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Umgang mit schwierigen Praktizierenden

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Umgang mit schwierigen Praktizierenden

Beitragvon Ipek » 2. Juni 2014 21:16

Haben hier einen Katampa, der mir Sorgen macht.Offensichtlich ist er Mega-Gekränkt. Hatte wohl "andere Vorstellungen". Nun necke ich ihn auch noch. Männer, die sich so hängen lassen in wehleidiger Selbstbepinselung konnte ich irgendwie noch nie ernst nehmen.Mit den katampa ist das ja auch so eine Sache. Sie lehnen die vier edlen Wahrheiten ab. Würde er die erste leidlich kapiert haben, stünde es wohl nicht so schlimm. Ich hab das Gefühl er fährt unbewusst ziemlichen Aggro. Gibt es eine schnelle Methode um einen Katampa zu entschärfen? Gleichmut scheint ihn noch mehr aufzubringen.
Es besteht, Mönche, das Ungeborene, Ungewordene, Ungeschaffene, Unzusammengesetzte.
Wenn dieses Ungeborene, Ungeschaffene, Unzusammengesetzte nicht bestünde,- nicht wäre dann ein Entrinnen
aus dem Geborenen, Gewordenen, Geschaffenen, Zusammengesetzten zu erkennen.
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Re:Umgang mit schwierigen Praktizierenden

Beitragvon Tobias » 2. Juni 2014 22:59

Hallo Ipek,

Also erstmal habe ich Schwierigkeiten mit dem Begriff Katampa. Ich kenne die Kadampa-Tradition. Bzw. die neue Kadampa Tradition.
Ich habe grad noch mal geguckt diese lehnen die vier edlen Wahrheiten nicht ab.

http://kadampa.org/de/reference/buddhas-unterweisungen

Bei Katampa kommt bei mir auf Google ne Region im Kongo.

Also wenn er Buddhist ist, kann er die vier edlen Wahrheiten im Kern nicht ablehnen.

Nun wenn er aber kein Buddhist ist dann ist er genau dumm/unwissend. wie alle anderen die die Lehre Buddhas nicht erkennen. Nun davon gibt es ja sehr viele. Z.B. Christen Juden Moslems. Nun damit müssen wir doch täglich umgehen.

findest du es richtig dass du ihn neckst wenn er schon gekränkt ist. Ist vielleicht nur Teil deines Zenni-Humors(wie der Meister der den Schüler mit dem Stock piekst weil er krumm sitzt).

Nun zu einer schnellen Methode um ihn zu entschärfen; ZAZEN :shock:

Alles ist von deiner Wahrnehmung abhängig wenn sie durch Zazen in Ordnung kommt, empfindest du auch keinen Stress mehr.
Die andere ebene wäre eine Mitgefühlspraxis. übrigens, gibt es eigentlich eine formale Mitgefühlsmeditation im Zen?

Mache dir die Gemeinsamkeiten zwischen euch klar. Nicht nur dass ihr leidet weil ihr nicht erleuchtet seid, sondern auch andere Gemeinsamkeiten. Diese musst du ggf. erst suchen.
Dadurch fühlt er sich respektiert und nicht gekränkt. Wechsle doch einfach das Thema oder ist dir Buddhismus so wichtig? Zazen/Satori ist doch potenziell überall bzw. "Triffst du den Buddha unterwegs dann töte ihn" :D

Ja ja so viele Zitate und Gleichnisse :shy:
Ich hoffe das was ich sagen wollte ist angekommen.

Liebe Grüße
Tobias
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Re:Umgang mit schwierigen Praktizierenden

Beitragvon Ipek » 2. Juni 2014 23:08

Hab ich so mal gehört von einem aus dem DBU rat; sie wollten die Forumlierung der 4 Wahrheiten nicht annehmen, die Gründe sind mir nicht bekannt.Der DL hat Katampa ausgesperrt, hat irgendwas mit einer non-konformen, eigenen Schutzgottheit zu tun; und die DBU auch, hat sie auch ausgesperrt.Mich stört das aber beides nicht.Ich hab Angst vor ihm.Mein Mitgefühl hält sich in Grenzen.Unser Zendo ist ausnehmend zugewandt an sich,mir scheint aber er will und erwartet etwas, dass ihm niemand geben kann.

Ist vielleicht nur Teil deines Zenni-Humors(wie der Meister der den Schüler mit dem Stock piekst weil er krumm sitzt). Ja,is so. Versteht er aber nicht. Lass ich halt.
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Re:Umgang mit schwierigen Praktizierenden

Beitragvon Tobias » 2. Juni 2014 23:26

Also jetzt wo du diese Gottheit erwähnst meinst du diese Gelug-Abweichtruppe.

