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dharani-text

Einfache Fragen und Antworten (nicht nur) für Buddhismus-Neulinge

dharani-text

Beitragvon chalee » 19. August 2016 15:38

hallo,
kennt jemand einen dharani-text in bzg. auf guru-yoga? (zur weiteren vertiefung bzw. erhaltbarkeit).
lg chalee
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Re: dharani-text

Beitragvon voom » 19. August 2016 20:27

Guru Yoga ist ja sehr linienspezifisch. Auf welchen Lama oder welche Form willst Du denn meditieren?
"Die tägliche Praxis des Dzogchen ist einfach das tägliche Leben selbst.
Wir sind aus uns selbst heraus erleuchtet und es fehlt uns nichts."

(Dilgo Khyentse Rinpoche)
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Re: dharani-text

Beitragvon Tobias » 19. August 2016 23:12

Warum möchtest du denn zu dem Zeitpunkt in deiner Praxis Guruyoga machen? Was ist das Ziel dieser Praxis für dich?

Liebe Grüße
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Re: dharani-text

Beitragvon chalee » 20. August 2016 01:03

ich habe schon meditiert, auf einen äußeren lehrer. ich habe das gefühl irgendwie, dass sich mein „innerer lehrer“ ein wenig selbst dadurch zum ausdruck gebracht hat. nun möchte ich diese form von ein wenig „erlangtes“ fixieren und bewahren. (durch ein gefühl fühle ich mich vajrayana, besonders dzogchen sehr verbunden). ich habe ein gefühl, dass man auch „fallen“ könnte; also dinge vom „inneren lehrer“ auch wieder stückweise verlieren könnte?
also weiß ja nicht, wie das so ist, aber mein gefühl sagt mir, das mit dem „guru-yoga“ ist erst einmal so wie es ist, abgeschlossen – gibt vielleicht keine steigerung mehr. ich werde aber demnächst nach urlaub mir ein passendes zentrum suchen, wo ich dann eine buddh. praxis machen möchte. ich bin doch noch eine anfängerin; habe mir sozusagen alles bis jetzt „selbst zugetragen“ – dies war jedenfalls mein weg, wie ich zum buddhismus überhaupt gekommen bin. ich merke jetzt aber auch, dass es weiter nur sinn macht, über ein gute buddhistische praxis in einem zentrum und der dortigen lehrer. mein momentanes ziel ist erst einmal das bodhisattva-gelübde. hm, ich bin immer so ungeduldig – am liebsten möchte ich alles auf einmal :roll: aber es muss ja alles langsam wachsen.
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Re: dharani-text

Beitragvon Tobias » 20. August 2016 11:35

Hey
Das Bodisatvagelübde ist ein wichtiger Punkt.
Zuvor wäre es abe wichtig dass dir der 4 edlen Wahrheiten voll bewusst zu sein. Der bodisatva Gelübde gehohrt dann zum mahayana die edlen Wahrheiten sind eine wichtige Grundlage um dies überhaupt zu verdauen.

Während du das alles machst kanns du zum beispiel konzentrative mediation also shamatha auf irgendein Objekt machen. Und analytische Meditation über die 4 edlen wahreiten und anschließend über das Bodisattva Gelübde

Und mach dir keine sorgen, den inneren Lehrer kann man nicht so leicht verlieren.

Zum Dzogchen: ich glaube dass viele Leute eine falsche Unterscheidung zwischen Dzogchen und mahamudra machen. Ich dachte früher auch dass ich mich mehr zum Dzogchen hingezogen fühle. Die meisten Bücher die ich las bezogen sich auf Dzogchen. Auf der anderen Seite unterrichten die 2 Lehrer zu denen ich Zuflucht nahm mahamudra. Meine Hauptpraxis Lamdre inklusive Phowa und traumyoga ist auch mahamudra. Hier hat sich also mein früheres
Gefühl geirrt.



Die Kernunterschiede in der Praxis zwischen Dzogchen und mahamudra sind treckchöd und thögal. Dies sind die hauptpraktiken im

Dzogchen. In den mahamudra Traditionen

spielen diese Techniken mit Ausnahme der dirkung Kaguy Linie keine rolle.


Ich nehme mal an dass du aktuell keinen besonderen Bezug zu diesen 2 Dzogchen Methoden hast? Dann gibt es kein Problem auch zu einem mahamudra zentrum also Kaguy Gelug oder sakya zu gehen.

