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Der Weg zu ein bisschen Respekt

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Der Weg zu ein bisschen Respekt

Beitragvon Tobias » 20. April 2014 01:38

Buddhas Lehre ist großartig und in weiten teilen das größte was ich mir vorstellen kann.
Entsprechend ist es mir häufig wichtig die Lehre in vielen verschiedenen Bereichen anzuwenden

Manchmal gewinne ich den Eindruck dass Buddhas Lehre in allen Belangen überlegen ist und das folglich am ehesten durch die Prüfung der Lehre im Alltag Erkenntnis gewonnen werden kann.

Leider passiert es gelegentlich dass ich dadurch andere Erkenntnisquellen abschneide oder herabwürdige.

So z.B. die Psychologie und insbesondere die Psychoanalyse die ich bis heute für einen Irrweg hielt.


Dieser Vortrag zeigte mir, dass auch die Psychoanalyse zu weisen Erkenntnissen kommen kann. Dafür bin ich dankbar.

Ich verneige mich vor allen geistigen Phänomenen die meine Erkenntnis offenbar übersteigen und die dennoch vorhanden sind, wie z.B dem Kundalini. :bow:

[youtube]M7aMmiMrYmU[/youtube]

Liebe Grüße
Tobias
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Re: Der Weg zu ein bisschen Respekt

Beitragvon Mirco » 20. April 2014 07:43

Hallo Tobias,

das mein Buddhistischer Lehrer die Psychologie herab würdigt, finde ich auch immer wieder fragwürdig. Also nicht, dass er die Buddhistische Methode für überlegen hält, sondern das herab würdigen einer anderen. Denn ich z.B. gebe mir immer die allergrößte Mühe, gewaltfrei zu sprechen, freundlich zu sein und es allen recht zu machen. Auch das lehnt er ab, politische Korrektheit lehnt er ab, man könne es nicht allen recht machen. Das lässt mich immer wieder an ihm zweifeln. Wenn ich die ursprünglichen Buddhistischen Lehrreden lese, finde ich da aber auch keine politische Korrektheit. Was der Buddha für falsch befunden hat, hat er zum Ausdruck gebracht, auch, das diese anderen Irrlehren weder nachahmungs- noch verehrungswürdig sind, wenn es um Nibbana geht. So langsam komm ich auf den Trichter, das mein Bedürfnis nach politischer Korrektheit und gewaltfreier Sprache ein Ausdruck meines Unvermögens ist, die Dinge so zu erkennen, wie sie sind und sie anstelle dessen so haben zu wollen, wie es angenehmer für mich ist.

Schöne Grüße
Nur mein Verständnis... nichts allgemein gültiges.
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Re: Der Weg zu ein bisschen Respekt

Beitragvon Tobias » 20. April 2014 08:09

Ja
ich glaube, dass große Meister sich dadurch auszeichnen dass sie eben auch direkt sind. Ich bin vollkommen davon überzeugt dass spirituelle Meister und auch Lehrer wie z.b der Buddha eben nicht vor heftiger Kritik zurückschrecken.

Das gilt sowohl für den Buddha als auch für den Begründer des Dzogchen Vairotsana und auch für andere Lehrer die ich kenne.

Ich glaube dass dieser Wunsch nach Anpassung ein falsches Verständnis des mittleren Weges ist. Hier hilft es sicherlich mal in den Palikanon zu schauen und an den Beispielen zu sehen, wo eine Anpassung an die Dinge notwendig ist(z.B zuflucht vor einem Unwetter) und wo eben Kritik nötig ist die zur Veränderung bewegt.

Liebe Grüße
Tobias
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Re: Der Weg zu ein bisschen Respekt

Beitragvon voom » 20. April 2014 10:15

Paul Watzlawick ist aber auch nochmal ein besonderer Spezi :)

Ich denke man muss einfach die Psychologie da hin stecken, wo sie hingehört: sie ist im wesentlichen eine Methode, den Menschen zu helfen, besser mit der Welt klar zu kommen, die nicht damit klar kommen. Es ist keine eigentliche Erleuchtungslehre. Therapie stärkt das Ich, und erst von einem starken Ich ausgehend, kann man das Ego als leer erkennen, ohne in ein schwarzes Loch zu fallen.

