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Vipassana und Achtsamkeit im Mahayana/Tantra

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Re: Vipassana und Achtsamkeit im Mahayana/Tantra

Beitragvon Sherab Yönten » 29. Dezember 2015 18:26

Florian, Voom hat ja schon angedeutet, dass ich meinen Satz missverständlich ausgedrückt habe. Aus dem Gedächtnis heraus bin ich noch nicht so gut in der Lage, komplexe Zusammenhänge so eloquent zu erklären wie Voom oder wie der Autor des Links (ich bin Schüler, kein Lehrer). Bitte entschuldige wenn bei Dir da was anderes rübergekommen ist, als ich es eigentlich gemeint habe.

Interessant finde ich aber, dass Du zu dem Inhalt des Links nun gar keine Frage mehr zu haben scheinst, sondern dass Du lediglich den "Widerspruch" aufgedeckt hast. Da finde ich es nicht verwunderlich wenn ich an Deiner wahren Motivation zweifle.
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Re: Vipassana und Achtsamkeit im Mahayana/Tantra

Beitragvon voom » 29. Dezember 2015 18:31

Ja, transformieren passt hier für mich nicht. Nicht in dieser Verwendung. Transformieren bedeutet umwandeln, umformen. Wie willst du die "Leidhaftigkeit aller körperlichen und geistigen Phänomene" umwandeln? Die Leidhaftigkeit aller bedingt entstandenen Phänomene (dharma) leitet sich grundlegend aus ihrer Vergänglichkeit ab. Weil Phänomene vergänglich sind, sind sie leidhaft.

Hier habe ich ein anderes Begriffsverständnis, dass sich auch mit der Mahayana-Sicht deckt:

Schmerz und Leid sind verschiedene Dinge, weil man eben z.B. den Schmerz auch neutral oder positiv erleben kann und dann ist er nicht "an sich" leidhaft. Transformation bedeutet dann zu erkennen und zu erfahren, dass jegliche Erfahrung in ihrer Wesensqualität neutral ist. Sie als leidhaft oder glückbringend zu erleben ist eine Frage der Gewohnheit, gebunden an das Ich. Deswegen gibt es den "langen Weg" die Transformation auf die Erfahrungen anzuwenden, oder den "schnellen Weg" das Ich aufzulösen - und damit das leidende Objekt aus dem Spiel zu nehmen.

Also: Leidhaftigkeit keine ist den Erfahrungen (z.B. dem Schmerz) innewohnende Qualität, was sich ja auch darin ausdrückt, dass Leerheit auf alle Phänomene angewendet wird. Der Schmerz ist leer. Das Ich ist leer. Leid wird erzeugt im Zusammenspiel eines eigentlich leeren Ichs und eines eigentlich leeren Phänomens. Wird die Sicht transformiert, wird die Erfahrung transformiert. In gewissem Sinne "transformiert" das die Welt. Eigentlich ist es aber so, dass die Welt niemals leidhaft war, alle Phänomene sind leer, sind neutral. Die Welt muss nicht transformiert werden, weil sie schon immer durch und durch erleuchtet war. "Ich" muss "nur" aufhören, aus Gewohnheit die Illusion von Leid zu erzeugen.
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Re: Vipassana und Achtsamkeit im Mahayana/Tantra

Beitragvon Sherab Yönten » 29. Dezember 2015 19:17

voom hat geschrieben:Eigentlich ist es aber so, dass die Welt niemals leidhaft war, alle Phänomene sind leer, sind neutral. Die Welt muss nicht transformiert werden, weil sie schon immer durch und durch erleuchtet war. "Ich" muss "nur" aufhören, aus Gewohnheit die Illusion von Leid zu erzeugen.


