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emtionale Befreiung-Dzogchen Ponlop Rinpoche

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emtionale Befreiung-Dzogchen Ponlop Rinpoche

Beitragvon Tobias » 8. Oktober 2015 16:42

praktische buddhistische Psychologie

Titel:Emtionale Befreiung-das 3 Schritte Programm- wie wir Stress in Lebenskraft umwandeln
von Dzogchen Ponlop Rinpoche

Der Titel klingt für mich nach einem dieser typischen Lebensratgeber wie "Heile dich selbst 5 Schritte zum Glück"(Titel fiktiv). Also einem dieser typischen Lebensratgeber mit 99 Lebensratschlägen o.ä.

Wenn ich nicht den Autor so schätzen würden, weil er einen hervorragenden Bardo-Kommentar veröffentlicht hat, wäre mir das Buch sicher nicht aufgefallen.

Was ich suchte war eine Meditationsanleitung für eine Freundin. Sie ist keine Buddhistin und ihr ist es wichtig, dass möglichst buddhistische Konzepte weggelassen werden-

Das Buch enthält knapp 200 Seiten. gelehrt wird hier ein Meditationskurs der mit analytischer Meditation beginnt und mit Achtsamkeitsmethoden endet.

Die Methoden sind freilich nicht neu. Es ist nur immer die Frage, wie die Methoden erklärt werden.

Dieses Buch unterscheidet sich dennoch deutlich von den üblichen Erläuterungen zu Vipassana oder Achtsamkeitsmeditation oder Dzogchen-Meditation

Erstens unterscheidet es sich in der Sprache: Es werden gar keine buddhistischen Fachbegriffe wie Leerheit Form o.ä. verwendet. Auch gibt es keine "deutschen Übersetzungen" dieser Begriffe, welche selbst einem geübten Meditierenden ratlos zurücklassen könnten.

Zweitens unterscheidet es sich in der Präsentation der Lehren,
Wie oft liest man in Vipassana-Anleitungen Sätze wie "schaue tief in dich/in das Objekt hinein und erkenne die Substanzlosigkeit der Dinge o.ä. Wie oft hört man in Dzogchen-Anleitungen Säze wie "Es gibt nichts zu tun, einfaches Sitzen reicht aus".Ruhen sie einfach im natürlichen Zustand"


Diese und ähnliche Sätze mögen korrekt sein, gehen aber am geisteszustand vieler Menschen vorbei. Wenn wir etwas beginnen wollen wir doch etwas tun um ein Ziel zu erreichen. Dieses etwas erreichen wollen, steht
nun aber im Widerspruch zu den Methoden des Dzogchen.

Dzogchen Ponlop Rinpoche gelingt hier ein Kunsstück. Er beschäftigt zunächst den unruhigen Geist indem er seine Energie zur Analyse einsetzt. Anschließend lernt man das Loslassen der Konzepte.

Das Programm beginnt mit einem Kernelement der Dzogchen-Praxis. Er nennt es „auf die Lücke gerichtete Aufmerksamkeit. Hier lernt man die Gefühle in ihrer Entstehung kennen . Das ganze Buch ist durchzogen von schriftlichen Übungen, die sich mit Achtsamkeit und Analyse der Gefühle befassen. Diese Übungen werden Stichpunktartig in Fragestellungen in den Kapiteln erteilt..

Konkret bedeutet das eine oberflächliche Kategorisierung der Gefühle in positiv negativ überwältigend usw. mit Hilfe der „auf die Lücke gerichteten Aufmerksamkeit“ lernt man die Gefühle überhaupt erstmal zu erkennen zu kategorisieren, sie zu stoppen/bzw, die Stiuation zu verlassen.

Diese aus dem Dzogchen als Treckchöd bekannte Methode führt als Ergebnis zur „Sicht“ oder dem klaren
Sehen wie es Dzogchen Ponlop Rinpoche in seinem Buch nennt und zum Loslassen aller Konzepte. Übrig bleibt reine Achtsamkeit.

Was ich hier grob beschrieben habe, wird in vielen kleinen aufbauenden Übungen und Erläuterungen gelehrt. Als Hilfe dienen viele praktische Beispielle aus dem (westlichen) Alltag, Da es wie ein Lehrbuch aufgebaut ist, ist es sehr gut strukturiert und der Leser kann selbst entscheiden wieviel Zeit er sich für die einzelnen Punkte gibt, wo er nochmal in den Erläuterungen oder in den Übungsanleitungen nachliest.

Achtsamkeit ist das letzte große Thema des Buches. Diese Achtsamkeit im Sinne des Dzogchen zeigt Freiheit von Konzepten indem das „loslassen“ gelehrt wird

Wie „der Geist überwindet den Tod“ gehört dieses Buch zu den besten Büchern die ich jemals gelesen habe. Anders als der Bardokommentar funktioniert dieses Buch allerdings völlig ohne buddhiststiche Konzepte. Damit ist es denke ich nur für eine bestimmte Gruppe, die an einem sekularen Buddhismus interessiert ist, geeignet.

Ich persönlich kann mir sehr schwer vorstellen, dass das Konzept des Buches als Befreiungsweg dienen
kann.

Gleichwohl ist es eine hervorragende Zusammenfassung buddhistischer Psychologie. Es bietet im wahrsten Sinne Hilfe zur Selbsthilfe und kann deshalb zweifellos viele Menschen zu einem glücklicherem Leben verhelfen.

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Re: emtionale Befreiung-Dzogchen Ponlop Rinpoche

Beitragvon Turmalin » 8. Oktober 2015 17:19

Das ist ja sehr erfreulich. Danke für deine Info. Ich hatte auch eine Nachricht zum Buch auf facebook und dachte schon von der Aufmachung her: O jee, jetzt geht er in den Wellness-Buddhismus-bereich.... aber... kann das sein, Dzogchen Ponlop Rinpoche schreibt ein Wellness-Buddhismus-Buch?...

An Büchern die eine Brücke zu nicht-Buddhisten sein können mangelt es auf jeden Fall.
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Re: emtionale Befreiung-Dzogchen Ponlop Rinpoche

Beitragvon voom » 8. Oktober 2015 20:33

Ich denke auch zwischen "Wellness-Buddhismus" und "richtigem Buddhismus" gibt es noch eine breite Brücke an psychologisch wertvollen tiefgründigen Methoden, die einfach auf bestimmte buddhistische Begriffe verzichten. Das hier scheint so etwas zu sein. Und ist damit sehr wertvoll.
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Re: emtionale Befreiung-Dzogchen Ponlop Rinpoche

Beitragvon Tobias » 12. Oktober 2015 19:12

Off Topic
Auf Englisch sind bereits 10 Bücher von Dzogchen Ponlop Rinpoche erschienen. Auf Deutsch sind es nur 4. Das an sich verwundert mich nicht sonderlich. Was ich bemerkenswert finde, ist dass das Buch "Emotionale Befreiung" auf Deutsch 7 Monate früher erschienen ist als auf Englisch. Das Buch erscheint auf Englisch erst im Mai 2016
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