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Welche buddhistische Richtung?

Einfache Fragen und Antworten (nicht nur) für Buddhismus-Neulinge

Welche buddhistische Richtung?

Beitragvon lino » 29. November 2015 11:09

Hallo,
Kann mir irgendjemand dabei helfen herauszufinden, zu welcher Richtung ich wohl gehören würde?
Mir ist vorallem der Mitleid mit Lebewesen wichtig und will trotz allem noch wissenschaftlich argumentieren können...

Danke im Voraus:)

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Re: Welche buddhistische Richtung?

Beitragvon asoka » 29. November 2015 11:31

Hallo Lino

Das kann man nicht pauschal beantworten.
Denn es gibt einige die folgen der einen Richtung und wechseln dann in eine andere usw.

Was für dich wichtig ist findest du in allen Richtungen in verschiedenen starken ausprägungen.

Aus welchen Eck von Deutschland kommst du den?

Ich frage weil dann könnte man mal schauen welche Möglichkeiten bestehen in den verschiedenen Traditionen hinein schnuppern zu können.

Gruss asoka
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Re: Welche buddhistische Richtung?

Beitragvon Sherab Yönten » 29. November 2015 12:49

Hi lino,

die Frage kannst meines Erachtens nur Du für Dich entscheiden. Das kann Dir niemand abnehmen. Das ist zwar auf der einen Seite nicht so einfach, denn es erfordert zunächst das (manchmal mühselige) Kennenlernen und Studium von allen Richtungen, auf der anderen Seite ist es doch schön, dies selbst entscheiden zu dürfen, weil man eben nicht in ein bestehendes System "hineingeboren" wird. Ich würde nichts übers Knie brechen, sondern mit offenem Geist jede buddhistische Richtung prüfen und dann ggf. entscheiden welche Richtung die richtige für Dich ist. Bei mir dauerte es Jahre bis ich mich überhaupt entschieden habe, Zuflucht zu nehmen.
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Re: Welche buddhistische Richtung?

Beitragvon voom » 29. November 2015 13:43

So sehr ich das richtig finde, was gesagt wurde dass es gut ist in die verschiedenen Möglichkeiten reinzuschnuppern, so kann es doch auch so laufen, dass man sich ganz spontan irgendwo wiederfindet und weiss "das ist es".

Mit der besonderen Betonung auf Mitgefühl und Kompatiblität mit Wissenschaft würde ich vermuten, dass eine Mahayana-Schule passen würde. z.B. der Dalai Lama steht sehr aktiv im Kontakt und Austausch mit Wissenschaftlern, da gibt es eine ganz Buchreihe die aus den Gesprächen entstanden ist. (Mind & Life)
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Re: Welche buddhistische Richtung?

Beitragvon Tobias » 29. November 2015 13:55

Also ich sehe das ganz anders:

Erstmal sehe ich es nicht so, dass die Gelug-Tradition(Dalai Lama) besonderen Bezug zur Wissenschaft hat. Die Überprüfung von buddhistischen Kontexten mit Hilfe der Wissenschaft ist in allen buddhistischen Richtungen mehr oder weniger Konsenz. Ich sage bewusst mehr oder weniger, weil es auch beim Dalai Lama Positionen gibt die sie nicht mit dem Buddhismus vereinbaren lassen(Lehre der Wiedergeburt die Lehre der Energiekanale uvm).

Ich finde einen Aspekt besonders wichtig: INSPIRATION. Die Wahl einer buddhistischen Tradition ist kein Autokauf o.ä. wo man Vor und Nachteile abwiegen kann.

Vielmehr geht es bei der Wahl eines Weges darum, wie man für sich persönlich am Ball bleiben kann. Dafür muss man durch Lehrer Texte o.ä. inspiriert werden und diesem Weg folgen. Alle buddhistischen Wege genauesten zu prüfen, würde einfach zu viel Zeit kosten.

