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Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

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Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Buddhazork » 17. Juli 2015 18:58

Hallo Leute,

ich habe des öfteren Angst vor dem Tod. Ich würde sogar soweit gehen es als krankhaft zu beschreiben. Ich habe in nahezu jeder Sekunde meines Lebens Angst zu sterben oder wichtige Menschen zu verlieren und das führt oft dazu, dass ich mir Krankheitssymptome einbilde und mir Sorgen über Sachen mache die eigentlich völlig unnötig sind. Ein weiterer Aspekt ist auch noch, dass ich Angst vor einem Leben nach dem Tod habe. Also, dass ich vielleicht in die Hölle komme weil ich nicht an eine bestimmte Religion glaube, auch wenn ich das für sehr unwahrscheinlich halte, aber dennoch bin ich mir nie zu 100% sicher und das macht mich fertig. Meine Frage ist nun: Wie ist dieses Problem aus buddhistischer Sicht zu handhaben. Wie kann ich diese Angst vor dem Tod selbst und vor allem vor einem schlimmen Leben nach dem Tod (Hölle) loswerden? Ich frage das hier weil ich mitbekommen habe, dass praktizierende Buddhisten keine Angst oder Sorge vor Tod, Krankheit oder Verlust haben.

Ich hoffe sehr ihr könnt mir helfen! LG Buddhazork!
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Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Tobias » 17. Juli 2015 19:17

Hey Buddhazork,

Der Tod gehört zum Leiden der Vegänglichkeit. Aus buddhistischer Sicht ist der erste Schritt um dieses Leiden zu überwinden die Zuflucht. Das bedeutet, dass man sich fest mit dem buddha, seiner Lehre und der buddhistischen gemeinde verbindet. Man stärkt das Vertrauen in den buddha, seine Lehre und in die buddhistische Gemeinschaft

tatsächlich haben viele buddhisten keine Angst vor dem Tod. der buddhismus hilft die Angst vor dem Tod zu überwinden, ja sogar ihn als Sprungbrett für die Weiterentwicklung zu betrachten.

Mein Rat als buddhist: Schaue dir den buddhismus an. Nimm ihn soweit auseinander wie du möchtest. kritisiere ihn. Am Ende kannst du hoffentlich vertrauen in den budhismus fassen. Dann kannst du schritt für Schritt daran arbeiten, die Angst vor dem tod zu überwinden.

Liebe Grüße
Tobias
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Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Dakini » 18. Juli 2015 07:45

Hallo und willkommen,

ich stimme Tobias vollkommen zu.
Wichtig finde ich, dass Du Dich selbst mit dem Buddhismus beschäftigst und Deine eigenen Erfahrungen machst, Dir gute Quellen suchst. Versuche Dich auf eine Sache zu konzentrieren und Dich nicht im Wust von Möchtegern-Lehrern in den Foren zu verlieren.
Ob das sture Lesen des PK für einen Anfänger der richtige Start ist, kann ich nicht beurteilen....es wäre sicher nicht der richtige Einstieg für mich gewesen! Vielleicht kann Dir jemand hier eine gute Einstiegsliteratur empfehlen?
Wenn Du Dich konzentriert mit dem Buddhismus beschäftigst, werden Fragen auftauchen, die Du in einem Forum wie diesem sehr gut und ohne Scheu stellen kannst.
Meditierst Du? Unter Anleitung?
Das könnte vielleicht auch hilfreich sein. Anleitung bedeutet nicht zwangsläufig, dass Du Dich schon einer Shanga anschliessen solltest oder DIch für eine buddh. Richtung entscheiden.
Es gibt wohl auch VHS Kurse.
Ich finde es toll, dass Du so gut Deine Probleme schon selbst erkennst, in Deinem jungen Alter.
Vielleicht...nein...ich bin mir ziemlich sicher... kann der Buddhismus Dir Lösungswege aufzeigen.
:-)
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Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Sherab Yönten » 18. Juli 2015 17:47

Buddhazork hat geschrieben:Ich würde sogar soweit gehen es als krankhaft zu beschreiben.


