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Säkulare Ethik

Buddhismus und buddhistische Praxis in allen Schulen und Richtungen

Re: Säkulare Ethik

Beitragvon Sherab Yönten » 2. November 2015 12:30

@ Voom, ich glaube, Du stehst gerade ein wenig auf dem Schlauch :)
Die Frage stellt sich deshalb nicht weil es sich dann eben nicht mehr um säkulare Ethik handelt sondern um etwas spezifisch "buddhistisches". Diesen buddhistischen Überbau möchte der Dalai Lama aber gerade vermeiden und alle Menschen ansprechen, eben nicht nur die Buddhisten.
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Re: Säkulare Ethik

Beitragvon voom » 2. November 2015 16:46

Ich stehe JETZT wirklich auf dem Schlauch. ;) Meinst Du jetzt, dass die Menschen, die Buddhismus rein als Philosophie sehen Buddhisten sind oder nicht? In meinen Augen hast Du gerade beide Varianten einmal formuliert, meinst aber, dass sich die Frage nicht stellt. Aber dann stellt sie sich offenbar eben gerade doch, die Frage. :shrug:
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Re: Säkulare Ethik

Beitragvon Sherab Yönten » 2. November 2015 17:06

voom hat geschrieben:Meinst Du jetzt, dass die Menschen, die Buddhismus rein als Philosophie sehen Buddhisten sind oder nicht?


Auch diese Frage ist in diesem Zusammenhang nicht wichtig.

Es geht doch um die Menschen, die der Dalai Lama mit seiner säkularen Ethik erreichen möchte. Für die ist es völlig egal ob sie Buddhisten sind oder nicht. Wichtig ist, dass der INHALT der säkularen Ethik für sie stimmig ist und da sind wir wieder beim Zitat: "Du kannst ohne Tee leben aber nicht ohne Wasser, Du kannst ohne Religion leben aber nicht ohne säkulare Ethik".

voom hat geschrieben:In meinen Augen hast Du gerade beide Varianten einmal formuliert, meinst aber, dass sich die Frage nicht stellt


Welche beiden Varianten habe ich einmal gewählt ?
Wenn ich von säkularer Ethik geredet habe meinte ich eine philosophische Interpretation des Buddhismus aber nicht "philosophische Buddhisten". Verstehst Du den Unterschied ?

Eigentlich schade, dass wir hier nur über Definitionen reden und nicht über Inhalte einer modernen säkularen Ethik.
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Re: Säkulare Ethik

Beitragvon Tobias » 2. November 2015 17:16

Eigentlich schade, dass wir hier nur über Definitionen reden und nicht über Inhalte einer modernen säkularen Ethik.

ja,
wobei ich ja schon erwähnt habe, dass der Dalai Lama nicht der einzige ist, der sich mit sekularer Ethik befasst. Ich habe ja schon die Philosophie erwähnt.

Es ist halt die Frage welche Perspektive man auf sich und die Welt hat. Wenn man z.B. einen individualistischen Bezug hat kommen andere ethische Positionen heraus als wenn man über mehrere Generationen nachdenkt. Außerdem ist die Frage welche Themen eine Ethik an sich bearbeiten soll.

Mach doch mal einen Vorschlag:)

Liebe Grüße
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Re: Säkulare Ethik

Beitragvon Buddhaghosa » 2. November 2015 20:45

Dalai Lama hat geschrieben: "Du kannst ohne Tee leben aber nicht ohne Wasser, Du kannst ohne Religion leben aber nicht ohne säkulare Ethik.


Wenn man spitzfindig ist, macht der Satz und die Konsequenz des Dalai Lama daraus gar keinen Sinn. Wenn ich nicht ohne säkulare Ethik leben kann, ich aber augenscheinlich lebe, dann muss ich folgernd jetzt schon säkulare Ethik haben. Oder? Warum also entwickeln?

Gruß
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Re: Säkulare Ethik

Beitragvon Buddhaghosa » 2. November 2015 20:53

Sherab Yönten hat geschrieben:
Buddhaghosa hat geschrieben:Wenn sie auf buddhistischen Grundprinzipien fußt, wie ist dann die Ethik säkular? Oder sind dann diese buddhistischen Grundprinzipien bereits säkular?