Ich würde mich also einfach im Internet nach Texten/Videos von verschiedenen Lehrern umsehen und schauen ob mich irgendetwas inspiriert. Dann schauen was dieser Lehrer/diese Schule lehrt und den Weg gehen. Wenn sich dann Hindernisse o.ä. auftun kann man das immernoch analysieren ud ggf wechseln.

Liebe Grüße
Tobias
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Re: Welche buddhistische Richtung?

Beitragvon Sherab Yönten » 29. November 2015 14:14

voom hat geschrieben:Mit der besonderen Betonung auf Mitgefühl und Kompatiblität mit Wissenschaft würde ich vermuten, dass eine Mahayana-Schule passen würde


Warum ? Mitgefühl und "wissenschaftliche Kompatibilität" finden sich doch auch in manchen Sichtweisen des Theravada wieder. Zumindest beim Mitgefühl trifft dies zu.
Wichtig zu wissen (finde ich) ist, dass alle wichtigen Inhalte der Theravada Richtung die Basis des Mahayana ist. Mir half hier das Studium des Dhammapada.

Wenn man von einer Schule spontan besonders inspiriert ist, ist es natürlich auch schön. Aber auch diese Inspiration muss hervorgerufen, wachgekitzelt werden.

Von Nix kommt nix.
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Re: Welche buddhistische Richtung?

Beitragvon Tobias » 29. November 2015 14:19

Sherab Yönten hat geschrieben:
voom hat geschrieben:Mit der besonderen Betonung auf Mitgefühl und Kompatiblität mit Wissenschaft würde ich vermuten, dass eine Mahayana-Schule passen würde


Warum ? Mitgefühl und "wissenschaftliche Kompatibilität" findet sich doch auch in manchen Sichtweisen des Theravada wieder. Zumindest beim Mitgefühl trifft dies zu.
Wichtig zu wissen (finde ich) ist, dass alle wichtigen Inhalte der Theravada Richtung die Basis des Mahayana ist. Mir half hier das Studium des Dhammapada.

Wenn man von einer Schule spontan besonders inspiriert ist, ist es natürlich auch schön. Aber auch diese Inspiration muss hervorgerufen, wachgekitzelt werden.

Von Nix kommt nix.


ich stimme dir voll zu darum meinte ich in einem anderen Thread von Lino auch, sich verschiedene Lehrer/Videos o.ä anzusehen denn dann ist eine Inspiration wahrscheinlicher
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Re: Welche buddhistische Richtung?

Beitragvon voom » 29. November 2015 16:00

Ich finde nicht, dass das was ihr sagt "ganz anders" wäre als das, was ich gesagt habe. ;) Ich habe keine allgemeingültigen Aussagen gemacht, sondern das bereits Gesagte, dem ich zugestimmt habe, durch weitere Möglichkeiten und meine gefühlte Wahrnehmung ergänzt:

So sehr ich das richtig finde, was gesagt wurde dass es gut ist in die verschiedenen Möglichkeiten reinzuschnuppern, so kann es doch auch so laufen, dass man sich ganz spontan irgendwo wiederfindet und weiss "das ist es".

Inwiefern sollte das "ganz anders" sein als das, was Tobias gesagt hat: "Ich würde mich also einfach im Internet nach Texten/Videos von verschiedenen Lehrern umsehen und schauen ob mich irgendetwas inspiriert." Oder SY: "Wenn man von einer Schule spontan besonders inspiriert ist, ist es natürlich auch schön. Aber auch diese Inspiration muss hervorgerufen, wachgekitzelt werden."

Mir ging es darum, zu sagen dass es nicht so sein muss, dass man jahrelang herumsucht. Ich hatte das Bedürfnis zu meditieren, habe ein Meditationsbuch gelesen, was mich nicht zufrieden gestellt hat und wollte eine Gruppe finden. Dann bin ich bei einer komischen Hindusekte gelandet und sofort wieder geflüchtet. Dann habe ich mir gedacht, dass ich beim Buddhismus vielleicht sicherer gehe, in keiner Sekte zu landen und bin in ein buddhistisches Zentrum gegangen. Dort hat mich die erste Meditation gleich so umgehauen, dass ich mich gefühlt habe wie "nach Hause kommen". Ich bin zwar kritisch geblieben, aber es gab keinen Grund, weiterzusuchen. Das ganze Wissen über andere Richtungen habe ich dann aus mehr wissenschaftlicher Neugier nachgeholt. Über Bücher und Internet vor allem...

