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So schnell...

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Re: So schnell...

Beitragvon raterZ » 14. November 2014 18:24

richtig ausgeführt wirken die visualisationen wie ein spiegel für das erkennen des nicht-selbst.
und die mantras wirken auf den energiekörper und die feinstofflichen bahnen und damit auf das bewusstsein.
die eigentliche praxis ist wie das zazen.. nur eben mit diesen "extras".

theravada richtig praktiziert ist ja eher eine versenkungspraxis. zumind. sollten theravadis probieren die jhanas zu erforschen. und dafür ist im westen sehr viel disziplin nötig.
ansonsten bin ich von der kraft der übertragung und segen überzeugt. da sieht es mit authentischen lehrern im westen auch nicht sooo gut aus im theravada. und im zen wird dies ja auch sehr häufig geleugnet, dass man einen lehrer braucht.
in dem sinne ist vajrayana sogar fortschrittlicher, weil er auf die authentischen lehrer-schüler linien beharrt. :namaste:
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Re: So schnell...

Beitragvon Ipek » 14. November 2014 21:44

raterZ hat geschrieben:richtig ausgeführt wirken die visualisationen wie ein spiegel für das erkennen des nicht-selbst.


Vielleicht wenn man die Visualisationen gleichzeitig als erzeugt und sowieso betrachten kann ? Ich glaub sowieso, daß ihr eigentlicher Zweck , als "geschicktes Mittel", eigentlich eher auf einer Versenkungsstufe wirkt. ansonsten mag es eher zur Zerstreuung und Anspannung führen. Jedenfalls meine ich das oft zu beobachten. Nicht bei mir.

und die mantras wirken auf den energiekörper und die feinstofflichen bahnen und damit auf das bewusstsein.

Das stimmt. Sie wirken geist,-und gemütsöffnend. Aber man muss daran glauben. Sie wirken nicht "zweckdienlich", nur in der selbstvergessenden Hingabe.

die eigentliche praxis ist wie das zazen.. nur eben mit diesen "extras".


Was ich beobachte ist halt, daß diese "Extras" vom Wesentlichen entfernen. Darum mag es auch so seltsame Begriffe wie relative und absolute Praxis geben. Ich finde es schade und irreführend, daß solche Begriffe überhaupt aufkommen.

theravada richtig praktiziert ist ja eher eine versenkungspraxis. zumind. sollten theravadis probieren die jhanas zu erforschen. und dafür ist im westen sehr viel disziplin nötig.

Ja, stimmt. Aber alle Theravadins die ich kenne, kennen die Jhana gar nicht; manche glauben sie zu kennen. Manche lehnen sie sogar ab, sie glauben, der Weisheitsweg wäre ihrer. Es gibt da viele Missverständnisse, die sich aus einem Übermaß rethorisch- theoretisch-urteilender Beschäftigung ergeben.
ansonsten bin ich von der kraft der übertragung und segen überzeugt. da sieht es mit authentischen lehrern im westen auch nicht sooo gut aus im theravada.

Übertragung gibt es glaub ich im Theravada gar nicht. Und der Segen wird als Volksglauben verteufelt. Es gibt auch im Zen - zumindest im Westen- im Moment- keine authentischen Patriarchen. Ich mach mir da nix vor.

und im zen wird dies ja auch sehr häufig geleugnet, dass man einen lehrer braucht.


Davon weiß ich nichts. Zumindest benötigt man ja exzellente Praxislektüre von Meistern; die gibt es. Und traditionell haben Praktizierende immer nach Buddhas, Arhats, gesucht, nicht unbedingt für die Anleitung, sondern besonders für die Bestätigung.

in dem sinne ist vajrayana sogar fortschrittlicher, weil er auf die authentischen lehrer-schüler linien beharrt.

So viele "Laien" Schüler, die gar nicht im unmittelbaren Umfeld praktizieren. Da kann schon mal einer runterfallen von der Übertragungslinie. Zen beharrt an sich auch auf den Übertragungslinien, nur wird Schindluder damit getrieben, oft unwissentlich, nachlässig. Im Westen machen die Leute eh was sie wollen. Und da sind nicht wenige Charismatiker bei, die sich einfach gut verkaufen können. Im Osten hätten sie keine Bestand. Zumindest nicht in authentischen Sanghas. Ich glaube, wir leben in einer dunklen, verwirrten Zeit.
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Re: So schnell...

Beitragvon raterZ » 15. November 2014 01:17

die theravadins haben halt kein plan. weisheit kann auch einfach durch anwesenheit von erwachten bewusstsein vermittelt werden - im grunde "übertragen". das ist ja die essenz des guru-yogas. warum sollte sich das auf das vajrayana beschränken?
ich les sowas aber auch immer mal wieder, dass bspw. bestimmte (theravada) lehrer besonders viele stromeingetretende "produziert" hat.
wieso konnte buddha menschen mit ein paar worten zum erwachen führen?
zu denken, dass lehrer unwichtig wären und man darauf verzichten kann, ist einfach westlicher größenwahn. genau so, wie das rausstreichen von inhalten aus dem dharma, die man für unwichtig hält. die degeneration schreitet vorran.