Dann würde ich zum Arzt gehen.
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Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Turmalin » 18. Juli 2015 19:23

Also die Idee mit dem Arzt halte ich ja mal für total falsch.
Wir leben nun mal in einer Gesellschaft, in der jeder Halt verloren gegangen ist. Es ist nicht einfach, erst mal raus finden zu müssen, welche Religion die Richtige ist.
Der Buddhismus hilft und nicht ein Arzt! Die Gedanken sind im Geist und der Arzt kann nichts aus dem Geist schneiden oder eine Pille geben gegen bestimmte Gedanken. Man kann den Geist nur umtrainieren. Indem man die negativen Gedanken durch andere Gedanken ersetzt.
Je mehr man praktiziert, desto besser kann man mit den Emotionen umgehen. Der Buddhismus bietet nicht einfach ein Konzept an, wo man dran glauben so betreffend der Zeit nach dem Tod. Das gibt es auch- im tibetischen Buddhismus. Vor allem aber kann daran gearbeitet werden, wie man JETZT mit den Emotionen klar kommt.
Ich habe oder hatte auch diese Ängste, die du beschreibst. Manche habe ich noch, manche nicht mehr. Das einzige, was ich nicht kenne ist die Angst vor der Hölle des monotheistischen Gottes. Da ich fest davon überzeugt bin, dass es den nicht gibt ;) Also habe ich schon mal ein Problem weniger. Da können wir gerne in einem extra-Thread diskutieren, ob es diesen Gott geben kann.
Man muss praktizieren. Wenn solche Gedanken aufkommen: Ich könnte Krankheit XY haben, dann kann man eine Shamatha-Meditation machen. Richte deine Gedanken auf das Bild eines Buddha! Solange, bis die Ängste weggehen oder weniger werden.
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Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Dakini » 18. Juli 2015 20:21

Richte deine Gedanken auf das Bild eines Buddha! Solange, bis die Ängste weggehen oder weniger werden.


so, wie die Christen auf das Kruzifix?

Ich fände es besser, sich aktiv mit dem Dharma auseinander zu setzen, um dann auch Vertrauen wachsen lassen zu können.
Aber vielleicht habe ich Dich falsch verstanden. :think:
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Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Sherab Yönten » 18. Juli 2015 20:43

Turmalin hat geschrieben:Also die Idee mit dem Arzt halte ich ja mal für total falsch.


Warum ?

Wenn ich so etwas lese

Buddhazork hat geschrieben:Ich würde sogar soweit gehen es als krankhaft zu beschreiben.


und seine anderen Ängste, dann finde ich die Idee mit dem Arzt naheliegender wie die Idee, sich erst mal mit dem Buddhismus zu beschäftigen.

Ich habe häufiger gelesen, dass man erst gesund sein muss, um Dharma praktizieren zu können.

Wenn der Schreiber selbst seine Ängste als "krankhaft" bezeichnet, was wäre dann falsch, diese krankhafte Angst therapeutisch untersuchen zu lassen ?
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Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Turmalin » 18. Juli 2015 22:41

Dakini hat geschrieben:
Richte deine Gedanken auf das Bild eines Buddha! Solange, bis die Ängste weggehen oder weniger werden.


so, wie die Christen auf das Kruzifix?

natürlich soll er seinen Geist nicht auf die Darstellung einer Foltersituation richten. Davon wird es einem nicht besser gehen. Auf einen friedlichen Buddha soll man den Geist richten. Wenn die Gedanken abschweifen, den Geist wieder auf den Buddha richten. Das ist die Shamatha Meditation. Die Sammlung. Diese Meditation ist unerlässlich. Wenn der Geist immer nur umherschwirrt und man sich immer ablenkt, ist das Sterben viel schlimmer, als wenn man den Geist sammeln kann.
Das Buddhabild beruhigt dann noch mal zusätzlich. Daher steht ja auch ein Buddha im Schaufenster der Apotheke vor unserem Haus ;)
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Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon om.a » 18. Juli 2015 23:14

Daher steht ja auch ein Buddha im Schaufenster der Apotheke vor unserem Haus
:rofl:
ja, mir hilft der Buddha auch immer sehr !!!
Er schmunzelt, und das habe ich jetzt auch von ihm gelernt.