Ab hier ist es Dzogchen, richtig ?
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Re: Vipassana und Achtsamkeit im Mahayana/Tantra

Beitragvon voom » 29. Dezember 2015 21:32

Ich finde die Übergänge sind oft fliessend, aber ja, das geht klar in die Richtung....
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Re: Vipassana und Achtsamkeit im Mahayana/Tantra

Beitragvon Turmalin » 30. Dezember 2015 11:16

Ist es nicht so, dass der ganze Varjayana-Buddhismus ineinander übergeht? Wenn man z. B. den Dalai Lama visualisiert, über dem Kopf also als Guru, dann verbindet man sich mit einem Wesen, welches Dzogchen verwirklicht. Vielleicht hat man grade gar keine Dzogchen-Gedanken auf dem Schirm, aber es wirkt. Vielleicht sogar bei jemandem, der keine Dzogchen Gedanken denken kann oder noch nicht damit in Berührung gekommen ist.
Darauf kommt es ja an, dass die Transformation real wird im eigenen Geist und nicht, wie man das grade nennt. Man kann auch die tollsten Dzogchen-Gedanken denken und es ist stroh-dreschen im Kopf.
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Re: Vipassana und Achtsamkeit im Mahayana/Tantra

Beitragvon raterZ » 30. Dezember 2015 14:01

Sherab Yönten hat geschrieben:
voom hat geschrieben:Eigentlich ist es aber so, dass die Welt niemals leidhaft war, alle Phänomene sind leer, sind neutral. Die Welt muss nicht transformiert werden, weil sie schon immer durch und durch erleuchtet war. "Ich" muss "nur" aufhören, aus Gewohnheit die Illusion von Leid zu erzeugen.


Ab hier ist es Dzogchen, richtig ?



das ist die grundlegende ebene der gesamten höheren tantra klassen. d.h. auch während der visualisation muss diese ebene realisiert werden, sonst ist es kein buddhismus.

dzogchen wäre diese übung ohne visualisation und mantra.
- meine Aussagen bezüglich des Vajrayanas beziehen sich größtenteils auf eigene Erfahrung -
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Re: Vipassana und Achtsamkeit im Mahayana/Tantra

Beitragvon Sherab Yönten » 30. Dezember 2015 14:45

raterZ hat geschrieben:
Sherab Yönten hat geschrieben:
voom hat geschrieben:Eigentlich ist es aber so, dass die Welt niemals leidhaft war, alle Phänomene sind leer, sind neutral. Die Welt muss nicht transformiert werden, weil sie schon immer durch und durch erleuchtet war. "Ich" muss "nur" aufhören, aus Gewohnheit die Illusion von Leid zu erzeugen.


Ab hier ist es Dzogchen, richtig ?



das ist die grundlegende ebene der gesamten höheren tantra klassen. d.h. auch während der visualisation muss diese ebene realisiert werden, sonst ist es kein buddhismus.

dzogchen wäre diese übung ohne visualisation und mantra.


Ah, danke RaterZ ! Demnach würde diese Aussage für das Kryia Tantra nicht gelten, da es eine "niedrige" Tantra Klasse ist. Allerdings sind auch "niedrige" Tantra Klassen Buddhismus.
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Re: Vipassana und Achtsamkeit im Mahayana/Tantra

Beitragvon Buddhaghosa » 30. Dezember 2015 15:40

Hallo Sherab,

Sherab Yönten hat geschrieben:Florian, Voom hat ja schon angedeutet, dass ich meinen Satz missverständlich ausgedrückt habe. Aus dem Gedächtnis heraus bin ich noch nicht so gut in der Lage, komplexe Zusammenhänge so eloquent zu erklären wie Voom oder wie der Autor des Links (ich bin Schüler, kein Lehrer). Bitte entschuldige wenn bei Dir da was anderes rübergekommen ist, als ich es eigentlich gemeint habe.


dann ist ja gut.

Sherab Yönten hat geschrieben:Da finde ich es nicht verwunderlich wenn ich an Deiner wahren Motivation zweifle.


Was weniger gut ist, weil für mich langweilig, sind deine anhaltenden Unterstellungen. Vielleicht kannst du da ja 'was machen.

