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Pantheismus und Leerheit

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Re: Pantheismus und Leerheit

Beitragvon asoka » 21. Oktober 2015 09:31

Sherab Yönten hat geschrieben:
voom hat geschrieben:Pantheismus ist dann allerdings auch genauso wenig christlich wie Polytheismus oder Atheismus.

"Der Ausdruck Pantheismus oder Pantheïsmus (von altgriechisch πᾶν pān „alles“ sowie θεός theós „Gott“)[1] bezeichnet die Auffassung, dass Gott eins mit dem Kosmos und der Natur ist. Das Göttliche wird im Aufbau und in der Struktur des Universums gesehen, es existiert in allen Dingen der Welt bzw. ist mit der Welt identisch.[2] Ein personifizierter, allmächtiger Gott ist somit nicht vorhanden. Stattdessen wird zumeist ein durch geistige Eigenschaften definierter Urgrund als einziges Grundprinzip (Monismus) angenommen. Der von seiten der Theologie häufig vorgebrachte Einwand, dass er identisch mit dem Atheismus sei, ist nur in dem Sinne gerechtfertigt, dass in der Tat kein von der Welt verschiedener Gott angenommen wird; keineswegs jedoch, dass überhaupt kein Gott bzw. göttliches Prinzip angenommen wird." Wikipedia


Ach so, ich dachte, es wäre eine eigene christliche Richtung, die nur nicht von der offiziellen Kirche anerkannt wurde, ähnlich die der "Urchristen". Dann ist Pantheismus also eine unabhängige "Richtung" oder "Religion " ?

Es taucht häufig die Frage auf ob man gleichzeitig Christ und Buddhist sein kann.
Meine Argumentation war eigentlich immer die, dass es nicht möglich ist, da man Leerheit nicht mit dem christlichen Glauben vereinbaren könne (was wäre denn eine "Ursache" von Gott ?) Daher nahm ich an (hoffte ich), dass ein ganz bestimmtes Gottes Verständnis (Definition) nicht unbedingt im Widerspruch mit der buddhistischen Leerheit stehen müsste.


Ich denke die Meisten meinen nicht kamm man Christ und Buddhist sein.
Sondern wenn man nachackt geht es ihnen um die Meditation.

Meine Erfahrung in Gesprächen.
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Re: Pantheismus und Leerheit

Beitragvon Sherab Yönten » 21. Oktober 2015 09:37

asoka hat geschrieben:Ich denke die Meisten meinen nicht kamm man Christ und Buddhist sein.
Sondern wenn man nachackt geht es ihnen um die Meditation.

Meine Erfahrung in Gesprächen.


Es gibt aber doch auch eine christliche Meditation, warum muss es dann eine buddhistische sein ?
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Re: Pantheismus und Leerheit

Beitragvon voom » 21. Oktober 2015 10:17

Wie gesagt, "Pantheismus" ist ebenso wenig eine einzige homogene Religion wie "Monotheismus", es ist eine Kategorie, die alle Vorstellungen zusammenfasst, bei denen man davon ausgeht dass Gott sich in allem findet oder ausdrückt.
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Re: Pantheismus und Leerheit

Beitragvon Magnetar » 21. Oktober 2015 10:55

voom hat geschrieben:
Magnetar hat geschrieben:"Gott" oder "das Göttliche" sind Begriffe, die für gewöhnlich nicht mit Vergänglichkeit, Leiden und Nicht-Selbst assoziiert werden. Alles Weltliche ist aber genau das. Die Welt als göttlich (und damit letztlich als "heilig") zu betrachten, ist für mich deshalb Ausdruck von Verblendung und nicht dazu geeignet, das Haften an ihr zu überwinden.

Da wir eh schon so viele Themen parallel offen haben: es kommt auf den Begriff "heilig" an, wie man den definiert [...]

In diesem Zusammenhang meinte ich mit "heilig", dass es "unantastbar" ist und nicht weiter hinterfragt wird - das Gegenteil dessen, was nötig wäre, um davon frei zu werden.
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Re: Pantheismus und Leerheit

Beitragvon asoka » 21. Oktober 2015 12:30

Sherab Yönten hat geschrieben:
asoka hat geschrieben:Ich denke die Meisten meinen nicht kamm man Christ und Buddhist sein.
Sondern wenn man nachackt geht es ihnen um die Meditation.