Guter Punkt. Ich würde Deine zweite Frage mit "Ja" beantworten


Da habe ich erstmal ein Problem mit. Wenn ich säkular verstehe als weltlich, profan und der Buddhismus als Ziel das Überweltliche (lokuttara) hat, dann sollten auch seine Grundprinzipien nicht säkular sein.

Sherab Yönten hat geschrieben:denn es gibt ja auch eine Vielzahl von Praktizierenden, die den Buddhismus als "Philosophie" begreifen und nicht als "Religion".


Auch wenn's nicht genau hierhin gehört. Für mich passt, Buddhismus als Philosophie zu praktizieren nicht so richtig zusammen. Zu welcher Philosophie nimmt man denn Zuflucht?

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Re: Säkulare Ethik

Beitragvon Sherab Yönten » 3. November 2015 08:13

Tobias hat geschrieben:Mach doch mal einen Vorschlag:)


Tobias, den habe ich bereits gemacht indem ich den Link vom Tibethaus hier eingestellt habe. Dort werden ganz konkrete Inhalte der säkularen Ethik benannt.

Buddhaghosa hat geschrieben:Wenn ich säkular verstehe als weltlich, profan und der Buddhismus als Ziel das Überweltliche (lokuttara) hat, dann sollten auch seine Grundprinzipien nicht säkular sein.


Du verstehst es so. Es gibt aber viele Menschen, die mit dem "Überweltlichen" nichts anfangen können.

Buddhaghosa hat geschrieben:Für mich passt, Buddhismus als Philosophie zu praktizieren nicht so richtig zusammen. Zu welcher Philosophie nimmt man denn Zuflucht?


Nochmal: Es geht nicht um Zufluchtnahme, auch nicht um die 4 edlen Wahrheiten. Die Menschen, die der Dalai Lama mit seiner säkularen Ethik ansprechen will, wollen das nicht.
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Re: Säkulare Ethik

Beitragvon voom » 3. November 2015 13:15

Ich würde sagen es wäre hilfreich, wenn Du die Inhalte hinter dem Link die Du wichtig findest irgendwie hierher holst, als Zitat, Zusammenfassung o.ä. Sonst kannst Du nicht erwarten, dass das in der Diskussion aufgegriffen wird.
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Re: Säkulare Ethik

Beitragvon Sherab Yönten » 3. November 2015 14:28

voom hat geschrieben:Ich würde sagen es wäre hilfreich, wenn Du die Inhalte hinter dem Link die Du wichtig findest irgendwie hierher holst, als Zitat, Zusammenfassung o.ä. Sonst kannst Du nicht erwarten, dass das in der Diskussion aufgegriffen wird.


Ich persönlich finde keinen bestimmten Punkt in dem Link wichtig. Alle sind gleich wichtig. Was mir nur auffällt ist, dass wir uns über Definitionen die Köpfe heiß reden aber dafür die Inhalte, um die es ja eigentlich geht, vernachlässigen.
Wenn keiner über Inhalte reden möchte, dann mag das so sein. Im Übrigen "erwarte" ich schon lange nichts mehr wenn ich in einem Forum schreibe. Das habe ich mir abgewöhnt.
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Re: Säkulare Ethik

Beitragvon voom » 3. November 2015 15:12

http://www.tibethaus.com/programm/studium-buddhismus/studienprogramm-ethik-2014.html

Überblick über die einzelnen Wochenenden:

1 Einführung | 8. - 9. November 2014

Das erste Wochenende dient einer Einführung in die Thematik. Den Anlass und Ausgangspunkt für das Studienprogramm bildet der von S.H. dem 14. Dalai Lama formulierte Ansatz einer „säkularen Ethik“. Anders als in den westlichen Gesellschaften ist damit keine nicht- oder antireligiöse, sondern nach dem Vorbild der indischen Verfassung eine gegenüber religiösen wie nichtreligiösen Morallehren offene Positionen gemeint, die wechselseitige Toleranz voraussetzt und auf vernünftige Argumente in den Moralbegründungen baut. Neben traditionsspezifischen Elementen enthalten die buddhistischen Lehren nach Ansicht des Dalai Lama allgemeine, für alle Menschen geltende ethische Grundlagen, die auch von Nicht-Buddhisten geteilt werden können und in der Lage sind, einen wichtigen Beitrag zur Lösung der Probleme unserer Zeit zu leisten. ...