Dann gibt es noch Strömungen wie die transpersonale Psychologie, die spirituelle Aspekte ein Stück weit integriert hat. Oder die Systemik, die die Zusammenhänge über das Individuum hinaus untersucht, die beschreibt Abhängigkeiten, die man im Buddhismus tendenziell eher übersieht, weil man sehr auf das Karma des Einzelnen fokussiert ist.

Interessant finde ich auch, dass ja Buddhismus ohne den spirituellen Kern ein gewaltiger Fundus an psychologischen Mitteln ist, die alle der Vorbereitung dienen, bis man bereit und in der Lage ist, die höchsten Wahrheiten zu begreifen.

Übrigens ist möglicherweise das griechische Wort "Therapeuta" ein Lehnwort aus Indien: nämlich von Theravada. Es wäre gut denkbar, dass unser "moderner" Begriff "Therapie" von Theravada kommt, so dass sich da ein weiterer Kreis schliesst ;)
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Re: Der Weg zu ein bisschen Respekt

Beitragvon voom » 20. April 2014 10:21

Vielleicht kommt Respekt eher daher, etwas in seiner Verschiedenheit anzuerkennen als das, was es ist,
als wenn man versucht, etwas gleichzumachen, das nicht gleich ist und dann enttäuscht zu werden...
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Re: Der Weg zu ein bisschen Respekt

Beitragvon Tobias » 20. April 2014 11:01

Ich denke man muss einfach die Psychologie da hin stecken, wo sie hingehört: sie ist im wesentlichen eine Methode, den Menschen zu helfen, besser mit der Welt klar zu kommen, die nicht damit klar kommen.


Die Psychologie lindert leiden das aus falschen sichtweisen resultiert.
Genau das tut der Buddha doch auch.

Und ob es im Buddhismus wirklich um Erleuchtung geht sei mal dahingestellt. Ich persönlich finde die Vorstellung von Befreiung absolut ausreichend in der Hinsicht gebe ich also dem Theravada recht

Vielleicht kommt Respekt eher daher, etwas in seiner Verschiedenheit anzuerkennen als das, was es ist,
als wenn man versucht, etwas gleichzumachen, das nicht gleich ist und dann enttäuscht zu werden...


Das stimmt wohl. Allerdings tritt ja die Psychologie und eben auch die Psychoanalyse mit dem Anspruch an "leiden des Geistes" zu überwinden. Diesen Anspruch hat auch der Buddha. In diesem Sinne finde ich einen Vergleich in den Sichtweisen und Methoden durchaus nützlich. Selbst wenn ich den Gedankengang der Befreiung ausklammere.

Meine Respektlosigkeit gegenüber der Psychoanalyse kam daher dass ich dachte, dass Psychoanalytiker grundsätzlich in einer sehr engen und v.a. geschlossenen Theorie stecken die sie resident für andere Erkenntnisse macht.

Der verlinkte Vortrag zeigte mir aber wie flexibel und kompatibel man Psychoanalyse nach Jung auslegen kann. Ich freue mich einfach immer wenn ich Ähnlichkeiten zwischen Systemen entdecke das macht Spaß und schafft Respekt.



Vor Richtungen wie z.B. der Transpersonalen Psychologie habe ich großen Respekt.

Liebe Grüße
Tobias
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Re: Der Weg zu ein bisschen Respekt

Beitragvon voom » 20. April 2014 11:33

Man sieht ja auch, wie die Psychoanalyse von Freud über Jung bis hin z.B. zu Watzlawick evolviert - und danach noch weiter. Schon Jung hat das kollektive Unbewusste, Verständnis von Symbolik, Archetypen, Synchronizität usw. usf. eingeführt.

Bei Jung fängt es schon an, dass er sich mit asiatischen Traditionen beschäftigt, z.B. I Ging. Watzlawick, wie man hört, ist Krishnamurti sehr verbunden. Da fand schon immer ein Austausch statt - vielleicht auch u.a. weil schon in den Ursprüngen bei der altgriechischen Sekte der Therapeuten buddhistisches Gedankengut eingeflossen ist.
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Re: Der Weg zu ein bisschen Respekt

Beitragvon Wanderer » 8. Februar 2015 21:18

Hi !