:heartsmile: :heartsmile: :heartsmile:
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Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Karma Pema » 18. Juli 2015 23:21

Namaste

er sollte unbedingt zum Arzt gehen.
Vielleicht benötigt er Psychopharmaka. Das sollte doch zuvor untersucht werden, ob ein Botenstoff im Gehirn fehlt oder so. Wie wenn der Magen nicht genug Magensäure produziert. Gibt es ja alles.
Wir sollten ein wenig Verantwortung zeigen. Hier kommen viele fremde Menschen zusammen.
Danach kann man immernoch über den Dharma reden.
Wenn jemand von krankhaft spricht, sollten wir nicht daran herumdoktoren, wir sind keine Spezialisten für sowas, nur Buddhisten.

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Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Karma Pema » 18. Juli 2015 23:30

Namaste Turmalin

Wenn der Geist immer nur umherschwirrt und man sich immer ablenkt, ist das Sterben viel schlimmer, als wenn man den Geist sammeln kann.


Das verwirrt mich ein wenig. Für dich ist es leichter dich mit dem Sterben zu beschäftigen, wenn du konzentriert daran denken kannst ? Wenn ich das so lese könnte man doch denken, grade wenn ich direkt darüber nachdenke, bekomme ich Angst vor dem Sterben, wenn ich mir das ganze in allen Einzelheiten vorstellen kann und mir klar darüber werde.
Es wäre doch leichter sich einfach abzulenken.
Reicht das um Angstfrei zu sein ?


Gute Wünsche,
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Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Turmalin » 19. Juli 2015 09:43

sich abzulenken mag für manche oberflächlich besser funktionieren. Aber wenn dann die Nachricht kommt, dass man eine tödliche Krankheit hat, wird es nur schlimmer. Als wenn man weiß, dass man im Sterben wenigstens den Geist sammeln kann.
Denke ich so.
Ich habe Zweifel, ob jemand gleich krank ist nur weil er nicht so extrem den Tod verdrängen kann, wie ich es bei meinen Familienmitgliedern kenne.
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Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Dakini » 19. Juli 2015 10:20

Sorry, ich verstehe nun gar nichts mehr. der Threaderöffner hat eine Frage gestellt und uns von seinem Problem erzählt. Er scheint sich darüber klar zu sein, dass es sich um ein psychologisches Problem handelt, vielleicht ist er ja auch in Therapie deswegen?
Zum Arzt zu gehen, und sich physisch für gesund bescheinigen zu lassen, halte ich für falsch, da es seinem Gespinst noch mehr Nahrung gibt.
Es ist ebenso ungut sich in so einem Fall nur "abzulenken" und auf einen Buddha zu starren, wenn man so wenig Bezug dazu hat, wie ich es verstanden habe. Buddhas sind ja grosse Mode ...und machen auch was her, geben so einen gewissen "touch", macht sich gut in vielen Geschäften :-(

Vielleicht mag sich doch mal der Threaderöffner melden und schreiben, ob ihm irgendetwas weitergeholfen hat?
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Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Turmalin » 19. Juli 2015 10:45

Dakini hat geschrieben: auf einen Buddha zu starren

das ist deine Bezeichnung für das, was ich meinte. Andere bezeichnen es als: "Shamatha-Meditation mit einem äußeren Objekt." Ich denke, Wörter mit negativem Anklang kann man so ziemlich für alles finden.
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Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Sherab Yönten » 19. Juli 2015 10:52

Dakini hat geschrieben:Er scheint sich darüber klar zu sein, dass es sich um ein psychologisches Problem handelt,


Eben. Und da wir keine Psychologen sind, gab es den Rat, sich an einen Arzt zu wenden. Arzt ist für mich auch ein Psychologe oder Psychotherapeut ...
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Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Magnetar » 19. Juli 2015 11:17

Was "Buddhazork" beschrieben hat, ist aus meiner Sicht nicht "krank", sondern normal für jemanden, der realisiert, in welcher Gefahr er sich tatsächlich befindet. Zum Umgang mit solchen Ängsten kann sicherlich auch ärztliche Hilfe gehören, aber im Kern ist das Problem kein medizinisches, sondern ein existenzielles, denn die Angst bzw. Sorge sind der Preis für eine auf Sand (d. h. Vergängliches) gebaute Existenz.
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Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Dakini » 19. Juli 2015 11:42

Sherab Yönten hat geschrieben:
Dakini hat geschrieben:Er scheint sich darüber klar zu sein, dass es sich um ein psychologisches Problem handelt,


Eben. Und da wir keine Psychologen sind, gab es den Rat, sich an einen Arzt zu wenden. Arzt ist für mich auch ein Psychologe oder Psychotherapeut ...



