Andere buddhistische Foren in Deutschland,
in denen wir aktiv sind:
Tibet. Zentrum Hamburg forum.tibet.de
Buddhaland - Ein Portal für Buddhismus

Warum haben die Tibeter so ein hartes Karma?

Allgemeiner Bereich, Benutzervorstellungen, Plauderecke...

Re: Warum haben die Tibeter so ein hartes Karma?

Beitragvon Turmalin » 16. März 2016 16:52

Diese imaginierte Identifikation war jedenfalls gutes Karma. Sowas könnten sie noch mehr gebrauchen, egal weswegen.
"Gehen wir voller Pessimismus an eine Sache heran,
werden wir gar nichts erreichen."
Dalai Lama

>> Mein Designshop
Benutzeravatar
Turmalin
Themenstarter
Schreibt sehr viel
Schreibt sehr viel
Beiträge: 1872
 

Re: Warum haben die Tibeter so ein hartes Karma?

Beitragvon om.a » 16. März 2016 18:24

Ich meine das jetzt wirklich ganz ernst, -
dass
z.B.
ehemalige "Deutsche" (NAZIS)

in Tibet wieder geboren werden können.

Bitte, was soll da dagegen sprechen?
om.a
Sehr aktiv
Sehr aktiv
Beiträge: 554
 

Re: Warum haben die Tibeter so ein hartes Karma?

Beitragvon voom » 16. März 2016 18:47

Als Yak?
"Die tägliche Praxis des Dzogchen ist einfach das tägliche Leben selbst.
Wir sind aus uns selbst heraus erleuchtet und es fehlt uns nichts."

(Dilgo Khyentse Rinpoche)
Benutzeravatar
voom
Schreibt sehr viel
Schreibt sehr viel
Beiträge: 4881
 
Buddh. Richtung: Vajrayana
Mystiker

Re: Warum haben die Tibeter so ein hartes Karma?

Beitragvon om.a » 16. März 2016 19:12

voom hat geschrieben:Als Yak?



wenn ich das lustig finde, ist es wohl "unbuddhistisch".

naja, wenn es so ist, auch ein Yak hat Respekt verdient.
Manch Yaks sind zufrieden, sie grübeln nicht.
om.a
Sehr aktiv
Sehr aktiv
Beiträge: 554
 

Re: Warum haben die Tibeter so ein hartes Karma?

Beitragvon Sherab Yönten » 16. März 2016 19:27

om.a hat geschrieben:
voom hat geschrieben:Als Yak?



wenn ich das lustig finde, ist es wohl "unbuddhistisch".

naja, wenn es so ist, auch ein Yak hat Respekt verdient.
Manch Yaks sind zufrieden, sie grübeln nicht.


Warum ist es unbuddhistisch wenn man etwas lustig findet ?
Solange es keine Schadenfreude ist, ist es doch völlig o.k. !
(Es ging mir übrigens genauso).
"Im Buddhismus gibt es keinen Punkt. Im Buddhismus gibt es immer ein weil."

(Dagyab Rinpoche)
Benutzeravatar
Sherab Yönten
Schreibt sehr viel
Schreibt sehr viel
Beiträge: 2178
 
Buddh. Richtung: Vajrayana

Re: Warum haben die Tibeter so ein hartes Karma?

Beitragvon om.a » 16. März 2016 19:54

Ohne Wertung dieses Thema zu betrachten, ist eine Herausforderung.
om.a
Sehr aktiv
Sehr aktiv
Beiträge: 554
 

Re: Warum haben die Tibeter so ein hartes Karma?

Beitragvon voom » 16. März 2016 20:37

Die Wiedergeburt entspricht dem Karma, das man in den Vorleben angesammelt hat. Jemand der böswillig grosses Leid zugefügt hat, verdient sicherlich das gleiche Mitgefühl wie jeder andere auch, aber die Eindrücke die die Person gesammelt hat, prägen das Leben das aus diesem Bewusstseinsstrom hervorgeht. Somit ist ein angenehmes Folgeleben ausgeschlossen. Das hat nichts mit Bewertung oder Schadenfreude zu tun, sondern ist einfach die Natur der Dinge.
"Die tägliche Praxis des Dzogchen ist einfach das tägliche Leben selbst.
Wir sind aus uns selbst heraus erleuchtet und es fehlt uns nichts."