Also soweit ich weiß sind es trotzdem ernsthafte Buddhisten, die auch ein Zentrum irgendwo in Brandenburg haben.
Mir ist nicht bekannt dass sie die 4 edlen Wahrheiten ablehnen.

Dann wären sie wirklich keine Buddhisten. Aber nur weil jemand den Dalai Lama nicht akzeptiert ist er ja nicht gleich unbuddhististisch.

Es gibt ja auch einige Kagyüs die ihn nicht mögen.

Liebe Grüße
Tobias
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Re:Umgang mit schwierigen Praktizierenden

Beitragvon Ipek » 3. Juni 2014 03:15

Aber nur weil jemand den Dalai Lama nicht akzeptiert


Auch umgekehrt. Soweit ich weiß.
Tenzin Peljor war dort,stieg aus, heute führt er die Neu-Linie als Sekte auf.
http://info-buddhismus.de/Interviews-Ex-NKT.html

Meine Frage war eher ob ich was wissen sollte von der Katampa Einstellung, was ich noch nicht weiß.

Das hat auch Zeit.

Danke für Deine Zeilen. Sie sind hilfreich. Mahnen zur Besonnenheit sozusagen. Das ist echt immer gut für mich ! :heartsmile:
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Re:Umgang mit schwierigen Praktizierenden

Beitragvon voom » 3. Juni 2014 08:45

Ich würde denken, dass das Problem persönlich ist und nicht so sehr mit der praktizierten Tradition zu tun hat. Das haben wir doch in allen Linien und Schulen dass Individuen mit ihren eigenen "Dämonen" zu kämpfen haben - und sich das auf die persönlichen Beziehungen auswirkt. Wenn z.B. jemand traumatisiert ist und die Person trifft dann jemand, wo irgend eine Kleinigkeit an die Person erinnert, die Ursache für das Trauma war - sagen wir ein Typ hat die gleiche Nase wie ein prügelnder Vater - dann wird ein bestimmtes Verhalten getriggert. Nur so als Beispiel dafür, wie ein unbewusstes gewohnheitsmäßiges Verhalten stärker sein kann, als das bewusste gewünschte Verhalten auf Basis buddhistischer Überzeugungen.

Was NKT angeht, ich glaube nicht, dass NKT grundsätzlich einen falschen Buddhismus vertritt. Der Zwist mit dem DL ist auf anderer Ebene. Meine Begeisterung für DS (die Schutzgottheit, um die es ging) hält sich aber auch in Grenzen. Ich halte DS für bedenklich und ich kann nachvollziehen, warum der DL die Praxis unter seinen Leuten verbieten bzw. eindämmmen wollte; aber auch warum sich DS-Praktizierende schwer tun, sich das verbieten zu lassen. Wie weit unabhängig von dem gelehrten Buddhismus bei NKT Sektenstrukturen da sind oder nicht kann ich nicht beurteilen, damit habe ich mich nicht befasst.
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Re:Umgang mit schwierigen Praktizierenden

Beitragvon Ipek » 3. Juni 2014 12:47

Randnote: dieser Blog veröffentlicht als seriös geprüfte Meldungen und Erfahrungsberichte ( persönliche Gespräche im Vorfeld-transpersonale Umsicht,Analyse).Tenzin nimmt hier -sehr weise- Abstand davon seine eigenen Erfahrungen einzuflechten;dies tut er an anderen Stellen. Wie oben verlinkt.

http://blog.buddhistische-sekten.de/?cat=7

Ich würde denken,
Da hast Du schon recht Voom. Meine "Lehrer" gehen übrigens weiser damit um-allerdings haben sie auch keine Anbindung zum tibet.Buddhismus oder so Detail-Informationen. Sie sagte:" Wir wissen, dass er andere Methoden bevorzugt. Vielleicht tut es ihm gut bei uns zu sein. " :smilestill:

Bis bald. :namaste:
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Re:Umgang mit schwierigen Praktizierenden

Beitragvon Ayu » 6. Juni 2014 09:16

Meiner Erfahrung nach ist Angst kein guter Ratgeber im Umgang mit anderen Menschen. Vorsicht ja. Im Notfall muss man manchen Menschen auch misstrauen oder sie gar meiden, aber trotzdem kann man innerlich offen bleiben und schauen, was passiert. Natürlich nicht ohne sich angemessen zu schützen gegebenenfalls.
Aber wenn man erstmal davon ausgeht 'Ich weiß nicht viel über den und kann ihn nicht beurteilen', ist das meist die ehrlichste Haltung, die man einnehmen kann und Täuschungen werden eingedämmt, die aus Erwartungshaltung herrühren.

