Andere buddhistische Foren in Deutschland,
in denen wir aktiv sind:
Tibet. Zentrum Hamburg forum.tibet.de
Buddhaland - Ein Portal für Buddhismus

Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Einfache Fragen und Antworten (nicht nur) für Buddhismus-Neulinge

Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Dakini » 19. Juli 2015 17:31

noch größere machen das ganze bewusst!

suizid????????
:o
Benutzeravatar
Dakini
Sehr aktiv
Sehr aktiv
Beiträge: 280
 
Buddh. Richtung: noch nicht genau festgelegt
Gender: Weiblich

Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon om.a » 19. Juli 2015 17:43

Dakini hat geschrieben:
noch größere machen das ganze bewusst!

suizid????????
:o


haha, sehr witzig !

nun, ich hoffe mich eines tages auch zu diesen zählen zu dürfen, welche ganz bewußt "gehen".
om.a
om.a
Sehr aktiv
Sehr aktiv
Beiträge: 554
 

Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Turmalin » 19. Juli 2015 17:43

raterZ hat geschrieben:
bin in träumen schon oft gestorben,

gemein, ich noch nie. :( Ich habe viele krasse Träume. Warum träume ich nicht vom Tod? Gib ma einen Traum ab, bitte.
"Gehen wir voller Pessimismus an eine Sache heran,
werden wir gar nichts erreichen."
Dalai Lama

>> Mein Designshop
Benutzeravatar
Turmalin
Schreibt sehr viel
Schreibt sehr viel
Beiträge: 1872
 

Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Sherab Yönten » 19. Juli 2015 17:52

Na ja, das eine ist die Vorbereitung auf den Tod. Das andere sind Träume. Der Sterbeprozess den man selbst durchlebt ist meines Erachtens aber wieder was völlig anderes. Es fehlt schlicht die eigene Erfahrung, die man als Sterbender hat, es sei denn man hat vielleicht mal eine Nahtoderfahrung gemacht. Und aus Mangel an dieser Erfahrung ist es durchaus begründet, Angst zu haben. Furchtlosigkeit kann nur der entwickeln, der bereits Buddhaschaft erreicht hat oder zumindest Leerheit realisiert hat.
"Im Buddhismus gibt es keinen Punkt. Im Buddhismus gibt es immer ein weil."

(Dagyab Rinpoche)
Benutzeravatar
Sherab Yönten
Schreibt sehr viel
Schreibt sehr viel
Beiträge: 2175
 
Buddh. Richtung: Vajrayana

Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Turmalin » 19. Juli 2015 17:55

Sherab Yönten hat geschrieben: Es fehlt schlicht die eigene Erfahrung, die man als Sterbender hat,

das ist deine Erfahrung. Andere erleben sich nicht auf dieses Leben beschränkt und sind erinnern sich daher an mehrere Tode.
"Gehen wir voller Pessimismus an eine Sache heran,
werden wir gar nichts erreichen."
Dalai Lama

>> Mein Designshop
Benutzeravatar
Turmalin
Schreibt sehr viel
Schreibt sehr viel
Beiträge: 1872
 

Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Sherab Yönten » 19. Juli 2015 17:56

Turmalin hat geschrieben:
Sherab Yönten hat geschrieben: Es fehlt schlicht die eigene Erfahrung, die man als Sterbender hat,

das ist deine Erfahrung. Andere erleben sich nicht auf dieses Leben beschränkt und sind erinnern sich daher an mehrere Tode.


Hat das hier im Forum jemand behauptet ?
"Im Buddhismus gibt es keinen Punkt. Im Buddhismus gibt es immer ein weil."