Diese Traditionen unterscheiden sich leicht in der Form wie die Natur des Geistes presentiert wird bzw in welcher Art und weise und zu welchen zeitpunkt. Das spielt jedoch zum jetzigen Zeitpunkt deiner praxis denke ich keine rolle. Ich habe vor kurzem einen dharmalehrer kennengelernt der mir das erklärte


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Re: dharani-text

Beitragvon Claudia » 20. August 2016 14:46

Danke ihr zwei - bei chalee hab ich einiges von mir wiedergefunden - und ihr habt mir beide weitergeholfen. :) glg
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Re: dharani-text

Beitragvon chalee » 20. August 2016 19:28

Tobias hat geschrieben: Ich nehme mal an dass du aktuell keinen besonderen Bezug zu diesen 2 Dzogchen Methoden hast?

das stimmt; bisher habe ich nur in der form von shine/shamata meditiert.
und mit trekchö und thögal geht sicher nur mit wirklicher einweihung eines lehrers?
demnach erscheinen als ausdruck irgendwann lichtphänomene? dies muss ja spannend sein… aber ich könnt mir vorstellen auch ein langer weg bis dahin
dankeschöön erst einmal für die ratschläge :)
das mit der analytischen meditation über die vier edlen wahrheiten, werde ich mal so zu allererst machen.
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Re: dharani-text

Beitragvon Tobias » 20. August 2016 21:05

und mit trekchö und thögal geht sicher nur mit wirklicher einweihung eines lehrers?


Mit Anweisung eines Lehrers, ja.


demnach erscheinen als ausdruck irgendwann lichtphänomene?


Diese Gedanken sind hinderlich für die Praxis.

dies muss ja spannend sein


Das ist eine falsche Einstellung für die Dzogchen Praxis des Thögal. Die Kategorisierung in spannend und lanweilig ist ein Fehler. Spannende Dinge gibt es eher im Tantra denke ich.

aber ich könnt mir vorstellen auch ein langer weg bis dahin


Ja Ngöndro ist Grundvorraussetzung. Danach hängt es vom Lehrer ab was dann kommt.

das mit der analytischen meditation über die vier edlen wahrheiten, werde ich mal so zu allererst machen.


Dafür wäre aber Literatur wichtig damit du einen anstoß bekommst was du vertiefen kannst.

Liebe Grüße
Tobias
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Re: dharani-text

Beitragvon chalee » 21. August 2016 06:00

chalee hat geschrieben:demnach erscheinen als ausdruck irgendwann lichtphänomene?


Tobias hat geschrieben:Diese Gedanken sind hinderlich für die Praxis.


- ich wollte damit nicht meinen, dass es ein ziel sein soll, das lichtphänomene entstehen.
aber ist es denn nicht so, dass sie, wenn man intensiv thögal macht u. u. vorkommen können?

ah, es ist wohl so gemeint: habe hier dazu etwas von voom aus einem anderen beitrag gefunden;
also es geht darum, falls lichtphänomene aufkommen, handelt es sich um eine erfahrung und diese zu vertiefen derselben in treckchöd?

voom hat geschrieben:Und zwar hat man mir erklärt, dass Trekchöd und Thögal zusammen gehören wie Shine und Lagthong: gelingt es mir, in jedem Phänomen die Illusion durchzuschneiden und die Dinge zu sehen, wie sie wirklich sind, berühre ich mit dem Geist den Urgrund, ohne etwas darauf zu projizieren - was dazu führt, dass die sog. Reinen Lichter entstehen. Das können z.B. Sambhogakaya-Formen der Buddhas sein. So gesehen wäre Thögal ein Zeichen dafür, dass man Trekchöd richtig praktiziert. Trotzdem ist man an dem Punkt noch nicht am eigentlichen Ziel. Wie bei Shine-Lagthong wo die Geistesruhe Erkenntnis freiwerden läßt, aber auch die Erkenntnis zu mehr Geistesruhe führen kann, können die Reinen Lichter anders herum auch zu einer Vertiefung der Trekchöd-Erfahrung führen.


chalee hat geschrieben:dies muss ja spannend sein


Tobias hat geschrieben:Das ist eine falsche Einstellung für die Dzogchen Praxis des Thögal. Die Kategorisierung in spannend und lanweilig ist ein Fehler. Spannende Dinge gibt es eher im Tantra denke ich.


- das mit dem spannend, da hast du recht, dass sollte ich so wirklich nicht sehen – generell nicht im buddhismus –? gerade beim dzogchen, wo doch hautsächlich um gewahrsein geht, also nicht nach etwas greifen? dies, so muss ich noch aufpassen, es besser zu trennen ;)
und tobias, ich möchte ja gar nicht einteilen in spannend oder langweilig; gut oder schlecht… das wäre wirklich eine falsche einstellung – auch generelles bewerten ist ja nicht übereinstimmend mit dem buddhismus
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Re: dharani-text

Beitragvon Tobias » 21. August 2016 09:59

Gerade Dzogchen ist wirklich tricky, darum reite ich auf den formulierungen rum.allein in der Absicht INTENSIV thögal oder treckchod z praktizieren steckt ein bedeutendes subtiles Hindernis. Denn auf der Ebene des Dzogchen ist
Es wichtig jegliche Wertung loszulassen. Ähnlich wie im Zazen. Und der Erfolg von Thögal hangt
Auch nicht von lichtphanomen ab.