(Dilgo Khyentse Rinpoche)
Benutzeravatar
voom
Schreibt sehr viel
Schreibt sehr viel
Beiträge: 4881
 
Buddh. Richtung: Vajrayana
Mystiker

Re: Warum haben die Tibeter so ein hartes Karma?

Beitragvon om.a » 16. März 2016 20:52

voom hat geschrieben:Die Wiedergeburt entspricht dem Karma, das man in den Vorleben angesammelt hat. Jemand der böswillig grosses Leid zugefügt hat, verdient sicherlich das gleiche Mitgefühl wie jeder andere auch, aber die Eindrücke die die Person gesammelt hat, prägen das Leben das aus diesem Bewusstseinsstrom hervorgeht. Somit ist ein angenehmes Folgeleben ausgeschlossen. Das hat nichts mit Bewertung oder Schadenfreude zu tun, sondern ist einfach die Natur der Dinge.


Danke für Deinen Text.
So ist auch meine Sicht, aber formulieren kann ich das nicht so klar.

om.a
om.a
Sehr aktiv
Sehr aktiv
Beiträge: 554
 

Re: Warum haben die Tibeter so ein hartes Karma?

Beitragvon Sherab Yönten » 17. März 2016 08:36

voom hat geschrieben:Das hat nichts mit Bewertung oder Schadenfreude zu tun, sondern ist einfach die Natur der Dinge.


Manchmal habe ich das Gefühl ich schreibe auf chinesisch.
Ich habe mich auf die Äußerung von OmA bezogen:
"wenn ich das lustig finde, ist es wohl "unbuddhistisch". "
Darauf bezog sich meine Antwort "Warum ist es unbuddhistisch wenn man etwas lustig findet ?
Solange es keine Schadenfreude ist, ist es doch völlig o.k. !"
Das hatte überhaupt nichts mit dem Thema Karma zu tun. War also eigentlich OT.
Ich wollte lediglich wissen, warum es angeblich "unbuddhistisch" sei, den Voomschen Yak lustig zu finden.
"Im Buddhismus gibt es keinen Punkt. Im Buddhismus gibt es immer ein weil."

(Dagyab Rinpoche)
Benutzeravatar
Sherab Yönten
Schreibt sehr viel
Schreibt sehr viel
Beiträge: 2178
 
Buddh. Richtung: Vajrayana

Re: Warum haben die Tibeter so ein hartes Karma?

Beitragvon om.a » 17. März 2016 09:23

Ich wollte lediglich wissen, warum es angeblich "unbuddhistisch" sei, den Voomschen Yak lustig zu finden.

Die Vorstellung, ein Scherge hat die Uniform gegen ein Yakfell getauscht bekommen, hat mich schadenfroh fühlen lassen.
om.a
Sehr aktiv
Sehr aktiv
Beiträge: 554
 

Re: Warum haben die Tibeter so ein hartes Karma?

Beitragvon Sherab Yönten » 17. März 2016 09:30

om.a hat geschrieben:Ich wollte lediglich wissen, warum es angeblich "unbuddhistisch" sei, den Voomschen Yak lustig zu finden.

Die Vorstellung, ein Scherge hat die Uniform gegen ein Yakfell getauscht bekommen, hat mich schadenfroh fühlen lassen.


Hm. Was ist für Dich denn Schadenfreude in diesem Zusammenhang ?
Schadenfreude ist für mich z.B. wenn ein anderer sich verletzt hat und jemand erfreut sich auch noch daran. (siehe "Dick & Doof" und dergleichen).
"Im Buddhismus gibt es keinen Punkt. Im Buddhismus gibt es immer ein weil."

(Dagyab Rinpoche)
Benutzeravatar
Sherab Yönten
Schreibt sehr viel
Schreibt sehr viel
Beiträge: 2178
 
Buddh. Richtung: Vajrayana

Re: Warum haben die Tibeter so ein hartes Karma?

Beitragvon om.a » 17. März 2016 09:40

Nun, ich dachte, ein Yakfell sei mehr stinkig als eine Uniform, Tiere haben Lasten zu tragen.
also eine "Strafe" = ein Abstieg, ein Schaden für ein Ego.
---
Mittlerweile konnte ich diese ersten Reflexe nochmals einer Prüfung unterziehen.
---
Interessante Übung.

---

Danke
om.a
Sehr aktiv
Sehr aktiv
Beiträge: 554
 

Re: Warum haben die Tibeter so ein hartes Karma?

