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Ein Jahr ins Kloster, aber wo?

Einfache Fragen und Antworten (nicht nur) für Buddhismus-Neulinge

Ein Jahr ins Kloster, aber wo?

Beitragvon Lichtsucher » 21. Januar 2016 21:34

Hallo zusammen :wave:
ich betreibe seit ungefähr 3 Jahren Meditation und beschäftige mich in letzter Zeit intensiv mit Buddhismus und buddhistischer Philosophie. Ich bin noch ein blutiger Anfänger, das ist klar, aber habe Energie und Begeisterung und bin mehr als lernwillig. Mein Ziel ist es immer gelassener, zuversichtlicher, weiser (hoffe das stößt jetzt nicht auf), ruhiger (das heißt sich nicht mehr von Gefühlen überwältigen zu lassen), freundlicher und toleranter gegenüber meinen Mitmenschen zu werden. Nun möchte ich das ganze intensivieren und dazu für ein Jahr in einem buddhistischem Kloster mitleben, wirken und arbeiten. Jetzt ist die Frage wo sich dieses Kloster befindet.
Da ich gleichzeitig auch etwas von der Welt sehen möchte sollte es sich außerhalb Europas befinden, wobei ich auch für Empfehlungen innerhalb Europas offen bin, würde dort dann vieleicht ein kurzer Aufenthalt werden um schonmal reinzuschnuppern ins Klosterleben.
Über Ideen, Anregungen oder Erfahrungsberichte würde ich mich sehr freuen. Es muss auch nicht unbedingt ein klassisches buddhistisches Land wie Thailand sein da ja auch die Rahmenbedingungen wichtig sind, das heißt in welchen Ländern ist es überhaupt möglich als Deutscher ein ganzes Jahr (oder auch deutlich länger!) in einem Kloster mitzuleben, wie ist die politische Situation vor Ort usw.
Vielen Dank für eure Hilfe
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Re: Ein Jahr ins Kloster, aber wo?

Beitragvon Turmalin » 21. Januar 2016 22:21

Lichtsucher hat geschrieben:Hallo zusammen :wave:
Mein Ziel ist es immer gelassener, zuversichtlicher, weiser (hoffe das stößt jetzt nicht auf), ruhiger (das heißt sich nicht mehr von Gefühlen überwältigen zu lassen), freundlicher und toleranter gegenüber meinen Mitmenschen zu werden. Nun möchte ich das ganze intensivieren und dazu für ein Jahr in einem buddhistischem Kloster mitleben, wirken und arbeiten. Jetzt ist die Frage wo sich dieses Kloster befindet.

Ein gutes Land, wo du dich um deine Ziele bemühen kannst ist zum Beispiel Deutschland. ;) Die politische Lage ist noch immer gut. Es herrscht komplette Religionsfreiheit. Es gibt viele große Meister die hier unterrichten. Zum Teil sprechen sie perfekt Englisch und haben zusätzlich noch gute Übersetzer ins Deutsche. Die deutsche Sprache ist sehr wichtig, um den Dharma zu verstehen. Außer man spricht Englisch auf sehr hohem Niveau. Dann ist aber die Frage, ob der Lehrer auch sehr gutes Englisch spricht. Als "Kloster" fällt mir jetzt nur ein, dass man hier ein drei-Jahresretreat machen kann. Da müssten die anderen noch mal sagen wo das ist, und was ist, wenn man nur ein Jahr machen möchte.( Kagyu-Linie).
Das Problem an Deutschland ist, dass hier alles teuer ist.Die Frage wäre also, wie du dein Essen finanzierst in der Zeit.
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Re: Ein Jahr ins Kloster, aber wo?

Beitragvon voom » 21. Januar 2016 23:32

Es hängt sehr von der Linie ab, wo Du Dich heimisch fühlst. Ein Theravada-Kloster ist etwas komplett anderes als ein Zen-Kloster. Die Klöster der Karma-Kagyü-Linie, also tibetischer Mahayana, liegen meist im Westen Europas, als v.a. Frankreich, Belgien, teilweise Spanien. Je nach Linie kann man Dich aber vielleicht auch nach Asien weitervermitteln. Es kommt also auf die Linie an.
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Re: Ein Jahr ins Kloster, aber wo?

Beitragvon Tobias » 22. Januar 2016 01:01

Hallo,
Willkommen im Forum.

Natürlich ist wirklich die Frage was genau du willst. Ein Drei-Jahres-Retreat der Kaguys z.B. ist auch mit einem buddhistischen Studium z.B. verknüpft und mit einem festen Meditationsprogramm was eben auch spezifisch sein kann im Sinne von Visualisierungen usw.

Auch wenn die Fragen meiner Vorredner berechtigt sind würde ich dir ins blaue hinein ein Retreat in Yeshe Rangsal vorschlagen.
Das kommt aus der Dzogchen-Tradition, diese Tradition hat "von allem ein bisschen was"(doof formuliert weil das eigentlich auf verschiedene Traditionen zutrifft, trotzdem denke ich dass es hier besonders stimmt).

Das Retreat center findest du hier ich würde sie einfach anschreiben und sagen, dass du 1 jahr lang retreat machen möchtest.

Im Vorfeld würde ich allerdings
folgendes Seminar 1 empfehlen. Denn erstmal ist dies eine herausragende Gelegenheit in die Dzogchen-Meditatin einzusteigen, außerdem bekommst du so einen Eindruck vom Lehrer.

Liebe Grüße
Tobias
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Re: Ein Jahr ins Kloster, aber wo?