Mögen alle Wesen die Ursachen des Glücks realisieren.
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Re:Umgang mit schwierigen Praktizierenden

Beitragvon Ipek » 6. Juni 2014 12:46

Angst ist Angst ist Angst. Ein Gefühl. Eine Rose ist eine Rose.Wichtig ist nur ein Gefühl nicht das Bewusstsein infiltrieren zu lassen und davon geführt zu werden.
Ich kümmer mich nicht mehr emotional oder aufklärend um Unbewusste "mit viel Staub auf den Augen". Es ist der Nährstoff für ihre Fluchtversuche vor sich selber.Es ist die wärmende Suppe in ihrer bodenlosen Sucht, in ihrem Gefühl der Lehre, die verdunsten wird.
Der Dharma gibt einem alles in die Hand um autonomer und zufriedener zu werden.Wenn das Verständnis für dieses Geschenk noch nicht da ist, ist das karmisch bedingt. Dieses Bön und Chöd und wie diese Specials da heißen waren mir schon immer suspekt, allein deswegen weil alle Leute die was damit zu tun haben, mit denen ich gesprochen habe, grenzwertig drauf sind.
Es gibt diesen Rat in den Sutren in "gutem Umgang" zu bleiben der ein "Nashorn" zu sein.Daran halte ich mich.
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Re:Umgang mit schwierigen Praktizierenden

Beitragvon voom » 6. Juni 2014 15:43

Dieses Bön und Chöd

Der Klarheit halber: meinst Du Trekchö(d) oder Chöd? Trekchö ist eine Dzogchen-Übung, nicht nur im Bön-Dzogchen sondern auch bei den Nyingmapas. Chöd ist eine tantrische Technik die von der tibetischen Tantra-Meisterin Machig Lapdrön geschaffen wurde und die dazu dient, die Anhaftung an den eigenen Körper zu transformieren. Chöd wird im Westen wenig praktiziert, vor allem weil man es normalerweise auf Friedhöfen praktiziert. Es gibt allerdings eine gute westlich angepasste Form, wie sie in Tsültrim Alliones "Den Dämonen Nahrung geben" beschrieben ist.
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Re:Umgang mit schwierigen Praktizierenden

Beitragvon Ipek » 6. Juni 2014 20:39

voom hat geschrieben:
Dieses Bön und Chöd

Der Klarheit halber: meinst Du Trekchö(d) oder Chöd? Trekchö ist eine Dzogchen-Übung, nicht nur im Bön-Dzogchen sondern auch bei den Nyingmapas. Chöd ist eine tantrische Technik die von der tibetischen Tantra-Meisterin Machig Lapdrön geschaffen wurde und die dazu dient, die Anhaftung an den eigenen Körper zu transformieren. Chöd wird im Westen wenig praktiziert, vor allem weil man es normalerweise auf Friedhöfen praktiziert. Es gibt allerdings eine gute westlich angepasste Form, wie sie in Tsültrim Alliones "Den Dämonen Nahrung geben" beschrieben ist.


Ich weiß nicht genau was er sonst noch anstellt, außer dass er Chöd macht und dass das im Zusammenhang mit Sazen ziemlich übel enden kann, bringt Zazen doch wie unter einer Lupe Neigungen und Hemmnisse zutage, die sich festsetzen,wenn die "Nadel des Zen" -Achtsamkeit und Gleichmut- fehlt. Wenn jemand Aversion gegen die seinem Verständnis nach "unreinen" Skandha pflegt um "das Ego auszulöschen" und das Anzeichen ist Angst, vielleicht auch Depersonalisierung, was als "Auflösungsmerkmal" kurz vor "Verwirklichung der Leerheit" gedeutet wird, schrillen bei mir alle Alarmglocken.Dass Männer mit Angst( "Schwäche") für gewöhnlich und ungeschult noch mal anders umgehen- mit Abwehr-also wiederum einer Negierung- macht es nicht einfacher.Da schließt sich ein Kreis.
Vorgestern habe ich einen Trekchö(d) kennen gelernt, das Wort war mir vorher nicht geläufig.Er konnte mir nicht so richtig erklären was sie da nun so machen.Er scheint aber soweit ganz gut drauf zu sein.Ich habe ihn - bisweilen- über Facebook angenommen.

Mir geht es immer darum zu sehen inwieweit eine Methode eher buddhistisch ist als was anderes, nicht aus Dogma-Gründen, sondern weil die Basis des Dharma Bodhichitta( Metta ) und Sati( Sammlung) ist. Wenn diese Basis ignoriert wird, macht da irgendwas mit den Leuten, das ich nicht mittragen kann.