Gruß
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Re: Vipassana und Achtsamkeit im Mahayana/Tantra

Beitragvon Buddhaghosa » 30. Dezember 2015 16:05

Hallo,

ich nenne das spaßeshalber einmal die PG-13 Version des Buddhismus. Wo das vollumfängliche Leid zensiert ist.

voom hat geschrieben:Schmerz und Leid sind verschiedene Dinge


in der ersten Edlen Wahrheit wird Leid (duhkha) definiert:

Buddha hat geschrieben:Dies nun, ihr Mönche, ist die edle Wahrheit vom Leiden: Geburt ist Leiden, Alter ist Leiden, Krankheit ist Leiden, Sterben ist Leiden, Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsinn und Verzweiflung sind Leiden; vereint sein mit Unliebem ist Leiden, getrennt sein von Lieben ist Leiden; was man verlangt, nicht erlangen, ist Leiden. Kurz gesagt: die fünf Faktoren des Ergreifens sind Leiden.
(https://suttacentral.net/de/sn56.11)


Körperlicher Schmerz ist demnach eine Teilmenge von duhkha und nicht wirklich verschieden.

voom hat geschrieben:Eigentlich ist es aber so, dass die Welt niemals leidhaft war, alle Phänomene sind leer, sind neutral. Die Welt muss nicht transformiert werden, weil sie schon immer durch und durch erleuchtet war.


Ich habe hier http://tsurezuregusa.de/tag/tantra/ gestern angefangen eine Materialsammlung zu Tantra und Tibet zu erstellen, um für mich das ganze etwas zu strukturieren. Und deine Beschreibung stimmt wohl ganz mit dem Weltbild des buddhistischen Tantrismus überein. Allerdings kollidiert dies doch gewaltig mit dem, was Gautama Buddha gelehrt hat und damit kann doch dies ...

voom hat geschrieben:Was die Aussage angeht, dass Mahayana auf den Lehren des Buddha beruht, so meint damit niemand, dass alles, was im Tantra usw. gelehrt wird so wortwörtlich von Buddha in den Palischriften gelehrt wurde. Vielmehr ist gemeint, dass die Mahayana-Lehren in wesentlichen Aspekten nicht mit den Aussagen des Buddha kollidieren, sondern darauf aufbauen bzw. diese um zusätzliche Aspekte erweitern.


... nicht aufrecht erhalten werden. Auf der einen Seite Buddhas "was aber vergänglich ist, ist das leidvoll oder freudvoll? Leidvoll, o Ehrwürdiger." und dann die Tantra Sicht "dass die Welt niemals leidhaft war". Und das Verständnis von Leiden als erste edle Wahrheit ist ein wesentlicher Aspekt.

Erstmal so weit.

Gruß
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Re: Vipassana und Achtsamkeit im Mahayana/Tantra

Beitragvon Buddhaghosa » 30. Dezember 2015 16:09

Doch noch ein kurzer Nachtrag und ein Selbstzitat:

Mein Eindruck soweit ist, dass die Prämisse im Theravada und Mahayana eine andere ist und damit wohl auch die Konklusion.


Mein erster Eindruck hat sich bestärkt, noch nicht gänzlich bestätigt.

Gruß
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Re: Vipassana und Achtsamkeit im Mahayana/Tantra

Beitragvon Sherab Yönten » 30. Dezember 2015 18:18

Buddhaghosa hat geschrieben:Was weniger gut ist, weil für mich langweilig, sind deine anhaltenden Unterstellungen. Vielleicht kannst du da ja 'was machen


Entschuldige bitte Florian. Solange ich das Gefühl habe, dass es ganz und gar nicht zusammenpasst wenn sich jemand, der ernsthaft Theravada praktiziert, mit Mahayana und Tantra auseinandersetzt, werde ich Dich wohl weiter langweilen :lol: . Wenn Du erkennst, dass Tantra nicht vom Buddha gelehrt wurde und wenn das für Dich ein wesentlicher Aspekt Deiner Praxis ist (ich nenne es mal "Palikanon Gläubiger"), wozu stocherst Du dann in anderen Schulrichtungen wie dem Mahayana oder dem Tantra herum ("auf den Zahn fühlen" hattest Du es genannt) und möchtest sogar eine Materialsammlung zu Tantra und Tibet erstellen ?? Ehrlich, das ist mir ein absolutes Rätsel. Solange mir Deine Motivation, lieber Florian,nicht klar ist, werde ich Dich wohl weiter "langweilen", fürchte ich. Es ist Deine Aufgabe, das klarzustellen. Nicht meine.
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Re: Vipassana und Achtsamkeit im Mahayana/Tantra

Beitragvon Buddhaghosa » 30. Dezember 2015 19:05

Hallo Sherab,

hinterfragst du eigentlich auch die Motivation deiner tibetischen Brüder und Schwestern und müssen sie dir gegenüber das auch klarstellen? Oder machst du das nur bei dir fremdem? Und muss dir meine Motivation gefallen, damit ich - und irgendwann wohl auch andere - hier posten dürfen?