Beitragvon Sherab Yönten » 22. Januar 2016 08:15

Hallo Lichtsucher,

Du schreibst, dass Du etwas von der Welt sehen möchtest.
Vielleicht wäre das eine Alternative für Dich (Du musst Dich dann aber auf längere Sitzungen einstellen, d.h. körperliche Fitness ist ein absolutes Muss):

http://ich-will-meditieren.de/retreats/myanmar/

http://ich-will-meditieren.de/retreats/myanmar/

Damit der Retreat in Myanmar wirklich gelungen wird, sollte im Vorfeld stets gut geplant werden. Dann wird der Aufenthalt in einem Kloster zum unvergesslichen Erlebnis und kann in Ruhe genossen werden. Wichtig ist dabei auch das Visum. Es ist im Normalfall in Myanmar auf 28 Tage beschränkt. Viele Meditationsreisende empfinden die Zeit jedoch für zu kurz. Dafür gibt es eine Lösung.
Die Regierung bietet das spezielle Meditationsvisum, welches einen längeren Aufenthalt erlaubt. Damit du dieses jedoch bekommst, benötigst du eine Einladung des Klosters oder Meditationszentrums. Du solltest also schon in Deutschland rechtzeitig beginnen, diese Details zu klären, da es etwas zeitaufwändig sein kann. So kann es schon einmal rund 2 bis 3 Monate dauern das gewünschte Visum zu erhalten. Natürlich kannst du auch mit einem normalen Touristenvisum einreisen, das gewünschte Kloster besuchen und dort um eine Einladung bitten. Sollte die Bearbeitungszeit länger dauern, kannst du zwischenzeitlich andere asiatische Länder besuchen. Das Antragsformular erhälst du in den Botschaften von Myanmar in Deutschland und im Ausland.


Allerdings ist es nicht so einfach per E-Mail mit Myanmar zu kommunizieren, zumindest war das vor 3 Jahren noch so (vielleicht hat es sich mittlerweile geändert).
"Im Buddhismus gibt es keinen Punkt. Im Buddhismus gibt es immer ein weil."

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Re: Ein Jahr ins Kloster, aber wo?

Beitragvon Ayu » 22. Januar 2016 11:41

Hallo Lichtsucher,

es hängt auch davon ab, welchem Geschlecht Du angehörst, also ob Du ein Mönchs- oder ein Nonnenkloster suchst.
Wenn ich könnte, würde ich gern mal die Sravasti Abbey in Nordamerika besuchen. Ein Nonnenkloster von Thubten Chodron, tibetischer Buddhismus, Gelug Tradition. Das einzige richtige Nonnenkloster im Westen.
http://thubtenchodron.org

Mögen alle Wesen die Ursachen des Glücks realisieren.
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Re: Ein Jahr ins Kloster, aber wo?

Beitragvon raterZ » 22. Januar 2016 20:34

ich würd kein drei jahres retreat machen.. das ist alles unsinn. die praxis ändert sich andauernd. nach den drei jahren hat man nen guten überblick, was es im karma kagyü so gibt, aber alles nur angerissen. :D
wenn kloster retreat, dann theravada. :thumbup:

(meine meinung)
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Re: Ein Jahr ins Kloster, aber wo?

Beitragvon asoka » 22. Januar 2016 20:41

raterZ hat geschrieben:ich würd kein drei jahres retreat machen.. das ist alles unsinn. die praxis ändert sich andauernd. nach den drei jahren hat man nen guten überblick, was es im karma kagyü so gibt, aber alles nur angerissen. :D
wenn kloster retreat, dann theravada. :thumbup:

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Re: Ein Jahr ins Kloster, aber wo?

Beitragvon raterZ » 23. Januar 2016 10:45

weil die vorraussetzungen für intensive tantras retreats schon eine fortgeschrittene meditationspraxis ist.

theravada retreat meditation beschäftigt sich mit den versenkungsstufen (jhanas) - die kann man gut ohne vorherige praxis erfahrung erkunden, und das ist schon schwer genug.
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Re: Ein Jahr ins Kloster, aber wo?

Beitragvon Max » 23. Januar 2016 21:52

Hallo,

wenn du deine Meditationserfahrung intensivieren möchtest, könnte die thaländische Waldklostertradition etwas für dich sein oder auch Pa Auk in Mynamar. Kannst auch beides miteinander verbinden. Nach einem Jahr solltest du ein sehr solides Fundament für deine weitere Praxis haben, egal in welcher buddh. Richtung. Samatha/Vipassana ist meines Wissens fast überall Standard für alles weitere. Eine intensive Vorbereitung in Theorie und Praxis, auch Retreat Erfahrung mit mind. 8 h formalen Sitzen, sind meiner Meinung für so ein Vorhaben unabdingbar. Damit die ganze Angelegenheit kein Schlag in's Wasser wird, ist es empfehlenswert in dem Kloster deiner Wahl, an einem Retreat für 2 Wochen teilzunehmen. Die Bedingungen dort sind nicht ganz einfach. Wenn jedoch alles klappt, hast du ein wirkliches Fundament und einiges erlebt.

Du schreibst weiterhin von buddh. Philosophie und Arbeitsalltag im Kloster. Hm, für die buddh. Philosophie würde ich jetzt nicht in ein Ursprungsland fahren, sondern die Grundlagen der jeweiligen Tradition soweit notwendig mir hier aneignen. Generell würde ich, eher den Schwerpunkt auf meditative Praxis legen.

Für dein Vorhaben ist eine intensive Recherche der Grundstein für den Erfolg dieser Unternehmung. Als erstes ist es jedoch notwendig, dass du dir klar wirst über deine Ziele und deine Vorstellungen. Als weiteren Schritt würde ich dann Kontakt zu westlichen Ordinierten aus den jeweiligen Traditionen aufnehmen und die Angelegenheit querprüfen.

Grüße von Max
Max
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