Also Psychologie ist ein fixer Bestandteil des TTM (Traditionelle Tibetische Medizin), aber es wird etwas angewandt.

Link: http://www.tibetanmedicine-edu.org/inde ... chotherapy
Linkbeschreibung: Übersicht/Informationen zum Thema "Psychologie" in der TTM (Traditionelle Tibetische Medizin)

...kann jeder mal bei "skeptischen" Gurus/Lehrern einfliessen lassen...



LG,
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Re: Der Weg zu ein bisschen Respekt

Beitragvon raterZ » 9. Februar 2015 01:35

ist doch eher so, dass die psychotherapie immer mehr buddhistische, aber auch schamanische elemente in ihre repetoir aufnimmt.
deutschland ist in der hinsicht nicht so wirklich weit fortgeschritten. in anderen ländern gibt es richtig staatlich anerkannte berufe, die sich mit energetischen psychotherapeutischen methoden beschäftigen, die warscheinlich fast alle besser sind, als die normale psychotherapie.

ok verhaltenstherapie macht noch sinn, für leute mit wirklich starken problemen - aber vieles aus dem psychotherapeutischen bereich wird heißer gekocht, als es wirklich gegessen wird. wirklich geheilt wird dort auch eher selten.
die sogenannte "wissenschaft" der psychologie ist sowieso ein witz. die denken immernoch, dass das gehirn die ursache und die lösung aller probleme ist :mrgreen:
ansonsten können die toll und ausführlich krankheitsentstehungen erklären, aber sie nicht behandeln. das ist ganz ähnlich, wie in der schulmedizin.
die systemische therapie soll auch noch ganz brauchbar sein, aber ist auch eigtl. nur ein altes rad, was neu erfunden.
wirklich interessant finde ich persönlich nur das NLP.
- meine Aussagen bezüglich des Vajrayanas beziehen sich größtenteils auf eigene Erfahrung -
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Re: Der Weg zu ein bisschen Respekt

Beitragvon voom » 9. Februar 2015 01:49

Oh es gibt einige interessante Ansätze, aber Du hast schon recht, die sind in den USA eher verbreitet und werden hier i.d.R. nicht von den KK bezahlt, so dass sie nicht so stark öffentlich wahrgenommen werden. Systemik ist sehr gut, das stimmt. Die Familienaufstellung von Hellinger ist schamanisch beeinflusst, er war lange als Missionar in Südafrika. NLP wird leider wenig für Heilung angewendet und mehr auf "Erreichen persönlicher Ziele", meist weltlicher Art. Die Methode hat aber viel Gutes. Die gesamte transpersonale Schiene ist natürlich interessant. Sehr gut finde ich Psychodynamik, was aber mehr ein "Framework" als eine Methode ist. In den USA wird sowas wie das Dämonenfüttern sogar im therapeutischen Rahmen von in einem speziellen Institut ausgebildeten Therapeuten angewendet. In Deutschland gibt es einige Ansätze von säkularer Achtsamkeitsforschung und Meditationsforschung, die Ergebnisse sind aber noch nicht so breit bei den Therapeuten angekommen.
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Re: Der Weg zu ein bisschen Respekt

Beitragvon raterZ » 9. Februar 2015 12:22

stimmt, NLP wird wenig zum heilen eingesetzt, kann aber sehr viel. hab mal von einem betroffenden aus erster hand gehört, welcher bei einem NLP-Großmeister war wegen eines ticks. weiß nich genau welchen ticks, hat er mir auch nicht gesagt. aufjedenfall auch zig andere psychotherapiespiele ohne erfolg gemacht - der NLP-meister musste nur einen oder zwei sätze sagen und der klient war den tick los. das fand ich schon beeindruckend :D
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Re: Der Weg zu ein bisschen Respekt

Beitragvon voom » 9. Februar 2015 12:38

In der Methode die ich früher zur Begleitung angewendet habe ist auch eine gute Portion NLP-Wissen integriert. Nebst einigen anderen bekannten Methoden.
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Re: Der Weg zu ein bisschen Respekt

Beitragvon Ipek » 9. Februar 2015 13:27

In der Therapie geht es ja um Bewusstwerdung und Integration abgespaltener Gefühle und Erinnerungen. Es hat also auch was mit Wahrheitsfindung zu tun, um das Selbstbild zu korrigieren und freier von unbewussten Mechanismen zu werden. Es kommt aber dabei wirklich auf den Therapeuten an, der ein urteils freies Setting gibt, wo ein Einlassen auf die innere Welt möglich wird und das Zulassen. Kann er das nicht geben, verschlimmert er oft die Probleme.