2 Schule | 21. - 22. März 2015

Unsere Schulen prägen das Leben aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland ganz entscheidend. Doch das System „Schule“ gerät immer stärker unter Druck. ...
(Leitung: Vera Kaltwasser, Nico Häger)

3 Wirtschaft | 23. - 24. Mai 2015

Die Wirtschaft wird von den Ökonomen meist als ethisch neutraler Ort beschrieben. Tatsächlich aber beruhen alle wirtschaftlichen Entscheidungen auf moralischen Voraussetzungen. ... Die buddhistische Wirtschaftsethik ... erklärt die leidhaften Konsequenzen von Egoismus, Konkurrenz, Komsumwahn und Geldgier als moderne Form der Ich-Verblendung. Dieser Verblendung wird die gegenseitige Abhängigkeit aller wirtschaftlichen Phänomene in einer globalen Ökonomie gegenübergestellt, aus der sich eine Ethik des Gemeinsamen, der Toleranz, des Mitgefühls und eine ökologische Denkweise entwickeln lässt.

4 Umwelt | 12. – 13. September 2015

Die globalen Umweltprobleme lassen sich nicht mehr ignorieren und führen direkt zu der Erkenntnis, dass die Menschheit bei der Bewältigung dieser Aufgaben voneinander abhängig ist. Die Auswirkungen des Klimawandels werden weltweit zu dramatischen Veränderungen führen. Die Lösung dieser Probleme kann nur global erfolgen. Sie muss aber auch bei jedem Einzelnen beginnen. ...

Der Referent studierte Politikwissenschaft, Völkerkunde und Journalismus. Er arbeitet als freier Journalist und Buchautor. Sein Schwerpunkt liegt u.a. auf nachhaltiger Entwicklung und ökologischer Ethik sowie auf den vielfältigen Ansätzen der Tiefenökologie.

5 Politik/Gesellschaft/Utopien | 21. – 22. November 2015

... Interessante Gesellschaftsmodelle finden sich im Engagierten Buddhismus, wo die Verbindung von meditativer Einsicht und ganzheitlicher Weltsicht mit aktivem ökologischem, humanistischem und sozialem Engagement, dem Bilden von Netzwerken zum Schutz der Welt und den Lebewesen einhergeht.

6 Konsumethik | Anfang 2016

Oft unachtsam und beiläufig konsumieren wir Waren, Dienstleistungen und Medieninhalte und achten wenig darauf, welche Wirkung sie auf uns und diejenigen haben, die sie produzieren. Welche Bedürfnisse deckt unser Konsum? Durch welche Mechanismen werden Bedürfnisse und Bedarf geweckt? In einer globalen Gesellschaft sind auch die Auswirkungen unseres Konsums global. ...

7 Umgang mit Fremdem | Frühling 2016

Im Zuge von Globalisierung und multikultureller Gesellschaft bildet die Konfrontation mit Andersheit und Fremdheit nicht mehr eine seltene Ausnahme, sondern wird zum Normalfall. Fremde Kulturen liegen nicht mehr in einer unzugänglichen Ferne, die nur in Form phantastischer Reiseberichte zu uns dringt, sondern vor der eigenen Haustür. In der Politik, im Beruf oder privat, auf der Ebene multinationaler Geschäftsbeziehungen oder in der eigenen Nachbarschaft, das Phänomen kultureller Vielfalt ist ein wesentliches Charakteristikum unserer Zeit, mit steigender Tendenz. Für jeden ethischen Ansatz besteht daher eine besondere Herausforderung darin, überzeugende Antworten zu finden für den Umgang mit dieser Vielfalt und Möglichkeiten eines konfliktregulierenden Miteinanders aufzuzeigen. ...

8 Glück | Spätsommer 2016

Das Thema Glück und Ethik ist spannend und wirft viele Fragen auf: Bedingen sich inneres Glück und ethisches Verhalten? Die meisten Menschen – so der buddhistische Mönch und Forscher Mathieu Ricard - verwenden viel Energie darauf, dem Glück nachzujagen, indem sie Karriere machten, schöne Sachen kauften, ihre Freizeit optimierten. Stabiles Glücksempfinden kommt aber von innen, entsteht nur durch kontinuierliche Arbeit am eigenen Geist und durch daraus resultierende Verhaltensänderung. ...