Wenn die Führung hier nur noch Gesinnungsgenossen an Bord haben möchte - insbesondere auch hier im offenen und nicht-UTB Bereich -, dann ist dies für mich vollkommen okay. Dann möchte ich es aber auch von der Führung hören. Ich habe daher deinen Beitrag gemeldet und hoffe Tobias und Voom melden sich, wie sie dies handhaben möchten. Muss hier jetzt jeder seine Motivation ans Revers heften?

Inwieweit eine Ansammlung von Gesinnungsgenossen noch Anfängergeist haben, muss ich mal darüber nachdenken.

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Re: Vipassana und Achtsamkeit im Mahayana/Tantra

Beitragvon Sherab Yönten » 30. Dezember 2015 20:06

Hallo Florian,

Buddhaghosa hat geschrieben:hinterfragst du eigentlich auch die Motivation deiner tibetischen Brüder und Schwestern und müssen sie dir gegenüber das auch klarstellen?


Nein, das mache ich nicht, da ich davon ausgehen kann, dass sie gegenüber dem Mahayana/ Tantra einen offenen Geist, entsprechendes Vertrauen und Hingabe verfügen.

Buddhaghosa hat geschrieben:Oder machst du das nur bei dir fremdem?


Grundsätzlich mache ich das auch nicht bei mir fremden Personen wenn ich merke, dass diese drei Aspekte vorhanden sind.

Buddhaghosa hat geschrieben: Und muss dir meine Motivation gefallen, damit ich - und irgendwann wohl auch andere - hier posten dürfen?


Nein - muss sie nicht. Wenn Du sie doch wenigstens verraten würdest ! Was ist so verwerflich daran, die Motivation zu hinterfragen wenn ich weiß aus welchem Blickwinkel Du an die Sache herangehst ?

Buddhaghosa hat geschrieben:Wenn die Führung hier nur noch Gesinnungsgenossen an Bord haben möchte - insbesondere auch hier im offenen und nicht-UTB Bereich -, dann ist dies für mich vollkommen okay. Dann möchte ich es aber auch von der Führung hören. Ich habe daher deinen Beitrag gemeldet und hoffe Tobias und Voom melden sich, wie sie dies handhaben möchten. Muss hier jetzt jeder seine Motivation ans Revers heften?


Ich verstehe Dein Problem nicht, mir (uns) Deine Motivation zu offenbaren. Denn ich verstehe sie wirklich nicht und es waren ernst gemeinte Fragen, denen Du aber alle ausgewichen bist.
Wenn ich einen Link zu Tantra einstelle und das einzige was Dir dabei eingefallen war, war meine Aussage zu entlarven, da sie im Widerspruch zu dem Link steht, inhaltlich aber zu dem Link selbst Dich gar nicht äußerst... Wo ist in diesem Verhalten ein ernsthaftes Interesse an Tantra zu erkennen ?

Buddhaghosa hat geschrieben:Inwieweit eine Ansammlung von Gesinnungsgenossen noch Anfängergeist haben, muss ich mal darüber nachdenken


Es geht gewiss nicht darum hier "Gesinnungsgenossen" zu züchten. Auch ich wurde öfters kritisiert und andere ebenso.