Meine Erfahrung in Gesprächen.


Es gibt aber doch auch eine christliche Meditation, warum muss es dann eine buddhistische sein ?


Hm ist Shamatha oder Zazen zum Beispiel nicht vereinbar? ;-)
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Re: Pantheismus und Leerheit

Beitragvon voom » 21. Oktober 2015 16:04

Magnetar hat geschrieben:In diesem Zusammenhang meinte ich mit "heilig", dass es "unantastbar" ist und nicht weiter hinterfragt wird - das Gegenteil dessen, was nötig wäre, um davon frei zu werden.

So macht das für mich auch Sinn; das ist aber keine (mir) geläufige Definition.
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Re: Pantheismus und Leerheit

Beitragvon voom » 21. Oktober 2015 16:06

asoka hat geschrieben:
Sherab Yönten hat geschrieben:Es gibt aber doch auch eine christliche Meditation, warum muss es dann eine buddhistische sein ?

Hm ist Shamatha oder Zazen zum Beispiel nicht vereinbar? ;-)

Was die Christen gemeinhin "Meditation" nennen, ist meistens eher Kontemplation. Zazen wird aber schon sehr lange in vielen christlichen Klöstern praktiziert.
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Re: Pantheismus und Leerheit

Beitragvon om.a » 21. Oktober 2015 19:23

Z. B. das Pantheon:
https://de.wikipedia.org/wiki/Pantheon_(Rom)
Wenn der Götterhimmel als ein Theater aufgefasst wird, als leeres Spiel, dann ist er mit Leerheit vergleichbar.
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Re: Pantheismus und Leerheit

Beitragvon voom » 21. Oktober 2015 22:12

om.a hat geschrieben:Z. B. das Pantheon:
https://de.wikipedia.org/wiki/Pantheon_(Rom)
Wenn der Götterhimmel als ein Theater aufgefasst wird, als leeres Spiel, dann ist er mit Leerheit vergleichbar.

Das ist aber dann ein buddhistischer Blick auf ein bedingtes Konzept. In der Weise kann man natürlich alles kompatibel machen: indem man seine eigene Sicht auf alle Konzepte anwendet. Das heisst nur nicht, dass diese so betrachteten Konzepte in irgendeiner Weise philosophisch mit dem Konzept der Leerheit vereinbar sind. Besonders dann, wenn dieses Konzept eine der Leerheit entgegengesetzte Sicht beinhaltet.
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Re: Pantheismus und Leerheit

Beitragvon om.a » 22. Oktober 2015 07:45

Off Topic
https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Gebur ... _der_Musik
An ihre beiden Kunstgottheiten, Apollo und Dionysus, knüpft sich unsere Erkenntniss, dass in der griechischen Welt ein ungeheurer Gegensatz, nach Ursprung und Zielen, zwischen der Kunst des Bildners, der apollinischen, und der unbildlichen Kunst der Musik, als der des Dionysus, besteht: beide so verschiedne Triebe gehen neben einander her, zumeist im offnen Zwiespalt mit einander und sich gegenseitig zu immer neuen kräftigeren Geburten reizend, um in ihnen den Kampf jenes Gegensatzes zu perpetuiren, den das gemeinsame Wort „Kunst“ nur scheinbar überbrückt; bis sie endlich, durch einen metaphysischen Wunderakt des hellenischen „Willens“, mit einander gepaart erscheinen und in dieser Paarung zuletzt das ebenso dionysische als apollinische Kunstwerk der attischen Tragödie erzeugen[8]


ja, nietzsche kam über schopenhauer zur beschäftigung mit dem buddhismus.
vielleicht ist das schon "zu abgehoben", ich setzte den Text OT.
:wave:
die menschheit zerbricht sich ja schon seit langer zeit das beschränkte Gehirn.
om.a
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Re: Pantheismus und Leerheit

Beitragvon voom » 22. Oktober 2015 13:37

Goethe gilt einigen als "Pantheist" - auch wenn die Pantheismen teils in alten Kulturen existierten, so ist der Begriff doch eher neuzeitlich... Jedenfalls dürfte so mancher Philosoph des Westens auch Pantheist gewesen sein.
"Die tägliche Praxis des Dzogchen ist einfach das tägliche Leben selbst.
Wir sind aus uns selbst heraus erleuchtet und es fehlt uns nichts."

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