Allein der fett hervorgehobene Satz wäre für die Diskussion hilfreich gewesen. Wenn wir keine Definition zu Verfügung haben, müssen wir den Begriff ja zwangsläufig erstmal definieren, bevor wir darüber diskutieren können. Sonst reden wir an einander vorbei. Wenn die Definition des DL hier Diskussionsgrundlage sein sollte, dann reicht nicht ein Link sondern zumindest diese Definition hätte hierher gehört. Die wenigsten Leute in einem Forum werde sich aus einer Seite hinter einem Link erstmal die relevanten Aussagen selbst herausfischen. Ich habe jetzt deutlich mehr von der Seite hergeholt, da sicherlich niemand was dagegen hat, wenn ein Seminarprogramm kopiert wird, solange es auf die Veranstaltung verweist. Vielleicht könnte man sich die einzelnen Rubriken auf Grundlage des Programms gezielt anschauen, wenn Interesse besteht das zu vertiefen.
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Re: Säkulare Ethik

Beitragvon Sherab Yönten » 3. November 2015 15:38

voom hat geschrieben:Wenn wir keine Definition zu Verfügung haben, müssen wir den Begriff ja zwangsläufig erstmal definieren, bevor wir darüber diskutieren können


Ich verstehe Dich nicht.
Diese Definition stand doch zur Verfügung.
So schwer ist es nicht auf den Link zu klicken.

Genauso habe ich "säkulare Ethik" gemeint als ich von einer "philosophischen Interpretation des Buddhismus" sprach. Vernünftige (logisch/ philosophische) Moralbegründungen machen letztendlich nämlich doch etwaige "religiöse" (metaphysische/ überweltliche) Argumente überflüssig.

voom hat geschrieben:Vielleicht könnte man sich die einzelnen Rubriken auf Grundlage des Programms gezielt anschauen, wenn Interesse besteht das zu vertiefen.


Gerne, wenn ich nicht der einzige in diesem Forum bin, der daran Interesse hat.
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Re: Säkulare Ethik

Beitragvon voom » 3. November 2015 17:28

Sherab Yönten hat geschrieben:
voom hat geschrieben:Wenn wir keine Definition zu Verfügung haben, müssen wir den Begriff ja zwangsläufig erstmal definieren, bevor wir darüber diskutieren können


Ich verstehe Dich nicht.
Diese Definition stand doch zur Verfügung.
So schwer ist es nicht auf den Link zu klicken.

Die Tatsache, dass hier im Thread spekuliert wurde, was der DL damit meinen könnte, zeigt, dass es einfach nicht passiert ist. Ich habe es auch nicht gemacht. Das hat nichts mit "schwer" oder "nicht schwer" zu tun, sondern mit der Erfahrung, dass es einfach so gut wie niemand macht. Meistens ist es dann auch noch so, dass man erstmal einen langen Text lesen muss, um darin den Teil zu finden, auf den Bezug genommen wird. Warum das so ist, weiss ich auch nicht. Ich weiss nur, dass es so ist und richte mich danach. Wenn ich z.B. auf Wikipedia verweise, setze ich ja meist auch nicht blos einen Link, sondern kopiere das raus, was ich in der Diskussion haben will. Das ist manchmal nur ein prägnanter Satz. Der wird dann auch wahrgenommen. Würde ich nur einen Link setzen, würde das mit grosser Wahrscheinlichkeit untergehen.

voom hat geschrieben:Vielleicht könnte man sich die einzelnen Rubriken auf Grundlage des Programms gezielt anschauen, wenn Interesse besteht das zu vertiefen.


Gerne, wenn ich nicht der einzige in diesem Forum bin, der daran Interesse hat.[/quote]
Glaube ich nicht. Dass so viele sich an den Definitionsversuchen beteiligt haben, zeigt doch, dass Interesse bestehen könnte. Wie weit das geht, werden wir ja sehen.
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Re: Säkulare Ethik

Beitragvon Sherab Yönten » 3. November 2015 18:05

voom hat geschrieben:Das hat nichts mit "schwer" oder "nicht schwer" zu tun, sondern mit der Erfahrung, dass es einfach so gut wie niemand macht


Wenn der Link für mich interessant ist, mache ich das. Ich finde, es ist eine Frage der Achtsamkeit. Wenn ich mitreden möchte, dann muss ich auch wissen worüber geredet wird. Jemand wird sich schon was dabei gedacht haben wenn er Links hier einstellt. Ich schaue erst in den Link rein merke dann ob er mich weiter interessiert oder nicht und wenn ja dann lese ich ihn auch durch. Ich finde es ist einfach doppelt gemoppelt, wenn man nun auch solche kurzen und leicht verständlichen Links hier nochmal ausführlich darstellen soll.