Wird Zeit dass Du nach Berlin kommst. Scheint du bist der Einzige, der da durchgreifen kann und sei es "nur" mit Rat, ohne Tat :P

Viele Grüße
Ipek
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Re:Umgang mit schwierigen Praktizierenden

Beitragvon Tobias » 6. Juni 2014 21:39

Mir geht es immer darum zu sehen inwieweit eine Methode eher buddhistisch ist als was anderes, nicht aus Dogma-Gründen, sondern weil die Basis des Dharma Bodhichitta( Metta ) und Sati( Sammlung) ist. Wenn diese Basis ignoriert wird, macht da irgendwas mit den Leuten, das ich nicht mittragen kann.


Naja aber das ist eben der Punkt. Ich glaube dass nicht alle Methoden buddhistischen Ursprung haben. Gerade im tibetischen Buddhismus und besonders in einigen Bön Richtungen ist der Bezug zum Buddhismus einfach irgendwie nicht da.(aus meinem Gefühl jetzt).

Ich überlege grade ob die von dir genannte Basis wirklich immer da sein muss. Was ist mit spontanen Erkenntnismomenten wie es sie z.B. im Zen oder im Tantra gibt? Ist dort diese Basis wirklich immer vorhanden? Wahrscheinlich schon. Auch im Treckchöd und Tögal gibt es den Aspekt der Sammlung und es kann auch zu Mitgefühlsaspekten kommen. Ich weiß noch nicht wirklich wie genau Treckchöd und Tögal ausgeführt werden. Das wird hoffentlich Keith Dowman erklären. Ich habe aber eben etwas interessantes gefunden. was ich in einem anderen Thread veröffentlichen werde.

Liebe Grüße
Tobias
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Re:Umgang mit schwierigen Praktizierenden

Beitragvon voom » 6. Juni 2014 22:26

Wenn Thögal das Erscheinen der Reinen Lichter als Sambhogakaya-Formen bedeutet, ist Mitgefühl hier implizit. Wenn man auf der Ebene ist, dann erkennt man alles als verbunden und bedingt, aus der gleichen "Substanz" bestehend (die natürlich leer ist). Und weil diese Ebene Einheit bedeutet, ist Mitgefühl implizit und Weisheit ebenso. Denn ein Teil einer Ganzheit wird einem anderen Teil dieser Ganzheit nicht schaden - oder nur wenn es unbedingt notwendig ist.

Was aber heisst "Sammlung"? "Braucht" man das als konzepthaftes Tun, wenn man erleuchtet ist - oder ist Sammlung nicht vielleicht auch implizit im natürlichen Zustand?
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Re:Umgang mit schwierigen Praktizierenden

Beitragvon Ipek » 6. Juni 2014 23:45

Tobias:
Was ist mit spontanen Erkenntnismomenten wie es sie z.B. im Zen oder im Tantra gibt? Ist dort diese Basis wirklich immer vorhanden?


In dem Moment schon, auf jeden Fall spontane einspitzige Konzentration. Völlig unabhängig vom Background. Wird ja hier und da beschrieben,z.b.von William S. Burroughs in der Suche nach Yage und könnte ich auch was zu erzählen.Will ich aber nicht.
Jedoch: sie sind halt vergänglich.Beim Bodhichitta bin ich mir nicht schlüssig.Das kommt in Gänze wohl in einer Sammlungstufe auf:Brahmavihara. Umfassendes Bodhichitta wie auch Metta kann man nicht eintrainieren.Trotzdem ist "liebevolle Güte" ein Schlüsselfaktor für Samadhi.Viele sehen es als moralisches Erfordernis an, aber darum geht es nicht.
Zuletzt geändert von Ipek am 7. Juni 2014 10:06, insgesamt 2-mal geändert.
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Re:Umgang mit schwierigen Praktizierenden

Beitragvon Ipek » 6. Juni 2014 23:58

Voom:
Was aber heisst "Sammlung"? "Braucht" man das als konzepthaftes Tun, wenn man erleuchtet ist - oder ist Sammlung nicht vielleicht auch implizit im natürlichen Zustand?


Beides. Würde ich sagen. Nein. Nicht konzeptuell. Sammlung/Samadhi ist Nicht-Tun. Lassen. Sati - Samatha- Samadhi - Jnana gehört gewissermaßen zusammen. Aus den Sutren ist bekannt,dass Buddha sich immer wieder zurückzog in die Sammlung.Von Seiten der LeerheitsVerwirklichung aus dürfte Samadhi aber sozusagen "ein Klacks" sein. Sein "Abgang" wird sogar anhand der Dhyana Stufen erläutert.

