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Yidam Praxis

Buddhismus und buddhistische Praxis in allen Schulen und Richtungen

Yidam Praxis

Beitragvon Max » 18. Dezember 2015 20:47

Yidam Praxis

Mir ist bezogen auf die Yidam Praxis manches unklar. Die unterschiedlichen Ebenen der Praxis sind das eine. Die verbindene Wirkung zwischen Yidam und Yogi, sind das andere. Was macht den Wirkmechanismus auf den verschiedenen Ebenen aus?
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Re: Yidam Praxis

Beitragvon voom » 18. Dezember 2015 22:17

Es gibt ja schon sehr verschiedene Yidam-Praktiken. Vielleicht könntest Du noch etwas genauer werden, was für Ebenen Du meinst. Ich kann mich zumindest noch nicht so genau hineindenken in Deine Frage... :)
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Re: Yidam Praxis

Beitragvon raterZ » 20. Dezember 2015 22:29

du hast ebenen nicht definiert. meinst du damit erzeugungs- und vollendungsphase?

die verbindung zwischen yogi und yidam lässt sich am besten imo. mit magischen paradigmen erklären. die selbstvisualisierung als gottheit wird schon so lange benutzt, wie man mit gottheiten arbeitet - also weit weit zurück in die geschichte der menschen in richtung ur-schamanismus.
der effekt ist, dass die attribute und eigenschaften der gottheit zu den eigenen werden.
das passiert vor allem, indem man die gottheiten in das eigene energiesystem hineinlässt. man könnte dabei von teil- bis vollbesessenheiten sprechen, welche als praxis verwendet werden.
der clou an den buddhistischen gottheiten ist, dass ihre attribute unter anderem immer auch die weisheit der erleuchtung beinhaltet. so erhält man neben anderen magichen fähigkeiten auch immer fortschritte auf dem weg zur erleuchtung.
diese praxis lässt sich überall auf der welt finden, und ist deshalb nicht rein buddhistisch. die gottheit selber ist diejenige, welche das ganze buddhistisch machen lässt - neben den gelübden und der ethik. die vollendungsphase, wo es explizit um weisheitsentwicklung geht, kenne ich auch nur aus dem vajrayana.

wenn die verbindung zwischen yidam und yogi stark ist, dann manifestiert diese sich auch durch eine verbindung in das reine land dieser gottheit. der yogi wird dann auch zum kanal für energien die aus diesen ländern dann in dieser welt wirken. er praktiziert dann primär auch für seine umgebung, und nicht nur für sich selber.
deshalb gibt es nämlich noch die schützer, die ein bisschen auf die yogis aufpassen, weil diese damit auch angriffziele werden für kräfte, denen diese transformative praxis der umgebung nicht gefällt ;)
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Re: Yidam Praxis

Beitragvon Max » 21. Dezember 2015 19:18

Die Eingangsfrage war etwas kurz und läßt einige Deutungsspielräume offen. Die Frage bezieht sich auf zornvolle Gottheiten und Tantra. RaterZ kam mir jetzt etwas zuvor und spricht auch schon einige Ebenen an.

Die magische Ebene. Ich stell mir die Frage wie etwas, was nur innerhalb aber nicht außerhalb des Yogi existiert einen Wirkmechanismus entfaltet. Klar, beispielsweise durch Autosuggestion. Bestenfalls entsteht dadurch gebündelte Willensenergie und als Ergebnis davon ein Resultat. Die Attribute der Gottheit, sind u.a. Teil der Vorstellung aber natürlich auch in ihrer funktionalen Wirkweise und Bedeutung erklärt. Wenn man nur diese Ebene betrachtet, d.h. die weltlichen Siddhis, was kommt da und warum in Bewegung.

Eine andere Ebene ist für mich die Weisheitsentwicklung.

Apropo Angriffsziele und Schützer. Wie meinst du das? Existieren die Ziele im Inneren oder im Äußeren. Werden transformative innere Prozesse geschützt oder sollten die Schwächen die den transformativen Prozess stören, nicht erst mal auftauchen müssen. Werden Kräfte im Außen nur stark weil der Yogi zu schwach ist :)
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Re: Yidam Praxis

Beitragvon raterZ » 22. Dezember 2015 11:42

es gibt keine wirkliche trennung zwischen innen und außen, deshalb sind diese fragen obsolet..
erwachen ist deshalb auch eher ein kollektiver prozess, als ein individueller. darauf fußt ja die ganze mahayana philosophie.
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Re: Yidam Praxis

Beitragvon voom » 22. Dezember 2015 11:42

Im grunde lässt sich aus tibetischer Sicht Innen und Aussen nicht trennen. Das ist Teil des Wirkprinzips: das volle Potential ist in uns schon drin und muss nur noch aufgeweckt werden - durch die Spiegelung und durch die Identifikation.... Es ist gleichzeitig aber auch eine Äussere Kraft - sofern man sich da eben noch getrennt fühlt. Das ist wichtig um nicht Gefahr zu laufen "seine eigene Suppe zu kochen".
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Re: Yidam Praxis

Beitragvon voom » 22. Dezember 2015 11:46

Wenn die Gleichzeitigkeit der beiden Beiträge nicht ein Bsp. für diese Ungetrenntheit von "Innen" und "Aussen" ist ;)
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Re: Yidam Praxis

Beitragvon Max » 30. Dezember 2015 15:32

Genau, innen und außen waren die hilfreichen Stichwörter um meine Frage abschließend für mich zu reflektieren.

Am letzten Wochenende ist ein interessanter Bericht über „Parapsychologie im Sport“ auf FAZ online erschienen. Hier der Aufmacher: Das magische Wort heißt „Verschränkung“: Der Parapsychologe Walter von Lucadou im Gespräch über Rituale im Sport, Macht des Teamgeistes und psychokinetische Ablenkungen von Bällen.

http://www.faz.net/aktuell/sport/mehr-s ... 69829.html

Auf der Seite von WvL sind auch einige Arbeiten von Ihm veröffentlicht, in dem er seine Meinung zu manchen Phänomen veröffentlicht hat, die ihm in seiner Arbeit bisher begegnet sind. In dem online Artikel werden aber auch schon einige sehr interessante Themenbereiche angeschnitten.
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Re: Yidam Praxis

Beitragvon voom » 30. Dezember 2015 19:37

Das ist ein interessanter Wissenschaftler, hab ihn mal an der Uni "live" gehört...
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