(Dagyab Rinpoche)
Benutzeravatar
Sherab Yönten
Schreibt sehr viel
Schreibt sehr viel
Beiträge: 2175
 
Buddh. Richtung: Vajrayana

Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon raterZ » 19. Juli 2015 18:08

Sherab Yönten hat geschrieben:Na ja, das eine ist die Vorbereitung auf den Tod. Das andere sind Träume. Der Sterbeprozess den man selbst durchlebt ist meines Erachtens aber wieder was völlig anderes. Es fehlt schlicht die eigene Erfahrung, die man als Sterbender hat, es sei denn man hat vielleicht mal eine Nahtoderfahrung gemacht. Und aus Mangel an dieser Erfahrung ist es durchaus begründet, Angst zu haben. Furchtlosigkeit kann nur der entwickeln, der bereits Buddhaschaft erreicht hat oder zumindest Leerheit realisiert hat.


meinst du träume haben keine realität? na klar haben sie das. es waren zwar immer plötzliche tode, bspw. weil ein hochaus einstürzt, indem man steht. aber meine gedanken waren in der hinsicht nie: "oh nein *panik*", sondern "ok. jetzt ist es also soweit. ich bin gefasst."
diese träume haben eben das thema des sterbens aktiv bearbeitet. man könnte auch sagen, dass die angst vor dem sterben durch solche todes-träume weniger geworden ist.
im chöd praktiziert man ja den eigenen tod so lange, bis es eben was völlig "normales" geworden ist zu sterben. letztendlich sterben wir jede sekunde. vergänglichkeit ist ständig und präsent: anicca.

furchtlosigkeit ist kein zustand wie hab ich, oder hab ich nicht, sondern ist ein prozess. d.h. man hat am anfang sehr viel angst vor dem tode, dann immer weniger bis man irgendwann gar keine angst mehr hat.
ich kenne einen chöd-praktizierenden, der sich bewusst nahtoderfahrungen ausgesetzt hat. (es gibt in afrika so drogen, die einen halb-tot machen. mit ca. 30% warscheinlichkeit wirklich zu sterben)
das ist nicht nur alles graue theorie, kannst du mir glauben ;)
- meine Aussagen bezüglich des Vajrayanas beziehen sich größtenteils auf eigene Erfahrung -
Benutzeravatar
raterZ
Inaktiv
Inaktiv
Beiträge: 1019
 
Buddh. Richtung: Vajrayana

Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon voom » 19. Juli 2015 19:16

Der übliche deutsche Begriff für Phowa ist ja "Bewusstes Sterben" - weil man den energetischen Ablauf eines optimalen Abgangs übt. Das hat also nichts damit zu tun den Tod gegen die Natur herbeizuführen.

Gerade in "schamanischen" Traditionen gibt es solche Sachen sehr oft, weil die Angst vor dem Tod eine der tiefsten Ängste ist und sich damit viele andere Ängste mitlösen so dass man intensiver leben kann. Z.b. fällt mir noch Ayahuasca ein, was je nach Mischung auch die Erfahrung eines bewussten Todes simuliert. (Die Liane "tötet" die Sinne und das DMT hält gleichzeitig sehr klar und bewusst.)
"Die tägliche Praxis des Dzogchen ist einfach das tägliche Leben selbst.
Wir sind aus uns selbst heraus erleuchtet und es fehlt uns nichts."

(Dilgo Khyentse Rinpoche)
Benutzeravatar
voom
Schreibt sehr viel
Schreibt sehr viel
Beiträge: 4879
 
Buddh. Richtung: Vajrayana
Mystiker

Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Sherab Yönten » 19. Juli 2015 20:56

Natürlich haben Träume Realität. Das Traumbewusstsein ist aber ein anderes wie das Bewusstsein beim Sterbeprozess. So habe ich das jedenfalls in Erinnerung.
Daher kann man beide Bewusstseinsarten auch nicht vergleichen.

raterZ hat geschrieben:letztendlich sterben wir jede sekunde. vergänglichkeit ist ständig und präsent: anicca.


Diese Herangehensweise ist völlig richtig, sie ist aber auch intellektuell.
Nur wer Leerheit wirklich realisiert hat, der mag sich eventuell (auch emotional)nicht vor dem Tod fürchten.

raterZ hat geschrieben:furchtlosigkeit ist kein zustand wie hab ich, oder hab ich nicht, sondern ist ein prozess. d.h. man hat am anfang sehr viel angst vor dem tode, dann immer weniger bis man irgendwann gar keine angst mehr hat.