Karmapa sagte übrigens im Zusammenhang mit dem Kennenlernen anderer Methoden,anderer Linien,anderer Traditionen, dass die Basis, bevor man das unternimmt: ein Guru und Samatha sei und bleibt und dieser Unterbau, an sich "Zustand", er nannte es "Aufbau" nicht zerstört werden darf. Es ist ganz logisch. Vom Zen her sowieso, aber auch vom Theravada her.

Er sagte das im Zusammenhang damit, dass er es schätzt, dass im BC Lehrer aus versch.Linien lehren, bzw. eingeladen werden, eine Sache, die bei den Tibetern nicht vorkommt,dort wird man früh festgelegt, z.b.auf Kagyü und bleibt dann dabei. Aber eben, betonte er Guru und Samatha nicht grundlos. Bezüglich dieser Offenheit sagte er, dass die Lehrer in ihrem Linien Dogmatismus oft "vergessen", die Leute zu Metta anzuhalten. Metta ist keine Randnotiz, berücksichtigt man, dass Metta und Bodhichitta ein ganz wesentlicher Übungs-Punkt bei den Tibetern ist.

Da haben wir wieder diesen Dreiklang des achtfachen Pfades.

Das Problem ist das Faszinosum der esoterischen Seite, finde ich. Die Leute schielen doch oft auf "Kraft,Macht,Schnelligkeit,Heiligkeit, Geheimniss,Radikalität" so etwas. Da muss man aufpassen.Das sind Ego-Absichten. Finde ich. Da überhört man auch so "schlichte Sätze", egal aus welchem Mund.
Zuletzt geändert von Ipek am 7. Juni 2014 10:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Re:Umgang mit schwierigen Praktizierenden

Beitragvon take care » 7. Juni 2014 10:14

Nur weil man einen Spinner trifft, ist nicht gleich seine angebliche Methode quatsch.

Noch ein schlichter Satz für dich :)

Viel Freude noch mit karmapa!
Liebste Grüße und take care ...
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Re:Umgang mit schwierigen Praktizierenden

Beitragvon Ipek » 7. Juni 2014 10:17

Nur weil man einen Spinner trifft, ist nicht gleich seine angebliche Methode quatsch.


Hab ich auch nicht gesagt. Nur, dass ein Mix hier ziemlich übel enden kann.Es versteht sich von selbst,wenn man sich umschaut,dass die Leute oft was hernehmen mit ihren ganzen Neurosen und dann da was Schräges bei raus kommt und dass sie dieses Schräge für "Erfolg" halten.
Versteh es oder lass es.
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Re:Umgang mit schwierigen Praktizierenden

Beitragvon take care » 7. Juni 2014 10:46

Mir reicht, wenn ich mich selbst halbwegs verstehe, liebe ipek ... Alles gut.
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Re:Umgang mit schwierigen Praktizierenden

Beitragvon voom » 7. Juni 2014 11:26

Karmapa sagte übrigens im Zusammenhang mit dem Kennenlernen anderer Methoden,anderer Linien,anderer Traditionen, dass die Basis, bevor man das unternimmt: ein Guru und Samatha sei und bleibt und dieser Unterbau, an sich "Zustand", er nannte es "Aufbau" nicht zerstört werden darf.

Damit kann ich was anfangen, das finde ich gut. Ergänzt vielleicht dadurch, dass dieser "Guru" nicht grundsätzlich ein äußerer Guru sein muss. Shamatha selbst kann sogar, wenn es stabil ist, als eine Art Guru funktionieren. Denn "Guru" heisst ja so viel wie "nicht umzuwerfen, nicht aus Bahn zu bringen, egal was passiert".

Von dieser Basis her bin ich selbst so stabil, dass ich nicht bei jeder neuen Methode und bei jedem neuen Lehrer denke: "DAS ist es!!" und meine, ich müsste meine gesamte Ausrichtung verändern. Das ist ja auch ein Zeichen eine rastlosen Suche nach "etwas anderem, höherem" im Gegensatz zu dem, worum es geht: zu sich selbst zu kommen und in sich selbst zu ruhen. Wohlgemerkt "selbst" nicht "ich" oder "ego".
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Re:Umgang mit schwierigen Praktizierenden

Beitragvon Ipek » 7. Juni 2014 15:26

VooM. :smilestill:

Der Klarheit halber: meinst Du Trekchö(d) oder Chöd? Trekchö ist eine Dzogchen-Übung, nicht nur im Bön-Dzogchen sondern auch bei den Nyingmapas. Chöd ist eine tantrische Technik die von der tibetischen Tantra-Meisterin Machig Lapdrön geschaffen wurde und die dazu dient, die Anhaftung an den eigenen Körper zu transformieren. Chöd wird im Westen wenig praktiziert, vor allem weil man es normalerweise auf Friedhöfen praktiziert. Es gibt allerdings eine gute westlich angepasste Form, wie sie in Tsültrim Alliones "Den Dämonen Nahrung geben" beschrieben ist.