Beitragvon Sherab Yönten » 17. März 2016 10:03

om.a hat geschrieben:Nun, ich dachte, ein Yakfell sei mehr stinkig als eine Uniform, Tiere haben Lasten zu tragen.
also eine "Strafe" = ein Abstieg, ein Schaden für ein Ego.
---
Mittlerweile konnte ich diese ersten Reflexe nochmals einer Prüfung unterziehen.
---
Interessante Übung.

---

Danke


O.K. So gesehen wäre es natürlich besser, Mitgefühl für jedes fühlende Wesen zu praktizieren, egal welche Taten es begangen hat. Denn niedrige Wiedergeburten sind ja schon "Strafe" genug.Wobei ein Yak zwar Lasten zu tragen hat, aber ansonsten doch einen recht gelassenen Eindruck macht. :)
Ist aber wirklich nicht einfach, diese Übung von Gleichmut.
"Im Buddhismus gibt es keinen Punkt. Im Buddhismus gibt es immer ein weil."

(Dagyab Rinpoche)
Benutzeravatar
Sherab Yönten
Schreibt sehr viel
Schreibt sehr viel
Beiträge: 2178
 
Buddh. Richtung: Vajrayana

Re: Warum haben die Tibeter so ein hartes Karma?

Beitragvon voom » 17. März 2016 16:02

Sherab Yönten hat geschrieben:Manchmal habe ich das Gefühl ich schreibe auf chinesisch.

Manchmal habe ich das Gefühl, dieses Gefühl würde weniger auftreten, wenn Du nicht alles auf Dich beziehen würdest ;) Ich habe ganz allgemein zu om.a's Beitrag weitergeschrieben, dass ich die Schadenfreude erwähnt habe, war lediglich angeregt durch die weitere Unterhaltung.

Ich denke übrigens auch, dass ein Yak maximal für einfache Mitläufer ein geeignetes Karmafahrzeug wäre, die keine sonderlich schwerwiegenden Taten begangen haben. Es war durchaus ein bischen lustig gemeint, aber nicht schadenfroh. Auch wenn die Tibeter in ihrem eigenen Land inzwischen in der Minderheit sind und kulturell unterdrückt, erdrückt, werden, so scheint mir das kein passendes Karma für Kriegsverbrecher zu sein. Vielleicht in den 50er Jahren, wo so viele Tibeter im Rahmen der Annektion gestorben sind oder fliehen mussten. Würde ja auch zeitlich besser passen.

Generell: wenn Leute darauf bestehen, dass man mit Opfern mehr Mitgefühl haben müsse, als mit Tätern, dann gibt es mehrere Möglichkeiten darauf zu reagieren. Wenn man die Dinge durchschaut, sieht man, dass Opfer und Täter sich immer gegenseitig spiegeln, wenn man Karma mit berücksichtigt. Es kommt aber darauf an, mit wem man spricht: jemand der selbst Opfer einer Tat wurde und dies noch nicht verarbeitet hat, zumal wenn jemand keine buddhistischen Mittel hat, dann sollte man sich mit solchen Weisheiten besser zurückhalten, denn das wäre wenig mitfühlend der Person gegenüber. Wenn es aber darum geht, dass ein Buddhist allgemein ein Verständnis für Karma bekommt und sein Mitgefühl im allgemeinen übt, dann ist die Übung, Mitgefühl mit dem Täter zu haben, sehr viel besser geeignet, denn Empathie mit dem Opfer hat man auf natürliche Weise ohnehin schon.
"Die tägliche Praxis des Dzogchen ist einfach das tägliche Leben selbst.
Wir sind aus uns selbst heraus erleuchtet und es fehlt uns nichts."

(Dilgo Khyentse Rinpoche)
Benutzeravatar
voom
Schreibt sehr viel
Schreibt sehr viel
Beiträge: 4881
 
Buddh. Richtung: Vajrayana
Mystiker

Re: Warum haben die Tibeter so ein hartes Karma?

Beitragvon Sherab Yönten » 17. März 2016 20:43

voom hat geschrieben:Manchmal habe ich das Gefühl, dieses Gefühl würde weniger auftreten, wenn Du nicht alles auf Dich beziehen würdest


Das könnte schon sein :lol:

voom hat geschrieben:Ich habe ganz allgemein zu om.a's Beitrag weitergeschrieben, dass ich die Schadenfreude erwähnt habe, war lediglich angeregt durch die weitere Unterhaltung.