P.S. @ Mods, die Diskussion kann gerne in die Sandbox verschoben werden.
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Re: Vipassana und Achtsamkeit im Mahayana/Tantra

Beitragvon Tobias » 30. Dezember 2015 20:09

Sherab Yönten hat geschrieben:
Buddhaghosa hat geschrieben:Was weniger gut ist, weil für mich langweilig, sind deine anhaltenden Unterstellungen. Vielleicht kannst du da ja 'was machen


Entschuldige bitte Florian. Solange ich das Gefühl habe, dass es ganz und gar nicht zusammenpasst wenn sich jemand, der ernsthaft Theravada praktiziert, mit Mahayana und Tantra auseinandersetzt, werde ich Dich wohl weiter langweilen :lol: . Wenn Du erkennst, dass Tantra nicht vom Buddha gelehrt wurde und wenn das für Dich ein wesentlicher Aspekt Deiner Praxis ist (ich nenne es mal "Palikanon Gläubiger"), wozu stocherst Du dann in anderen Schulrichtungen wie dem Mahayana oder dem Tantra herum ("auf den Zahn fühlen" hattest Du es genannt) und möchtest sogar eine Materialsammlung zu Tantra und Tibet erstellen ?? Ehrlich, das ist mir ein absolutes Rätsel. Solange mir Deine Motivation, lieber Florian,nicht klar ist, werde ich Dich wohl weiter "langweilen", fürchte ich. Es ist Deine Aufgabe, das klarzustellen. Nicht meine.


Hallo,
erstmal danke für die Meldung, ich bin gerade etwas unterwegs und deshalb nur wenig online.


Das Buddhaghosa ein Theravada-Praktiziierender ist, ist klar, seine genaue Motivation hier zu schreiben ist Privatsache. Dieses Recht gestehe ich grundsätzlich allen Usern hier zu.

So wie ich es persönlich sehe, ist es Florians Motivation die Lehren aus dem Palikanon mit den Lehren des Tantra/Dzogchen Mahamudra abzugleichen. Das ist natürlich gerade dann interessant, wenn es Bezüge zum Palikanon gibt(z.B.) Vipassana.

Florian, ich denke du hast die Äußerung von Sherab ggfs missverstanden. Motivation ist buddhistisch gesehen ein nicht neutrales Wort. Sowohl im Theravada als auch im Vajarayana zielt es auf höchste Ethik ab. Wenn man also eine Motivation im buddhistischen Sinne in Frage stellt, kann das als disqualifizierend empfunden werden. So habe ich zumindest deine Meldung verstanden. Das wäre natürlich ein Angriff auf deine rechte Moivation als Buddhist.

Aber ich denke nicht, dass das Sherab so gemeint hat. Es geht doch viel eher darum die inhaltliche Absicht in einer Diskussion festzustellen und nicht die Motivation.

#Inhalt

Auf der einen Seite Buddhas "was aber vergänglich ist, ist das leidvoll oder freudvoll? Leidvoll, o Ehrwürdiger." und dann die Tantra Sicht "dass die Welt niemals leidhaft war". Und das Verständnis von Leiden als erste edle Wahrheit ist ein wesentlicher Aspekt.


@ Florian,
aus dem Kontext schließe ich deine These, dass Tantra nicht buddhistisch im Sinne Gautama sei, da die erste Edle Wahrheit(alles Leben ist leiden) negiert wird. habe ich dich hier richtig verstanden?

Ich denke dass, Tantra sich sehr wohl mit mit den 4 edlen Wahrheiten verträgt, wenn man den Gesamtzusammenhang betrachtet.

Alles Leben ist leiden, dass ist wahr. Ursache ist Begierde(Anhaftung Ablehnung) das ist auch wahr. wahr ist aber auch, dass wenn Begierde beendet ist das Leid beendet ist.

nicht nur im Tantra sondern auch im Vajrayana ist das der Ausgangspunkt. Wenn wir in der Lage sind Anhaftung und Ablehnung zu überwinden, entsteht das Leid nicht mehr. Das ist doch der wichtigste Punkt. Klar, ist es philosophisch etwas anders als im Theravada wenn der Mahayana und besonders der Vajrayana annimmt, dass die Wesen von Grund auf befreitsind, während man im Theravada sich die Befreiung erarbeitet. Aber der Ausgangspunkt ist doch ähnlich, weil auch der Mahayani sich diese befreite sichtweise erarbeiten muss.

Tantra und Vajrayana führen (über Sutra) zu einer Sichtweise der radikalen Akzeptanz von allem was ist. Das ist grob gesagt, der Zustand der Befreiung da hier keine Ursache mehr für Anhaftung und Ablehnung gefunden werden kann. Darum sehe ich die Widersprüche in den verschiedenen Schulen nicht so sehr.