Wie auch immer: Auch in der buddhistischen Meditation ist erstmal `Ganzwerdung`angesagt, ohne, dass das explizit so genannt wird. Die Annahme aller Phänomene ist ein wichtiger Schlüssel für die Vertiefung: es passiert nichts, wenn ich alles so annehme wie es ist,im Gegenteil,es ist heilsam,befreiend. Und das Gehenlassen, das Nicht Verwickeln stärkt das Gefühl der Autonomie.

Jedenfalls finde ich, ist ein `gesundes`Selbstbild/Ego, jenseits von Verurteilung, das nicht mehr so von Kompensationsdurst umgetrieben wird, ganz notwendig um ne `gesunde`Meditation zustande zu bringen. Ich habe früher z.B. Meditation benutzen wollen, um mich auszulöschen. Das Ego, der Körper, die Gefühle, alles war schuldbeladen und ich dachte, ich müsste das Abschneiden. Ich habe mich zum Gut-Sein gezwungen und hielt das für ein buddhistisches Erfordernis. Aber dieses "Gut-Sein" war autoaggressiv, ich hatte kein Gefühl für meine Grenzen.

Natürlich wurde ich ausgenutzt, erniedrigt, was mein Selbstbild als Wertlos im Zirkelschluss wieder bestätigte.Es geht nicht um " Gut-Sein" sondern um Authentizität, um Aufrichtigkeit, was nicht bedeutet, dass ich Ärger, Wut usw.folge leiste und es ausagiere. Eine zu große Furchtsamkeit ist die Folge von Unvertrauen zu sich selber, weggehen aus dem Moment, abweisen von Empfindungen und Gedanken, letztlich ein Mangel an Güte, an "Selbst-liebe".

An dieser Stelle ist die Verbindung zwischen therapeutischen Sitzungen und buddhistischer Psychologie, oder sagen wir Übung. Jedenfalls ist das so meine Erkenntnis darüber, jetzt ganz kurz.
Es besteht, Mönche, das Ungeborene, Ungewordene, Ungeschaffene, Unzusammengesetzte.
Wenn dieses Ungeborene, Ungeschaffene, Unzusammengesetzte nicht bestünde,- nicht wäre dann ein Entrinnen
aus dem Geborenen, Gewordenen, Geschaffenen, Zusammengesetzten zu erkennen.
Ud.VIII.3.
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Re: Der Weg zu ein bisschen Respekt

Beitragvon Wanderer » 9. Februar 2015 16:25

Hallo !

@Ipek
Das ist sehr interessant und hilft obendrein Dich besser zu verstehen...
Noch 3 oder 4 solche Postings, und kleinere "kabbeleien" wie z.B mit User "voom",... reduzieren sich
wahrscheinlich erheblich.. :) ;)

@all
Also ich versuche es sehr oft mit (Chinesicher) Astrologie...wenn ich einen Menschen z.B grob einschätzen muß und/oder will.

Nehmen wir mal User "voom" als Beispiel, und warum so mancher sich an Ihm "die Zähne auszubeißen" scheint:

Seine Sternzeichen/Aszentdent Kombination ist besonders "erdlastig".
Beudetet, dass das "Element Erde" besonders stark hervorsticht...positiv sowie auch negativ...

Eine grobe Zusammenfassung sehen wir hier:

"....Zwei Erdzeichen vermischen sich. Das macht geneigt, Besitz und andere materiellen Güter anzuhäufen. Kontinuität (Stier) und Konsequenz (Steinbock) macht diese Kombination sehr pflichtbewusst, ausdauernd und zäh, aber auch etwas konservativ.

