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Traumyoga kurze Zusammenfassung Techniken und Ziele

Luzides Träumen; Klarträume aus buddhistischer Sicht

Traumyoga kurze Zusammenfassung Techniken und Ziele

Beitragvon Tobias » 2. November 2013 23:29

Traumyoga Ziele und Techniken kurzgefasst

Quelle: Der Geist überwindet den Tod von Dzogchen Ponlop Rinpoche und Übung der Nacht von Tenzin Wangyal Rinpoche (Keine Zitate)

Wurzelvers von Buddha Padmasambhava:

„Nun, da der Bardo des Traumes dir erscheint, gib die Achtlosigkeit des illusionären Schlafs einer Leiche auf.
Trete ein in die Natur der Achtsamkeit und des Nichtwanderns.
Die Träume erkennend, praktiziere Transformation und klares Licht.“



Die Sichtweise des Traumyoga
Grundsätzlich lassen sich 2 Sichtweisen unterscheiden Traumyoga als Übung für das Bardo des Werdens(Übergang zwischen Sterben und Wiedergeburt) und Traumyoga als eigenständige Übung im Leben. Wobei diese beiden Punkte nicht sauber voneinander zu trennen sind(zumindest für mich nicht).

Der Vers von Buddha Padmasambhava bringt die wesentlichen Dinge auf den Punkt.

Das erste Ziel des Traumyoga ist überhaupt luzid zu werden. Hierfür schlagen die Lehren grundsätzlich vor sich das Leben als Traum bewusst zu machen. Also dass es faktisch keine Trennung zwischen Wachzustand und dem Traum gibt. Die luziden Träumer kennen das Prinzip unter dem Stichwort Realitäts-Checks. Macht euch bewusst, dass ihr träumt und zwar immer. Es gibt noch andere Techniken, die zur Luzidität führen sollen z.B. das Gottheiten Yoga bzw. Yidam Yoga. Die Übungen müssen nicht gleichzeitig ausgeführt werden sondern nacheinander.

Das zweite Prinzip ist die Leerheit also Substanzlosigkeit. Im Vers von Padmasambhava wird es mit Achtsamkeit und Nichtwanderns übersetzt. Bitte macht euch bewusst, dass der Vers ca. 1200 Jahre alt ist so erklärt sich die eigentümliche Formulierung. Leerheit ist die Erkenntnis dass alle Dinge kein eigenständiges selbst besitzen. Alles ist abhängiges entstehen. Zu diesem Zweck führt man am Tag Zhine aus(siehe Tenzin Wangyal Rinpoche Übung der Nacht) oder Shamatha(siehe Dzogchen Ponlop Rinpoche der Geist überwindet den Tod)

Im idealsten Fall habt ihr Klarlichtträume. Diese haben ihren Ursprung in der Natur des Geistes und sind frei von dualem und konzeptualen denken. D.h. Dass es gar keine Subjekte und gar keine Objekte mehr gibt jegliche Trennung ist aufgehoben. In dieser Phase gibt es kein konzeptuales Denken mehr sondern nur noch das klare Licht von Rigpa der wahren Natur des Geistes. Wenn ihr vielleicht manchmal einen Traum habt wo ihr glaubt ihr seit eins mit einer Person oder eins mit den Bäumen um euch herum o.ä.dann ist das zwar gut aber dann ist es kein klares Licht. Klares Licht würde bedeuten dass ihr 1. gar keine Objekte seht sondern maximal ein grenzenloses Licht und dass ihr 2. kein Gefühl eines ichs mehr habt. Sobald ihr also denkt da ist etwas schönes o.ä. Ist es kein klares Licht, Denn wenn ihr sagt da ist etwas schönes geht ihr davon aus dass es hier nicht ist. Es ist also ein duales Denken.

Im Traum selbst:
Was macht man eigentlich wenn man einen Klartraum hat?
Die Frage habe ich mir lange gestellt.

Ich hatte sogar mal die Möglichkeit Tenzin Wangyal Rinpoche, diese Frage persönlich zu stellen:
Seine Antwort: Überwinde deine Grenzen. Befreie dich von deinen Fesseln. Diesen Punkt spricht Padmasambhava an wenn er sagt: Transformation.
Tenzin Wangyal Rinpoche sagte: Erkennen sie dass die Dinge wandelbar sind. Verwandeln sie sich im Traum werden sie jünger Älter vervielfältigen sie sich etc. (genauere „Übungen siehe Übung der Nacht“)
Warum sollten wir das tun? Damit wir die Leerheit erkennen. Die Dinge sind unglaublich wandelbar weil sie leer sind also frei von unabhängiger Existenz.

Wenn wir erkannt haben, dass die Dinge leer sind können wir sie auflösen, was bleibt ist das klare Licht von Rigpa.
Um die Leerheit besser zu erkennen schlägt Padmasambhava neben Shamatha oder Zhine auch Gottheiten yoga vor. Anleitungen dazu findet ihr in den oben erwähnten Büchern.

Das Ergebnis des Traumyoga:
Wenn wir tatsächlich die Natur des Geistes(Rigpa) sowohl am Tag als auch in der Nacht immer mehr erkennen, sind wir letztlich auch in der Lage zum Zeitpunkt des Todes Rigpa zu erkennen. Dann wären wir erleuchtet.

Wenn wir zum Zeitpunkt des Todes Rigpa nicht erkennen, gelangen wir in das Bardo des Werdens, was wie ein intensiver Traum ist. Der Traumyoga Meister Namkhai Norbu Rinpiche, meinte dass es 7x schwieriger ist, im Bardo des Werdens Klarheit zu erlangen als in einem Trübtraum.

Sollte es uns doch gelingen im Bardo des Werdens bewusst zu werden, brauchen wir uns laut den Bardo-Lehren nur noch an eine einzige Meditationstechnik zu erinnern und diese Ausführen um Erleuchtung zu elangen.
Alternativ könnten wir auch das Bardo des Werdens als leer erkennen und dadurch Erleuchtung erlangen.


Ich hoffe dass dieser Text etwas Klarheit brachte. Ich widme diesen Text meinem größten Vorbild Heiligkeit Sakya Trizin sowie den Traumyoga Meistern Namkhai Norbu Rinpoche, Tenzin Wangyal Rinpoche und Dzogchen Ponlop Rinpche.

Liebe Grüße
Tobias
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Buddha Gautama


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