Das hier war mehr ein Gefühl und sollte auch nicht mehr aussagen:
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Re: Welche buddhistische Richtung?

Beitragvon lino » 29. November 2015 21:54

Ich danke ejch allen für eure Hilfe!:)
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Re: Welche buddhistische Richtung?

Beitragvon raterZ » 30. November 2015 00:18

den sogenannten "säkularen buddhismus".. :silent:

im ernst: mit wissenschaft kommt man nicht sehr weit in der spiritualität ;)
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Re: Welche buddhistische Richtung?

Beitragvon voom » 30. November 2015 01:16

...zumindest solange die Wissenschaft den Aspekt der Spiritualität nicht in den Prozess der Aufklärung vernünftig integriert.

Aber es ist zumindest so, dass sich Spiritualität und Wissenschaft gut ergänzen und gegenseitig befruchten können und nicht als Gegensätze existieren müssen.
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Re: Welche buddhistische Richtung?

Beitragvon raterZ » 30. November 2015 13:19

gegenseitig befruchten vielleicht. aber das wissenschaftliche weltbild ist rein materialistisch (zumind. heutzutage).
spiritualität hingegen beschäftigt sich mit den dingen hinter der materie. dem sinn allen seins, worauf die wissenschaft keine aussage machen kann.
wissenschaft zu seiner religion zu erheben ist in meinen augen deshalb auch äußerst.. seltsam.. aber da es so viele menschen machen und lieben, muss man es wohl akzeptieren :giggle:

btw: meditierende in PETscanner zu legen ist vielleicht witzig. aber es erklärt eigtl. gar nichts. die hirnwissenschaftler sind halt auf der suche nach dem goldenen ei im gehirn, aber finden und finden es nicht :rofl:

meine meinung deshalb auch dazu: das wissenschaftliche materialistische weltbild ist eine blockade für die spirituelle sichtweise. es ist wie eine lästiges hindernis am bein (bzw. im kopf in form von zweifeln).
wenn du von befruchten schreibst, würde ich eher schreiben: sprengen.

ich kenne einige leute, die wirklich schwere probleme haben damit, weil sie einfach nicht wirklich annehmen können, dass die welt vielschichtiger und ereignisse im leben bedeutungsschwerer ist, als es unsere gesellschaft vorgaukelt.
und das dumme ist, dass diese kette jetzt sogar dem buddhismus angelegt wird mit dem sogenannten "säkularen buddhismus". (der gar kein buddhismus mehr ist, denn er leugnet wichtigste kernaussagen, aufgrund dieser ketten.)
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Re: Welche buddhistische Richtung?

Beitragvon voom » 30. November 2015 13:34


Video direkt über Youtube aufrufen

Witzigerweise sind gerade die, die die Wissenschaft als Fundamentalisten geradezu als Religion praktizieren ("Szientismus") besonders vehement dagegen, Spiritualität und Religion in den Prozess der Aufklärung zu integrieren bzw. weigern sich grundsätzlich, Spiritualität als geeignetes Forschungsfeld der Wissenschaft anzuerkennen. Warum man aber irgendwas als Objekt der Untersuchung ausgrenzen sollte, ist mir schleierhaft. Es kann doch eigentlich nur eine Angst dahinterstecken, dass man etwas finden könnte, was das eigene Weltbild aus den Angeln reissen könnte. Eine Haltung, die man in der Geschichte eher bei Religionen vorgefunden hat. Aber letztlich ging und geht es wohl immer nur um Machterhalt unter dem Deckmäntelchen der "Wahrheitssuche".
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Re: Welche buddhistische Richtung?