Liebe Grüße
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Re: Vipassana und Achtsamkeit im Mahayana/Tantra

Beitragvon Sherab Yönten » 31. Dezember 2015 10:06

Tobias hat geschrieben:Das Buddhaghosa ein Theravada-Praktiziierender ist, ist klar, seine genaue Motivation hier zu schreiben ist Privatsache. Dieses Recht gestehe ich grundsätzlich allen Usern hier zu(es sei, denn es muss angenommmen werden, dass ein User als juristische Person schreibt.So wie ich es persönlich sehe, ist es Florians Motivation die Lehren aus dem Palikanon mit den Lehren des Tantra/Dzogchen Mahamudra abzugleichen. Das ist natürlich gerade dann interessant, wenn es Bezüge zum Palikanon gibt(z.B.) Vipassana.


Lieber Tobias,

Vipassana aus Theravada Sicht ist m.E. schon eine andere Begrifflichkeit wie Vipassana aus Mahayana Sicht, denn der Ausgangspunkt im Mahayana ist die "Buddhanatur". In keinem Text im Palikanon wird jedoch die Buddhanatur zitiert. Wenn schon die Ausgangssituation so konträr ist, was macht es dann für einen Sinn diese Lehren zu vergleichen ?
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Re: Vipassana und Achtsamkeit im Mahayana/Tantra

Beitragvon Tobias » 31. Dezember 2015 10:57

Lieber Tobias,

Vipassana aus Theravada Sicht ist m.E. schon eine andere Begrifflichkeit wie Vipassana aus Mahayana Sicht, denn der Ausgangspunkt im Mahayana ist die "Buddhanatur". In keinem Text im Palikanon wird jedoch die Buddhanatur zitiert. Wenn schon die Ausgangssituation so konträr ist, was macht es dann für einen Sinn diese Lehren zu vergleichen ?


Naja, ich finde hier werden die Unterschiede überbewertet.
Glaubt, denn ernsthaft ein Mahayana/Vajrayana-Praktizierender er sei näher an "seiner Buddhanatur" als ein Theravada-Praktizierender, der dieses Konzept nicht kennt? Ich fände diese Sichtweise stolz.

Man kann genauso die Gemeinsamkeiten betonen. Offenbar versucht, der Theravada-Praktizieriende durch Vipassana(die richtige Meditation), eine richtige Einsicht zu erlangen und damit auch sein Karma zu verbessern.

Der Mahayana/ Vajrayana-Praktizierende geht zwar von der Buddhanatur aus, aber sie ist verdunkelt. Vipassana ist doch aber nicht an eine solche Philosophie gebunden. Denn Gemeinsam ist beiden, die Methode und die Erkenntnis des nicht befreit-seins(auch wenn man im Vajrayana potenziell befreit ist.). Nochmal, das Ergebnis in der Praxis ist das gleiche:

letztens hörte ich eine Geschichte von Dilgo Khentse einem der wichtigsten Dzogchen-Meister des vergagenen Jahrhunderts. Er war auf einem Teaching in Frankreich, und sein Diener wollte ihm einen Tee bringen. Der Schüler glaubte, sein Lehrer würde süßen Tee bevorzugen. Er ging in die Küche und holte tee. Er konnte kein Französisch und suchte etwas um den Tee zu süßen. Er griff nach scharfen Senf. Ihm war aber nicht klar dass es Senf war, denn er sprach kein französisch. Er gab also großzügig den scharfen Senf in den Teee und brachte ihm Dilgo Khyentse. Er trank den Tee. einige Tropfen blieben in der Tasse, der beim Abräumen probierte der Schüler einen Tropfen des Tees und schrie auf vor Schmerzen. Er lief zu seinem Meister und entschuldigte sich vielmals für die Verwechslung. Dilgo Khyentse antwortete darauf, der Tee sei köstlich gewesen wie immer.

An diesem Beispiel sieht man doch schön, wie ein Meister seine Anhaftung/Ablehnung überwunden hat. Was ich damit meinte ist, das Resultat zählt mehr als der Ausgangspunkt.