Das sehe ich auch so. Und dieser Prozess endet eben wenn Leerheit realisiert worden ist.

voom hat geschrieben:Der übliche deutsche Begriff für Phowa ist ja "Bewusstes Sterben" - weil man den energetischen Ablauf eines optimalen Abgangs übt


Gegen diese Übung habe ich auch nichts. Sie kann m.E. aber nur eine Annährung dessen sein was wirklich beim Sterbeprozess abgeht, was natürlich auch wieder besser ist wie vorher keine solche Übungen durchgeführt zu haben. Das mag die Furcht vor dem Tod vielleicht mindern, aber führt noch nicht zur 100 % igen Furchtlosigkeit.
"Im Buddhismus gibt es keinen Punkt. Im Buddhismus gibt es immer ein weil."

(Dagyab Rinpoche)
Benutzeravatar
Sherab Yönten
Schreibt sehr viel
Schreibt sehr viel
Beiträge: 2175
 
Buddh. Richtung: Vajrayana

Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon asoka » 19. Juli 2015 21:15

@razerZ, da war wohl jemand inspiriert vom Film Flattliners.ou 8-)
asoka
Inaktiv
Inaktiv
Beiträge: 1746
 
Buddh. Richtung: Vajrayana
Gender: Männlich

Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Dakini » 20. Juli 2015 06:38

In meinen Träumen bin ich noch nie gestorben.

Aber in der Meditation ist es schon passiert, dass es zu "Sterbemomenten" gekommen war. Ich erinnere mich, dass es einmal so real körperlich war, dass ich erschrocken aus der Versenkenkung kam, verwirrt und leicht panisch, kurz überlegte, und dann sofort wieder und ganz bewusst in diese Situation zurückkehrte, um mich dem, was mich erwarten würde, zu stellen. Ich weiss noch genau, wie mulmig mir dabei zu Mute war.
Aber es hatte sich gelohnt, es hat auch mein Vertrauen weiter gestärkt.
Benutzeravatar
Dakini
Sehr aktiv
Sehr aktiv
Beiträge: 280
 
Buddh. Richtung: noch nicht genau festgelegt
Gender: Weiblich

Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Sister Kinky » 20. Juli 2015 15:50

Sherab Yönten hat geschrieben:
Na gut, wenn wir davon ausgehen, dass es keine Krankheit ist, die behandelt werden muss, dann frage ich einfach mal in die Runde: Wer von Euch hat keine Angst vor dem Tod ?


Ich hab schon Angst davor, aber bei weitem nicht in dem Ausmaß wie der Verfasser dieses Threads. Größer ist bei mir aber die Angst vor Krankheit und Siechtum, vor Schmerzen und einem qualvollen Sterben, sei es, weil mir medizinisch nicht geholfen werden kann oder
weil vielleicht noch was nicht erledigt ist oder so. Aber auch darüber denke ich nicht intensiv nach, sondern genieße bewusst, dass mir jetzt noch nichts weh tut und ich fit und gesund bin.

Es ist kein angenehmer Gedanke, dass die eigene Existenz mal ausgelöscht wird. Manchmal packt es mich des Nachts, wenn ich bei Gewittern aufwache oder so :w00t: . Tagsüber ist man ja viel zu sehr abgelenkt.