Beitragvon voom » 1. Dezember 2015 19:33

Philosophische Überlegungen zu Raum und Zeit und Buddhismus & Wissenschaft jetzt hier: http://anfaengergeist.net/raum-und-zeit ... t1012.html
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Re: Welche buddhistische Richtung?

Beitragvon Ayu » 2. Dezember 2015 14:53

lino hat geschrieben:Hallo,
Kann mir irgendjemand dabei helfen herauszufinden, zu welcher Richtung ich wohl gehören würde?
Mir ist vorallem der Mitleid mit Lebewesen wichtig und will trotz allem noch wissenschaftlich argumentieren können...

Danke im Voraus:)

Lino

Hallo Lino,

diese Frage wird ja in buddhistischen Foren immer wieder von Neulingen gestellt. Da war unter den vielfältigen Antworten, die ich las, eine sehr kurz und knapp, dabei um so treffender:

Wichtiger, als eine bestimmte Schulrichtung auszusuchen, ist es, einen guten Lehrer zu finden, dem man vertrauen kann. Damit steht und fällt nämlich auch Dein Zugang zu der Schulrichtung.

Ein guter Lehrer hat bestimmte Qualitäten: er befolgt das, was er lehrt, selber und hat es durchdrungen.
Man kann einen Lehrer erstmal lange beobachten, bevor man sich wirklich auf ihn einlässt. Dabei muss man auch Wunsch und Wirklichkeit unterscheiden.
Aber auch wenn ein Lehrer nicht alle Qualitäten aufweist und man ihm nicht ganz vertraut, lässt sich vielleicht etwas von ihm lernen.

Solange es so jemanden nicht für Dich gibt, ist es nützlich, sich nicht zu früh festzulegen, sondern lieber weit und frei herumzuschauen. Festlegung ist erst nötig, wenn man eine für sich persönlich passende Linie und Meditationsform gefunden hat. Dann konzentriert man sich darauf und lenkt sich nicht mehr mit anderem ab.

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Re: Welche buddhistische Richtung?

Beitragvon asoka » 2. Dezember 2015 18:13

Ayu das kann man nicht Pauschal sagen mit dem Thema Lehrer.
Denn das hängt eben erstmal davon ab welcher Richtung man folgen möchte.

In der einen ist der Lehrer wichtiger, in der anderen Tradition weniger.
Es gibt auch die Meinung in einigen Richtungen man bräuchte garkeinen wobei ich der Meinung bin das kommt dabei eher darauf an was man versteht als Lehrer.

Gruss asoka
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Re: Welche buddhistische Richtung?

Beitragvon Ayu » 3. Dezember 2015 17:38

asoka hat geschrieben:Ayu das kann man nicht Pauschal sagen mit dem Thema Lehrer.
Denn das hängt eben erstmal davon ab welcher Richtung man folgen möchte.

In der einen ist der Lehrer wichtiger, in der anderen Tradition weniger.
Es gibt auch die Meinung in einigen Richtungen man bräuchte garkeinen wobei ich der Meinung bin das kommt dabei eher darauf an was man versteht als Lehrer.

Gruss asoka

Tatsächlich? Wusste ich nicht.
In welchen Traditionen ist ein Lehrer nicht so wichtig? Wer ist das, der meint, man bräuchte gar keinen?

Unter Lehrer verstehe ich einen Menschen, der einen besser einschätzen kann, als ein Buch oder ein Video es vermag. Man braucht doch für alles, was man lernen will, bestenfalls einen Lehrer. :shrug:

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Re: Welche buddhistische Richtung?

Beitragvon asoka » 3. Dezember 2015 18:16

Im Vajrayana ist wohl der Lehrer wichtiger als in diversen Mahayana Traditionen und Hinayana Traditionen.

Und in der reinen Land Schule braucht es im grunde keinen.

Aber wie auch schon von mir angemerkt wurde ist die Frage was versteht man als Lehrer.
Für manche eine Art papi ersatz woraus Personenkult entsteht.

In anderen Traditionen wird dich ein Lehrer nichtmal mit seinem aller wertesten ansehen und du kannst mehr daraus lernen als würde er dich zum persönlichen Schüler machen.