Es ist auf weiten Teilen des buddhistischen Pfades auch nicht hinderlich etwas zu wollen oder zu bewerten solange man das gut kanalisiert. Diese Wege umfassen das Sutra und auch weite Teile des Tantra. Aber eben nicht dzogchen/mahamudra


Letzlich ist es wichtig eine gute Verbindung.
Zwischen Sutra Tantra und Mahamudra/dzogchen
herzustellen.

Ich habe aber den Eindruck, dass sich viele genau in diesem Punkt schwer tun.
Das liegt denke ich daran dass in den meisten Systemen sutra tantra und mahamudra/dzogchen getrennt voneinander gelehrt werden. Aber ich bin da auch nicht gerade unvoreingenommen.

Trotzden ist es wichtig die Systeme zu verbinden.
Liebe Grüsse
Tobias
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Re: dharani-text

Beitragvon voom » 21. August 2016 13:06

Man hat mir zwar schon mal gesagt, dass auch im Dzogchen die Ebene der Sicht und die Transformationsebene (Tantra) parallel praktiziert werden können. Aber sehr üblich scheint mir das nicht zu sein. Da Dzogchen mit Trekschöd / Thögal eine eigenständige "Methode" hat, mit der das eigentlich nicht-methodische dennoch "praktiziert" werden kann, wird es eher so angeboten, dass man die Einführung in die Natur des Geistes und Praxisanleitung, um Trekchöd / Thögal machen zu können, erst nach einer gewissen Vorbereitung durch Tantra bekommt.

In den Essenz-Mahamudra-Linien ist es dagegen meist so, dass Mahamudra implizit nebenher läuft. Die Mahamudra-Einweihung wird mit jeder Einweihung "transparent" mitgegeben, man übt die tranformatorische Ebene während man gleichzeitig versucht die Sicht zu halten, wie man es im radikalen Dzogchen tun würde. Deswegen sehen viele Dzogchenpas Mahamudra als unterlegen an, weil sie diese "implizite" Ebene unterschätzen. Sie sind dann der Meinung, dass es sich um das gleiche Mahamudra handelt, wie das, was sie in ihrer Tradition kennen, weil es mit Tantra zusammen prakiziert wird, weil sie tatsächlich in ihrer Methodik ein "Mahamudra" haben, das tantrisch ist und nicht die höchste Sicht darstellt.

Ich finde radikales Dzogchen genial, so wie es von den frühen Dzogchen-Meistern vertreten wurde. Allerdings lehrt das heute eigentlich niemand mehr. Für mich war es aber "praktikabel / praktiziertbar" weil ich die unterschiedlichen Nuancen von Essenz-Mahamudra und radikalem Dzogchen untersucht habe, und als pure Sicht genommen habe, während ich tantrisch praktiziert habe.

Wie sieht das dann praktisch aus? Mit einem Hindernis kann man ja so oder so umgehen: auf Dzogchen / Essenz-Mahamudra-Ebene erkennt man es "einfach" als Ausdruck der Natur des Geistes. Man muss es nichts reinigen oder transformieren, weil es schon wie alles andere auch vollkommen rein ist. Trotzdem kommt ein störendes Gefühl auf? Man rennt immer wieder vor die gleiche Wand? Auch wenn auch das vollkommen rein ist, wenn man sich die Sicht nur ein Stück weit in die Tasche lügt, dann klebt der Geist dennoch weiter daran und wiederholt unangenehme Muster. Dann kann man damit z.B. tantrisch arbeiten. Tantra beinhaltet unzählige Methoden, so dass man immer was finden kann, aber im Prinzip, wenn man mit der Sicht praktiziert, könnte man auch mit anderen "fremden" Methoden drangehen - Schamanismus, Psychologie, Familienstellen, was auch immer - und die Sicht macht es möglich, die Erfahrung immer mit der höchsten Ebene in Verbindung zu halten.

Ich muss aber dazu sagen, dass man kaum einen Lehrer finden wird, der das ausdrücklich so lehrt. Es ist meine eigene Kombination von radikalem Dzogchen, Essenz-Mahamudra mit einer eigenmächtigen Erweiterung der transformatorischen Methoden.

Zwar liegt mir Trekshöd / Thögal nicht, weil ich finde, dass es für eine Nicht-Methode viel zu strukturiert ist, aber die Essenz daraus sehe ich so wie oben im Zitat von mir, das chalee gefunden hat: man geht mit einem messerscharfen Geist an jede Situation heran und dringt zu ihrer eigentlichen Natur durch, was in der Folge dazu führt, dass Erfahrungen sich selbst reinigen (und je nach Veranlagung reine Visionen auftauchen). Nicht ständig, nicht jeden Tag, aber wenn man dran bleibt immer öfter. Bis man merkt, dass es ja eigentlich gar keine unreinen Erscheinen gibt und daher alles ein "reines Licht" ist, was erscheint, einfach nur weil es überhaupt erscheinen kann. (Nicht dass ich selbst da wäre, aber ich merke schon, dass die Vorgehensweise für mich grundsätzlich funktioniert...)
"Die tägliche Praxis des Dzogchen ist einfach das tägliche Leben selbst.
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