Ich kenn den Unterscheid nicht, auch nicht in Bezug auf "Den Dämonen Nahrung" geben, weiß aber, dass es eine Gruppe gibt im BC ( Kordong) und diese wechelnde Gruppe wird nach wie vor mit Argwohn betrachtet und stand auch mehrmals kurz vorm Rauswurf.Ich habe keine guten Erfahrungen mit ihnen im Umgang gemacht. Sie wirken oft emotional labil, psychisch instabil auf mich, lustbetont und leicht reizbar. Sie wissen auch noch weniger von der buddhistischen Kernlehre als der Durchschnitts-Zennie, der auf "die Leerheit" schielt.Einmal drückte mir jemand einen Flyer in die Hand, es ging um so einen Kurs, darauf war ein verstorbener Meister angebildet, die Energie war so stark, so zwingend, ziehend, da lies ich ihn auf dem Tisch liegen; die Energie in ihrem Raumist auch "anders",verwirrender.Keith Dowman ist mir nur dadurch in Erinnerung,dass er diese "rote Nase" hatte wie sie für Trinker typisch ist,und weil er mir direkt auf den Busen und in den Schritt starrte ( nicht nur mir ) und ich den Impuls hatte ihm eine reinzuhauen ( sorry :smilestill: ).


Nun ist die buddh. Lehre traditionsübegreifend: Sila, Samadhi, Prajna. Im übrigen weiß ich das auch noch nicht so lange, es mussten mir erst die Theras erklären, dann fand ich es "plötzlich" im Zen und bei den Tibetern. so ungefähr wie du sagst:
"Viele buddhistische Bücher / Texte / Belehrungen sind so gestaltet, dass sich neue Bedeutungsebenen erschliessen, wenn der eigene Geist bereit dafür ist. Vorher liest man es anders, man überliest Dinge usw."
Das ist so (nur dass im Zen z.B. nichts absichtlich irgendwie "verborgen" wurde).

Ich seh ich nirgends Geheimes. Ich glaub das ist eher so ein schamanisches TamTam mit dem Geheimen. Vom Schamanismus halte ich mich auch fern. Das war nicht immer so. Aber mit Kräften soll man nicht spielen. Zen spricht ja sowieso immer von " Makyo " für alle zusammengesetzten Zustände,Erfahrungen. Das hat sich mir tief eingeprägt. Nils im Amithaba Forum in BL so ein Fall von Makyo-Wahn. Selbstentwicklung endet immer irgendwo in Verstrickung im Gegensatz zur Selbstentsagung( "Körper und Geist abwerfen") Aber das ist kein einfaches Thema. Das läuft bei mir mehr auf der intuitiven Schiene mit ein bischen Dharma-Wissen. Kommt halt auch darauf an was man will. Erlösung oder Macht. Macht und magische Kräfte sind vergänglich:
„Möge mir bei betörenden Dingen der Geist nicht betört sein!' So hat man um seiner selbst willen unermüdliche Achtsamkeit zum Wächter des Geistes zu machen.„Möge mir bei Wahn erregenden Dingen der Geist nicht wähnen!' So hat man um seiner selbst willen unermüdliche Achtsamkeit zum Wächter des Geistes zu machen.A.IV.117


Der buddhistische Weg ist offen und für jedermann/frau verständlich. Sagt auch Karmapa.Er hat gar nichts geheimniskrämerisches an sich.
"Was, o Ananda, erwartet denn die Mönchsgemeinde von mir? Gezeigt habe ich, o Ananda, die Lehre, ohne einen Unterschied von Innen und Außen (esoterisch und exoterisch) zu machen. Der Vollendete kennt nicht die geschlossene Lehrerfaust hinsichtlich seiner Lehren."


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Es besteht, Mönche, das Ungeborene, Ungewordene, Ungeschaffene, Unzusammengesetzte.
Wenn dieses Ungeborene, Ungeschaffene, Unzusammengesetzte nicht bestünde,- nicht wäre dann ein Entrinnen
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Re:Umgang mit schwierigen Praktizierenden

Beitragvon voom » 7. Juni 2014 18:14

Was den Unterschied angeht: Chöd heisst übersetzt einfach nur "Durchschneiden". Mit "Chöd" ist normalerweise die Methode von Machig Lapdrön gemeint, wo man seinen Körper Stück für Stück den Dämonen schenkt. Dabei geht es natürlich tiefgründig betrachtet um das Durchschneiden der Anhaftung an den Körper. Was auch haufenweise Ängste auflöst. Das gehört auf jeden Fall in den Kontext "Tantra".