Nun, nicht jede kleine Störung muss behandelt werden, manchmal sind es ja auch nur kleine Phasen während der Entwicklung zum Erwachsensein.
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Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Dakini » 19. Juli 2015 11:45

Turmalin hat geschrieben:
Dakini hat geschrieben: auf einen Buddha zu starren

das ist deine Bezeichnung für das, was ich meinte. Andere bezeichnen es als: "Shamatha-Meditation mit einem äußeren Objekt." Ich denke, Wörter mit negativem Anklang kann man so ziemlich für alles finden.

uiiii...."starren", ein Wort mit negativen Anklang...fixieren, andauerndes Hinsehen, sind dann ähnlich besetzt für Dich?

Wie dem auch sei...so hat halt jeder seine Projektionen...auf einen Buddha, auf ein Kruzefix...oder auf andere User. :shifty:
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Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Turmalin » 19. Juli 2015 11:49

Magnetar hat geschrieben:Was "Buddhazork" beschrieben hat, ist aus meiner Sicht nicht "krank", sondern normal für jemanden, der realisiert, in welcher Gefahr er sich tatsächlich befindet. Zum Umgang mit solchen Ängsten kann sicherlich auch ärztliche Hilfe gehören, aber im Kern ist das Problem kein medizinisches, sondern ein existenzielles, denn die Angst bzw. Sorge sind der Preis für eine auf Sand (d. h. Vergängliches) gebaute Existenz.

genau! es ist ein Schritt auf dem Weg zur Heilung. Wenn mir ein FAmilienmitglied in agressivem Ton befiehlt, den Tod nicht zu erwähnen, dann ist das krank. Der Person geht es jetzt gut. Aber wenn es dann ans Sterben geht, wird es schlimm..
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Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Sherab Yönten » 19. Juli 2015 12:56

Buddhazork hat geschrieben:kann ich diese Angst vor dem Tod selbst und vor allem vor einem schlimmen Leben nach dem Tod (Hölle) loswerden? Ich frage das hier weil ich mitbekommen habe, dass praktizierende Buddhisten keine Angst oder Sorge vor Tod, Krankheit oder Verlust haben.


Na gut, wenn wir davon ausgehen, dass es keine Krankheit ist, die behandelt werden muss, dann frage ich einfach mal in die Runde: Wer von Euch hat keine Angst vor dem Tod ? Natürlich ist es einfach allgemein über Vergänglichkeit zu reflektieren und allgemein den Tod nicht als Tabu Thema aufzufassen. Wenn es jedoch darum geht ganz konkret den eigenen Tod vor Augen zu haben, dann würde ich mir wohl etwas vormachen wenn ich behaupten würde, ich hätte keine Angst vor dem Tod, denn gerade weil ich buddhistisch Praktizierender bin, bin ich mir darüber im Klaren, dass ich nicht wissen kann wie viel negatives Karma ich in meinen vergangenen Leben angesammelt habe, das noch nicht gereift ist.
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Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Dakini » 19. Juli 2015 13:17

dann frage ich einfach mal in die Runde: Wer von Euch hat keine Angst vor dem Tod ?


Ich :grin:
Aber vielleicht magst Du dazu einen neuen Thread aufmachen?
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Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon raterZ » 19. Juli 2015 13:59

buddhistische praxis kann dir helfen - vor allem weisheitsmeditation wie vipassana bspw. dadurch erkennst du, dass das "ich" nicht so fest existiert, wie man gewöhnlich denkt. nur dieses "ich" hat angst (vor dem tod). je weniger "ich", desto weniger angst. ist ganz simpel.

