann ist es mir dann auch egal, woher er das kann und wieso. hauptsache es klappt.
Ich habe auch einen katholischen Freund, er kommt mir vor wie permanent in einem non- dualen Zustand. Das sagt er auch so. Aber er nennt es auch: Das Göttliche. Und geht bei Gelegenheit auch mal zum Thema "Gott" über.... Er hat gar keinen Kontakt zu buddhistischen Meistern und ich frage mich, wieso er das kann. Ich könnte mit ihm maximal über Mooji reden, Buddhismus geht nicht, mangels Gott. Also Mooji ist bei mir wohl momentan das Maximum in interreligiösem Dialog. :lol:
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Re: Mooji

Beitragvon asoka » 23. September 2015 21:18

Ich bin der Meinung diese Sicht kann man in jeder Religion finden.
Denn irgendwann kann es unerwartet wie bei Buddha klick machen.

Und wenn das Klick macht bei einem Christen so wird der gewisse Dinge mit seinen Symbolen benennen.

Dieses klick machen kann auch passieren wenn man überhaupt keinen spirituellenweg folgt.
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Re: Mooji

Beitragvon Turmalin » 23. September 2015 21:21

ES kommt halt drauf an, wenn man denkt, da ist jetzt ein.. Etwas..ein inneres Hinderniss... dass man versteht das da nichts ist. Er verlebendigt es halt wie man so in diese oder jene Gedankengänge verwickelt ist.
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Re: Mooji

Beitragvon Tobias » 23. September 2015 21:29

# Advaita Vedanta

ich habe darüber mal im Dharmawheel forum gelesen. Dort werden unterschiede betont und es wird versucht aufzuzeigen warum Advaita Vedanta nicht Rigpa ist. habe die Diskussion aber nicht wirklich verfolgt/verstanden, bei meinem Englisch hört es dann manchmal auf
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Re: Mooji

Beitragvon asoka » 23. September 2015 21:34

Turmalin hat geschrieben:ES kommt halt drauf an, wenn man denkt, da ist jetzt ein.. Etwas..ein inneres Hinderniss... dass man versteht das da nichts ist. Er verlebendigt es halt wie man so in diese oder jene Gedankengänge verwickelt ist.


Es ist doch eher ein erkennen wie es ist sobald ich es benene ist ja da schon wieder was. :nanana:
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Re: Mooji

Beitragvon Turmalin » 23. September 2015 21:44

Tobias hat geschrieben:# Advaita Vedanta

ich habe darüber mal im Dharmawheel forum gelesen. Dort werden unterschiede betont und es wird versucht aufzuzeigen warum Advaita Vedanta nicht Rigpa ist. habe die Diskussion aber nicht wirklich verfolgt/verstanden, bei meinem Englisch hört es dann manchmal auf

hört sich eigentlich nicht so toll an zum Vermischen mit einem buddhistischen Weg.
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