Lernen kann man immer, und manchen die nur den Pali verwenden als Lehrer kommen sicherlich weiter als jemand der jeden Tag in ein Zentrum dackelt weil der Lehrer mich ja so versteht.

Was ich damit sagen möchte Lehrer kann ein menschliches Medium sein aber auch ein Video, Buch Audiodatei.

Man kann das zum einen nicht sagen pauschal und zum anderen kommen einige Traditionen mit Anweisungen aus wie dem Pali.

Im Grunde bist du jahrelang in einem anderen Forum aktiv und müsstest diese Unterschiede besser wissen als ich.

Der Kern ist Dinge die nicht traditionell gesehen als Lehrer aussehen können effektiver sein als ein Mönch in det tollsten Robe.

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Re: Welche buddhistische Richtung?

Beitragvon voom » 3. Dezember 2015 18:33

Meiner Ansicht nach kommt man in der ersten Zeit ohne Lehrer aus, dann kommt eine Phase wo man ohne Lehrer echt Schwierigkeiten haben kann, dann kommt wieder eine Phase wo es gilt den Lehrer loszulassen und auf eigenen Füssen zu stehen.

Im Tantra / Vajrayana wie auch immer kommt man schon deswegen nicht ohne Lehrer aus, weil man die tiefer gehenden Tantras nur per Einweihung und Einweisung bekommen kann. Da ist es so leicht, grundlegende Fehler zu machen, dass man vielleicht jahrelang ohne jeden echten Fortschritt praktiziert, wenn nicht jemand mit Erfahrung ab und zu einen Blick darauf wirft.

Typisch sind auch Beispiele wie: wenn man Fussball lernen will, dann kommt man nur so und so weit, wenn man Bücher darüber liest und dann alleine übt. In einem Verein mit anderen Spielern und Trainern geht das schon besser. Richtig den Turbo einschalten kann man aber, indem man ein Vorbild imitiert, einen grossen Fussballer wie Ronaldo usw. Dabei bleiben aber Bücher und Verein weiter wichtig, spielen zusammen.

Die Ebene, wo man Vorbilder imitiert, sich direkt damit identifiziert, kommt im Tantra ins Spiel und vor allem beim Guru Yoga. Man braucht dann Lehrer, die Wissen weitergeben und eben ein geeignetes Vorbild.

Aber wenn der Fussballstar in spe wirklich ein Star werden will, muss er irgendwann auch sein Idol loslassen und seinen eigenen Stil finden. Das ist auch nicht anders, wenn man ein Buddha in eigener Verantwortung werden will.
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Re: Welche buddhistische Richtung?

Beitragvon Ayu » 4. Dezember 2015 10:30

asoka hat geschrieben:... Im Grunde bist du jahrelang in einem anderen Forum aktiv und müsstest diese Unterschiede besser wissen als ich.
...

Ah, genau meine Online-Aktivität ist es, die mich seit Jahren und immer wieder auf's Neue zu dem Schluss bringt: wer etwas lernen will, ist ein Schüler und braucht daher einen Lehrer, einen Profi, der ihn direkt sieht. Denn die "geschickten Mittel" sind vielfältigst. Ein Dschungel für jemanden, der keine vollkommene Selbstreflexion hat - und wer hat die schon? Gerade wir Westler sind zwischen Größenwahn und Minderwertigkeitskomplexen hin und her gerissen.
Lernen ist keine eindimensionale Sache, wo es um die Aufnahme von Schulstoff geht, den ein Buch oder Video genauso vermitteln könnte. Beim Lernen im Buddhismus geht es um Persönlichkeitsentwicklung, um Geistesschulung. Ziel: Erleuchtung oder zumindest Befreiung. Dazu braucht der Schüler einen Lehrer.
Wer sich nur über Buddhismus bilden will, um das theoretische Wissen zu haben, dem reichen natürlich Bücher. Wenn man aber auch den Schritt wagen will, den Pfad der Befreiung zu betreten, ist Frontalunterricht ohne Feedback ein bisschen zu wenig.
Und ich würde meinen, um das Ziel Befreiung geht es, wenn jemand schon fragt, welche Schulrichtung er wohl wählen soll.. (?)

