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Dön-Tage

Buddhismus und buddhistische Praxis in allen Schulen und Richtungen

Dön-Tage

Beitragvon Samten » 25. Januar 2016 11:47

Die letzten zehn Tage eines jeden Jahres werden in der tibetischen Kosmographie die „Dön-Tage“ genannt. Döns sind so etwas wie "verkörperte Negativität“. Sie finden sich in Objekten, Gedanken, Häusern, im Körper, in den Elementen - also überall. Sie "verschmutzen" so zu sagen unsere Welt und "attackieren" uns - in Form von Hindernissen, auf allen Ebenen in unseres Lebens. Gegenmittel, um Döns zu entkräften, sind Achtsamkeit und Wertschätzung - der Tiger.

Man sagt, dass, wenn man Zeitrhythmen als zyklisch betrachtet, sich diese Hindernisse besonders am Ende eines Jahres, oder auch eines Tages häufen. Sie können sowohl sichtbarer als auch unsichtbarer Natur sein, also sehr subtil auftreten, oder auch in Form von größeren und kleineren Missgeschicken und Unfällen. Angst vor Döns wiederum wäre selber ein Dön. Sie entzweit unseren Geist, wodurch wir Zweifel einladen und unsere Lungta, Lebenskraft, untergraben - somit wäre einen Dön geboren.

In diesen Tagen sind also Aufmerksamkeit und Sorgfalt in allem, was wir tun, besonders wichtig .

Und es ist auch eine Zeit der Reflexion und der intensiven Praxis. Es wird empfohlen, sich ganz bewusst auf Praxis einzulassen, mit der Betonung auf klärenden und reinigenden Aspekten: das kann das Vajrasattva Mantra sein, im Mahayana die Sutras, die Auffrischung unserer Gelübde und die Belebung/Kontemplation unserer Motivation und Sichtweise als Praktizierender.

Wir können diese Zeit auch nutzen, um bewusst über unsere Lebenssituation nachzudenken und uns anzuschauen, wie wir ganz persönlich den Dharma verkörpern. Wir betrachten, wie wir mit anderen kommunizieren, uns engagieren, was wir weiter kultivieren möchten, was wir zurücklassen möchten, wie wir uns um unsere Umwelt kümmern.

Auch in alltäglichen Bereichen können wir in dieser Zeit möglichst viel Achtsamkeit walten lassen - in dem Verständnis, dass wir damit unser physisches Mandala zum Strahlen bringen, ob wir geliehene Dinge zurückgeben, Schulden bezahlen, Fehden beenden, verpasste Situationen aufgreifen, den drei Juwelen Geschenke darbringen - der Umsetzung unserer Wünsche sind keine Grenzen gesetzt. Wir beobachten, wie wir mit Hindernissen umgehen und können durch unsere Praxis ein tiefes Gefühl von "Sitz" entwickeln - das wappnet uns gegen die Döns und macht uns letztlich unangreifbar.

Döns existieren nur in dem Maße, in dem wir existieren - und sobald wir Leerheit verstehen, verstehen wir, dass Döns, genau wie wir, letztendlich nicht existieren - sie sind also letztlich unsere Freunde - ohne sie kein Pfad!

Quelle:
http://shambhala-koeln.de/calendar-details/?id=257495
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Re: Dön-Tage

Beitragvon voom » 25. Januar 2016 13:03

Anders ausgegedrückt, sind das anscheinend sowas wie "kleine Dämönchen des Alltags" ;) Ich könnte mir vorstellen, dass man damit sehr gut die selbstbefreiende Kraft des Geistes üben kann: sie nähren sich im Verborgenen und durch Gewohnheiten, Verdrängung usw. Durch Achtsamkeit erkennt man sie, und in dem Moment, wo man sie erkennt und sich auflösen lässt, müssen sie sich nicht im Leben ausdrücken und die Energie geht verloren. Im Gegensatz zu sog. "Dämonen des Geistes" die eine gewisse "Eigenintelligenz" entwickelt haben und sich durch Tricks dagegen wehren, aufgespürt und entkräftet zu werden.
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Re: Dön-Tage

Beitragvon raterZ » 25. Januar 2016 14:48

gewisse? :rofl:

die ganze welt im äußeren hat sich so manifestiert, dass sie zu einem zufluchtsort und ernäherer dieser dämonen ist. die intelligenz von mara bzw. dem "teufel" ist so extrem hoch, dass er uns menschen bei weitem in den schatten stellt.
deshalb ist der weg zum erwachen auch mit übelst vielen fallen bestickt.

von wann bis wann sind denn diese dön-tage? unabhängig davon hab ich solche dinge schon häufiger erlebt im februar.
- meine Aussagen bezüglich des Vajrayanas beziehen sich größtenteils auf eigene Erfahrung -
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Re: Dön-Tage

Beitragvon Samten » 25. Januar 2016 15:02

29.1.- 7.2
dann is (bei uns) Shambhala-Tag....
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Re: Dön-Tage

Beitragvon voom » 25. Januar 2016 15:56

Das ist eigentlich sowas ähnliches wie die "Rauhnächte" im keltisch-germanischen Raum usw. Das Konzept gibt es in vielen Kulturen auch schon im Schamanismus. Wichtig ist, dass man zum Ende eines Zyklus, und gerne in der dunklen Jahreszeit, achtsam ist für die geistigen Verunreinigungen, die man so ansammelt. Das ist wichtiger für Laien als für Leute, die regelmäßig praktizieren, weil man als Praktizierender ohne ständig achtsam für solche Tendenzen sein sollte.
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Re: Dön-Tage

Beitragvon Samten » 25. Januar 2016 16:06

wobei man als "Fortsetzung" (zumindest bei uns hier) d' Fasnet dranhängen könnte....
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Re: Dön-Tage

Beitragvon voom » 25. Januar 2016 18:58

Nach der Reinigungsphase wird dann meist ausgelassen der Neubeginn gefeiert, das ist auch in fast allen schamanischen Traditionen so. Fastnacht ist glaube ich ursprünglich auch eine Fruchtbarkeitsfeier.
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Re: Dön-Tage

Beitragvon Samten » 6. Februar 2016 14:09

das is'n "Event", der einem im Gedächtnis bleibt:
d'r Basler Morgeschtraich:

Video direkt über Youtube aufrufen

schlag 4Uhr morgens geht die Strassenbeleuchtung aus und dann gehts ab; Musik besteht nur aus unglaublichem Trommel-Rythmus und piccolo-flöten, entsteht ne Athmosphäre die kommt am PC nich rüber....
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