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Selbstliebe

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Re: Selbstliebe

Beitragvon Dakini » 27. Juni 2015 07:13

voom hat geschrieben:Grad gefunden


Das ist meiner Meinung nach die Voraussetzung zur Selbstliebe...Grenzen setzen, und diese respektieren, auch sich selbst gegenüber...unerlaubte Grenzüberschreitungen führen schnell zu Aggresionen.
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Re: Selbstliebe

Beitragvon Sherab Yönten » 29. Juni 2015 06:56

Dakini hat geschrieben:
voom hat geschrieben:Grad gefunden


Das ist meiner Meinung nach die Voraussetzung zur Selbstliebe...Grenzen setzen, und diese respektieren, auch sich selbst gegenüber...unerlaubte Grenzüberschreitungen führen schnell zu Aggresionen.


...wobei niemand so genau sagen kann wann eine Grenze anfängt und wo sie aufhört....
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Re: Selbstliebe

Beitragvon Dakini » 29. Juni 2015 07:27

hm.

Grenzen, wenn sie nicht klar gesteckt werden und auf ihre Einhaltung geachtet wird, sind sinnlos und letzendlich keine Grenzen, sondern nur Schaumschlägerei.
Was aber nicht bedeutet, dass man die Grenzlinie nicht auch mal verschieben darf, vielleicht auch muss und sollte. Aber es ist und bleibt eine Grenze.
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Re: Selbstliebe

Beitragvon Samten » 29. Juni 2015 07:36

"Ich" hab seehr deeehnbare "Grenzen(???)" und halte das überhaupt nich für "Schaumschlägerei".....
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Re: Selbstliebe

Beitragvon Sherab Yönten » 29. Juni 2015 07:57

"grenzen setzen ist Ausdruck Deiner Liebe zu Dir selbst" - heißt für mich: Befriedigung des Ego.

Mein Nachbar hat die Angewohnheit unseren (nicht genutzten) Parkplatz mit seinem Gartenmüll zu verunreinigen, genau genommen muss ich von einem Verdacht reden.
Da werden "Grenzen verletzt". Ich habe nun mehrere Möglichkeiten wie ich reagieren kann:
1) Ich werde wütend weil ICH es als Verletzung MEINER Grenze betrachte,
2) Ich lasse es geschehen und Räume seinen Müll weg,
3) Ich warte auf eine geeignete Möglichkeit, ihn zu fragen warum er seinen Gartenmüll auf unserem Parkplatz abgeladen hat und
4) Ich tue gar nichts und beobachte wie sich der Müll stapelt :lol:
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Re: Selbstliebe

Beitragvon Dakini » 29. Juni 2015 08:35

"grenzen setzen ist Ausdruck Deiner Liebe zu Dir selbst" - heißt für mich: Befriedigung des Ego.


Ich spreche von inneren Grenzen, Du siehst äussere Grenzen.
Innere Grenzen, die mich auch vor unheilsamen Gedanken schützen.

Pochen auf sein Recht, bestehen auf sein Eigentum kann man, sollte man auch unbedingt, wenn es zum Überleben dient. Es ist nicht gut, wenn man es nur zur Befriedigung seines Egos macht, so nach dem Motto: ich mach es, weil ich es kann! Ebensowenig kann es nicht im SInne eines Menschen sein, alles nur zu schlucken.
Beobachte doch mal, was in Dir so vorgeht, wenn Du das welke Grünzeug Deines Nachbarn auf Deinem Grundstück siehst. Was da an Gedanken entstehen, welche Gefühle ihnen folgen....

edit: und was geschähe, wenn es diese Grundstücksgrenze gar nicht gäbe???????????
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Re: Selbstliebe

Beitragvon Sherab Yönten » 29. Juni 2015 08:48

Dakini hat geschrieben:Ich spreche von inneren Grenzen, Du siehst äussere Grenzen.


Wo siehst Du da den Unterschied ?

Dakini hat geschrieben:Beobachte doch mal, was in Dir so vorgeht, wenn Du das welke Grünzeug Deines Nachbarn auf Deinem Grundstück siehst.


Hier schreibst Du selbst, wie der Geist (eine innere Grenze ?) auf eine äußere Grenze (?) reagiert, beide Grenzen beeinflussen sich also.