voom hat geschrieben:Meistens ist es dann auch noch so, dass man erstmal einen langen Text lesen muss,


Lange Texte stelle ich auch nicht als Link hier rein.

voom hat geschrieben:Das ist manchmal nur ein prägnanter Satz


Hier war es aber der ganze Link, der zum Thema passte, nicht nur ein prägnanter Satz.

voom hat geschrieben:Dass so viele sich an den Definitionsversuchen beteiligt haben, zeigt doch, dass Interesse bestehen könnte. Wie weit das geht, werden wir ja sehen.


Da bin ich dann aber gespannt. Würde mich freuen !
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Re: Säkulare Ethik

Beitragvon Buddhaghosa » 3. November 2015 19:13

Hallo Sherab,

ich glaube, jetzt verstehst du etwas falsch.

Sherab Yönten hat geschrieben:
Buddhaghosa hat geschrieben:Für mich passt, Buddhismus als Philosophie zu praktizieren nicht so richtig zusammen. Zu welcher Philosophie nimmt man denn Zuflucht?


Nochmal: Es geht nicht um Zufluchtnahme, auch nicht um die 4 edlen Wahrheiten. Die Menschen, die der Dalai Lama mit seiner säkularen Ethik ansprechen will, wollen das nicht.


Eben weil ich nicht Bezug nahm auf die säkulare Ethik dieses Threads, habe ich meinen Satz eingeleitet mit "Auch wenn's nicht genau hierhin gehört".

Sherab Yönten hat geschrieben:
Buddhaghosa hat geschrieben:Wenn ich säkular verstehe als weltlich, profan und der Buddhismus als Ziel das Überweltliche (lokuttara) hat, dann sollten auch seine Grundprinzipien nicht säkular sein.


Du verstehst es so. Es gibt aber viele Menschen, die mit dem "Überweltlichen" nichts anfangen können.


Wer mit dem Überweltlichen - also Nirvana - nichts anfangen kann, der kann dann wohl auch kaum etwas mit dem Buddhismus anfangen. Nirvana kann man weder säkularisieren noch philosophieren. Was ich nicht verstanden haben ist, warum du buddhistische Grundprinzipien als säkular bezeichnest. Warum und welche?

Diesen Satz "Die Menschen, die der Dalai Lama mit seiner säkularen Ethik ansprechen will, wollen das nicht" von Sherab möchte ich noch aufgreifen und in einem anderen Kontext weiterfragen. Kennt jemand Rückmeldungen von Säkularen, wie sie die Initiative des Dalai Lamas bewerten? Wollen die das?

Gruß,
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Re: Säkulare Ethik

Beitragvon Sherab Yönten » 3. November 2015 19:51

Buddhaghosa hat geschrieben:Wer mit dem Überweltlichen - also Nirvana - nichts anfangen kann, der kann dann wohl auch kaum etwas mit dem Buddhismus anfangen


Das ist ausschließlich Deine "exklusive" Sichtweise :)

Buddhaghosa hat geschrieben:Was ich nicht verstanden haben ist, warum du buddhistische Grundprinzipien als säkular bezeichnest. Warum und welche?


Z.B. gibt es im Gampopa die 10 unheilsamen Handlungen. Auf körperlicher Ebene (z.B.nicht zu töten, kein sexuelles Fehlverhalten) und auf der Ebene der Sprache (z.B. nicht schlecht über andere Reden, nicht lügen) und auf geistiger Ebene (auf geistiger Ebene: falsche Ansicht, falsche Ansicht bezieht sich auf Leugnung von Karma und vom Nicht Selbst).

Letzteres ist typisch buddhistisch. Alle anderen unheilsamen Handlungen wären auch für christlich oder muslimisch orientierte Menschen "interessant", eventuell auch für säkulare Menschen (Moral).
Die ersten unheilsamen Handlungen sehe ich nicht so sehr als buddhistische Grundprinzipien, wohl aber die "falsche Ansicht".
Wer lügt und meint: "Es macht ja nichts wenn ich lüge", Hauptsache die anderen wissen es nicht, der hat Karma nicht verstanden, denn auch wenn die anderen nichts von der Lüge wissen, wirkt Karma im eigenen Geist weiter.