Andererseits ist es aber auch gut, dass es den Tod gibt, denn mal ehrlich: Ein ewiges Leben wäre die Hölle. Das Leben ist doch nur deshalb so schön, weil man weiß, dass es irgendwann vorbei ist.
Alle Religionen und alle Heiligen Schriften bergen ein Gewaltpotenzial. Deshalb brauchen wir eine säkulare Ethik jenseits aller Religionen.
(Dalai Lama)
Sister Kinky
Sehr aktiv
Sehr aktiv
Beiträge: 265
 
Buddh. Richtung: Nix is fix, aber wenn, dann Zen
Gender: Weiblich
Wohnort: Bayern

Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Karma Pema » 21. Juli 2015 00:52

Namaste

warum ich manchmal keine Angst habe vor dem Tod ist dies:
Die Angst vor dem Tod ist ein vorauseilender Gedanke über eine Tatsache die nicht aktuell ist.
Lebe ich bewußt im Augenblick, gibt es nur immer den nächsten Augenblick. Ich halte also die Beobachtung auf das Gegenwärtige und das Gegenwärtige ist Angstfrei. Ich gehe davon aus, das ein Sterbender bereit ist zu sterben, da ihm das Leben nicht mehr möglich erscheint. Im Augenblick des Todes, ist ein Sterbender bereit zu sterben und hat somit keine Angst.
Warum sollte ich also Angst haben vor dem Sterben, wenn ich im Sterbeprozess selbst keine Angst habe ?
Lebe ich den Augenblick, wende ich diese Angst von mir ab.

Das sind meine tröstenden Gedanken angstfrei zu sein, oder zu versuchen es zu sein. Je nachdem wie gut mir das gelingt, den Augenblick als die Aufgabe anzunehmen. Mich nicht mit dem nächsten Moment zu stressen, sondern im Augenblick das zu tun was ansteht. Ganz langsam leben.
Aber da mich dieser Gedanke schon einmal angstfrei gemacht hat, wird mich das mit Übung weiter angstfreier machen. Bis es soweit ist :) Dann guck ich weiter :)
Bleibt ja noch der Gedanke an das nächste Leben.

Gute Wünsche,
Karma Pema

P.S. Im Sterben hat man so viel Stress eine gute Wiedergeburt zu erhaschen, da hat man keine Zeit für Angst :lol:
Karma Pema
Angekommen
Angekommen
Beiträge: 84
 

Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon om.a » 21. Juli 2015 07:26

P.S. Im Sterben hat man so viel Stress eine gute Wiedergeburt zu erhaschen, da hat man keine Zeit für Angst :lol:
Lieber Karma Pema!
Deinem Gedanken folge ich nicht.

Mein Tipp, um die Angst vor dem Tod zu überwinden:

Beschäftigung mit Kompostierung!
Aus dem fertigen Substrat eine neue Pflanze ziehen.
Erkenntnis:
Es gibt keinen Tod.

om.a
om.a
Sehr aktiv
Sehr aktiv
Beiträge: 554
 

Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Sister Kinky » 21. Juli 2015 07:50

Karma Pema hat geschrieben:Bleibt ja noch der Gedanke an das nächste Leben.


P.S. Im Sterben hat man so viel Stress eine gute Wiedergeburt zu erhaschen, da hat man keine Zeit für Angst :lol:


Warum viele so scharf drauf sind, wiedergeboren zu werden, ist mir ein Rätsel, ehrlich gesagt.
Alle Religionen und alle Heiligen Schriften bergen ein Gewaltpotenzial. Deshalb brauchen wir eine säkulare Ethik jenseits aller Religionen.
(Dalai Lama)
Sister Kinky
Sehr aktiv
Sehr aktiv
Beiträge: 265
 
Buddh. Richtung: Nix is fix, aber wenn, dann Zen
Gender: Weiblich
Wohnort: Bayern

Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Sherab Yönten » 21. Juli 2015 07:59

Sister Kinky hat geschrieben:
Karma Pema hat geschrieben:Bleibt ja noch der Gedanke an das nächste Leben.


P.S. Im Sterben hat man so viel Stress eine gute Wiedergeburt zu erhaschen, da hat man keine Zeit für Angst :lol:


Warum viele so scharf drauf sind, wiedergeboren zu werden, ist mir ein Rätsel, ehrlich gesagt.