Du bist sehr verlässlich. Irgendwie charmant und ernsthaft zugleich. Deine etwas reservierte Freundlichkeit geht vielleicht mit einem trockenen Humor einher und kann dich recht beliebt machen. Du gehst behutsam, aber stetig und überlegt zu Werke. Deine Konzentration und Beständigkeit ist beträchtlich und ist auch wirklich eine deiner Stärken. Leere Versprechungen gibst du nie ab.

Aber du bist auch ein schwer zu überzeugender Zeitgenosse und sperrst dich gegen Neuerungen, manchmal auch dann, wenn du selbst erkennst, dass diese angebracht wären. Vielleicht hast du etwas wenig Verständnis für ideelle Werte und siehst nur das, was du dir in den Kopf gesetzt hast. Zum Glück bist du aber genussfähig und deshalb werden deine Mitmenschen dich meistens gewähren lassen.

In der Partnerschaft bist du unbedingt treu und auf das Verlässliche ausgerichtet...."



Quelle: astroschmid.ch


Oben geschriebenes kann stimmen oder auch nicht !

Aber es gibt zumindest mal einen "groben Eindruck", welche Menschen sich mit User "voom" wahrscheinlich eher vertragen werden, und welche eher nicht...


@voom

Ich hoffe Du verstehst das jetzt nicht irgendwie falsch.
Ich versuche hier NICHT Dich irgendwie "anzumachen", sondern ich hab Dich
ganz neutral nur als Beispiel genommen. Ich hoffe das ist ok für Dich !.

Wenn nicht, hast Du hiermit meine offizielle Erlabniss mir Karmapunkte abzuziehen. :mrgreen: ;)
und mich ein "Sackgesicht" zu nennen ! 8-)



LG,
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Re: Der Weg zu ein bisschen Respekt

Beitragvon voom » 9. Februar 2015 16:59

Die Beschreibung ist gar nicht mal schlecht. Ich gehe mal spasseshalber auf die einzelnen Punkte ein:

"....Zwei Erdzeichen vermischen sich. Das macht geneigt, Besitz und andere materiellen Güter anzuhäufen.

Das stimmt nicht. Besitz und materielle Güter interessieren mich nicht sonderlich, aber ich habe in meiner Einrichtung viele Elemente, die sozusagen eine lange Familientradition haben. Eine grosse Standuhr meiner Grosseltern, eine Sitzgruppe auf der ich als Kind schon herumgehüpft bin usw. Also nicht unbedingt anhäufen, ich kann auch gut wegwerfen, aber bestimmte Dinge die "Tradition" haben für mich halte ich durchaus auch fest.

Kontinuität (Stier) und Konsequenz (Steinbock) macht diese Kombination sehr pflichtbewusst, ausdauernd und zäh, aber auch etwas konservativ.

Passt. Die Pflichtbewusstheit ist etwas, das ich inzwischen auf ein verträgliches Maß eingeschrumpft habe, weil es mich früher teilweise fast kaputt gemacht hat bzw. ich habe Schuldgefühle gehabt, wenn ich nicht mein Äußerstes gegeben habe, selbst wenn dieses Äußerste viel zu viel war.

Du bist sehr verlässlich. Irgendwie charmant und ernsthaft zugleich. Deine etwas reservierte Freundlichkeit geht vielleicht mit einem trockenen Humor einher und kann dich recht beliebt machen.

Passt. Der Humor ist teilweise so trocken, dass Leute mich damit erstmal ernst nehmen und dann total irritiert sind. Was mich dann innerlich zum schmunzeln bringt, so dass ich selbst am meisten von meinen Witzen "profitiere" ;)

Du gehst behutsam, aber stetig und überlegt zu Werke. Deine Konzentration und Beständigkeit ist beträchtlich und ist auch wirklich eine deiner Stärken. Leere Versprechungen gibst du nie ab.

Stimmt.

Aber du bist auch ein schwer zu überzeugender Zeitgenosse und sperrst dich gegen Neuerungen, manchmal auch dann, wenn du selbst erkennst, dass diese angebracht wären. Vielleicht hast du etwas wenig Verständnis für ideelle Werte und siehst nur das, was du dir in den Kopf gesetzt hast. Zum Glück bist du aber genussfähig und deshalb werden deine Mitmenschen dich meistens gewähren lassen.