Trekchöd beinhaltet auch das Durchschneiden als Silbe, ist aber eine komplett andere Technik, die zum Dzogchen gehört. Hier geht es zum Einen um das Durchschneiden falscher Vorstellungen von der Realität, das direkte Durchdringen jedes auftauchenden Phänomens durch die Erkenntnis seiner Leerheit und Klarheit. Eine weitere Bedeutung ist der "Durchbruch" in die Erfahrung des natürlichen Zustands. Thögal meint dann das Erscheinen reiner Lichter, also von Phänomenen die keine andere Ursache haben als den Urgrund selbst, sie zeigen sich üblicherweise in der Form von Buddhas in Sambhogakaya-Form. Das liegt meiner Meinung aber nur daran, dass der Geist eines Dzogchen-Praktizierenden in der Regel diese archetypischen Formen in der Berührung mit dieser reinen Energie erzeugt. Ich wüsste nicht, warum diese Lichter nicht theoretisch auch jemandem als Engel oder Erzengel erscheinen sollten, wenn die entsprechende Prägung stark genug ist.

Im Unterschied zum Tantra, wo man Dinge transformiert, so dass aus "Unreinem" "Reines" wird, ist jede Dzogchen-Übung davon geprägt, die Dinge direkt und ohne Umwandlung als rein zu erfahren, weil sie es sind.
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Wir sind aus uns selbst heraus erleuchtet und es fehlt uns nichts."

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Re:Umgang mit schwierigen Praktizierenden

Beitragvon Ipek » 7. Juni 2014 21:47

voom hat geschrieben:Was den Unterschied angeht: Chöd heisst übersetzt einfach nur "Durchschneiden". Mit "Chöd" ist normalerweise die Methode von Machig Lapdrön gemeint, wo man seinen Körper Stück für Stück den Dämonen schenkt. Dabei geht es natürlich tiefgründig betrachtet um das Durchschneiden der Anhaftung an den Körper. Was auch haufenweise Ängste auflöst. Das gehört auf jeden Fall in den Kontext "Tantra".

Trekchöd beinhaltet auch das Durchschneiden als Silbe, ist aber eine komplett andere Technik, die zum Dzogchen gehört. Hier geht es zum Einen um das Durchschneiden falscher Vorstellungen von der Realität, das direkte Durchdringen jedes auftauchenden Phänomens durch die Erkenntnis seiner Leerheit und Klarheit. Eine weitere Bedeutung ist der "Durchbruch" in die Erfahrung des natürlichen Zustands. Thögal meint dann das Erscheinen reiner Lichter, also von Phänomenen die keine andere Ursache haben als den Urgrund selbst, sie zeigen sich üblicherweise in der Form von Buddhas in Sambhogakaya-Form. Das liegt meiner Meinung aber nur daran, dass der Geist eines Dzogchen-Praktizierenden in der Regel diese archetypischen Formen in der Berührung mit dieser reinen Energie erzeugt. Ich wüsste nicht, warum diese Lichter nicht theoretisch auch jemandem als Engel oder Erzengel erscheinen sollten, wenn die entsprechende Prägung stark genug ist.


Klasse Erklärung !!! Ich würde mir auch auch eine Enzyklopedie wünschen hier für dieses Forum, wo solche kurzen, klaren Erklärungen abrufbar sind .

Im Unterschied zum Tantra, wo man Dinge transformiert, so dass aus "Unreinem" "Reines" wird, ist jede Dzogchen-Übung davon geprägt, die Dinge direkt und ohne Umwandlung als rein zu erfahren, weil sie es sind.