Das ist eigentlich auch gar nicht das Ziel im Buddhismus.
Ziel ist es aus dem leidvollen Kreislauf der Wiedergeburten "auszusteigen".
Im Mahayana kommt allerdings noch der Bodhisattva Aspekt hinzu:
Sprich, das Aussteigen aus dem Leidenskreislauf so lange hinauszuzögern, bis
nicht nur ich, sondern auch alle anderen fühlenden Wesen befreit sind.
"Im Buddhismus gibt es keinen Punkt. Im Buddhismus gibt es immer ein weil."

(Dagyab Rinpoche)
Benutzeravatar
Sherab Yönten
Schreibt sehr viel
Schreibt sehr viel
Beiträge: 2175
 
Buddh. Richtung: Vajrayana

Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Dakini » 21. Juli 2015 08:12

Hi,

ich hatte vorher einen längeren Post geschrieben, indem ich meinte, dass die Hoffnung auf das Leben im Hier und Jetzt die Angst vor dem Tod mindern sollte, eine reine Verdrängung sei, denn das nächste "Jetzt" kann schon Dein Todesmoment sein. Ebenso hatte ich geschrieben, dass man wirklich nicht davon ausgehen sollte, dass ein Sterbender bereit sei zu sterben...sich nicht verzweifelt an sein Leben klammert..., sowie auch diese Fixierung auf die/eine Wiedergeburt, die man meint tatsächlich im Sterbemoment nochmal beeinflussen zu können ...eine schöne Illusion.

Ich habe den Post gelöscht. Ich habe mich geärgert über mich, weil mein Post nur vordergründig hilfreich war, aber doch sehr von meinem Ego gesteuert letzendlich.
Wer bin ich, in jemanden Vorstellung eindringen zu müssen? Jeder lebt halt immer die eigene Realität, meine sieht halt völlig anders aus. Es geht nicht um richtig oder falsch...was auch immer sich jemand bastelt...wenn er damit leben kann und mich nicht bedrängt oder anderen schadet----so what :-)
Benutzeravatar
Dakini
Sehr aktiv
Sehr aktiv
Beiträge: 280
 
Buddh. Richtung: noch nicht genau festgelegt
Gender: Weiblich

Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Karma Pema » 21. Juli 2015 20:45

Namaste

der Gedanke an eine Wiedergeburt soll mir im Augenblick des Todes ein Notbehelf sein, falls meine Beobachtungen, das ein Sterbender im Augenblick des Todes bereit ist für den Tod, auf mich doch nicht zutrifft. Und meine Powapraxis auch nicht greift.
Wenn ich Angst habe zu sterben, liegt es daran, das ich am Leben hänge. Da kann mir die Aussicht an ein weiteres Leben vielleicht etwas Trost spenden.
Mit dem Stress sprach ich scherzhaft das Totenbuch der Tibeter an, in dem das Bardo des Todes beschrieben wird, mit all seinen Zeichen für eine gute Wiedergeburt denen man nachgehen kann, um was "passendes" zu finden. :)
Das empfinde ich als sehr viele Absicherungen und Möglichkeiten angstfreier zu sein, wenn nicht gar angstfrei, wenn es wahrlich verinnerlicht ist.
Das sage ich aus buddhistischer Sicht.


Gute Wünsche,
Karma Pema
Karma Pema
Angekommen
Angekommen
Beiträge: 84
 

Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Magnetar » 22. Juli 2015 15:25

Karma Pema hat geschrieben:Wenn ich Angst habe zu sterben, liegt es daran, das ich am Leben hänge. Da kann mir die Aussicht an ein weiteres Leben vielleicht etwas Trost spenden.