Genau in den buddhistischen Foren tummeln sich die ganzen eingebildeten „Quasi-Erleuchteten", denen das Feedback von einem Profi vis à vis fehlt, wie z.B.: "Komm erstmal auf den Teppich, bevor Du Dir irgendwelche geistigen Errungenschaften einbildest." Oder auch: "behindere Dich selbst nicht mit falschen Sorgen und zu hohen Ansprüchen. Du bist auf dem richtigen Weg. Gut so. Weiter so."
Dazu, zB, braucht ein Schüler einen Lehrer.

Nur meine Meinung. :namaste:

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Re: Welche buddhistische Richtung?

Beitragvon asoka » 4. Dezember 2015 15:06

Einer aus der erwähnten Ecke würde sagen du bist einfach traditonalistin und hängst am Rockzipfel eines Lehrers und hast dafür keinen Blick führ die vielen Geschicktenmittel der heutigen Zeit.

Dein Posting währe sicherlich intressant in einem Theravadha Forum.

Die würden dir den Palikanon nur so um die Ohren hauen.

Meine Meinung ist deine darlegung ist zu eng betrachtet genauso wie die zu eng betrachtet ist das es ohne Lehrer geht.

Denn es bleibt nach wie vor die Frage offen was man als Lehrer bezeichnet.

Gruss asoka
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Re: Welche buddhistische Richtung?

Beitragvon Sherab Yönten » 4. Dezember 2015 15:14

asoka hat geschrieben:Einer aus der erwähnten Ecke würde sagen du bist einfach traditonalistin und hängst am Rockzipfel eines Lehrers und hast dafür keinen Blick führ die vielen Geschicktenmittel der heutigen Zeit.


Ich verstehe Dich nicht asoka:

Vielleicht ist der Lehrer von Ayu ja aus ihrer Sicht das bestmögliche geschickte Mittel !

Gerade im Vajrayana ist doch die herausragende Rolle des Lehrers unbestritten.

Wie willst Du Tantra praktizieren ohne einen Lehrer, der Dir die Einweihungen gibt ?

Wenn Du kein Tantra praktizierst, hast Du für Dich vielleicht andere geschickte Mittel.
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Re: Welche buddhistische Richtung?

Beitragvon asoka » 5. Dezember 2015 10:24

Lassen wir mal Lama Ole zu Wort kommen vielleicht ist mit seiner Erläuterung das verständlicher als wie ich es machte.

"Der Buddha hat mehrere Wege gelehrt. Auf einigen kommt man über viele Lebenszeiten durch "Versuch und Irrtum" weiter. Man probiert die Möglichkeiten des Lebens aus und entdeckt allmählich, was Glück und was Leid bringt. Bei solchen Erfahrungen, die auf Gewohnheiten und Erinnerungen beruhen, braucht man keinen Lehrer. Hier erfährt man einfach, dass gewisse Taten, Worte und Gedanken von außen und innen durch ein gutes Gefühl "belohnt" werden, während andere zu Schwierigkeiten und schlechten Schwingungen führen.
Das geschieht in der gleichen Weise wie in den Experimenten, wo ein kleiner Wurm, den man durch ein Y-Rohr kriechen lässt, irgendwann erkennt, dass er in dem linken Rohr immer elektrische Schläge und in dem rechten etwas zu fressen bekommt. Auf dieser Ebene des Vermeidens von Leid reichen ein paar einfache Belehrungen, wie der Buddha sie im Hinayana gab.
Schneller geht es aber, wenn ein überzeugender Lehrer sagt: "Diese Taten führen zu jenen Ergebnissen". Dadurch sind seine Einsichten nachvollziehbar und die Erfahrung wird "runder". In vielen Vorlesungen z.B. sagt der Professor weniger als in seinem Buch steht und auch das könnte man selbst lesen. Dadurch aber, dass er es sagt, hat es mehr Kraft."