dämonen füttern nach tsultrim allione wäre auch eine möglichkeit. noch fortgeschrittener wäre dann eine authentische chöd-praxis, die genau die frucht erzeugt keine angst mehr vor dem tod zu haben.
es gibt auch bestimmte buddhistische yidams, mit denen man praktizieren kann, um die todesfurcht zu überwinden. bspw. yamantaka.

aber generell führt der buddhistische weg genau dort hin.

der größte aller ärzte ist buddha!
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Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon Sherab Yönten » 19. Juli 2015 14:23

raterZ hat geschrieben:vor allem weisheitsmeditation wie vipassana bspw. dadurch erkennst du, dass das "ich" nicht so fest existiert, wie man gewöhnlich denkt. nur dieses "ich" hat angst (vor dem tod). je weniger "ich", desto weniger angst. ist ganz simpel.


Das klingt theoretisch ja alles richtig, aber es ist eben nur graue Theorie. Du weißt nicht wie Du reagieren würdest, wenn Dein Arzt Dir tatsächlich erzählen würde, Du hättest nur noch eine Woche zu leben. Ich gebe zu, dass ich die Anhaftung an diesem Leben noch nicht überwunden habe, sonst bräuchte ich ja nicht mehr zu praktizieren.
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Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon voom » 19. Juli 2015 14:54

Generell wird gegen Ängste die Praxis mit friedlichen Gottheiten empfohlen, ganz besonders Chenrezig. Bei Todesangst ganz besonders Phowa oder erstmal Amithaba. Da wäre es aber sehr sinnvoll sich Anleitung und Einweihung von einem geeigneten Lehrer zu suchen.

Ein psychologischer Therapeut ist kein Arzt. Das ist bei einer eindeutigen Angst[störung] angeraten da jemand zu konsultieren. Bei einem nicht pathologischen Ausmaß kann der Buddhismus sehr wohl helfen. Medikamente sollten der allerletzte Anker sein, das weiss auch ein kompetenter Arzt. (Ein Therapeut der kein Arzt ist darf auch keine verschreiben)
"Die tägliche Praxis des Dzogchen ist einfach das tägliche Leben selbst.
Wir sind aus uns selbst heraus erleuchtet und es fehlt uns nichts."

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Re: Wie überwindet man die Angst vor dem Tod?

Beitragvon raterZ » 19. Juli 2015 17:16

Sherab Yönten hat geschrieben:
raterZ hat geschrieben:vor allem weisheitsmeditation wie vipassana bspw. dadurch erkennst du, dass das "ich" nicht so fest existiert, wie man gewöhnlich denkt. nur dieses "ich" hat angst (vor dem tod). je weniger "ich", desto weniger angst. ist ganz simpel.


Das klingt theoretisch ja alles richtig, aber es ist eben nur graue Theorie. Du weißt nicht wie Du reagieren würdest, wenn Dein Arzt Dir tatsächlich erzählen würde, Du hättest nur noch eine Woche zu leben. Ich gebe zu, dass ich die Anhaftung an diesem Leben noch nicht überwunden habe, sonst bräuchte ich ja nicht mehr zu praktizieren.


ja ist für dich halt graue theorie - bist ja auch noch nicht so lange dabei :mrgreen:
ich hab kein problem mit dem tod, weder dem von anderen, noch mit meinem eigenen.
ich wäre sicherlich ziemlich aufgeregt - ist halt ein krasser trip, dieses sterben. würde die letzt zeit dann viel zum meditieren nutzen aber keine panik schieben. klar die fünf phasen des sterbens würde ich auch durch machen, aber warscheinlich recht schnell.

bin in träumen schon oft gestorben, und das war nie ein großes ding. mir sind die sphären des jenseits aber sowieso klarer, als menschen die sich nicht mit dem jenseits bspw. durch schamanismus auseinander setzen.

es wäre aber auch sehr komisch, wenn jahrelange meditationspraxis in der hinsicht keine frucht zeigen würde. die ganze vajrayana-praxis zielt doch auf den zustand des todes ab. ein vajrayana praktiker freut sich eher über das ableben, weil er dann die möglichkeit hat das ganze anzuwenden, was er sein leben lang geübt hat. größere yogis wissen eh, wie lange sie zu leben haben und wann es zeit ist den körper wieder zu verlassen. noch größere machen das ganze bewusst!
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