zur der visualisation: die visualisation sollten nicht gekünstelt sein und eigtl. auch kein samadhi dienen, sondern rigpa freilegen. ich weiß nicht warum, aber es funktioniert auch. wenn visualisationen zu zerstreuung oder gar anspannung führt, dann ist das nicht richtig.
tantrische visualisationen sind keine "normalen" visualisationen - sie müssen immer mit einem verständnis von leerheit praktiziert werden, sonst ist es kein dharma.
aus einem guten buch hab ich auch den tip, dass man während der visualisation reflektieren soll, wer da eigentlich visualisiert.
ich bin jeden tag aufs neue fasziniert, wie gut diese "krücken" helfen die erfahrung von rigpa zu stabilisieren. deshalb entfernt richtige yidam praxis auf keinen fall von dem wesentlichen, sondern führt mich sehr stark daran heran.

im vajrayana gibt es aber eben die einweihungen und die einführung in rigpa. diese linien sind wohl sehr alt und funktionieren immer noch. bin froh dort anschluss gefunden zu haben..
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Re: So schnell...

Beitragvon Buddhaghosa » 15. November 2014 20:30

raterZ hat geschrieben:die theravadins haben halt kein plan...

Ein Hoch auf die Ökumene :clap:
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Re: So schnell...

Beitragvon voom » 16. November 2014 00:06

Buddhaghosa hat geschrieben:
raterZ hat geschrieben:die theravadins haben halt kein plan...

Ein Hoch auf die Ökumene :clap:

Bin auch kein Fan von solchen Pauschalaussagen. Allerdings muss man ja doch pragmatisch feststellen, dass der Mahayana inklusiv ist und den Theravada als Basis respektiert und auch viele sutrische Lehren verwendet. Umgekehrt ist das in der Regel nicht so. Dafür "kloppen" sich die Mahayanis gerne mal in den verschiedenen Linien untereinander.
"Die tägliche Praxis des Dzogchen ist einfach das tägliche Leben selbst.
Wir sind aus uns selbst heraus erleuchtet und es fehlt uns nichts."

(Dilgo Khyentse Rinpoche)
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Re: So schnell...

Beitragvon raterZ » 17. November 2014 15:12

klar gibts auch nen paar theravadins die einen plan haben, aber viele denken, sie könnten buddhismus im selbststudium "schaffen".
geht ja auch bis zu nem gewissen grad, aber ist in meinen augen nicht sinnvoll.
ich bezog mich natürlich vorwiegend auf westliche praktizierende.. es gibt nicht umsonst die zuflucht in die sangha ;)
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Re: So schnell...

Beitragvon Gambhiro » 18. November 2014 10:45

Ach ja, das alte 'us against them' Spielchen, was nur zeigt, dass derjenige eben nicht verstanden hat, worum es geht. 'Meine Praxis ist die beste, mein Lehrer ist der beste, meine Tradition ist die beste, meine Sichtweise ist die beste'. So etwas nennt man Verblendung.

Hören wir doch mal, was der historische Buddha kurz vor seinem Tod zum Thema Lehrer gesagt hat:

“Therefore, Ánanda, be you islands unto yourselves. Be you a refuge to yourselves. Seek no external refuge. Live with the Dhamma as your island, the Dhamma as your refuge. Betake to no external refuge.
“How, Ánanda, does a bhikkhu live as an island unto himself, as a refuge unto himself, seeking no external refuge, with the Dhamma as an island, with the Dhamma as a refuge, seeking no external refuge?
“Herein, Ánanda, a bhikkhu lives strenuous, reflective, watchful, abandoning covetousness in this world, constantly developing mindfulness with respect to body, feelings, consciousness, and Dhamma.”

Mit anderen Worten, die Lehre (Dharma) ist der Lehrer – und im weiteren Sinne unsere wahre ureigene Natur.
Die grundsätzliche Frage, Lehrer oder kein Lehrer, stellt sich nicht. Wer sich zu einem Lehrer hingezogen fühlt – fein – , und wer nicht – auch ok.
Worauf es ankommt ist, mit welcher ungeteilten Intensität und Leidenschaft man seinen Weg geht und wie man das Dharma umsetzt. Teilzeitsuchende – egal ob mit oder ohne Lehrer – werden es schwer haben, das notwendige Momentum zu entwickeln.
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Re: So schnell...

Beitragvon raterZ » 20. November 2014 00:16

unsinn, es geht einzig allein um den fakt, dass man im buddhismus eigtl. einen lehrer braucht.

ich verstehe nicht wie diese worte von buddha im zusammenhang mit lehrern stehen sollen. "live with the dhamma" ist für mich gleichbedeutend mit zuflucht in die sangha = lehrer nehmen.
zu zeiten buddhas war der dharma sowieso nur mündlich zu bekommen. da gab es das problem, von dem ich spreche, ja gar nicht.

und klar, letztendlich geht es darum zuflucht in seine eigene buddha natur zu nehmen. aber gerade dafür brauchen wir ja einen lehrer, der einen dabei hilft.

zuflucht in die sangha zu nehmen ist in meinen augen sehr viel "esoterischer" und auch wichtiger, als es die meisten westler annehmen.
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