Mir macht es nicht viel aus, wenn ich das Grünzeug sehe (solange es nur Grünzeug ist und nicht etwa Scherben wo man sich verletzen könnte), aber meine Frau ärgert sich. Sie wird mich wohl beauftragen mit den Nachbarn zu reden :scratch:

Dakini hat geschrieben:edit: und was geschähe, wenn es diese Grundstücksgrenze gar nicht gäbe


Unsere direkten Nachbarn interessierten sich auch mal für Schildies. Halb im Spaß habe ich vorgeschlagen, dass wir den Zaun ja zwischen unseren Grenzen entfernen könnten, dann hätten die Schildies mehr Auslauf und sie hätten auch mehr von ihnen. Du hättest mal ihre Gesichter sehen sollen, als ich den Vorschlag machte...
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Re: Selbstliebe

Beitragvon Dakini » 29. Juni 2015 09:13

Irgedwie bin ich faziniert, wie Du Dir die Sachen an Deine Denkweise anpasst. Das ist nicht böse gemeint, Sherab Y,. es fällt mir nur immer wieder mal auf. :problem:

Hier schreibst Du selbst, wie der Geist (eine innere Grenze ?) auf eine äußere Grenze (?) reagiert, beide Grenzen beeinflussen sich also.

Ja...ich hab doch nie etwas anderes behauptet!
Der Geist ergreift jede Möglichkeit, um zu reagieren. Also?

Als ich gefragt hatte, was wäre, wenn es keine Grenzen gäbe, hast Du geantwortet:

Unsere direkten Nachbarn interessierten sich auch mal für Schildies. Halb im Spaß habe ich vorgeschlagen, dass wir den Zaun ja zwischen unseren Grenzen entfernen könnten, dann hätten die Schildies mehr Auslauf und sie hätten auch mehr von ihnen. Du hättest mal ihre Gesichter sehen sollen, als ich den Vorschlag machte...


Also, nehmen wir mal an, es gäbe keine Grenzen...dann gäbe es auch keine klaren Verhältnisse, oder? Der Nachbar könnte seinen Müll bis vor Eure Haustüre türmen, was Euch erheblich behindern würde. Denk mal über diesen Gedanken nach und dann versuch ihn auf innere Grenzen zu übertragen...
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Re: Selbstliebe

Beitragvon Sherab Yönten » 29. Juni 2015 09:35

Dakini hat geschrieben:Ja...ich hab doch nie etwas anderes behauptet!


Du schreibst hier:

Dakini hat geschrieben:Ich spreche von inneren Grenzen, Du siehst äussere Grenzen.
Innere Grenzen, die mich auch vor unheilsamen Gedanken schützen.


Ich habe keineswegs nur äußere Grenzen gesehen, das wollte ich damit sagen.
Äußere und innere Grenzen sind voneinander abhängig, man kann sie also nicht isoliert voneinander betrachten.
Das meinte ich und ich glaube, da sind wir uns einig.

Dakini hat geschrieben:Der Nachbar könnte seinen Müll bis vor Eure Haustüre türmen, was Euch erheblich behindern würde. Denk mal über diesen Gedanken nach und dann versuch ihn auf innere Grenzen zu übertragen...


Eigentlich macht das der Nachbar schon jetzt, nur im kleineren Maße.
Wenn er das so extrem handhaben würde, dann würde ich selbstverständlich früher mit ihm reden und fragen was er sich dabei gedacht hat. Schließlich hört die Freiheit des einen dort auf wo die Freiheit des anderen verletzt wird.

Grenzen haben für mich zunächst etwas Trennendes im negativen Sinne. Innerhalb dieser Grenzen kann sich das Ego ausbreiten und "Freiheit" genießen.

P.S. In einem afrikanischen Dorf gibt es keine Zäune, jeder passt gemeinsam auf die Kleinen auf, früher kannte man noch nicht mal ein Wort für Streit und Zank (siehe den Film: "Die Götter müssen verrückt sein!")
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Re: Selbstliebe

Beitragvon Dakini » 29. Juni 2015 09:58

Grenzen geben Dir die Möglichkeit, Dein ICH oder Deine Buddhanatur, wie auch immer Du es nennen magst schützend zu entwickeln, sie sorglos unter der klebrig-staubigen Schicht des Egos frei zu pusten, Deinen Geist sich frei zu entfalten. Wenn das geschehen ist, mag man die Grenzen langsam abbauen.

P.S. In einem afrikanischen Dorf gibt es keine Zäune, jeder passt gemeinsam auf die Kleinen auf, früher kannte man noch nicht mal ein Wort für Streit und Zank (siehe den Film: "Die Götter müssen verrückt sein!")

Den Film kenne ich nicht. Nur weil es kein Wort dafür gibt, bedeutet es nicht, dass es nicht existiert. Ich kann mir so etwas nur vorstellen, wenn jeder jeden respektiert...Respekt vor dem anderen ist eine unsichtbare Grenze.