Buddhaghosa hat geschrieben:Kennt jemand Rückmeldungen von Säkularen, wie sie die Initiative des Dalai Lamas bewerten? Wollen die das?


Nicht direkt zur Initiative des Dalai Lamas.
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Re: Säkulare Ethik

Beitragvon Tobias » 3. November 2015 20:08

@ Sherab

Sherab Yönten hat geschrieben:Das ist ausschließlich Deine "exklusive" Sichtweise


Auch ich stimme dieser Sichtweise von Florian zu. Buddhismus ohne Nirvana ist kein Buddhismus. Denn Buddhismus definiert sich auf Basis der 4 edle Wahrheiten und das Ende des Leidens ist als Nirvana definiert. Ohne das Ende des Leidens sind die anderen Wahrheiten unlogisch. Du weißt, dass ich kein besonderer Theravada-Vertreter bin, ich denke dass man z.B. auch Buddhist sein kann ohne dass man den 8fachen Pfad exakt einhält(unterschiede zwischen Mahayana Vajrayana und theravada) Aber, wenn man das Leben nicht als leidvoll sieht und wenn das Ende des Leidens nicht Nirvana(von mir aus auch als Synonym Rigpa) ist, dann macht der buddhistische Pfad keinen Sinn.

Liebe Grüße
Tobias
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Re: Säkulare Ethik

Beitragvon Sherab Yönten » 4. November 2015 08:30

Tobias hat geschrieben: Buddhismus ohne Nirvana ist kein Buddhismus.


Ich gebe es auf :rofl: und beende damit die Diskussion. Ich habe gefühlte 100 mal schon geschrieben, dass es eben beim Thema "säkulare Ethik" nicht um Buddhismus geht. Dass gerade der Dalai Lama diese Diskussion angestoßen hat, zeigt Größe. Stellt Euch vor, der Papst würde eine Diskussion ins Rollen bringen, ohne dabei das Wort (christlicher) Gott in den Mund zu nehmen. Das wäre so ähnlich und würde den interreligiösen Dialog fördern.
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Re: Säkulare Ethik

Beitragvon voom » 4. November 2015 10:52

Der DL baut sehr stark auf wissenschaftliche Grundlagen, um diese Ethik für die meisten Menschen auf eine begründete Basis zu stellen. Anregungen dazu kommen z.B. aus den Mind & Life Gesprächen. So ist es schon länger erforscht, wie sich bestimmte Gemütslagen auf die Gesundheit auswirken. Und - wenig überraschend - auf Aggression usw. zu verzichten ist direkt messbar einfach gesünder. Körperlich gesehen! Die medizinischen Vorteile von Achtsamkeit sind inzwischen sogar noch mehr im Fokus als das.

Viele Buddhisten bezeichnen ja die Entkopplung solcher buddhistischer Methoden von den eigentlichen buddhistischen "religiösen" Anteilen als "Wellnessbuddhismus". Man kann das auch im positiven Sinne sehen, dass es den Wesen auf einer bedingten Ebene nutzt und so für alle bessere Lebensgrundlagen schaffen kann. Auf der Basis kann mann dann immer noch weiterschauen, wenn man auf einmal Überschuss hat. Was die Initiative des DL wirklich besonders macht, da stimme ich SY auch sehr zu, ist dass es dem DL auch nicht "hinten rum" darum geht, damit den Buddhismus zu "verkaufen". Ganz im Sinne des Kalachakra-Tantra ist die Offenheit und gegenseitige Akzeptanz der Religionen elementarer Bestandteil der vorgeschlagenen Ethik. Dass es ethisch ist, sich gegenseitig zu respektieren.

Klar finde ich das gut, ich denke ja auch so und vertrete das schon seit ca. 20 Jahren. Damals habe ich diese Impulse und Aussagen des DL auch schon wahrgenommen. Das wirkt sich natürlich auch auf die innerbuddhistische Diskussion aus: wenn ich andere Religionen respektiere (solange sie mich auch respektieren im Gegenzug, man darf deswegen ja nicht alles mit sich machen lassen!) kann ich erst recht andere Strömungen als die meinige im Buddhismus zu respektieren anstreben.
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Re: Säkulare Ethik

Beitragvon Buddhaghosa » 4. November 2015 19:00

Der Papst hat sich vielleicht gedacht: Schuster, bleib bei deinem Leisten.

Gruß
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