Quelle und weiterführend der Text den ich hier eingestellt habe:

http://www.buddhismus-heute.de/archive.issue__7.position__8.de.html

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Re: Welche buddhistische Richtung?

Beitragvon asoka » 5. Dezember 2015 10:41

Und hier ist eine Art Richtschnurr für einen Lehrer wie von "Buddha" erläutert.

"„Wenn da in der Nähe eines Dorfs oder einer Stadt ein Mönch weilt und seinen Unterhalt erhält, dann geht ein Hausvater oder Sohn eines Hausvaters zu ihm und erforscht ihn nach drei Eigenschaften:

nach Eigenschaften, die mit Begehrlichkeit, Abneigung, Blendung zu tun haben.

‚Finden sich bei diesem Ehrwürdigen etwas solche Eigenschaften der Begehrlichkeit, Abneigung, Blendung,

dass er, im Herzen von ihnen beherrscht, wenn er nichts weiß, dennoch behaupten könnte, er wisse etwas,

und wenn er nichts sieht, er sehe etwas,

oder dass er andere so anleiten könnte, dass sie dadurch für lange Zeit in Unheil und Leiden geraten könnten?

Nun merkt er bei dieser Erforschung: ‚Bei diesem Ehrwürdigen finden sich keine solchen Eigenschaften, sondern das Betragen und die Sprache dieses Ehrwürdigen ist wie bei einem von Begehrlichkeit, Abneigung, Blendung Freien.

Was aber dieser Ehrwürdige als Wahrheit aufzeigt, das ist eine tiefe Lehre, nicht leicht zu verstehen, nicht leicht zu erkennen, still, erhaben, dem bloßen Denken allein nicht zugänglich, von feinster Genauigkeit, nur vom Weisen erfahrbar; eine solche Lehre kann nicht gut von einem begehrlich Gerissenen dargelegt werden."

Die Lehrrede findet man komplett hier:
http://www.palikanon.de/majjhima/m095n.htm

Ich glaube nun findet sich in diesen Thread genug Stoff um sich auf die Reise zu begeben.

Alles gute auf deinen Weg Lino :namaste:
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Re: Welche buddhistische Richtung?

Beitragvon voom » 5. Dezember 2015 13:22

Leider verwendet Lama Ole Begriffe wie "Hinayana" und seine Darstellung pusht schon sehr in die Richtung, dass man doof ist, wenn man sich keinen Lehrer sucht. Klar, er schreibt ja auch aus dem Blickwinkel des Tantra / Vajrayana wo der Lehrer eben sehr wichtig ist. Der gleiche Blickwinkel, den Ayu eingenommen hat. Das Palikanon-Zitat zeigt sehr schön, dass es auf jeder Ebene wichtig ist, zu prüfen ob der Lehrer authentisch ist. Die Amerikaner nennen das sehr bildhaft: "Walk the Talk" - also: tut er das was er sagt auch selbst?

Es gibt aber auch die Ebene, die ich auch schon genannt habe, wo man den Lehrer wieder loslassen kann, ohne deswegen gleich den Vergleich mit einem Wurm in einem Experiment aufnehmen zu müssen. Da ist das Leben der höchste Lehrer, was ich z.B. auf Sanskrit auf einem Ring stehen habe, den ich immer zur Erinnerung trage. Dann ist das nicht allein Versuch und Irrtum sondern man setzt das bereits Gelernte so konsequent wie möglich um, beobachtet wo man schon im Fluss ist und wo es hakt und kann die Reaktionen des Lebens in den Erfahrungsschatz einordnen.

Man muss ja auch nicht jede Ebene getrennt halten. Es geht auch parallel, man lässt sich sozusagen sowohl vom Leben als auch von einem Lehrer den Spiegel vorhalten und orientiert sich an Büchern und Texten, um zu prüfen, ob man dabei in der Spur der Lehrer bleibt wie man sie bereits akzeptiert hat.
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