Siehst du, letzteres ist Zen Art. Weisheitsgeist. Im Idealfall. Von alleine is das ja nicht. :smilestill: Es gibt auf beiden Seiten Stolpersteine.
( irgendwie sind das aber keine "zwei Seiten"- Transformation geht ja nicht ohne Transzendenz geht ja nicht ohne Weisheit... )
Und vermischt man die Ansätze und täuscht sich dann noch in seinen Fähigkeiten ( Selbst-überschätzung ) wird vermutlich ein riesen Haufen Käse draus. Wenn es glimpflich ausgeht. Lass jemanden negativ drauf sein und er sieht alles als unrein an...- Angst, Depri...Lass jemanden alles als sowieso rein ansehen, dann macht er eine Narrenfreiheit daraus...-Begierde. In beiden Fällen verletzt man das Prinzip.
Die Sache ist, wenn jemand die Negativität verstärkt durch das eine, ein falsches Verständnis, falsche Ausgangslage, nimmt er das in die freie "stoische" Zen-Sicht mit rein, wo sie ihm direkt vor die Linse knallt und den Boden wegzieht. Im Zen braucht man den Körper voll, dieses Einlassen, Verlassen vs. Körperzerstückelung der Visualisation verträgt sich ganz und gar nicht. Zen visualisiert auch gar nicht, da driftet man nach Lehre zu sehr vom Körpermittelpunkt weg, vom Grounding. Da gibts eher so 'Eingedenksein, Betrachtung, Kontemplation'; kommt irgendwie von alleine.

Das liegt meiner Meinung aber nur daran, dass der Geist eines Dzogchen-Praktizierenden in der Regel diese archetypischen Formen in der Berührung mit dieser reinen Energie erzeugt. Ich wüsste nicht, warum diese Lichter nicht theoretisch auch jemandem als Engel oder Erzengel erscheinen sollten, wenn die entsprechende Prägung stark genug ist.


Ja, glaub ich auch. So in etwa. :P

Könnt ihr den Fed(?) doch in die Praxis verschieben- oder irgendwo abtrennen? Könnt auch anderen Titel geben. Mir fällt gerade keiner ein.

Grüße
Ipek ;)

Ich merk direkt wenn die Kids mal weg sind, verplämper ich die Zeit mal wieder mit Net, mit der "Katampa-Sache"; könnt ich auch mal nach FH-KB düsen...aber da kreisen die Bierflaschen und Joints. Hach. Wär ich doch endlich mal ne richtige Buddhistin...
Kitsch gefällig ? Ich werd immer ganz traurig wenn ich den seh( kam gestern im TV ):https://www.youtube.com/watch?v=7xTxD5c-OlI
Zuletzt geändert von Ipek am 7. Juni 2014 22:04, insgesamt 2-mal geändert.
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Re:Umgang mit schwierigen Praktizierenden

Beitragvon Tobias » 7. Juni 2014 21:57

Klasse Erklärung ! Ich würde mir auch auch eine Enzyklopedie wünschen hier für dieses Forum, wo solche kurzen, klaren Erklärungen abrufbar sind ohne Sucherei in den Beiträgen.



hmm und wer entscheidet dann welche Beiträge dort landen? Definitionen bzw. reproduzierbare Erklärungen widersprechen den Anfängergeist. Natürlich kann Voom seinen Beitrag kopieren falls er das möchte. Allerdings fände ich es besser wenn jeder aufgrund der Fragestellung des anderen im Sinne des Anfängergeistes eine "neue Definition" ersinnt. Natürlich kann man das Rad nicht jedes Mal neu erfinden. Aber wenn man Dinge erklärt sind sie nie 100% identisch sondern vielleicht nur 98% identisch. Aber diese 2% die anders sind sind im Idealfall vom Anfängergeist und Mitgefühl getragen und passen sich deshalb sehr gut an den individuellen Fragesteller an.

Liebe Grüße
Tobias
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Re:Umgang mit schwierigen Praktizierenden

Beitragvon Ipek » 7. Juni 2014 22:10

Nur den Begriff mit kurzer Definition,ohne Erklärung, mit name/quelle; da steht ja bei den Net Enzyclopedia auch immer drüber, daß das nicht 100 pro sein kann. Welche kann überhaupt 100 pro sein ? Was das kontra Anfängregeist sein soll, weiß ich nicht die Bohne. Ich finde es eher förderlich, so muss ich nämlich nicht nachdenken...wo was wie... :smilestill: Nicht-Denken. Hishiriyo und so. http://de.wikipedia.org/wiki/Hishiry%C5%8D


Aber diese 2% die anders sind sind im Idealfall vom Anfängergeist und Mitgefühl getragen und passen sich deshalb sehr gut an den individuellen Fragesteller an.


??? Allegorien ?Metaphern?

Gute Nacht
Alles Gute . :namaste:
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Re: Umgang mit schwierigen Praktizierenden

Beitragvon Tobias » 8. Juni 2014 09:59

??? Allegorien ?Metaphern?


ich denke eher Forumsphilosophie. Lass uns das später in einem persönlichen Gespräch erläutern

Anmerkung als Admin

Auf Wunsch von Ipek die das Thema gestartet hat wurde der Thread in einen passenderen Titel umbenannt und in ein anderes Forum verschoben.

Liebe Grüße
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