Grenzen kann man nur aufheben, wenn man insgesamt EINS geworden ist. Das gilt für einen selbst, wie auch für das Umfeld. Bis dahin ist es ein langer Weg ...
:wave:
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Re: Selbstliebe

Beitragvon Wanderer » 29. Juni 2015 10:09

Hi !

@Sherab Yönten

Also die "San" von denen Du hier sprichst, kennen sehr wohl "Streit" und "Zank".
Die Holländer haben regelmaßig "Vernichtungsfeldzüge" (17.Jhd bis zum 19.Jhd) gegen die "San" geführt...vor allem als diese (die Holländer) "Kapstadt" gegründet haben
Also wenn überhaupt, dann stimmt dein Beispiel nur teilweise...

"Kolonialgeschichte" sind immer ein wenig..."heikel"



LG,
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Re: Selbstliebe

Beitragvon Sherab Yönten » 29. Juni 2015 10:16

Wanderer hat geschrieben:Hi !

@Sherab Yönten

Also die "San" von denen Du hier sprichst, kennen sehr wohl "Streit" und "Zank".
Die Holländer haben regelmaßig "Vernichtungsfeldzüge" (17.Jhd bis zum 19.Jhd) gegen die "San" geführt...vor allem als diese "Kapstadt" gegründet haben
Also wenn überhaupt, dann stimmt dein Beispiel nur teilweise...

"Kolonialgeschichte" sind immer ein wenig..."heikel"



LG,
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Hm. Die San waren aber Buschmänner, die in der Kalahari (Namibia) lebten (und dort immer noch leben).
Bei meinem jüngsten Besuch dort habe ich uralte Malereien auf Stein von denen beobachten können.
Es gab keine einzige Kriegsszene als Motiv !! Und wenn die Buren dort Kriege geführt haben, dann nur um sie aus
den Regionen zu vertreiben wo es noch genügend Wasser gab. Das hat aber jetzt nichts mit Kapstadt zu tun, das verwechselst Du vielleicht mit anderen afrikanischen Stämmen (eventuell Zulu).
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Re: Selbstliebe

Beitragvon Wanderer » 29. Juni 2015 10:26

Hi !

Ja, richtig...leben AUCH im Gebiet der Kalahari...

Hier sieht man es besser..

Link: http://zeus.zeit.de/wissen/2010-02/31-k ... aenner.jpg

Khoisan Gebiet...werden zusammen mit den Khoikhoi als "Khoisan" zusammengefasst.

Aber ich glaube, Du meinst wohl eher, dass sie untereinander keinen odeer wenig Streit hatten und haben...

Kann schon sein, das weiß ich nicht.


Sprachliches Missverständnis...denke ich



LG,
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Re: Selbstliebe

Beitragvon Sherab Yönten » 29. Juni 2015 10:39

Zu Kapstadt lese ich nur (aus diversen Quellen), dass sich die Buschmänner erfolgreich weigerten, für die Buren zu arbeiten. Wie sie sich weigerten stand nicht in den Artikeln, die ich gelesen habe. Das war jedenfalls der Grund dafür, dass die Buren Sklaven aus anderen afrikanischen Ländern nach Südafrika holten.
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Re: Selbstliebe

Beitragvon voom » 29. Juni 2015 11:50

Dieses "sich weigern" wäre auch so eine Form, Grenzen zu setzen. Nicht alles schlucken, nicht alles mit sich machen lassen. Wo der Respekt selbstverständlich ist, sind Grenzen weniger wichtig, sie werden von allen selbstverständlich respektiert. In einer Gesellschaft, wo jeder meint, die Grenzen anderer zu überschreiten um sich einen Vorteil zu verschaffen, da muss man stärker auf seine Grenzen achten, als man es gerne hätte. Das ist aus meiner Sicht etwas, das man in der Psychologie als "gesundes Ego" bezeichnen würde, das überhaupt erst Voraussetzung ist, damit man anfangen kann, sich spirituell zu entwickeln. Nicht ohne Grund sind die Schützer im tibetischen Buddhismus so wichtig. Jedes Buddhafeld hat Grenzen, damit sich die Wesen darin vernünftig entwickeln können. Diese Grenzen werden von Schützern und Schutzringen bewacht. Es scheint also, in einer Welt wo es Ego gibt, braucht auch ein Feld ohne Ego Grenzen, um balanciert zu bleiben. Ich glaube nicht, dass der Buddha das selbst braucht, er strahlt die Schützer aus, die ohne Ego schützen, damit die Wesen überhaupt mit ihm in Kontakt kommen können. Diese Grenzen sind also Ausdruck von Mitgefühl und Weisheit.
"Die tägliche Praxis des Dzogchen ist einfach das tägliche Leben selbst.
Wir sind aus uns selbst heraus erleuchtet und es fehlt uns nichts."

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