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Visualisierungen in der Saddhana

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Re: Visualisierungen in der Saddhana

Beitragvon Tobias » 14. Januar 2016 23:23

asoka hat geschrieben:@voom

Könnte man dann sagen sobald man sagt das ist Rigpa ist es schon kein Rigpa mehr?
Also sobald man es im Grunde benent ist es kein Rigpa den Rigpa ist Rigpa und nicht dies oder das. :scratch:


So sagt es Keith Dowman im Rahmen seiner Dzogchen-Belehrungen. Das ist zumindest eine "radikale Sichtweise. Immerhin gibt es große Meister die über Rigpa auch sprechen.

Für mich ist es so dass wenn ich Rigpa in der Meditation spüre, dann ist es kein Rigpa mehr weil jeder Hauch von Konzept die Sichtweise verschleiert. So beschreibt es auch Keeth Dowman. Im Nachinein also nach der Meditation kann ich wohl vermuten, dass es Rigpa gewesen sein könnte. Diese Flüchtigkeit macht es für mich auch authentisch/in übereinkunft mit den Kern-Beschreibungen von Rigpa. Alles andere wäre ein Konzept von Rigpa.

Auf einer bestimmten Ebene kann dieses Konzept auch sinnvoll sein wenn man Rigpa z.B. als Buddhanatur definiert(was ja in einem bestimmten Zusammehang korrekt ist), dann kann es schon sinnvoll sein ein Konzept in der Gestalt zu haben, dass es dazu dient grobes Karma/falsche Sichtweisen im Sinne von z.B. mehr Weisheit und Mitgefühl abzubauen. Auf einer andere Ebene muss man dieses Konzept aber wieder loslassen.

Liebe Grüße
Tobias
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Re: Visualisierungen in der Saddhana

Beitragvon voom » 15. Januar 2016 01:02

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Re: Visualisierungen in der Saddhana

Beitragvon Turmalin » 15. Januar 2016 10:33

voom hat geschrieben:Rigpa ist die Erfahrung, dass man nicht von diesem Urgrund getrennt ist. Dass nichts in der Welt der Phänomene davon getrennt ist. Es ist nicht im Wissen darum zu finden, sondern das natürliche Eins sein mit dieser Erfahrung. Da es keine duale Erfahrung ist, gibt es keine Trennung zwischen dem, der erfährt, und dem, was erfahren wird. Es gibt kein "hier bin ich" und "dort ist (eine Erfahrung von) Rigpa". Allein ein Aufblitzen dieser Erfahrung verändert das Bewusstsein derart nachhaltig, dass viele spirituelle Angestrengtheiten einfach von einem abfallen.

Man hat dann das Gefühl, weiter zu kommen dadurch, dass sich diese Erfahrung wiederholt, man hat auch das Vertrauen, dass das möglich ist. Es auch auszudehnen immer mehr. Wenn einem jemand sagt, du musst jetzt dieses oder jenes tun um die Erfahrung irgendwann mal zu haben, dann kommt einem das anstrengend vor, und man will vielleicht lieber einfach spazieren gehen. Dabei dann Hirn aus. Das reicht dann schon.
Damit will ich nun nicht sagen, dass meine Erfahrung Rigpa ist, aber ich kenne jedenfalls dieses Abfallen von Anstrengung. Und auch so ein Gefühl, dass ganz große Anstrengungen eher hinderlich sind. Die Anstrengungen die man sich selbst macht aber auch die, die eigentlich gelobt werden, wie Karma-Yoga, Geld für einen Meister sammeln, viele Meditationstechniken lernen...
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Re: Visualisierungen in der Saddhana

Beitragvon Sherab Yönten » 19. Januar 2016 08:40

raterZ hat geschrieben:das ist das problem am vajrayana: man muss sich eigtl. auf mehrere sachen fokussieren. mindestens meiner meinung die drei sachen:
1. konzentration (bspw. auf einen punkt, keimsilbe oder atem)
2. visualisation mit dem hauptmantra
3. rigpa / weisheit

tendentiell würd ich jedem punkt gleich viel bedeutung zumessen. wenn einer fehlt, funktionieren die anderen weniger.

zusätzlich kann noch punkt 4 dazu kommen, wenn es probleme gibt:

4. schutzkreise

punkt 0 gibt es auch noch: das ist das guru-yoga ^^)


Ich finde, diese Gleichzeitigkeit (meine Lehrerin spricht von Koinzidenz von Weisheit und Mitgefühl) ist kein "Problem" im Vajrayana, sondern -in Gegenteil - gerade das, was Vajrayana ausmacht und deshalb auch so "effektiv" ist.

P.S. Die Konzentration kann sich m.E. auch auf das Mantra beziehen.
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Re: Visualisierungen in der Saddhana

Beitragvon Turmalin » 19. Januar 2016 09:47

ich wollte ja eigentlich auch etwas zu dem Post von raterZ sagen. Hat aber keiner verstanden, da ich meine Erfahrungen nicht formulieren kann.( Dadurch ist das Gespräch dann abgekommen von dem Post von raterZ, bzw überhaupt vom Thema Saddhana.) Ich sehe da auch nicht so denn Sinn, die Dinge zu trennen. "Sammlung führt zu Einsicht." Man muss sich nicht irgendwie extra auf rigpa konzentrieren. Ich finde diese Aufzählung auch so, als sein das alles Objekte der Meditation.
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Re: Visualisierungen in der Saddhana

Beitragvon asoka » 19. Januar 2016 13:03

Turmalin hat geschrieben:ich wollte ja eigentlich auch etwas zu dem Post von raterZ sagen. Hat aber keiner verstanden, da ich meine Erfahrungen nicht formulieren kann.( Dadurch ist das Gespräch dann abgekommen von dem Post von raterZ, bzw überhaupt vom Thema Saddhana.) Ich sehe da auch nicht so denn Sinn, die Dinge zu trennen. "Sammlung führt zu Einsicht." Man muss sich nicht irgendwie extra auf rigpa konzentrieren. Ich finde diese Aufzählung auch so, als sein das alles Objekte der Meditation.



Was sie können ist das sie eben Objekte der Meditation auch einzelln sein können.
Wobei betrachtet man die Sadhana sind diese ja einzellnen und finden nicht in einen Augenblick statt.
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