Liebe Grüße
Tobias
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Re: Vipassana und Achtsamkeit im Mahayana/Tantra

Beitragvon Sherab Yönten » 31. Dezember 2015 11:37

Tobias hat geschrieben:Glaubt, denn ernsthaft ein Mahayana/Vajrayana-Praktizierender er sei näher an "seiner Buddhanatur" als ein Theravada-Praktizierender, der dieses Konzept nicht kennt?


Das hat nichts mit Stolz zu tun sondern mit der sachlichen Feststellung, dass der Palikanon den Ausdruck Buddhanatur nicht kennt.
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Re: Vipassana und Achtsamkeit im Mahayana/Tantra

Beitragvon Sherab Yönten » 31. Dezember 2015 11:50

Tobias hat geschrieben:Vipassana ist doch aber nicht an eine solche Philosophie gebunden.


Das sehe ich anders. Wir haben nun den Lamrim Text von Gampopa fertig gelesen. Auch in den höheren Weisheitslehren, wie z.B. den drei Kayas, geht Gampopa immer wieder zur Buddhanatur zurück. Vipassana nach dem Mahayana Verständnis ist für mich sehr eng mit dem Begriff Buddhanatur verknüpft.
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Re: Vipassana und Achtsamkeit im Mahayana/Tantra

Beitragvon Buddhaghosa » 31. Dezember 2015 11:55

Sherab Yönten hat geschrieben:In keinem Text im Palikanon wird jedoch die Buddhanatur zitiert. Wenn schon die Ausgangssituation so konträr ist, was macht es dann für einen Sinn diese Lehren zu vergleichen ?


Das ist wohl die 'Glas-ist-halbleer'-Sicht auf die Dinge.

In meinem Aufsatz zum bedingten Entstehen (http://tsurezuregusa.de/buddhismus/paticcasamuppada/) war die "Ausgangssituation [auch] so konträr", aber dennoch bin ich für mich zum Ergebnis gekommen: alle lehren in diesem einen Punkt - die 3-Leben-Theorie - das gleiche. Ich habe mir erst den Buddha angeschaut, dann den Theravada über den Hinayana bis zum Mahayana mit dem Dalai Lama. Alles gleich. Fand ich gut. Abschließend habe ich 3 moderne Theravada-Mönche stark kritisiert.

Aber den Sinn gibt jeder selbst.

Gruß
Florian

Mal schauen, die anderen Punkte spreche ich eventuell im neuen Jahr an
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Re: Vipassana und Achtsamkeit im Mahayana/Tantra

Beitragvon raterZ » 31. Dezember 2015 14:30

Tobias hat geschrieben:An diesem Beispiel sieht man doch schön, wie ein Meister seine Anhaftung/Ablehnung überwunden hat. Was ich damit meinte ist, das Resultat zählt mehr als der Ausgangspunkt.


wie ist das möglich, wo dzogchen doch theoretisch nicht funktionieren kann? :rofl:
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Re: Vipassana und Achtsamkeit im Mahayana/Tantra

Beitragvon Buddhaghosa » 31. Dezember 2015 19:30

Gerade das hier https://de.scribd.com/doc/104378399/The ... dfulnesses gefunden: The Four Mindfulnesses - On the basis of a poem by the Seventh Dalai Lama With commentary by Kyabje Ling Rinpoche. Könnte interessant sein.

Gruß
Florian
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Re: Vipassana und Achtsamkeit im Mahayana/Tantra

Beitragvon Buddhaghosa » 3. Januar 2016 12:26

Hallo Sherab,

Sherab Yönten hat geschrieben:Entschuldige bitte Florian. Solange ich das Gefühl habe, dass es ganz und gar nicht zusammenpasst wenn sich jemand, der ernsthaft Theravada praktiziert, mit Mahayana und Tantra auseinandersetzt, werde ich Dich wohl weiter langweilen :lol: ...


sind wir hiermit jetzt fertig oder erwartest du von mir noch etwas dazu?

Gruß
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Re: Vipassana und Achtsamkeit im Mahayana/Tantra

Beitragvon Sherab Yönten » 3. Januar 2016 13:53

Buddhaghosa hat geschrieben:sind wir hiermit jetzt fertig oder erwartest du von mir noch etwas dazu?


Wir sind fertig. 8-)
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