Ja, im Idealfall hat man deshalb das Hängen am Leben überwunden bevor der Tod sich holt, was ihm (und nicht "mir") gehört. Damit erspart man sich dann nicht nur den "eigenen" Tod, sondern braucht auch kein "Trostpflaster" mehr.
Magnetar
Angekommen
Angekommen
Beiträge: 77
 
Gender: Männlich

Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon raterZ » 23. Juli 2015 10:03

Sherab Yönten hat geschrieben:Sprich, das Aussteigen aus dem Leidenskreislauf so lange hinauszuzögern, bis
nicht nur ich, sondern auch alle anderen fühlenden Wesen befreit sind.


also niemals ;)
wir versuchen aus etwas auszusteigen, aus dem wir dann niemals aussteigen. das ist eines von vielen mahayana paradoxa die auf etwas hindeuten wollen :mrgreen:
- meine Aussagen bezüglich des Vajrayanas beziehen sich größtenteils auf eigene Erfahrung -
Benutzeravatar
raterZ
Inaktiv
Inaktiv
Beiträge: 1019
 
Buddh. Richtung: Vajrayana

Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Sherab Yönten » 23. Juli 2015 14:20

raterZ hat geschrieben:
Sherab Yönten hat geschrieben:Sprich, das Aussteigen aus dem Leidenskreislauf so lange hinauszuzögern, bis
nicht nur ich, sondern auch alle anderen fühlenden Wesen befreit sind.


also niemals ;)
wir versuchen aus etwas auszusteigen, aus dem wir dann niemals aussteigen. das ist eines von vielen mahayana paradoxa die auf etwas hindeuten wollen :mrgreen:


Es wird aber zumindest erstmal als "Ziel" so formuliert und ist in der Tat schwer vorstellbar für viele, die Mahayana praktizieren (für mich auch). Man sollte jedoch wenigstens den WUNSCH entwickeln, dass alle Lebewesen befreit werden, wie realistisch dieser Wunsch ist, ist eine andere Frage.
"Im Buddhismus gibt es keinen Punkt. Im Buddhismus gibt es immer ein weil."

(Dagyab Rinpoche)
Benutzeravatar
Sherab Yönten
Schreibt sehr viel
Schreibt sehr viel
Beiträge: 2175
 
Buddh. Richtung: Vajrayana

Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon voom » 23. Juli 2015 15:35

Ich denke das Paradoxon das raterZ meint, ist dass wir versprechen, unsere eigene Erleuchtung hintan zu stellen, bis alle fühlenden Wesen aus der bedingten Welt befreit sind. Gleichzeitig üben wir tagtäglich, die Welt auf eine erleuchtete Weise zu sehen. Während aus bedingter Sicht unendlich viele Wesen in Samsara existieren und der Tag niemals eintreffen wird, an dem sie alle befreit sein werden, bedeutet möglicherweise der Schritt in die Erleuchtung heute oder morgen schon dass die Bedingung gleichzeitig erfüllt sein wird: in Moment der Erleuchtung erkennt man ja schliesslich, dass alle Wesen schon längst Buddhas sind und es kein Samsara gibt.
"Die tägliche Praxis des Dzogchen ist einfach das tägliche Leben selbst.
Wir sind aus uns selbst heraus erleuchtet und es fehlt uns nichts."

(Dilgo Khyentse Rinpoche)
Benutzeravatar
voom
Schreibt sehr viel
Schreibt sehr viel
Beiträge: 4879
 
Buddh. Richtung: Vajrayana
Mystiker

Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Tobias » 23. Juli 2015 15:57

Habe auch lange an diesem Paradoxon geknabbert. Es sollte ja auch nicht zu falscher Hilfsbereitschaft führen, die zu einem Helfersyndrom führt. Für mich ist der Schlüssel die Gleichwertigkeit von Samsara und Nirvana wenn sie transzendiert werden. bei den Nyingmas und Sakyas ist mir dieser Aspekt aufgefallen. (Was aber nicht heißen soll, dass es diesen Aspekt bei den Kaguys und Gelugs nicht gibt)

Liebe Grüße
Tobias
Wir sind das, was wir denken. Alles was wir sind, entsteht mit unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken erschaffen wir die Welt. Sprich und handle mit reiner Gesinnung Und Glück wird dir folgen, wie dein unteilbarer Schatten.
Buddha Gautama


