Andere buddhistische Foren in Deutschland,
in denen wir aktiv sind:
Tibet. Zentrum Hamburg forum.tibet.de
Buddhaland - Ein Portal für Buddhismus

Ermahnung zur Achtsamkeit ?

Erfahrungen, Erlebnisse und Begegnungen

Ermahnung zur Achtsamkeit ?

Beitragvon Karma Pema » 28. Oktober 2015 12:46

Namaste

wenn man davon hört oder liest wieviel gutes es bringt achtsam zu sein, entwickelt man den Wunsch achtsam zu sein.
Man muss sich immer wieder daran erinnern weil man es immer vergisst und manchmal scheint man sich den Wunsch aufzuerlegen als wäre er nicht freiwillig. Man ermüdet fast an diesem Versuch. Aber ich glaube das der Moment kommt an dem man auf Achtsamkeit wirklich nicht mehr verzichten möchte. Es gibt so viele schwierige Phasen, etwa wenn die Umgebung mit dem eigenen Verhalten nicht zurecht kommt, weil man sich verändert oder fremdartig ist, weil man nicht so reagiert wie es vorgedacht wird, weil einem Gedanken ins Handeln unterstellt werden die nicht vorhanden sind. Aber ich glaube und hoffe das dies irgendwann wirklich nicht mehr wichtig ist.

Ich wünsche uns allen Kraft das durchzustehen,
Karma Pema
Karma Pema
Themenstarter
Angekommen
Angekommen
Beiträge: 84
 

Re: Ermahnung zur Achtsamkeit ?

Beitragvon Sherab Yönten » 29. Oktober 2015 15:21

Gleich geht's zum Zahnarzt. Routineuntersuchung, nichts besonderes. Neue Zahnärztin, da die "alte" im Mutterschutz ist. Das ist wegen der Prophylaxe sicher sinnvoll, aber es fällt mir schwer mich in einer solchen Situation zu erinnern, dass ich achtsam sein sollte. Der ungewohnte Geschmack im Mund verursacht Bewertungen, das Aufhalten des Mundes und die Gerätschaften im Mund fühlen sich fremd an, Zahnstein und Zahnbehandlungen verursachen Schmerz u.s.w. Wo bleibt da die Achtsamkeit ? Worauf sollte da die Achtsamkeit gerichtet werden ? Auf den Atem ? Schwierig mit geöffnetem Mund. Mitgefühl zu empfinden für die behandelnde Ärztin ? Hm. Vielleicht. Mal schauen was mir einfällt.
"Im Buddhismus gibt es keinen Punkt. Im Buddhismus gibt es immer ein weil."

(Dagyab Rinpoche)
Benutzeravatar
Sherab Yönten
Schreibt sehr viel
Schreibt sehr viel
Beiträge: 2178
 
Buddh. Richtung: Vajrayana

Re: Ermahnung zur Achtsamkeit ?

Beitragvon voom » 29. Oktober 2015 15:27

Worauf sollte da die Achtsamkeit gerichtet werden ?

Im Zweifel einfach auf das, was vor Deiner Nase liegt: der Geschmack, die Gerätschaften usw. Bei einer Behandlung: auf den Schmerz. Sich gedanklich abzulenken und gezielt auf etwas zu konzentrieren, das nicht natürlich im Augenblick enthalten ist, ist eigentlich das Gegenteil von Achtsamkeit. Das ist jetzt eine Bemerkung, die in einen bestimmen Kontext gehört, natürlich ist die Achtsamkeit auf den Atem oder das Mitgefühl eine legitime Achtsamkeits-Übung. Aber es ist eben eine Übung, um nicht noch weiter abzuschweifen. Eigentlich geht es aber um das, was ist. Nicht mehr und nicht weniger.
"Die tägliche Praxis des Dzogchen ist einfach das tägliche Leben selbst.
Wir sind aus uns selbst heraus erleuchtet und es fehlt uns nichts."

(Dilgo Khyentse Rinpoche)
Benutzeravatar
voom
Schreibt sehr viel
Schreibt sehr viel
Beiträge: 4881
 
Buddh. Richtung: Vajrayana
Mystiker

Re: Ermahnung zur Achtsamkeit ?

Beitragvon Sherab Yönten » 29. Oktober 2015 15:37

voom hat geschrieben:Bei einer Behandlung: auf den Schmerz


:?

voom hat geschrieben:Sich gedanklich abzulenken und gezielt auf etwas zu konzentrieren, das nicht natürlich im Augenblick enthalten ist, ist eigentlich das Gegenteil von Achtsamkeit.


Der Atem ist doch eigentlich immer natürlich, oder nicht ?

voom hat geschrieben:aber es ist eben eine Übung, um nicht noch weiter abzuschweifen


Dabei finde ich es hilfreich wenn ich mir bei Schmerzen, einen sonnigen Strand mit Palmen und blauem Himmel vorstelle.
Das schweift zwar ab, aber die Schmerzen wären vielleicht einfacher zu ertragen.
"Im Buddhismus gibt es keinen Punkt. Im Buddhismus gibt es immer ein weil."

(Dagyab Rinpoche)
Benutzeravatar
Sherab Yönten
Schreibt sehr viel
Schreibt sehr viel
Beiträge: 2178
 
Buddh. Richtung: Vajrayana

Re: Ermahnung zur Achtsamkeit ?

Beitragvon voom » 29. Oktober 2015 15:45

Sherab Yönten hat geschrieben:Dabei finde ich es hilfreich wenn ich mir bei Schmerzen, einen sonnigen Strand mit Palmen und blauem Himmel vorstelle.
Das schweift zwar ab, aber die Schmerzen wären vielleicht einfacher zu ertragen.

Das ist natürlich eine gute Möglichkeit des Umgangs mit dem Schmerz. Aber Achtsamkeit wäre das eher nicht.
Ich habe sehr wenig Schwierigkeiten mit Schmerz, ich bleibe in so einer Situation einfach beim Schmerz, versuche dabei nicht reflexartig die Muskeln im Körper anzuspannen. Inzwischen passiert das kaum noch, und die Entspannung signalisiert dem Körper: alles ist in Ordnung. Daher geht auch die Intensität der Schmerzen deutlich zurück. Teilweise habe ich das so gut hinbekommen, dass dem Zahnarzt die Rückmeldung fehlte, wenn er z.B. zu nah an einem lebendigen Nerv geriet. (Betäubung mache ich grundsätzlich nicht...) Ich habe mir also angewöhnt, bewusst z.B. die Augen zusammen zu kneifen, wenn der Schmerz sich verstärkt, einfach weil das das Signal ist, was der Zahnarzt erwartet.
"Die tägliche Praxis des Dzogchen ist einfach das tägliche Leben selbst.
Wir sind aus uns selbst heraus erleuchtet und es fehlt uns nichts."

(Dilgo Khyentse Rinpoche)
Benutzeravatar
voom
Schreibt sehr viel
Schreibt sehr viel
Beiträge: 4881
 
Buddh. Richtung: Vajrayana
Mystiker


Zurück zu Buddhismus und Spiritualität im Alltag

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron