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Rückblick Traumyoga Seminar mit Geshe Nyinma

Luzides Träumen; Klarträume aus buddhistischer Sicht

Rückblick Traumyoga Seminar mit Geshe Nyinma

Beitragvon Tobias » 19. Februar 2015 18:02

Das Traumyoga-Retreat ging wie ich es von dem Bönzentrum gewöhnt bin ca.2 Tage.

Dabei gibt es einen Einführungsvortrag am Freitag abend einen intensiven Tag am Samstag(ca 8 Std) und einen Abschlusstag am Sonntag(ca 5 Std)

Das Seminar wurde einfgeführt nachedem im Vorjahr ca 300 Teilnehmer beim Seminar von Tenzin Wangyal waren.
Einen Bericht darüber gibt es hier
http://anfaengergeist.net/post633.html?hilit=wangyal#p633

Bei diesem Seminar haben 30 Leute teilgenommen. Aus zeitlichen Gründen konnte ich den Einführungsvortrag nicht besuchen.

Am Samstag stellte sich zunächst heraus, dass ich 1,5 Std. zu früh da war. Geshe öffnete selbst die Tür, weil er am Seminarort übernachtete.
Mir war zunächst nicht klar dass ich zu früh war. Er begrüßte mich freundlich mit dem Hinweis auf Garderobe und WC.

Ich mediterte eine Weile. Als nach 30 Minuten noch kein anderer Teilnehmer da war wunderte ich mich über die Unpünktlichket. Geshe meinte wohl aus Höflichkeit, dass die anderen wohl etwas spät kämen. Es kam zu einem kurzen Gespräch, Ich erzählte ihm, dass ich wegen der Praxis von Berlin nach Schleswig Holstein zog und dass ich bereits am Vorseminar mit Rinpoche teilnahm. Anschließend mediterte ich bis das Seminar begann.

Wie üblich begannen wir mit der neunfachen Reinigungsatmung. Da es einige Leute gab, die von der Materie keine Ahnung hatten erklärte Geshe ausführlich die Kanäle Winde etc. Es folgte Guruyoga und Bodichitta.

Anschließend folgte eine Fragerunde. Er wollte wissen, was unserer Meinung nach das Ziel vom Traumyoga sei. Ich antwortete ihm dass es für mich um das Erleben der Bardolehren im Alltag geht. Er verstand was ich meine. Anderen ging es um die Ursprünge ihrer Träume.

Es ging weiter mit der Erklärung von Prana in Verbindung mit dem Zentralkanal. Geshe meinte der erste wichtige Schritt sei zunächst, dass wir uns an unsere Träume erinnern. Dazu müssten wir zunächst das Bewusstsein in den Zentralkanal bringen und uns besonders auf das Kehlchakra konzentrieren. Er machte klar, dass Traumyoga ohne Klarträume keinen Sinn macht. Das hat mich getroffen, weil meine Klatraumquote im Moment miserabel ist. Zumal ich das Ziel des Traumyoga beim Seminar von Tenzin Wangyal anders verstanden hatte, aber dazu komme ich später.

Anschließend gab es eine ausführliche Erklärung über die Hindernisse die Luzidität im Traum verhindern und über entsprechende Gegenmasnahmen. Hindernisse sind z.B. dass der Traum vergessen wird. dass der Traum in Einzelteile zerfällt,oder dass man zwar einen Klartraum hatte, diesen dann aber vergsst. Das sei aber selten deswegen wollte er es eigentlich nicht so genau erklären. Ich meldete mich und sagte, dass genau das aktuell mein Problem ist. Es folgte eine ausführliche Erklärung dazu. Er zeichnete ein recht langes Mantra auf was angepinnt wurde. Ich bemerkte einen Übersetzungsfehler der Übersetzerin, die sonst einen recht guten Job machte. Sie sagte man sollte das Mantra bzw die Silben im Traum visualisieren. Auf meine erneute Nachfrage stellte sich aber heraus, dass die Silben im letzten Moment des Wachseins visualisiert werden sollten.

Er beschrieb die einzelnen Stadien des Einschlafens: das Verschwinden der Sinneseindrücke und wenn nur noch die Gedanken ohne Sinneseindrücke vorhanden sind. Wir hatten also die vorbereitenden Übungen verlassen und befanden und nun bei Erklärungen zum Schlafyoga. Ich war erstaunt wie viel Achtsamkeit und Bewusstseinskontrolle die Praktizierenden entwickeln können.

Es folgte eine längere Pause. Danach ging es um Rauchopfer in Innenräumen. Das Zentrum hatte ihn gebeten diesbezüglich Erklärungen zu geben. Das ganze dauerte 90 Minuten. Es scheint eine seltsame Angewohnheit dieses Zentrums zu sein, die Lehrer mit mindestens einem vortragsfremden Thema zu konfrontieren. Bei dem Seminar mit Tenzin Wangyal tauchte auch plötzlich ein Schüler/Lehrer von ihm auf und sprach ebenso lange über das 3-Tore-Training..

Es ging weiter mit Traumyoga. Geshe fragte wie die Wissenschaft zu luziden Träumen steht. Die Veranstalter verwiesen auf klartraumfreundliche Forscher wie LaBerghe. Ich wendete ein dass es auch kritische Wissenschaftler gibt. Ein Bekannter von mir hat erst in der letzten Woche mit einem dieser Forscher kurz darüber diskutiert. Diese Richtung geht davon aus das (Trüb)-Träume und (luzide)-Träume nicht exisitieren in den REM-Phasen, sondern, dass das was wir als Träume wahrnehmen , Erinnerungen sind die eigentlich erst kurz nach dem Aufwachen entstehen. Ich hatte den Eindruck, dass Geshe diese Erklärung verstand.

Weiter ging es mit dem eigentlichen Traumyoga. Es folgten Visualiseriungserklärungen der weiteren Bindus an den Chakrapunkten. Als erstes wurden die Chakras und Bindus in Verbindung mit den 6 Daseinsbereichen erklärt. Jenachdem auf welches Chakra man sich konzentriet, bekommt man Träume die sich auf diesen Daseinsbereich beziehen.

Geshe meinte, dass man immer mit dem A in der Kehle beginnen sollte. So wie ich Tenzin Wangyal beim letzten Seminar verstanden habe, ist es egal mit welchem Chakra man beginnt. Ich fragte also nach. Er meinte es sei grundsätzlich ok, wenn mir bei der Meditation auch ein anderes Symbol erscheint als das Dzogchen A solange daraus ein Klartraum entsteht.

Wir beginnen also mit dem A in der Kehle. Wenn sich daraus ein luzider Traum ergibt ist das Ziel der Praxis erreicht. Wenn nicht müssten wir nach 2 std wieder aufwachen. Jetzt konzentrieren wir unser Chakra im Zentralkanal auf das Stirnchakra durch eine besondere Atemtechnik(mehrfaches einatmen ohne auzuatmen) soll klarheit entstehen.
Wenn wir auch dann keinen Klartraum haben müssen wir nach 2 std wieder aufwachen und uns auf ein blaues Hung im Herzchakra konzentrieren. Das steht für macht und Entschlossenheit.
Wenn wir es auch dann nicht schaffen einen Klartraum zu haben müssen wir nach 2 std wieder aufwachen. Jetzt konzentrieren wir uns auf ein schwarzes Om im geheimen Chakra. Das Tigle steht für Zorn bzw Furchtlosigkeit. Wir müsssen die Angst und den Zorn überwinden die uns daran hinderte einen Klartraum zu haben bzw. Entschlossenheit entwickeln.

Tag 3
Mir ging die Anweisung nach 2 Std. aufzuwachen nicht aus dem Kopf. Immerhin war es auch ein Hindernis wenn man Träume unterbricht oder zu früh aus Ihnen erwacht. Wie sollte man dann Traumyoga praktizieren. Geshe stimmte zu dass es ein Hindernis sei, aber ein größeres Hinderniss sei es eine Nacht lang keine Klarträume zu haben.

Das nächste Thema war Traumyoga in Verbindung mit dem Bardo des Werdens. Hier unterschied er unterschiedliche Zielebenen des Traumyoga. Auf höchster Ebene ist das Ziel Erleuchtung im Bardo des Werdens zu erreichen. Wenn man sein Ziel eine Ebene tiefer setzt könnte man in Träumen anderen helfen. Man könnte heilen im Traum, Verstorbenen helfen, Belehrungen empfangen usw. auf der untersten Ebene ginge es darum eigene Furcht und Gewohnheit zu überwinden.

Das Thema heilen im Traum interessierte mich oder auch das Thema Verstorbenen im Traum zu helfen. Leider ging er darauf nicht näher ein. Er hatte ein großes Buch über Traumyoga aus dem er las ab und zu vorlas. Hier schien alles wichtige zu stehen. Ich fragte ihn später ob es zu diesem Buch eine englische Übersetzung gibt.

Er verneinte es weil die Lehren geheim sind.

Für mich war es ein wichtiges Ereignis in der Traumyogapraxis an diesem Seminar teilzunehmen. Geshe nahm sich viel Zeit für meine Fragen. Sein Englisch war nicht gut dadurch sprach er sehr langsam und präzise.

Er verrwies auch auf den Webcast von Tenzin Wangyal der 3 Monate dauert. Irgendwann werde ich daran auch teilnehmen.
Wir sind das, was wir denken. Alles was wir sind, entsteht mit unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken erschaffen wir die Welt. Sprich und handle mit reiner Gesinnung Und Glück wird dir folgen, wie dein unteilbarer Schatten.
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Re: Rückblick Traumyoga Seminar mit Geshe Nyinma

Beitragvon Ipek » 20. Februar 2015 17:04

@ Tobias: Ich versteh nix von dem was du hier aufgeschrieben hast, es ist auf jeden Fall eine völlig andere Richtung und Methode als meine; ich kann dir da nur zuhören.
Du wärst aber der einzige den ich derzeit bei meinem Sterben zulassen würde, abgesehen von so einem ordentlichen Lama und einem echten Zen Meister, aber da siehts mau aus, ansonsten würde ich alle rausschmeißen oder in den Wald gehen wie die alten Indianer.

Liebe Grüße
"Ipek" :smilestill:
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