Der erste Satz stimmt weitestgehend. Ideelle Werte sind aber sehr wichtig für mich. Das Bodhisattva-Versprechen ist meine höchste Priorität gegenüber allen anderen Werten. Genussfähig: absolut. Glücklicherweise mit einem starken Willen gepaart, so dass ich keine Suchtprobleme bekomme.

In der Partnerschaft bist du unbedingt treu und auf das Verlässliche ausgerichtet...."

Ja, auch wenn die Genußfähigkeit die Phantasie sehr anregen kann, ist mir Treue in einer Partnerschaft wichtig, aber vor allem in dem Sinne, dass man sich an Absprachen hält. Diese können allerdings sehr flexibel sein. Müssen sie aber nicht. Ich lasse eher die Partnerin an einer langen Leine als mich selbst...
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Re: Der Weg zu ein bisschen Respekt

Beitragvon Wanderer » 9. Februar 2015 19:06

Hey !

@voom
....."einen scharfen Verstand Du hast, junger Tiger !" :sage:


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Re: Der Weg zu ein bisschen Respekt

Beitragvon Ipek » 9. Februar 2015 21:49

@Ipek
Das ist sehr interessant und hilft obendrein Dich besser zu verstehen...


Danke.
Leider ist es mir im Moment vergangen mehr aus meiner ( Erfahrungs-)Welt zu berichten, geschweige von `meinen` Gefühlen.
Ich werde aber die Tage mal von `meinem Weg zum Buddhismus` berichten, was ich schon lange machen wollte, aber nie dazu gekommen bin.

Ich tue mich schwer mit solchen Berichten, weil ich dann das Gefühl habe dem Eigen-Dünkel zu frönen. Und der ist ja eine Daseinsfessel, sehr feinstofflich... :

Wenn die Daseinsfessel nicht abgestreift ist, dann ist das Dasein nicht überwunden; wenn aber die Daseinsfessel abgestreift ist, dann ist das Dasein überwunden.
MN 139

Damit nicht der OT Vorwurf aufkommt: Er lief streckenweise auch parallel zu "Psychologie und Therapie". Da musste nämlich die Abwehr raus aus meiner Haltung, die Unterdrückung und da bin ich Heiligenfeld sehr dankbar.

Die haben nicht zugelassen, dass ich Angst und Schmerz und Ärger weiter hinter Lächeln verberge und sie haben mir gezeigt, was das Über-Ich so anrichtet. Ich hatte immer diese Familien`stimme` im Kopf und im Herz: Gleichgültigkeit, Erniedrigung und Aversion. So bin ich mit mir `innerlich` umgegangen, so wie sie mit mir. Wusste ich aber bis dato nicht.

Es gibt von einem Bikkhu eine interessante Stelle-naja, das ganze Buch ist interessant-aber an dieser Stelle sagt er, er meditierte und plötzlich sah er seine Familie aus "seinem Kopf" hinausspazieren. Und dann war er zum ersten mal nur noch bloß `Er selbst`. Das ist natürlich hilfreich bezüglich weiterer `Klärung` wie s ausschaut.

Dies war der buddhistische Topic Groschen jetzt zu diesem Beitrag.

So aber nun muss ich mich um meine Töchter und die plöde Küche kümmern, wie gehabt. Tagein Tagaus. ;)
Mir fällt gerade auf, nun habe ich doch von Gefühlen erzählt, in der Vergangenheitsform. *schulterzuck*




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Es besteht, Mönche, das Ungeborene, Ungewordene, Ungeschaffene, Unzusammengesetzte.
Wenn dieses Ungeborene, Ungeschaffene, Unzusammengesetzte nicht bestünde,- nicht wäre dann ein Entrinnen
aus dem Geborenen, Gewordenen, Geschaffenen, Zusammengesetzten zu erkennen.
Ud.VIII.3.
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Re: Der Weg zu ein bisschen Respekt

Beitragvon Samten » 9. Februar 2015 22:57

man hat sich halt doch immer mit dabei...ist Klient, methode und Therapeut in einem....und kein "Feierabend in Sicht".....
"mögen die Früchte meiner Meditation zum Wohl aller fühlenden Wesen sein"
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