Das Wort Schadenfreude habe ich verwendet, daher kam der Bezug zustande.
"Im Buddhismus gibt es keinen Punkt. Im Buddhismus gibt es immer ein weil."

(Dagyab Rinpoche)
Benutzeravatar
Sherab Yönten
Schreibt sehr viel
Schreibt sehr viel
Beiträge: 2178
 
Buddh. Richtung: Vajrayana

Re: Warum haben die Tibeter so ein hartes Karma?

Beitragvon sunretam » 30. Juli 2016 21:44

voom hat geschrieben:Es gibt kein Gruppen- oder Volkskarma. Karma ist immer individuell. Dazu kommt bei Praktizierenden das Bodhisattva-Versprechen, das u.Umst. dazu führen kann, dass man das eigene bedingte Glück zurückstellt, um für ein größeres Ziel zu wirken.

.....


Hm - wenn wir auf irgend eine Art mit Sicherheit miteinander vernetzt sind, muss man die Gegenfrage stellen: "Warum denn sollte es nur individuelles Karma geben? Und widerspricht nicht individuelles Karma der Tatsache der Ich-Illusion?"

Und andersherum: angenommen, ich habe ein Lanzettfischchen. Ein Lanzettfischchen ist nach dem Körperbau eine einfache Wirbeltier-Vorläuferform. Aber es ist noch "primitiv" genug, dass man es durchschnüren kann und daraus zwei einzelne neue Lanzettfischchen entstehen.
Dann müsste es von nun an zwei Karmas geben, die beiden vermeintlich voneinander unabhängigen Karmas der beiden neu entstandenen Lanzettfischchen. Dann wären aber, analog zu den Körpern, aus einem individuellen Karma zwei individuelle Karmas entstanden. Wären aber die beiden Karmas individuell, so wäre es ausgeschlossen, dass sie vorher aus einem einzigen Karma entstanden wären. Und wäre das Karma des vorher ungeteilten Lanzettfischchen individuell, so wäre es unmöglich, dass aus ihm zwei Karmas entstehen würden. Ist also solche Diskussion nicht absurd?

Ich denke, wenn der Buddha hier wäre und man würde ihn fragen, von welcher Natur diesbezüglich Karma sei, er würde möglicherweise schweigen gegenüber solchen absurden Fragen.

Liebe Grüße - sunretam
sunretam
Im Retreat
Im Retreat
Beiträge: 42
 

Re: Warum haben die Tibeter so ein hartes Karma?

Beitragvon voom » 31. Juli 2016 16:32

Aus meiner Sicht kann man erst dann von Karma reden, wenn ein gewisses Maß an Bewusstsein vorhanden ist. Ich sehe (im Gegensatz zur üblichen buddhistischen Sichtweise) Insekten noch eher dem Pflanzenreich zugeordnet als den Tieren: einfache Reaktionsmuster sind vorhanden, diese sind aber sozusagen "hartcodiert" und nicht von Bewusstsein abhängig.

Gruppenkarma auf der anderen Seite würde bedeuten, dass ein Wesen eine Ursache setzt, das ein anderes Wesen ausbaden müsste, nur weil es der gleichen Gruppe angehört. Wenn ein Bäcker einem Kunden ein vergiftetes Brötchen reicht, was hat ein anderer Bäcker damit am Hut, nur weil er Bäcker ist? Genauso absurd ist es, bei anderen Gruppen davon auszugehen, dass allein die Zugehörigkeit zu der Gruppe Karma mit sich bringt, das über die Dinge hinaus geht, die der Einzelne durch seine Entscheidungen und Handlungen als Bewusstseinseindrücke ansammelt.

Generell sehe ich aber kein Problem darin, anzunehmen dass ein Bewusstseinsstrom sich aufteilen kann (ein Fluss teilt sich in zwei Flüsse auf und nimmt jeweils einen Teil der Impulse und Inhalte mit) oder zwei Bewusstseinsströme sich vereinigen können (zwei Flüsse münden in einen Strom) und dabei ihre Eindrücke zusammenfliessen.
"Die tägliche Praxis des Dzogchen ist einfach das tägliche Leben selbst.
Wir sind aus uns selbst heraus erleuchtet und es fehlt uns nichts."

(Dilgo Khyentse Rinpoche)
Benutzeravatar
voom
Schreibt sehr viel
Schreibt sehr viel
Beiträge: 4881
 
Buddh. Richtung: Vajrayana
Mystiker

Vorherige Seite

Zurück zu Nichts+Alles - Themenoffen

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste

cron