Labyrinth - Mehrgenerationenwohnen Transreligiöses Spirituelles Gemeinschaftswohnen
Benutzeravatar
Tobias
Admin AD
Admin AD
Beiträge: 1503
 
Buddh. Richtung: Rime, Dzogchen, Mahamudra - mit großem Respekt vor Theravada und Zen
Gender: Männlich
Wohnort: Fahretoft

Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Sherab Yönten » 24. Juli 2015 08:39

Tobias hat geschrieben:Für mich ist der Schlüssel die Gleichwertigkeit von Samsara und Nirvana wenn sie transzendiert werden.


Also, "Transzendenz" setzt für mich voraus, dass etwas da ist was transzendiert werden muss.
Wenn dem so wäre, dann kann man aber nicht von "Gleichwertigkeit" von Samsara und Nirvana sprechen.
Ich würde eher von 2 Seiten einer Medaille sprechen. Manchmal schaut man auf die samsarische Seite, manchmal auf die erleuchtete Seite ein und derselben Medaille. Ziel ist es aber schon, den Geist dahingehend zu trainieren mehr und mehr die erleuchtete Sichtweise wahrzunehmen.
"Im Buddhismus gibt es keinen Punkt. Im Buddhismus gibt es immer ein weil."

(Dagyab Rinpoche)
Benutzeravatar
Sherab Yönten
Schreibt sehr viel
Schreibt sehr viel
Beiträge: 2175
 
Buddh. Richtung: Vajrayana

Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Tobias » 24. Juli 2015 10:37

@ Sherab
Also, "Transzendenz" setzt für mich voraus, dass etwas da ist was transzendiert werden muss.
Wenn dem so wäre, dann kann man aber nicht von "Gleichwertigkeit" von Samsara und Nirvana sprechen.


Im Dzogchen heißt es dass die Sicht(Dzogchen) weder Samsara noch Nirvana zuzuordnen ist. Das lehrt man doch aber im Sutra so nicht, dort geht es um die Abkehr von Samsara und Hinwendung zu Nirvana. Dzogchen ist also anders als Sutra(auch wenn der Weg zur Erkenntnis der Sicht über Sutra führt).

ich würde eher von 2 Seiten einer Medaille sprechen. Manchmal schaut man auf die samsarische Seite, manchmal auf die erleuchtete Seite ein und derselben Medaille. Ziel ist es aber schon, den Geist dahingehend zu trainieren mehr und mehr die erleuchtete Sichtweise wahrzunehmen.


Diese Sichtweise ist doch dualistisch. Du lehnst damit Samsara ab und hoffst dich durch Praxis mehr dem Nirvana hinwenden zu können. Das mag auf dem Theravada-Pfad ok sein. Und auch für das Training ist es bis zu einem bestimmten Punkt ok.(Ngöndro)

Aber im Vajrayana muss man doch diese Unterscheidung fallen lassen. Nirvana bedeutet doch eine unterschiedlose Akzeptanz von allem was da ist auch Samsara. Wenn ich also auf dem gesamten Pfad mir mühe gebe Samsara zu vermeiden, werde ich niemals meinen Geist von Anhaftung und Ablehnung befreien können.

Liebe Grüße
Tobias
Wir sind das, was wir denken. Alles was wir sind, entsteht mit unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken erschaffen wir die Welt. Sprich und handle mit reiner Gesinnung Und Glück wird dir folgen, wie dein unteilbarer Schatten.
Buddha Gautama


Labyrinth - Mehrgenerationenwohnen Transreligiöses Spirituelles Gemeinschaftswohnen
Benutzeravatar
Tobias
Admin AD
Admin AD
Beiträge: 1503
 
Buddh. Richtung: Rime, Dzogchen, Mahamudra - mit großem Respekt vor Theravada und Zen
Gender: Männlich
Wohnort: Fahretoft

Vorherige SeiteNächste Seite

Zurück zu A n f ä n g e r g e i s t - Fragen und Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron